wie bilde ich einen E7sus4/B Akkord?

  • Ersteller des Themas Viviana9890
  • Erstellungsdatum
  • Schlagworte
    generalbass harmonielehre theorie umkehrungen
V

Viviana9890

Dabei seit
Nov. 2020
Beiträge
12
Reaktionen
1
Hallo zusammen,
Ich komme nicht weiter mit folgender Theorieaufgabe...
Ich muss einen E7sus4/B Akkord bilden. So.
links im ersten Takt ist die richtige Lösung. Rechts im 2 Takten ist mein vorheriger Lösungsansatz der mir anfangs logisch erschien.
Ich habe diesen Akkord in Grundstellung gebildet und ihn dann so umgekehrt dass das H (weil /B) unten ist.
Aber warum ist diese Lösung links richtig? und was muss ich in den Bassschlüssel packen ? Ich werde nicht schlau draus...
Vielen dank, wenn mir jemand helfen möchte !:-)



35408-91171b904c9ed31637327e2d01f47edf.jpg
 
Nihil Baxter

Nihil Baxter

Dabei seit
Sep. 2019
Beiträge
119
Reaktionen
213
Grundton E.
"sus4" heißt, dass die Terz durch die (reine) Quart ersetzt wurde, also A statt G oder Gis.
7 -> zusätzlich die Septime (hier D) dazu
Gibt den Dreiklang E-A-D

/B heißt (tiefes) H bzw. englisch B als Basston untendrunter.

In dem Akkord vor dem Taktstrich ist schon eine Umkehrung drin, in der "Basisversion" wäre das D eine Oktav höher.

Ein Fis gehört hier in seiner Eigenschaft als Sekund oder None, bezogen auf den Grundton, nicht rein.

Tonwiederholungen, z.B. das H/B nochmal eine oder zwei Oktaven höher, sind im Rahmen sogenannter voicings möglich, aber im Sinne der Aufgabenstellung nicht nötig. Auf der Gitarre ist das gang und gäbe, wie auch generell Umkehrungen, da die Akkorde sonst teils kaum bis gar nicht zu greifen sind und oft auch alle 6* Saiten für einen Dreiklang benutzt werden (z.B. E-H-e-gis-h-e' für einen E-Dur-Akkord)

Disclaimer: Oktavangaben wie D, d, d', d'' etc. sind bewusst weggelassen. Dass alle Notennamen einheitlich groß geschrieben sind, war hier Absicht meinerseits.

* Ich weiß schon, dass es Gitarren mit von 6 abweichender Saitenanzahl gibt, aber belassen wirs hier mal beim "Standard" ;).
 
Zuletzt bearbeitet:
V

Viviana9890

Dabei seit
Nov. 2020
Beiträge
12
Reaktionen
1
Oh Vielen Dank! Mir war gar nicht bewusst, dass /B heisst, dass der Ton im Bass ist, ich dachte das wäre ein Indiz für eine Umkehrung. Und ohne stimmt, Die None hatte ich mit einem sus9 Akkord verwechselt :-) meinen lieben dank!!
 
Nihil Baxter

Nihil Baxter

Dabei seit
Sep. 2019
Beiträge
119
Reaktionen
213
Kleine Ergänzung, weil schlampig formuliert:

Der sus4-Akkord ist per se schon ein Dreiklang (Grundton, Quart, Quint - letztere hier durch das H/B im Bass repäsentiert, das habe ich oben nicht so deutlich gemacht, wie es gut gewesen wäre). Alles zusammen, also 7sus4, ist natürlich ein Vierklang.
 
hasenbein

hasenbein

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
8.587
Reaktionen
7.404
Ausgerechnet E7sus4/B als Aufgabenstellung ist aber auch echt daneben.

Denn natürlich hört man diesen Akkord nicht als Sus-Akkord mit einem anderen Basston drunter - sondern das ist schlicht ein Bm7 mit hinzugefügter 11.
 
hasenbein

hasenbein

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
8.587
Reaktionen
7.404
Nein, das Fis in Bm7 ist genauso unwichtig und somit weglassbar wie das H in E7sus4.

In Septakkorden kann die Quinte weggelassen werden, und das ist auch überaus typisch für Jazz-Voicings.
 
Nihil Baxter

Nihil Baxter

Dabei seit
Sep. 2019
Beiträge
119
Reaktionen
213
OK, ich war halt von "streng und klassisch" ausgelegter Akkordkonstruktion ausgegangen :).
 
hasenbein

hasenbein

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
8.587
Reaktionen
7.404
In der Klassik kann genauso nach Belieben die Quinte weggelassen werden. Unbedingt notwendig sind bei Septakkorden stilunabhängig immer nur Grundton, Terz und Septime.
 

Tastatula

Tastatula

Super-Moderator
Mod
Dabei seit
Juni 2018
Beiträge
768
Reaktionen
1.538
hängt es nicht vom Kontext ab, ob es sich um einen h-moll oder E-dur Akkord handelt?
 
hasenbein

hasenbein

Dabei seit
Mai 2010
Beiträge
8.587
Reaktionen
7.404
Klar. Natürlich kann man den Klang so auffassen, und das käme in klassischen Tonsätzen ja auch vor. Aber das ist nicht das, was man hört, wenn man kontextlos den Akkord vorgesetzt bekommt.
 
FünfTon

FünfTon

Dabei seit
Sep. 2015
Beiträge
3.183
Reaktionen
1.725
Ausgerechnet E7sus4/B als Aufgabenstellung ist aber auch echt daneben.

Denn natürlich hört man diesen Akkord nicht als Sus-Akkord mit einem anderen Basston drunter - sondern das ist schlicht ein Bm7 mit hinzugefügter 11.
Diese Akkordschreibweise richtet sich an Gitarristen, damit die wissen, was sie greifen müssen, ohne lange überlegen zu müssen.
 
Long Louis

Long Louis

Dabei seit
Aug. 2019
Beiträge
89
Reaktionen
45
Eine Frage zur Verwendung:
Sind die sus Akkorde im wesentlichen eine Alternative zur Dominante oder auch einer Zwischendominante oder welchen harmonischen Bezug können sie sinnvoll darstellen?
Ich habe sie bisher nur als Dominantenersatz verwendet.
 
Häretiker

Häretiker

Dabei seit
Nov. 2014
Beiträge
3.572
Reaktionen
3.941
Eine Frage zur Verwendung:
Sind die sus Akkorde im wesentlichen eine Alternative zur Dominante oder auch einer Zwischendominante oder welchen harmonischen Bezug können sie sinnvoll darstellen?
Ich habe sie bisher nur als Dominantenersatz verwendet.
Hier sind ein Verwendungsbeispiele in Jazz, Pop und Klassik:

Grüße
Häretiker

PS:
Was ist mit Debussy "Et la lune descend sur le temple qui fut"?
 
mick

mick

Dabei seit
Juni 2013
Beiträge
11.428
Reaktionen
19.437
Hier sind ein Verwendungsbeispiele in Jazz, Pop und Klassik
Was da über die Klassik steht, ist ziemlich unsinnig. Einen eigenständigen Sus-Akkord gibt es in der Klassik nicht - entweder ist es eine 4-3-Vorhaltsbildung oder ein solcher Akkord entsteht zufällig über einem Orgelpunkt. Dann wird er aber nicht als Sus-Akkord gehört, denn funktionsbestimmend ist dann immer noch der reguläre Dur- oder Moll-Akkord, der über dem Orgelpunkt liegt.

Was ist mit Debussy "Et la lune descend sur le temple qui fut"?
Was soll damit sein? Die Akkorde im Anfang sind Mixturklänge, die harmonisch noch völlig unbestimmt sind.
 
Häretiker

Häretiker

Dabei seit
Nov. 2014
Beiträge
3.572
Reaktionen
3.941
Was da über die Klassik steht, ist ziemlich unsinnig. Einen eigenständigen Sus-Akkord gibt es in der Klassik nicht - entweder ist es eine 4-3-Vorhaltsbildung oder ein solcher Akkord entsteht zufällig über einem Orgelpunkt. Dann wird er aber nicht als Sus-Akkord gehört, denn funktionsbestimmend ist dann immer noch der reguläre Dur- oder Moll-Akkord, der über dem Orgelpunkt liegt.
Hm. "Stetit puella" (Carmia Burana)?

Was soll damit sein? Die Akkorde im Anfang sind Mixturklänge, die harmonisch noch völlig unbestimmt sind.
Eben. Ich habe sie immer als funktionsfreie Klangfarben gehört.

Grüße
Häretiker
 
mick

mick

Dabei seit
Juni 2013
Beiträge
11.428
Reaktionen
19.437
Das gehört zum einen nicht mehr zu 100% in den Bereich der Klassik. Zum anderen kann man den Akkord durchaus als Dominante mit Quart- und Nonenvorhalt interpretieren (und hören!) - denn die Sopranlinie hat ein eindeutig dominanbestimmte Melodie, und diese lange Dominante wird in Takt 19 klassisch in die Tonika aufgelöst.
 
 

Top Bottom