Spielen ohne auf die Tasten zu schauen

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Pacífico

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Salute zusammen

Ich stelle mir vor auf die Noten zu schauen wenn ich spiele oder wenn das nicht mit meinen Gedanken in mir zu sein und nicht die Tastatur mit Argusaugen zu beobachten ... ob auch noch alle Tasten auf dem richtigen Platz sind.

Welche Sprünge schafft ihr ohne auf die Tastatur zu schauen?
Ich fange mal mit einem Extrembeispiel an: Zielsicherer Sprung ohne zu schauen von C1 auf c4
und hake gleich mit der Frage nach:
Was ist überhaupt realistisch und was kann man aus langjähriger Erfahrung schlichtweg vergessen?

Unabhängig davon, dass die Frage wohl allgemein von Interesse ist habe ich den persönlichen Hintergrund dass ich derzeit alle Dur und natürlichen Moll Akkorde intensiv durcharbeite.

Ich habe dabei so die Vorstellung, dass wenigstens der Sprung über eine Oktave locker gehen sollte ohne auf die Tasten zu schauen.

Salute vom Pazifik

Pacifico
 
cwtoons

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Irgendwann muss man immer 'mal auf die Tasten schauen, das liegt in der Natur der Sache. Der eine muss mehr schauen, der andere weniger.

Und selbst nach -zig Jahren am Klavier können Oktav- und andere Sprünge daneben gehen. Und was heißt das?

Eigentlich nix.

CW
 
LankaDivore

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Alles Übungssache :super:

Allerdings weiß ich nicht, wieso es sinnvoll sein sollte von c1 auf c4 springen zu können. So einen Srung braucht man doch in der Praxis niemals. Alles innerhalb einer Oktave so ungefähr zu können ist wohl nicht verkehrt. Trotzdem wird man bei neuen Stücken bei größeren Sprüngen IMMER auf die Tastatur schauen, da kann man noch so viel Intervalle geübt haben, weil das anfangs erst einmal Sicherheit gibt.

Mit der Zeit hat man den Sprung dann drin und schaut nicht mehr auf die Tastatur oder nur noch selten wenn man sich unsicher ist.
 
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Pacífico

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Alles Übungssache :super:

Allerdings weiß ich nicht, wieso es sinnvoll sein sollte von c1 auf c4 springen zu können. So einen Srung braucht man doch in der Praxis niemals.
Das war ein bewusst gewähltes Extrembeispiel. c4 ist für mich gerade noch spielbar. Alles darüber, da klingt ja meine Kaffeetasse besser.

Aber ich kann ja nicht so einfach ausschließen, dass jemand schreibt ... "Ich kann das!"
Ansonsten trainiere ich selbst derzeit ohne zu schauen über 3 oder 4 Tasten, also z.B: C, F, G wobei ich schon mal eine wichtige Akkordfolge zusammen habe.
Jetzt beginne ich eine Oktave ohne hinschauen zu spielen.
Sitzt das einmal richtig macht es das Gehirn für anders frei.

Vielleicht kommt ja noch jemand, :denken:der schreibt, dass er Situationen hat wo er locker über 2 oder 3 Oktaven geht ohne auf die Tasten zu schauen oder jemanden kennt der so was verinnerlicht hat.

Wir werden sehen?

Gruß Pacifico.
 
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elli

Guest
Es ist Blödsinn zusammenhangslos sich mechanische Abstände ein zu hämmern. Vielmehr ist es so, wenn man das Klavierspiel mehr und mehr beherrscht, dass die Musik die Hände steuert. Deswegen kann ein Könner auch auf unterschiedlich großen Instrumenten blind spielen.

Wenn ich singe, muss ich auch den Ton treffen ohne jegliche Hilfsmittel außer der Vorstellung vom angestrebten Ton. Bei Streichinstrumenten dito - da ist das Klavier glatt grobes Treffen....
 
rolf

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Es ist Blödsinn zusammenhangslos sich mechanische Abstände ein zu hämmern.
richtig!

erst mit zunehmender Spielpraxis hat man ein paar ausgewählte Intervallgriffe automatisch in der Hand, z.B. die Oktave mit 1-5 - das ist auch der Grund für Liszts richtige Empfehlung, dass man z.B. c mit dem Daumen berühren soll, wenn man C mit dem 5 treffen will (in sehr raschem Tempo)

Vielmehr ist es so, wenn man das Klavierspiel mehr und mehr beherrscht, dass die Musik die Hände steuert. Deswegen kann ein Könner auch auf unterschiedlich großen Instrumenten blind spielen.
@elli aber das ist Unsinn! Niemand setzt sich mit verbundenen Augen vor Instrumente mit womöglich differierender Tastenbreite und spielt dort diesen Debussy:
8858-5e3f87d37cd8b239083d9bd5ea005cf5.jpg

Wenn ich singe, muss ich auch den Ton treffen ohne jegliche Hilfsmittel außer der Vorstellung vom angestrebten Ton.
auch das ist nicht so ganz richtig:
1. beim erarbeiten einer Gesangspartie werden immer Orientierungstöne aus dem vorangehenden Ensemblepart herausgehört
2. beim einsingen prägt man sich zudem Tonhöhen ein (niemand betritt zum singen die Bühne, ohne eingesungen zu sein!)
 
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elli

Guest
1. beim erarbeiten einer Gesangspartie werden immer Orientierungstöne aus dem vorangehenden Ensemblepart herausgehört
2. beim einsingen prägt man sich zudem Tonhöhen ein (niemand betritt zum singen die Bühne, ohne eingesungen zu sein!)
Orientierungstöne sind aber kein mechanisches Hilfsmittel. Violine lernen und seine Intonation halten/verbessern geht natürlich nur über Vergleichstöne - schon allein da über die Festlegung des a , oder die Umgebung des Tones (es ist eben nicht wie beim Klavier festgelegt....) die (genaue) Tonhöhe bestimmt wird. Genau in Klammern, da gerade das Violinspiel als weiteres Stilmittel auch die Tonhöhenvariation nutzt....(beim Singen wird es wohl auch so sein....)

Jemand , der sich die Oktave vorsingt und dann blind greift, wird man ja auch nicht mechanisches Abstandsgreifen unterstellen.

Da Menschen natürlich aber unterschiedlich sind, und ich nicht in den Sphären eines absoluten Könners schwebe, kann ich mir vorstellen, dass mit der Zeit schon räumliche Vorstellungen Hand in Hand mit Tonvorstellungen gehen. Wobei aber der gesuchte Ton die Leitung übernimmt.
 

rolf

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@elli
wegen dir hab ich mir jetzt das 4min Filmchen über den bedauernswerten Klavierstudenten Engel angeschaut - ein kleiner Abschnitt Kreisleriana, der Beginn und der Schluß der Polonaise-Fantaisie sind dort zu hören; zu sehen ist, dass für Blinde das Notenlesen recht langsam geht (Notenbraille)
der spielt dort aber keine Debussy-hüpf-etüde auf Instrumenten mit unterschiedlichen Tastenbreiten

keine Ahnung, was du mit diesem Film aussagen oder widerlegen willst - bon, es gibt einige wenige Blinde, die trotz des ihnen fehlenden Augenlichts (also unter erschwerten Bedingungen) sehr gut Klavierspielen; es gab sogar einen großen Komponisten, der seit seiner Kindheit blind war (er musste diktieren, was er komponierte) - - - das ist allerdings weder für sämtliche Klavierstudenten noch für sämtliche Kompositionsstudenten ein Anlaß, sich nun die Augen zu verbinden...
 
rolf

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Orientierungstöne sind aber kein mechanisches Hilfsmittel.
bleib doch bei deinen eigenen Worten! guckemal:
Wenn ich singe, muss ich auch den Ton treffen ohne jegliche Hilfsmittel außer der Vorstellung vom angestrebten Ton.
...wer kann erahnen, dass Wortmeisterin @elli "mechanische Hilfsmittel" meint, wenn sie "ohne jegliche Hilfsmittel" schreibt??????

und schön wäre, wenn man allen Interessenten die "mechanischen Hilfsmittel" des Klaviers oder des Klavierspiels zeigen würde - sind die im Lieferumfang beim Flügelkauf inbegriffen, oder muss man die extra bei Obi bestellen?
.......

...ist womöglich der Bogen ein mechanisches Hilfmittel, um der Fiedel Töne zu entlocken? :-D:-D:-D und ist der Guitarrenzupfer, der ohne dieses klampft, dem Fiedler überlegen?...
 
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rolf

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Naja, ich denke oft schneller als ich schreibe, da fallen dann implizit gemeinte Wörter explizit öfter mal unter den Tisch....:girl:
...evtl. in Sachen schriftlicher Kommunikation mal den umgekehrten Weg ausprobieren (das schnell gedachte in aller Ruhe und gerne verständlich ausformulieren) ;-)

indes: das einzige mechanische Hilfsmittel, welches alle Musiker gelegentlich verwenden, ist das Metronom; allerdings heutzutage zumeist schon elektrisch und nicht mehr nur mechanisch :-D beim Töne treffen hilft dieses mechanische Hilfsmittel allerdings weder dem Sänger nocht dem Trompeter, weder dem Geiger noch dem Cembalist :-D:-D

aber retour zum Klavier und einer skurrilen Behauptung: dass der Profi auf unterschiedlich breiten Instrumenten alles blind treffe -- ich wüsste gern, wie man die Finger zwischen die schwarzen Tasten bekommt, wenn die Klaviatur aus idiotischen Gründen nur noch halb so breite Tasten hätte (ok, da könnte man dann Duodezimglissandi mit einer Hand spielen) :lol:
 
Barratt

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Welche Sprünge schafft ihr ohne auf die Tastatur zu schauen?
Warum sollte man grundsätzlich bei "Sprüngen" nicht auf die Tastatur schauen? Kommt doch auf den Notenkontext an. Den einen kleinen Bruchteil einer Sekunde mal zu einer entfernt gelegenen Taste zu lugen, finde ich nicht ehrrührig. Wenn der Notenkontext das Hinschauen nicht zulässt, kann man ja aus der Plausibilität des Fingersatzes und der Bewegungsdynamik vor und nach dem "Sprung" gezielt die Entfernung einüben. Ohne einen Kontext und ohne konkreten Grund einfach mal blind mit 1 und 5 irgendwelche größeren Abstände zu hüpfen, wäre jetzt nicht die Übung, mit der ich mich aufhalten würde...

Ich habe dabei so die Vorstellung, dass wenigstens der Sprung über eine Oktave locker gehen sollte ohne auf die Tasten zu schauen.
Ist eine Oktave überhaupt schon ein "Sprung" oder noch eine Seitwärtsverschiebung der Hand um ein sehr plausibles und gängiges Intervall?
 
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Pacífico

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Es ist Blödsinn zusammenhangslos sich mechanische Abstände ein zu hämmern.
Wer richtig übt, übt nie zusammenhanglos.
Es sei den ein gestrenges Fräulein Klavierlehrerin steht mit dem Taktstock hinter mir.

Wenn nicht ... gib mir 2 Töne als Distanzlektion als Hausaufgabe und ich mache was darauf.
Irgendwas mache ich damit und seien die Töne noch so langweilig.
Der Mann an der Pauke hat sogar nur einen Ton. So wie er damit variiert kann, sogar muss, kann ich das mit meinen 2 gegebenen Tönen auf dem Klavier allemal.

Und jetzt stell dir vor ich arbeite mit den Tönen von 3 Akkorden ... das über alle Tasten ... rechne selbst .... 6 aus 49?!?
 
rolf

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Wenn nicht ... gib mir 2 Töne als Distanzlektion als Hausaufgabe und ich mache was darauf.
Irgendwas mache ich damit und seien die Töne noch so langweilig.
die hier sind nicht langweilig:

8861-2ac4869979fa104c9df6021be69df79e.jpg

trotzdem rate ich dir davon ab, das zu üben, denn deine Erklärungen lassen darauf schließen, dass du mit solcher Literatur noch nicht zurecht kommst.
 
 

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