Wie weit kommt man ohne Klavierlehrer

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  • #21
Es gibt Leute die auch am Klavier sehr weit autodidaktisch kamen. Ich kenn jemanden die bis 17 „weitgehend“ Autodidakt war weil sie in der
Pampa aufgewachsen ist, (hatte aber in der Jugend jedes Jahr sporadisch einzelne Kurse besucht). Hat dann Medizin studiert und ist parallel mit Mitte 20 am Konservatorium angenommen worden und hat Chopin 1. Klavierkonzert gespielt. Sie spielt im Amateurbereich sehr aktiv.

Und dann gibts noch berühmte Leute wie Lucas Debargue. Der war auch bis Anfang 20 Autodidakt und hat dann aber mit Lehrer auf das Niveau geackert was er jetzt hat.

Also selbst bei Autodidakten ist immer (irgendwann) ein Lehrer im Spiel wenn’s gut werden soll.

Da schlechte Grundlagen schlimmer sind als neue Einblicke in Interpretation würde ich lieber auf Nummer, sicher gehen und nicht das Risiko eingehen mich für eine der Ausnahmen zu halten und lieber früher als später einen anständigen Lehrer suchen.
 
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  • #22
[…] Jedoch gibt es auch einiges was gegen Klavierunterricht sprechen könnte, […] Weiterhin haben auch von vielen schlechten Erfahrungen mit Klavierlehrern im Forum gelesen.
Ich lese auch viel über schlechte Ärzte. Aber mit einer Blinddarmentzündung würde ich mich immer in die Hände von Medizinern begeben - die Hoffnung stirbt zuletzt!

Das Argument, das häufig zu hören ist: „Ich möchte ja bloß … - und dafür reicht es doch, daß …“ Ich finde es schade um die vertane Lebenszeit, wenn man Dinge nur halbherzig betreibt. Man sollte Vollendung anstreben, selbst wenn man ahnt, daß man keine Perfektion erreicht. Alles andere bleibt im Stadium der Flickschusterei.
 
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  • #23
„Ich möchte ja bloß … - und dafür reicht es doch, daß …“
Von mir gibt’s so ein Mail 2021 wo ich wieder begonnen habe und nach einem Lehrer gesucht hatte. 2DiN A4 was ich alles keinesfalls will und tue heute glücklich das exakte Gegenteil^10 davon.

Ich finde dieses Denken NICHT schlecht gerade wenn man nix kann weil es einen im hier und jetzt hält. Wenn’s gut läuft packt einen eh das Interesse für „mehr“ ohne dass man ungeduldig Zielen nachjagt und am Ende sich mit Perfektionswahn selbst behindert.
 
  • #24
Da Du schon viele Autodidakten erlebt hast, kannst Du auch sagen, auf welche typischen Probleme diese stoßen?

Insbesondere Saxophon: Körperhaltung, Zunge, Rachen.
Bläser generell: Eine Vorstellung davon, wie und wann man einen Ton beginnt und enden lässt, Stütze.
Insbesondere im Satz: Halbe auf auf eins, Wann muss der Ton bendet werden? Auf der 3! Da habe ich Sachen erlebt ...
Allgemein: Rhythmus, Timing, Tonmaterial, Dynamik ... und Theorie.
Und das generelle Problem: Wer führt? Das Gehör!

Das fällt mir so auf Anhieb ein.

Grüße
Häretiker
 
  • #25
...

Und dann gibts noch berühmte Leute wie Lucas Debargue. Der war auch bis Anfang 20 Autodidakt und hat dann aber mit Lehrer auf das Niveau geackert was er jetzt hat.

...
Lucas Debargue, einer aus 10.000. Eine originäre Höchstbegabung. Das ist der TE aber nicht.
 

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