Wie weit kommt man ohne Klavierlehrer

  • Ersteller Ersteller TrenkTausendschlag
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  • #81
Wader gehört zu den Liedermachern, die aufgrund ihrer politischen Überzeugungen lange Zeit nur selten bis garnicht im Radio gespielt wurden.
Und er war eben auch gerne heute hier und morgen dort.
 

  • #84
Mich haben politische "Liedermacher" schon immer zutiefst abgestoßen. Erstens will ich nicht von klampfenden Gammlern belehrt werden. Zweitens ist der Einsatz von Musik zur Gehirnwäsche abzulehnen.
 
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  • #85
Mich haben politische "Liedermacher" schon immer zutiefst abgestoßen. Erstens will ich nicht von klampfenden Gammlern belehrt werden.

Lieber schmickus,

das sei dir unbenommen! Warum so aggressiv ("klampfenden Gammlern")?

Zweitens ist der Einsatz von Musik zur Gehirnwäsche abzulehnen.

Dies jedoch ist aus meiner Sicht

unter Deinem Niveau.

Erstens der Gebrauch des Begriffs "Gehirnwäsche", dessen Definition gern hier und hier nachzulesen ist.

Zweitens die implizierte Meinung, dass Musik und Politik - so verstehe ich deine Aussage zumindest - nicht verknüpft werden sollten. Musik und Politik sind aber ein sehr weites Feld, wie du sicher weißt. Oder ist das dann auch "Gehirnwäsche": https://www.ardmediathek.de/video/ard-klassik/weill-dreigroschenoper-mack-the-knife-ute-lemper-wdr-funkhausorchester-enrico-delamboye-wdr/ard/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzIwOTczMjc?

Zur Fragestellung, wie weit man ohne Klavierlehrer kommt:

Die Frage ist, was mit "weit" gemeint ist. Damit kann gemeint sein:

a) die Anzahl der Töne

Da kann man sehr weit kommen. Der Mensch hat 10 Finger und kann damit schon so einiges an Tasten "niederdrücken".

b) den richtigen Rhythmus:

Da wird es schon schwieriger. Auch wenn man sich jede Menge Aufnahmen anhören kann, ist Rhythmus, Metrum und Puls doch nur über die eigene körperliche Erfahrung erlebbar. Ich habe schon einmal erzählt, dass vor langer Zeit ein über 70jähriger zu mir kam, um den letzten Schliff bei einer Beethoven-Sonate zu erlernen. Er wolle nur ein paar Stunden, um zu lernen, wie man Triller spielt u.a., er wolle keinen richtigen Unterricht.

Leider war diese Sonate kaum zu erkennen. Die Töne waren größtenteils richtig, alles andere, auch in rhythmischer Hinsicht, war nicht vorhanden. Ich habe ihm seinen Wunsch erfüllt und seine Fragen beantwortet. Schließlich habe ich sehr vorsichtig und freundlich angefragt, ob er vielleicht auch noch in rhythmischer Hinsicht an ein paar Dingen arbeiten wollte. Er war so beleidigt, dass er sagte, solche Lehrer wie mich würden eben allen Leuten den Spaß verderben und Lehrer wie ich mit ihrem Perfektionismus wären dafür verantwortlich, dass nur noch so wenige Jugendliche Klavier spielten.

c) Dynamik, Phrasierung, Artikulation, Agogik, Tempo, Klangbalance, Klangdifferenzierung, die dazu erforderliche technische Umsetzung u.v.a.

Hier wird es sehr schwierig. Es gibt sehr, sehr selten Menschen, die einen natürlichen Zugang zu Musik haben und sich von Natur aus so bewegen am Klavier, dass etwas Schönes dabei herauskommt. Wenn jemand in diesen Dingen "weit" kommen will oder auf einem guten Niveau spielen möchte, ist ein guter Lehrer unerlässlich. Ein geschultes Ohr ist Grundvoraussetzung fürs Klavierspielen und macht auch die technische Arbeit erst möglich. Wie der Name schon sagt, muss es aber erst geschult werden.

Es ist aber überhaupt kein Problem, wenn jemand einfach nur für sich spielen möchte, sich erfreut an den Klängen und glücklich ist, ohne Lehrer sich auf die Entdeckungsreise zu machen! Das ist wunderbar! Nur fragen diese Klavierspieler in der Regel nicht, wie weit man ohne Lehrer kommt.

Liebe Grüße

chiarina
 
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  • #86
Er war so beleidigt, dass er sagte, solche Lehrer wie mich würden eben allen Leuten den Spaß verderben und Lehrer wie ich mit ihrem Perfektionismus wären dafür verantwortlich, dass nur noch so wenige Jugendliche Klavier spielten.
🤣🤣 na es gibt noch genug Masochisten die es erstrebenswert finden für sich ein „Watsch‘n-Abonnement“ abzuschließen, da soll er sich nicht Sorgen. Während er wohl farblos- fahl bleibt strahlen die andern hinterher rosig 😆😆😆 (oder hoffen es zumindest 🤪)
 
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  • #87
Also ich bin ja die " Neue" hier, aber tatsächlich kann ich sagen, dass der " Firlefanz" , nämlich die musikalische Früherziehung, meinem grossen Kind das Abitur gerettet hat. Er hat nämlich da Noten lesen gelernt und Grundkenntnisse über Rhythmik und Musiktheorie erworben.
Das war so ca im Jahr 2000. Er wollte danach eigentlich Kontrabass lernen, sollte den Umweg übers Cello gehen und hatte ( leider) ein gestörtes Verhältnis dazu, dass man um so ein Instrument beherrschen zu können zumindest auch mal üben muss. Aber die Kenntnisse der er erwarb, nahm ihm keiner weg und sie reichten am Ende für einen LK Musik. Ich selbst habe Mitte der 70er Jahre in der 2. bis 4. Klasse im Rahmen des normalen Musikunterrichts Blockflöte gelernt. Nun kann man über die Blockflöte denken was man will, aber meine Notenkenntnisse im Violinschlüssel nahm mir damit auch niemand mehr weg. Wenn man es in diesem Alter schafft, bei den Kindern die Liebe zur Musik zu wecken, hat man doch schon viel gewonnen.
Natürlich gab es auch genug Kinder im Misikunterricht der 2. Klasse ( ohne die Herren der Schöpfung bashen zu wollen, es waren in der Hauptsache Jungs), die mit der Blockflöte damals alles mögliche gemacht haben, nur keine Musik. Meist haben sie sich damit gegenseitig irgendwo drauf gehauen. Aber ich bin sicher, es ging auch vielen wie mir und meinen Jungs, die in diesem Unterricht, oder aber in der Früherziehung, quasi etwas fürs Leben gelernt haben. Ich habe auch mein jüngeres Kind in die Früherziehung geschleift, der hat dann auch mal nen Monat lang Klavierunterricht genommen, ein paar Noten lesen kann er also auch, ansonsten ist er aber immun gegen meine Versuche gewesen. Naja ich habe zumindest versucht einen Grundstein zu legen..
 
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  • #88
„Watsch‘n-Abonnement“
Also spwas gibt´s bei uns Piefkes natürlich nicht. Wattekugeln allerhöchstens (allerdings mit Urankern!).
Ich habe sogar mal drei gestandenen Pianisten eine Mozartsonate :028: vorgespielt. Auch hier blieben alle höflich und zuvorkommend.
 
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  • #89
Also spwas gibt´s bei uns Piefkes natürlich nicht. Wattekugeln allerhöchstens (allerdings mit Urankern!).
Ich habe sogar mal drei gestandenen Pianisten eine Mozartsonate :028: vorgespielt. Auch hier blieben alle höflich und zuvorkommend.
Das ist hier anders, hier gibt’s noch Wälder voller Watsch‘n Bäume 😈 ich sattle meinen Mozart mit der Brandnummer 466 und galoppiere todesmutig durch das Dickicht!
 
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  • #90
Es gibt sehr, sehr selten Menschen, die einen natürlichen Zugang zu Musik haben und sich von Natur aus so bewegen am Klavier, dass etwas Schönes dabei herauskommt

Das ist allein schon dadurch evident, dass es auf dem Klavier praktisch keine wirklichen Autodidakten gibt. Möglicherweise Leopold Godowski??
 
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  • #91
Warum so aggressiv ("klampfenden Gammlern")?
Was ist denn aggressiv daran, einen klampfenden Gammler als "klampfenden Gammler" zu bezeichnen? Es ist zwar wenig schmeichelnd, aber eben eine persönliche Einschätzung, Wertung und Meinungsäußerung. Die muss zwar niemand teilen, aber die kann und darf man äußern. Wenn jemand beispielsweise feststellt, dass ihm ein koksender Klimperer auf den Wecker geht, was soll daran aggressiv sein?
 
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  • #92
Mich haben politische "Liedermacher" schon immer zutiefst abgestoßen. Erstens will ich nicht von klampfenden Gammlern belehrt werden.
Nur zur Info, Herr @schmickus : Politische Liedermacher und klampfende Gammler sind normalerweise zwei deutlich getrennte und gut unterscheidbare Gruppen.

Das Wort "Gammler" stammt aus den späten 60ern und ist heute aus dem täglichen Sprachgebrauch verschwunden. Die politischen Liedermacher sind ebenfalls verschwunden. Wenn Du weitere Aufklärung über kulturelle Zeitgeschichte brauchst - ich stehe gerne zur Verfügung. Ich bin nämlich ein lebendes Lexikon :musik022: .

Mit amüsierten Grüßen,

CW
 
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  • #93
Was ist denn aggressiv daran, einen klampfenden Gammler als "klampfenden Gammler" zu bezeichnen? Es ist zwar wenig schmeichelnd, aber eben eine persönliche Einschätzung, Wertung und Meinungsäußerung. Die muss zwar niemand teilen, aber die kann und darf man äußern. Wenn jemand beispielsweise feststellt, dass ihm ein koksender Klimperer auf den Wecker geht, was soll daran aggressiv sein?
Lieber Dromeus,

Ich verstehe halt nicht, warum man jemanden, dessen Musik einem überhaupt nicht gefällt, gleich mit zwei abwertenden Begriffen belegen muss. "Gammler" bezieht sich auf die Person, "klampfenden" auf das Gitarrenspiel. Es reicht doch, zu sagen, dass man nicht belehrt werden möchte und dass einen die Musik zutiefst abstößt.

Liebe Grüße

chiarina
 
  • #94
gleich mit zwei abwertenden Begriffen belegen muss
Doppelt genäht hält besser, sagt der Volksmund. Rhetorisch betrachtet: die Aussage wird verstärkt. Gammler hat dazu noch den konkreten Zeitbezug, das war in den 70ern eine allgegenwärtige (sicherlich abwertende) Zuschreibung. Ist aber aus der Mode gekommen.

Ich verstehe halt nicht
warum man auf Ausdrucksweisen, die einem persönlich nicht gefallen, mit Maßregelung reagieren muss. Kann man doch einfach mal so stehen lassen.
 
  • #95
Gammler hat dazu noch den konkreten Zeitbezug, das war in den 70ern eine allgegenwärtige (sicherlich abwertende) Zuschreibung.

"...
Gammler war eine abwertende Bezeichnung für jugendliche Abweichler von der sozialen Norm, die im gesamten deutschsprachigen Raum verwendet wurde. Die so Etikettierten trugen meist lange Haare und waren mit Jeans und Parka bekleidet. Sie übernahmen den Begriff Gammler als Selbstbezeichnung.
..."

Ja, passt schon, irgendwie. Wo war jetzt das Problem!? Oder hat Herr Wader korrekten Haarschnitt gehabt und spielte nur in Anzug und Krawatte? Nicht nach Bildersuche.

Und jetzt im Ernst: Liedermacher sind auch nicht meine bevorzugte Musikrichtung. YMMV.

Grüße
Häretiker
 
  • #96
  • #97
Wie gut, dass ich kurze Haare habe und häufiger Ukulele spiele als Gitarre.
Im Gegensatz zur Gitarre hatte ich an der Ukulele sogar Unterricht.
:coolguy:

Zurück zu den Tasten. Die laden durchaus dazu ein, sich lehrerlos damit zu befassen, weil die Basis-Tonerzeugung so simpel ist. Warum es dennoch sinnvoll sein kann, nicht nur ohne Unterricht zu arbeiten, wurde ja schon von einigen gesagt.
 
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  • #99
Aus dem WP Artikel:

obwohl man ihre Anhänger lediglich auf ... einige Hundert in der Bundesrepublik schätzte
Die Gammler waren also die Ausnahme ;-). Aber lustig, der Artikel, wer zuviel Zeit hat kann sich ja dieses Zeitdokument zu Gemüte führen :-D:



Um wieder die Kurve zu kriegen: Gammler hatten offensichtlich keinen Klavierunterricht, aber klampften gerne. Und das Kazoo, wunderbar :dizzy:.
 
  • #100
Und schwupps ist der wunderbare nahezu scheintote Begriff des "Gammlers" dem ewigen Vergessen entrissen und wieder dem allgemeinen Sprachgebrauch des Bildungsbürgertums zugeführt worden. Ick freu' mir. Darauf werde ich mir einen Dujardin hinter die Binde gießen.
 
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