Was ein Instrument beim üben bewirken kann

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Pianojayjay

Pianojayjay

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Vielleicht ist der Titel nicht ganz einfach verständlich. Heute vor einem Jahr habe ich meinen Flügel bekommen. Vorher habe ich fast 17 Jahre lang nahezu ausschließlich auf einem Digi geübt. Da lief das nach dem Motto: passt, der Rest ergibt sich schon. Jetzt sitze ich viel länger an einzelnen Tönen oder Passagen, so lange bis es so klingt wie ich es haben möchte. Erstmals richtig aufgefallen war es @Marlene und @Wespennest 100, als ich ein Stück nach längerer Zeit wieder rausgeholt habe und es ganz anders klang. Habt Ihr ähnliche Erfahrung gemacht?
 
abschweb

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Ja, ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich habe mein Instrument jetzt 4 Monate. Ich habe zuvor immer auf akustischen Instrumenten geübt. Mit meinem aktuellen Instrument kann ich differenzierter und durchsichtiger spielen als je zuvor.
Es klingt um Welten besser als alle Übungsinstrumente, die mir je zur Verfügung standen.
Es ist allerdings ein Digi.
Aber die Idee eines guten Digis ist natürlich, einen Flügel zu simulieren, je besser das Digi, desto näher am Flügel.
Der Flügel ist also das Maß aller Klavierdinge.
Nicht jeder kann sich einen hinstellen.

Grüße
Manfred
 
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sadagio

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Ja, das kann ich auch bestätigen. Wobei der Unterschied am deutlichsten zu spüren/hören ist bei Stücken, die sehr stark vom Klang abhängen. Ich habe z.B. gerade das Impromptu in Ges-Dur (D899) geübt und bin fasziniert, welche Klänge ich dabei aus meinem Flügel hervorzaubern kann. Mit meinem Stagepiano, das ich benutze, wenn meine Frau mal wieder mehr Ruhe haben will, geht das nicht annähernd so schön. Ich bin aber froh, dass ich beide Instrumente mehr oder weniger abwechselnd nutzen kann und mich damit nicht zu sehr "abhängig" mache von einem sehr guten Flügel. Rein technisches Üben, bis der Fingersatz passt, geht mit beiden gleich gut.
 
Ludwig

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@Pianojayjay Ja, danke, endlich sagts mal wer! Mein KL sagt immer ich sei faul und würde mir nicht zu hören. Aber man kann auch nur so gut sein, wie es einem die Ausrüstung erlaubt :super:
 
thinman

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mir gehts auch so, wenn auch auf absolutem Einsteiger-Niveau. Aber es macht einfach so ungeheuer viel Spaß, wenn ich den Deckel des Flügels und auch die Tür des Musikzimmers ganz öffne. Dann kommt die Dynamik richtig toll zum Tragen und auch Klangnuancen und das Pedalspiel kann ich spürbar besser variieren. Gerade das Öffnen der Zimmertür bringt erheblichen Klanggewinn. Bei geschlossener Tür und vollständig geöffnetem Deckel wird nämlich das relativ kleine Zimmer vom Flügel schier erschlagen. Zusätzlich habe ich einen Paravant vor das große Fenster gestellt, um keine direkte Sonnenbestrahlung zu provozieren. Die Raumakustik hat dadurch noch einmal zugelegt.
 
Ancolie

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@Pianojayjay
übrigens, Glückwunsch zum einjährigen Eigenflügel (oder wie sagt man da?) :party: !
 
mick

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Bei mir ist es umgekehrt. Meine ersten zehn Jahre am Klavier habe ich im Wesentlichen auf einem tollen F228 geübt, jetzt spiele ich meistens auf sehr mittelmäßigen Kawai-Flügeln und notfalls auch mal auf dem Digi. Auf einem guten Instrument (Steinway-D) kann ich leider nur am Wochenende üben und im Unterricht.

Aber ich habe nicht den Eindruck, dass ich durch die nicht so tollen Übeinstrumente etwas verlerne. Klar, man kann vieles nicht so differenziert spielen, einiges ist auch manuell sehr viel mühsamer als auf einem Top-Flügel. Aber schon nach ein paar Minuten, höchstens einer halben Stunde, fühle ich mich auf so einem Instrument wieder "zu Hause". Ich glaube deshalb nicht, dass es ein großes Problem ist, wenn man einen beträchtlichen Teil seines Übepensums auf Gurken absolvieren muss. Ich weiß auch, dass es vielen professionellen Pianisten in der Hinsicht nicht besser geht als mir momentan.

LG, Mick
 
Joh

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es hängt ganz einfach von der eigenen Klangvorstellung ab, d.h. man muss wissen, wie es auf einem tollen Instrument klingen könnte. Ohne jemals diese Erfahrung gemacht zu haben oder regelmäßig zu machen, wird man auf einem schlechten Instrument nicht wirklich Erfolge erzielen.
 
Pianojayjay

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@sadagio: das Impromptu ist ein gutes Beispiel. Auf einem Digi kann man die Noten lernen. Auf dem Flügel meines Lehrers können wir arbeiten, an meinem Instrument kann ich Musik machen.... Das Stück spiele ich übrigens Februar in München ;)
 
Stilblüte

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@mick Das ist bei dir etwas ganz anderes - du kannst schon hören, fühlen und spielen und hast es auf anständigen Instrumenten gelernt. Ich habe auch in Russland ein Jahr auf Gurken geübt und trotzdem Fortschritte gemacht. Gleichzeitig habe ich aber gefühlt, dass ich bald mal wieder etwas Gescheites unter den Fingern brauche, weil das langfristig sonst unbefriedigend ist oder wird.
 
Opus10

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Mir gehts da genauso wie euch.
Ich habe gemerkt, dass mich ein klanglich gutes Instrument einfach viel mehr zum Üben motiviert. Ich habe jahrelang auf einem sehr alten Stage-Piano gespielt und hätte vor Freude weinen können, als ich endlich wieder "echte" Instrumente mit Seele spielen konnte.
Der Umstieg ist zwar aktuell noch sehr herausfordernd, da mein neues Klavier all mein "Können" :blöd:widerspiegelt. Aber ich merke wie mein Spiel wieder nach und nach besser wird und freue mich einfach über die schönen Klänge, die das Instrument noch für mich in petto hat.
 

Pianojayjay

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Ich erinnere mich noch, wie ich mir vor zwei Jahren ein Wilhelm Steinberg bestellt habe und es nicht durch das Treppenhaus gepasst hat. Ich musste nochmals ein Jahr auf ein Digi umsteigen und war einfach nur frustriert....
 
Opus10

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Glaub ich dir sofort.
Frustrierend wird es für mich auch dann, wenn das Instrument verstimmt ist und man noch eine Woche auf die Erststimmung nach dem Transport warten muss...
(Luxusprobleme... ich weiß..:zunge:)
 
FünfTon

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Vielleicht ist der Titel nicht ganz einfach verständlich. Heute vor einem Jahr habe ich meinen Flügel bekommen. Vorher habe ich fast 17 Jahre lang nahezu ausschließlich auf einem Digi geübt. Da lief das nach dem Motto: passt, der Rest ergibt sich schon. Jetzt sitze ich viel länger an einzelnen Tönen oder Passagen, so lange bis es so klingt wie ich es haben möchte. Erstmals richtig aufgefallen war es @Marlene und @Wespennest 100, als ich ein Stück nach längerer Zeit wieder rausgeholt habe und es ganz anders klang. Habt Ihr ähnliche Erfahrung gemacht?
Ich habe neben meinem eher einfach gestrickten Digi noch weitere anders*) klingende (Software-)Instrumente zur Verfügung und muß an jedem Stück noch ein etwas arbeiten, damit sie auch darauf (im Rahmen meiner bescheidenen technischen Fertigkeiten) schön klingen.

Die Software bietet auch weitere Möglichkeiten wie die Variation der Tastatur-Empfindlichkeit, um zum Beispiel leichte Ungleichmäßigkeiten in Läufen zu verstärken und so deutlicher hörbar machen zu können.

Ich bin der Ansicht, daß das Üben auf verschiedenen Instrumenten, bzw. unter verschiedenen Einstellungen viel bringt.

*) Um mir mal das pauschale "besser" zu sparen, das ist letztlich Geschmackssache.
 
Stilblüte

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Hm, ich möchte sehen, wie du die Tschaikowsky-Oktaven auf einem E-Piano übst. Das kann ich mir nicht vorstellen. Das ist wie wenn ich mit einem Löffel den Amazonas runterpaddle. Theoretisch möglich, praktisch eher unpraktisch.
Ich kann auch erklären warum - das E-Piano mag noch so stabil stehen, es hat einfach kein richtiges Rückgrat und ist nicht massiv genug, um die starke Wucht auszuhalten. Das geht nicht mal mit jedem Flügel, manche wackeln zu stark.
Man könnte natürlich eines in die Wand einbetonieren, dann vielleicht :D Aber dann wäre wiederum die Elastizität nicht groß genug. Vielleicht eine Karbon-Wand. Oder Holz.
Hat schon seinen Sinn, dass Flügel aus Holz sind... hihi.
Nix für ungut :teufel::heilig:
 
Andre73

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Hm, ich möchte sehen, wie du die Tschaikowsky-Oktaven auf einem E-Piano übst. Das kann ich mir nicht vorstellen. Das ist wie wenn ich mit einem Löffel den Amazonas runterpaddle. Theoretisch möglich, praktisch eher unpraktisch.
Ich kann auch erklären warum - das E-Piano mag noch so stabil stehen, es hat einfach kein richtiges Rückgrat und ist nicht massiv genug, um die starke Wucht auszuhalten. Das geht nicht mal mit jedem Flügel, manche wackeln zu stark.
Man könnte natürlich eines in die Wand einbetonieren, dann vielleicht :D Aber dann wäre wiederum die Elastizität nicht groß genug. Vielleicht eine Karbon-Wand. Oder Holz.
Hat schon seinen Sinn, dass Flügel aus Holz sind... hihi.
Nix für ungut :teufel::heilig:
Extrapolierend von Deinen pauschalen Aussagen und der Stabilität meines Digi schlussfolgere ich messerscharf, dass ich Dich zukünftig für Abrissarbeiten engagiere.

Ich meine, mit fast 1,90 bin ich nicht so ganz schwächlich, aber mein Digi bekomme ich bestimmt nicht zum Wackeln, evtl. mal drauf rumhüpfen ;)

Merke: Nicht jedes Digi steht aufm Wäscheständer.
 
Manuela

Manuela

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Ja, ich habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich habe mein Instrument jetzt 4 Monate. Ich habe zuvor immer auf akustischen Instrumenten geübt. Mit meinem aktuellen Instrument kann ich differenzierter und durchsichtiger spielen als je zuvor.
Es klingt um Welten besser als alle Übungsinstrumente, die mir je zur Verfügung standen.
Es ist allerdings ein Digi.
Hi,

das würde mich jetzt interessieren, was das für ein Digi ist. Ich habe derzeit ein akustische Piano und keinen Platz für einen Flügel bzw. würde das Wohnzimmer dadurch erschlagen.

Möglicherweise wird der Anschlag meines Pianos nach der Reparatur der gerissenen Kapselbändchen besser, ich hoffe es.
 
 

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