Rachmaninoff - Preludes Op. 23, 4 & 5 - live

Walter

Walter

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Keiner schreibt was?

Hallo Johannes,
nach einmaligem ganz Durchhören:

Zwei wunderschöne Preludes, die meines Erachtens im Programm sehr gut hintereinander passen.

Zum D-Dur Prelude – Du zeigst eine dynamisch sehr differenzierte Stimmführung, die ff-Ausbrüche sind sehr schön musiziert. Ein wunderschönes Stück echter Rachmaninoff. Konstruktive Änderungsvorschläge habe ich keine, ich müsste das Stück erst wieder herausziehen und möglichst selbst wieder einüben.

Zum g-moll Prelude - Der erste Teil kommt mir in dieser Aufnahme ein bisschen gehetzt vor, ich kann ihn mir einen Tick langsamer, kantiger und „majestätischer“ vorstellen, vielleicht stellenweise mit weniger Pedal. Ich fand ihn schon in Würzburg eben diesen Tick zu schnell.

Den Mittelteil finde ich sehr gelungen, die Zwischenstimmen waren nicht mehr so aufdringlich wie in Würzburg, aber wieder sehr schön musiziert.

Die Steigerung im letzten Teil führte zu einem Tempo, wie ich es mir schon für den ersten Teil gewünscht hätte.

Der Komponist hat das g-moll Prelude auf Klavierrolle eingespielt – er gönnt sich mehr Rubati und ganz am Schluss endet er nach den leisen Aufwärtspassagen mit einem lauten g-Schlusston im Bass. Vielleicht ist der letzte laute Schlusston auch nur ein Tribut an den Auftraggeber der Klavierrolle.

Gratuliere zu dem Konzert!

Walter
 
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alexius

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und ganz am Schluss endet er nach den leisen Aufwärtspassagen mit einem lauten g-Schlusston im Bass. Vielleicht ist der letzte laute Schlusston auch nur ein Tribut an den Auftraggeber der Klavierrolle.
Hallo Walter,

dieser Schlusston im Bass steht aber nicht im Notentext. Mir ist bei ein Paar anderen Aufnahmen auch aufgefallen, dass Rachmaninoff ab und zu kleine Abweichungen vom Text gemacht hat (z.B. beim gis-moll Präludium). Es kann sein, dass er seine alten und bekannten Werke gerne "umkomponierte" oder etw. anders improvisierte (er war ja letztenendes ein Künstler).

Meines wissens war Sergej Vassiljevich nicht der Typ, der unbedingt etwas gemacht hätte nur weil der Auftraggeber das gerne wollte. Zumindest hat der Komponist mal selber in einem Artikel von einer Situation geschrieben, dass er von einem Notenverlag mehrmals gebeten wurde mal "was weniger anspruchsvolles" zu komponieren. So einen Auftrag hat er natürlich sofort abgelehnt, weil er bereits bekannt genug war um das zu komponieren, was er für richtig hielt, ohne dabei von Honoraren abhängig zu sein.

Viele Grüße,

Alex
 
Joh

Joh

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Hallo Walter,

danke für deine netten Worte :-)

Zum g-moll Prelude - Der erste Teil kommt mir in dieser Aufnahme ein bisschen gehetzt vor
Rachmaninoff schreibt Viertel-Tempo 108 - das ist für mich fast unmöglich zu spielen, wenn die großen Akkorde und die Sprünge kommen. Ich spiele glaube ich ca. 100 - 102. Noch langsamer möchte ich es auch nicht mehr, dann verliert es die Wirkung und den Charakter, den ich mir vorstelle.
Sicherlich kann man auch in langsameren Tempo daraus ein interessantes Stück machen - das ist ja das tolle an der Musik und an der Vielfalt der Interpretationsmöglichkeiten.

Den Mittelteil finde ich sehr gelungen, die Zwischenstimmen waren nicht mehr so aufdringlich wie in Würzburg, aber wieder sehr schön musiziert.
Ja. Man kann leider aus einem alten und günstigen Flügel nicht immer alles so rausholen, wie man es sich vorstellt - in Würzburg war für meinen Geschmack dafür das D-Dur noch etwas mehr auf den Punkt gebracht. Dass ich auf einem Top Steinway-D konzertiere, ergibt sich nicht so oft - damit wäre noch so einiges mehr möglich...

LG, Joh
 
Joh

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Der Komponist hat das g-moll Prelude auf Klavierrolle eingespielt – er gönnt sich mehr Rubati...
da muss ich doch nochmal nachfragen und was dazu schreiben:

Meintest du die Aufnahme von Ihm auf der CD "A Window in Time"?

Falls ja, dann kenne ich diese ebenfalls und kann nur sagen, dass das ziemlich grotesk ist, wie er da sein eigenes Stück verunstaltet. Ich frage mich, zu welcher Gelegenheit er das Stück so gespielt hat - war es eine Zugabe nach einem sehr anstrengenden Konzert - war er vielleicht etwas angeheitert (Vodka?) - oder wollte er mal ein Stück, was seiner Meinung nach ausgelutscht ist ohne Ende, mal auf eine neue Weise spielen?
Nun ja, es ist ja schließlich sein eignes Stück, da kann er mit machen was er will - aber so sollte man das meiner Meinung nach definitiv NICHT spielen.

LG, Joh
 
Joh

Joh

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Arghhh... ich bin nicht mehr ganz zufrieden mit dieser Aufnahme (ist ja schon ein halbes Jahr her und der Flügel war nicht so der Hit).

Hier ist eine neue Live-Fassung von vorgestern. Habe beide Préludes spontan als Zugabe nochmal gespielt und aufgenommen:


00:00 - Op. 23 No. 4, D-Dur
04:47 - Op. 23 No. 5, g-moll

PS.: wer falsche Noten findet, darf sie behalten (no risk, no fun :-)) ...und keine Kritik bitte, einfach nur hören... danke!
 
DirkS

DirkS

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Ich finds super! Respekt! :-)
 
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JackyJoker

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Kurz vor 8.00 erinnert mich das Stück an das Fluch der Karibik Thema. :)

Das erste der beiden Stücke sagt mir nicht so zu, hintereinander passen sie aber ganz gut.
 
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JackyJoker

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Wie lustig! Nachdem ich dieses Stück (23,5) gerade erst bewusst aufgeschnappt habe und daraufhin heute die ersten 2 Zeilen und andere Passagen angespielt habe, dachte ich mir, dass es mich an einer Stelle ein wenig an Fluch der Karibik erinnert.
Jetzt habe ich hier im Forum danach gesucht und finde meinen eigenen Kommentar mit der damals schon entstandenen Assoziation. :dizzy:
 
 

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