Taktik für Unterricht von 8-jährigen?

Melegrian

Melegrian

Dabei seit
Juli 2018
Beiträge
2.366
Reaktionen
1.081
dass es manchmal vielleicht einen Grund hat, wenn jemand arm ist.
Da der Faden ohnehin abgerutscht ist, ja, manchmal hat es einen Grund, kann man nur nicht verallgemeinern. Doch ich kenne da einige, die, als das Arbeitsamt noch mit Umschulungen nur so um sich schmiss, so eine Chance nutzten, um sich beruflich neu zu orientieren. Nicht, dass die sich dann in dem neu erlernten Beruf weiter entwickelten, nein, das nicht. Nur es war erst einmal ein neuer Anfang, auf dem aufgebaut werden konnte und ein Stück Papier in der Tasche brachte dem einen oder anderen Vorteile bei Bewerbungen.

Nicht nur vom Arbeitsamt, zusätzlich oder weiterführend gab es noch weitere Förderprogramme, die aus Mitteln der EU finanziert wurden. Wie das heute im Einzelnen aussieht, weiß ich nicht so genau, bin ja so gut wie Rentner.

Um nicht den Faden gänzlich zu verlieren, bin mir nicht völlig sicher, ob die Fragestellerin nicht eventuell mit dem Gedanken spielt, vielleicht so nur erst einmal antesten zu wollen, ob sich damit nicht ein zusätzliches Einkommen aufbauen ließe. Das wäre dann für andere KLs selbstverständlich in etwa so, wie es die ganzen geförderten Ich-AGs waren, die praktisch nur die Preise kaputt machten. So lange sie selbst nur arbeiteten und eine Förderung erhielten, konnten sie halt den Markt mit Dumpingpreisen unterlaufen, zum Leidwesen derer, die Arbeitnehmer beschäftigten. Letzteren blieb dann nichts weiter übrig, als auf Schwarzarbeiter zurückzugreifen.

Was ich aber völlig in Ordnung finden würde, wenn es sich wirklich nur um eine erweiterte Nachbarschaftshilfe handeln würde. Oder in anderer Form, um ein Projekt, welches ehrenamtlich in Angriff genommen wird.
 
Zuletzt bearbeitet:
R

Rohrdommel

Guest
Das wäre dann für andere KLs selbstverständlich in etwa so, wie es die ganzen geförderten Ich-AGs waren, die praktisch nur die Preise kaputt machten
Innerhalb der Binnenlogik des Marktsystems ist deine Behauptung nicht ganz so stimmig:

Klavierlehrer, wie Lehrer überhaupt, ist keine gesetztlich geschützte Berufsbezeichnung.
Der Kunde muss entscheiden, wem er vertraut.
Der nichtexaminierte Lehrer wird eben weniger verlangen, weil er weniger bieten kann.
Es gibt auch Grauzonen, die man hinnehmen muss, die Wirtschaftsliberalen schreien doch kräftig nach Deregulation von Berufsausübungshürden, Frisör kann doch auch jeder, oder?

Es gibt ja nicht wenige staatliche und private Musikschulen, die auch Nichtpädagogen, sogar nicht studierte Instrumentalisten anstellen, die dann auch etwas weniger saläriert werden.

Im kirchlichen Bereich unterrichten viele Laienmusiker (ja sogar zT nur D Niveau) andere Laienmusiker, ja und? Wer schreit da auf?
 
Melegrian

Melegrian

Dabei seit
Juli 2018
Beiträge
2.366
Reaktionen
1.081
Nein, bisher nicht, Friseur ist ein geschützter Handwerksberuf. Wie sich das dennoch bewerkstelligen lässt, wird in diesem Beitrag aufgeführt:
Daher benötigen Sie einen Meisterabschluss, um einen eigenen Friseurladen zu eröffnen ...

https://www.finanzchef24.de/wissen/gruender/friseursalon-eroeffnen
Putzen durfte auch nicht jeder. Ein Bekannter musste dazu noch seinen Meister für Glas- und Gebäudereinigung machen. Bin mir bei letzteren nicht sicher, bei welchen Handwerksberufen die Meisterpflicht gestrichen wurde.
 
Zuletzt bearbeitet:
Melegrian

Melegrian

Dabei seit
Juli 2018
Beiträge
2.366
Reaktionen
1.081
- 53 von 94 Handwerken haben keinen Meisterzwang zur Selbstständigkeit
Nicht mehr! Als ich was machen wollte, sah das noch anders aus. Da musste ich mir für Teiltätigkeiten eine Handwerkerkarte holen. War dadurch dann in der Handwerkskammer Mitglied, wurde von der Berufsgenossenschaft aber unter Garten- und Landschaftsbau eingeordnet. Der GaLaBau-Verband kannte keine Meisterpflicht.

Da sich Garten- und Landschaftsbau beim Wegebau mit Tiefbau als Handwerksberuf überschneidet, gab es bereits genügend Referenzurteile. Glücklicherweise fragte selten einer, Bau ist halt Bau.
 
dilettant

dilettant

Dabei seit
März 2012
Beiträge
7.922
Reaktionen
9.646
Ich hab sehr vorsichtig versucht, mit einer Reihe von Zitaten Dir einen Spiegel vorzuhalten. Ob Du reinschaust, ist Deine Sache, und Du bist mir keine Rechenschaft schuldig darüber, was Du siehst. Selbstverständlich kann es sein, dass ich komplett auf dem falschen Dampfer bin.

Deine aggressive Rhetorik lässt allerdings einiges vermuten, nämlich dass Du nicht bereit bist, über eine Eigenverantwortung zu reden, unabhängig davon, ob es um Dich selbst geht oder um irgendwelche abstrakten "Armen". In Deiner Welt hat Armut offenbar ausschließlich einen Grund: Die Missgunst derer mit der "privilegierten Geburt", wobei Du mir die Antwort schuldig geblieben bist, was eine "privilegierte Geburt" ist und inwiefern ich eine solche genossen haben soll.

Das hast Du gesagt.
:coolguy:
 
B

Blend-a-med

Guest
...der Satz in seiner Absolutheit verblüfft - ist das wirklich immer und überall so?
Ist die Frage für irgendwas relevant oder doch nur eine Spitzfindigkeit, um ein weiteres Mal vom Grundübel abzulenken?

Nichts ist "immer und überall". Das sind auch nicht meine Worte. Aber der Tenor in der öffentlichen Debatte ist der, den ich beschrieben habe. Es kommt meistens mind. ein Schwachmat um die Ecke und versucht die öffentliche Kritik an diesen Zuständen als "sozialpathetische Klassenkampfbeiträge" o.ä. zu verunglimpfen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

mick

mick

Dabei seit
Juni 2013
Beiträge
11.228
Reaktionen
19.066
Man muss nur das Thema Gerechtigkeit auf den Tisch bringen und sofort wird es mit "Neiddebatte" und ähnlichen Ablenkmanövern totgeschlagen.
Gerechtigkeit ist doch eine Chimäre. Hat man mehr als der Nachbar, empfindet man das durchaus als gerecht. Hat man weniger, ist das voll ungerecht.

Ist es gerecht, wenn ein Hartz-4-Empfänger in Deutschland Klavierunterricht bekommt, aber ein Arbeitsloser in Rumänien auf der Straße betteln muss, um nicht zu verhungern?

Ist es gerecht, wenn ich für meinen Lebensunterhalt selber sorgen muss, die Aldi-Erben aber in ihrem ganzen Leben noch niemals arbeiten mussten?

Ist es gerecht, wenn ein Deutscher in der ganzen Welt frei herumreisen kann, ein Afrikaner aber aus einem dreckigen libyschen Lager nicht herauskommt?

Ist es gerecht, kerngesund zu sein, wo andere mit schweren Krankheiten zurechtkommen müssen?

Meine Antwort: Nein. Das alles ist nicht gerecht. Aber man muss damit klar kommen.
 
rolf

rolf

Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
27.802
Reaktionen
17.859
Ach Gottchen... die Zahncreme wird fuchtig - meinetwegen soll sich der Begriff Gerechtigkeit auf Blendamedweltbild einengen :-D:drink:
 
mick

mick

Dabei seit
Juni 2013
Beiträge
11.228
Reaktionen
19.066
Ich bin für

f) jeder kann sich alles leisten, arbeiten muss nur derjenige, der will, Krankheiten werden per Anwendungsverordnung abgeschafft und der Weltfrieden wird herbeigebetet.

Unser hochgelobter Beamtenapparat wird das doch hinkriegen, oder?
 
T

trm

Dabei seit
Juli 2017
Beiträge
750
Reaktionen
866
rolf

rolf

Dabei seit
Feb. 2008
Beiträge
27.802
Reaktionen
17.859
Ordnung und Sauberkeit,
vulgo "geordnete Verhältnisse"
ganz richtig @Rohrdommel :drink::drink:

aber einen Beitrag zuvor... da hast du die himmelschreiende historische Ungerechtigkeit außen vor gelassen!! Ordnung und Sauberkeit aber sind die Stichworte, um an sie zu gemahnen:
der fröhliche Trierer vor 2000 Jahren hatte privilegierten Lateinunterricht, prasste dank Weinbau und äpfelte in hygienischen Toiletten mit Wasserspülung - der Berliner vor 2000 Jahren kackte hinterm Busch, wusste nichtmal dass es Latein gibt und für Weinbau war die Klimaerwärmung noch nicht fortgeschritten genug. Trierer und Berliner sind aber beide Mitglieder des hiesigen Staatsvolkes (wie es in der Verfassung genannt wird) -- aber der Trierer ist historisch-hygienisch maßlos privilegiert, der Berliner hingegen ist schuldlos unterprivilegiert (was kann er dafür, dass die Römer ihn nicht zivilisierten?) !!!
….jaaa… du könntest sagen: aber heute hat der Berliner auch Wasserspülung am Töpfchen - das zählt aber nicht, denn des Trierers Vorfahren sind das seit 2000 Jahren gewohnt, die des Berliners nicht. Und niemand brachte dem Berliner Vorfahren damals Latein bei...
:-D:-D:-D:-D:-D:-D:-D:drink::drink::drink::drink:
 
 

Top Bottom