Aach was soll dieses ganze Gequengel und Genörgele. Erst wird ein Fass aufgemacht, dass man die Omnipräsenz der
Steinway D und die klangliche Eintönigkeit nicht möge, dann exculpiert man sich klamm und schiebt nach, dass man Steinway möge, und zuletzt heißt es doch wieder "Steinway-Hasser".
Pfah. Das ist mir alles hypertroph, überspannt. Kommt mal wieder runter. Ich habe per riesigem Zufall mal einen uralten D ergattern können, aber ich bin daher weder ein "Steinway-Liebhaber" noch ein "Fremdflügelhasser": alles dummes Zeugs, das sind nur die eigenen Verpeilungen und fehlgesteckten Schubladen. Da fehlt es entschieden an Entspanntheit, Gelassenheit und an der Übersicht.
Selbst wenn ich das Teil so interessant und die Industriegeschichte dahinter so spannend finde, selbst wenn ich mich hier riomanhaft verbreite über diese Firma, gibt das niemandem ein Recht, mich zum Beispiel als Werbenden Exponenten Steinway zu verschubladisieren. Dagegen verwahre ich mich striktest. Hätte ich einen uralten Bechstein, läset ihr das gleiche zu dem Unternehmen.
Mir ist das hier schon mal so gegangen, dass eine Gang von Kids die Hasskappe aufsetzte, muntere Mobbing-Methodologien wie bei Facebook, Shitstorm, mit gegenseitigem Sich-Heiß-Machen, alles dieses Arme-Socken-Getue, weil man selber gern ein Flügeli hätte, aber es GEHT eben nicht, als Schüler oder Student, wenn nicht Mama Papa schon einen haben oder eiem gnädig einen kaufen, wie es der Svenni geschafft hatte mit seinem
Kawai.
Und solle dann noch ertragen, allso näähhh, dass da ständig einer fröhlich und freudig einen von Steinway,
Flügel, Steinway, toll, Steinway, uralt und sowas erzählt, allso nääähhh...
<HASS>...
Pfah.
Hier ist ein Forum. Das heißt: schriftliche Kommunikation. Als Ausdruck u.a. von Kultur, von Menschsein. Das bedeutet nun nicht, dass man sich auf das niedrigste gedachte Neid- und Kappenniveau herunterzufahren hätte. Ich muss, wenn ich etwas zu sagen habe, nicht schon vorweg mir selber die Schere in den Kopf stecken, dass allein schon die Erwähnung eines Markennamens bei bestimmten Mitmenschen die Emotionen auf Hochdruck hochfährt oder sie gar austicken macht.
Also, Steinway baut tolle Flügel, andere Hersteller bauen tolle Flügel, und Laube fertig, ausdiemaus.
Und wer über Steinway schreibt, weil er zufällig einen hat, und weil es zufällig gerade darüber sehr viel zu gucken und zu lernen gibt und vielerlei Geschichten auszugraben und zu erzählen, zB, wie arm wäre das denn, dieses unterbinden zu wollen, in einem Forum, das nachgerade von der Schriftlichkeit LEBT !?!?!?!
Also alle mal wieder GANZ FLOTT runterkommen.
Entspannung.
Das Leben ist schön.
Draußen ist Sonne.
(Und im Veloursbenz, der morgen 600 km nach Sachsen rollern soll, ist zuwenig Kühlmittel in der Klima..) Da hat man eben als dicker alter Mann dicken alten Flügel und dicke alte Autos..
...(JAAA, das HAT man dann einfach so, weil das gut ist, weil das gut tut und soweiter, und weil Geld in der Tasche oder auf dem Konto überhaupt nichts dergleichen tut), ...
...und ist eben auch nicht rundum glücklich. Da sollten sich die armen Studenten und Schüler freuen, dass sie jung sind und innerlich reich und am Baggersee abhängen in der Sonne. Morgen abend brauche ich meinen Flügel auch leider nicht, kann ich nicht <hoooil>, weil ich in Sachsen stecke, in irgendeinem Landhotel in den Bergen bei den sieben Zwergen hinter Leepzsch, und es eher sehr unwahrscheinlich ist, dass es da ein Klavier gäbe. Obschon da zwei nicht unerfahrene Klavierspieler wären. Die statt dessen irgendein Schnitzel futtern, zum Trost so ohne Klavier und Geflügel.
Allerdings stehen dann wohl zwei Benz-Oldies auf dem Parkplatz, beide in edles dunkelblau (929 nautikblau) gewandet.
<hass> <neidkappe>
:D
Pfah. Runterkommen. Da fahren bitte mal alle ihren Emotionspegel auf Normaltemperatur. 36,9° C. Schlimm, was allein ein Markenname auslöst. Diese Voreingenommenheit, diese Verpeilungen, dieses Getue. Widerlich.
Ich werde weder meine erste Klavierstunde vergessen, die ich im zarten alter von sieben an einem alten Hochklavier im Möhnetal von einer Cousine bekam, Alle Meine Entchen, noch mein staunen im Wohnzimmer eines Nachbarmn, wo ein Flügel stand, noch meine erste Begegnung mit einem Steinway-Flügel in Wien am Opernring. Was nicht mal zehn Jahre zurückliegt. Meine Mama hatte mir gesagt: Jaaa, der Herr Reif - der ist ja auch Ingenieur... Vielleicht bin ich deshalb einer geworden? Um mir mal einen Flügel zu kaufen ..?.. Wer weiß..) Und ich werde nicht aufhören, davon zu erzählen, wie wichtig es ist, sich in-ten-siv mit Musik zu befassen. Eine wieviel höhere Qualität das Leben hat, indem man Musik nicht nur passiv rezipiert, am Radio und von CDs und im Fernsehen. Sondern indem man sich selber an ein Klavier setzt, egal was da in der Tastenklappe steht, und loslegt.
Vorgestern geleitete ich einen jüngeren Cousin auf seinen Letzten Weg, 50 nur wurde er. Die Worte des Pfarrers zum Klavierspiel meines Cousins, der einzige von 14 Enkeln unserer Großeltern außer mir, der beim Klavier geblieben war, waren ungefähr:
Da überlässt sich der Geist der Weisheit der geübten Hände, und die Seele wird frei und klar.
DAS ist es, was zählt.
Und nicht, dass ich einen Steinway habe und andere was anderes, oder dass wieder andere diesen Namen nicht hören oder lesen können, ohne umgehend in Krämpfe zu fallen.
Runterkommen.
Die Welt ist schön.
Und mit Klavierspiel, egal auf welcher Tonne, ist sie gleich noch viel schöner.