russische Klavierschule -- was soll das werden?

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Es ist zwar richtig, dass ein Abschluss allein erstmal wenig aussagt, wie die Unzahl schlechter KL beweist.

Das heißt jedoch noch lange nicht (Achtung Logik!), dass Krethi und Plethi deswegen berechtigt sind, sich zu vermeintlich gleichberechtigten Diskussionspartnern mit Profis (welche überdies bereits über Jahre in Forenbeiträgen ihre Kompetenz nachgewiesen haben) aufzuschwingen.
 
@hasenbein
Ich habe es Dir doch schon verschriftet, ich sage es auch nochmals:

ich bin kein Musikpädagoge und werde mich deshalb auch nicht auf ein Treppchen mit diesem stellen, das sei ferne!

gleichberechtigten Diskussionspartnern mit Profis
nur dürfte es wohl allgemeiner Usus sein, dass alle Forenteilnehmer, wie Menschen überhaupt, grundsätzlich gleichberechtigt sind;-),

aber ich weiß, was du meinst, die Laien sollen sich nicht als M-Pädagogen aufspielen, da hast du sicher recht, das möchte ich auch gar nicht.
Und das du ein guter Lehrer bist, meine ich wohl, doch ändert das nichts an meinen persönlichen teilweise völlig anderen Ansichten zu bestimmten Klavierspielthemen
 
@mick
das würde mich jetzt aber tatsächlich und ernsthaft interessieren, worin bei Gould die Vergewaltigung des Spielapparates, außer in der nicht schulmäßigen tiefen Sitzposition, liegt.

Gould hatte nicht nur eine extrem tiefe Sitzposition, er saß auch sehr nah am Instrument. Dass er so überhaupt spielen konnte, lag daran, dass er gummiartige Handgelenke hatte, die er seitlich sehr weit abwinkeln konnte. Kaum jemand hat so eine Anatomie - und wer das mit "normaler" Anatomie probiert, wird über kurz oder lang heftige Probleme bekommen. Sogar Gould hatte in späteren Jahren Probleme mit seinem Bewegungsapparat; einige Medizinier vertreten sogar die Ansicht, dass seine fokale Dystonie Folge dieser ungesunden Haltung sein könnte.

Ein tiefer Sitz ist entspannend, und man kann viel feinfühliger spielen, aber gut jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen....
Ach weißt du, ich bin auch mit einer mittelmäßigen Feinfühligkeit zufrieden. Etwa so, wie Horowitz, Richter, Rubinstein, Sokolov, Zimerman oder Argerich sie haben (bzw. hatten). ;-)
 
Ein und ein anderes Extrem, beides habe ich nicht hofiert, aber vielleicht etwas tiefer als landläufig gesessen, könnte gemeint sein,:super:(

warum will man immer alles kaputt reden, nur um nicht nachgeben zu wollen....



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@mick
danke.
das stimmt natürlich, Gould sitzt ja nun wirklich extrem tief.
Deiner Erwähnung Horowitz' entnehme ich, dass aber an einer leicht erniedrigten Sitzposition, wie sie auch von Feuchtwanger empfohlen wird, nichts auszusetzen ist.
Da bin ich durch Herumprobieren drauf gekommen und empfinde sie als die für mich angenehmste. Da kann ich dann wohl unbesorgt dabei bleiben.
 
Lieber maxe,

vergleich mal die von dir verlinkten Bilder. Gould sitzt nicht nur sehr tief, sondern er beugt sich mit seinem Rücken vor (sehr anstrengend für die Haltemuskeln), hat den Kopf eingezogen (vgl. Alexandertechnik ), die Schultern hochgezogen u.a.. Im Körper befinden sich viele unnötige Spannungen. Er hat, wie mick schon sagte, große Probleme mit dieser Sitzhaltung bekommen.

Wenn man Pianisten anschaut, gibt es natürlich eine Bandbreite, die physiologisch völlig in Ordnung ist. Manche sitzen höher, manche lieber tiefer, manche sogar mit Lehne auf einem normalen Stuhl. Aber als Beispiel für einen tiefen Sitz ausgerechnet Gould heranzuziehen, ist nicht sinnvoll. Selbst bei Feuchtwanger wird als tiefer Sitz bezeichnet, wenn sich die Ellenbogen auf Tastenhöhe befinden. Hier schreibt Feuchtwanger auch konkret etwas zu Goulds Sitzhaltung: http://www.peter-feuchtwanger.de/de...ie-bedeutung-des-richtigen-sitzens/index.html .:-)

Liebe Grüße

chiarina
 

Um den ,,richtigen" Sitz wird zu viel Gewese gemacht. Ich wechsle öfters den Hocker.
 
manche sogar mit Lehne auf einem normalen Stuhl.
Warum ist das eigentlich nicht mehr in Mode. Am Digi habe ich einen bequemen Stuhl hingestellt und da sitzt es sich herrlich gemütlich.:coolguy:
Wenn ich denke, was in der Arbeitswelt alles unternommen wird, um unsere Gesundheit zu schützen und die PIanisten in den obigen Videos machen das freiwillig. Vielleicht sollten sie sich mal selber anschauen, vorallem der da sieht ziemlich Scheisse aus. Sieht aus wie Quasimodo am Flügel:
 
Um den ,,richtigen" Sitz wird zu viel Gewese gemacht.

Ich frage mich oft, wie viele Pianisten an Scheuermann leiden oder nur nachlässig sitzen. Und, wie mancher Pianist sich in einigen Jahrzehnten fühlen wird, wenn er wie Quasimodo am Flügel sitzt. Mir fällt spontan Trifonov ein.


(...) schön tiiief ans Klavier zu hocken, so ungefähr wie Gould, es spielt sich viel zwangloser freier und präziser, auch die Fingerchen stellenweise schön schnellend rotierend strecken und figurierend ausfalten/ entrollen fächern usw

Mein zweiter KL hat es für sinnvoll erachtet recht tief zu sitzen (aber selbstverständlich nicht halb auf dem Boden). Aber seit einiger Zeit sitze ich ca. 3 cm höher als zu Zeiten des Unterrichts, weil ich ausprobieren wollte, wie ich mich dabei fühle. Weiter oben sitzend habe ich mich wohl gefühlt, aber auf meine Beschwerden hatte diese Sitzposition auf Dauer keine Auswirkungen.

Vorhin habe ich ausprobiert, was passiert, wenn ich die Klavierbank um die drei Zentimeter absenke. Freier und zwangloser habe ich mich nicht gefühlt, eher vom Flügel bedrängt. Aber das Spielen war tatsächlich präziser. Und es hatte noch eine andere Auswirkung mit der ich nicht gerechnet habe: Mein Fuß hat sich bei der Aufwärtsbewegung nicht mehr vom Pedal gelöst, wie so oft - dies ist ein hartnäckiger Fehler meinerseits.

Am Bösendorfer werde ich die Klavierbank jetzt erstmal unten lassen, am Bechstein unverändert. Mal sehen, was auf Dauer angenehmer ist und was mein Fuß auf dem Pedal anstellt.

Was ich aber nicht mehr schaffe (und als unangenehm empfinde) ist es, mit den Knien in der Flucht der Vorderkante des Stuhlbodens zu sitzen. Meine Knie befinden sich seit einiger Zeit ca. 5 cm unterhalb des Stuhlbodens.

Zur „Russischen Klavierschule“:
Sie war von Zeit zu Zeit Bestandteil des Unterrichts (Band 1), an diesen Stücken habe ich viel gelernt. Einige davon haben mir gefallen, z.B. Adagio, Arioso oder das Präludium von Dvarionas. Bei anderen hätte ich wahlweise den Komponisten oder den KL erwürgen können.
;-) :-D

Mir ist allerdings nicht klar, wie ein Anfänger nach Gehör spielen soll, wenn er nicht weiß, welche Taste welchen Klang hervorbringt.
 
Mir ist allerdings nicht klar, wie ein Anfänger nach Gehör spielen soll, wenn er nicht weiß, welche Taste welchen Klang hervorbringt.
Das frage ich mich auch immer. Gerade so dissonante Sachen wie "der kleine Igel" (Nr. 74) sind für Anfänger doch schwer. Da wird einfach mal was empfohlen nach dem Motto: "kann nicht schaden". Ich unterrichte hören und Blattsingen für Studienanwärter-Schulmusik und weiß, wie weit unten man da anfangen muss. Und daß man dafür Zeit und System braucht. Das erledigt man ganz sicher nicht nebenbei mit den schrägen Stücken aus der RKS.
 
@mick
danke.
das stimmt natürlich, Gould sitzt ja nun wirklich extrem tief.
Deiner Erwähnung Horowitz' entnehme ich, dass aber an einer leicht erniedrigten Sitzposition, wie sie auch von Feuchtwanger empfohlen wird, nichts auszusetzen ist.
Da bin ich durch Herumprobieren drauf gekommen und empfinde sie als die für mich angenehmste. Da kann ich dann wohl unbesorgt dabei bleiben.

Das kann ich nicht beurteilen - ein guter Lehrer müsste sich das ansehen. Die Höhe des Klavierhockers ist ja nur ein Parameter unter vielen. Es gibt zahllose Möglichkeiten für einen ungünstigen Selbstgebrauch.
 

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