Chopin Preludes op. 28

Gerd

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Hallo
nach gut zwei Jahren Unterricht möchte ich mich jetzt auch mal an Stücke von Chopin wagen.
Nachdem ich mir viele Aufnahmen angehört habe, bin ich bei den Preludes op. 28 gelandet, und hier schwanke ich zwischen der Nr. 4 und Nr. 15, wobei mir die Nr. 15 (Regentropfen-Prelude) noch besser gefällt!!
Mir geht es jetzt nur noch um den Schwierigkeitsgrad der beiden Stücke.
Bachopin hatte Hier in diesem Faden mal Zusammenstellung vorgenommen.
Dort kommt die Nr. 4 mit Grades 4-5 vor, die Nr. 15 steht jedoch nicht auf dieser Liste.
Wie schätzt ihr den Schwierigkeitsgrad der Nr. 15 ein?.....
zumindestens den ersten Teil in Des-Dur bis Takt 27.

Beste Grüße
Gerd
 
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Raskolnikow

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Ich könnte sagen "wozu schwanken, lern einfach beide" :)

Nr.4 ist relativ schnell gelernt. Der Notentext als solcher ist nicht kompliziert. Bis auf eine Stelle. Etwa in der Mitte des Stückes kommt ein größerer Sprung vor, etwas ungewohnte Fingerstellungen und eine Triole. Aber nach 2 Jahren unterricht würde ich das als ungefährlich einstufen. Allerdings sollte man sich bei diesem Stück viel Zeit mit der Gestaltung lassen.
Gestern auf einem Konzert wurden alle 24 Präludien vorgespielt. Und gerade die Nr.4 hat mir absolut nicht gefallen wollen.
Die Nr.15 wird dich schon aufgrund der Länge mehr Zeit kosten. Auch ist es technisch etwas komplizierter. Aber da würde es sich für dich lohnen einfach ein paar Takte anzuschauen und anzuspielen, wie es in der Hand liegt. Es sollte zumindest keine unüberwindbaren Hürden geben.

Im übrigen ist auch die Nr.2 gut machbar, bloß als Anreiz.
 
Gerd

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Madita76

Madita76

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Mich würde mal interessieren, warum Dir "gerade die Nr. 4" nicht gefallen hat?
Hallo Gerd, gebe auch noch meinen Senf dazu.

Raskolnikow meinte wahrscheinlich einen misslungenen Vortrag der Nr. 4 (?), nicht das Stück an sich.

Mir persönlich hat es gut getan, mit dem Prelude Nr. 4 zu beginnen. Die Länge der "Regentropfen" erfordern mehr Ausdauer und auch ein gutes Gespür an musikalischer Interpretation. Aber: Jeder muss für sich selbst entscheiden!

Beste Grüße von Madita
 
Gerd

Gerd

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Mir persönlich hat es gut getan, mit dem Prelude Nr. 4 zu beginnen. Die Länge der "Regentropfen" erfordern mehr Ausdauer und auch ein gutes Gespür an musikalischer Interpretation.
Madita, danke für Deine Einschätzung.
Ich möchte bei der Gelegenheit noch mal auf meine erste Frage zurück kommen:

Wie schätzt ihr den Schwierigkeitsgrad der Nr. 15 ein?.....(in Bezug auf die 24 Stücke der Prelude op. 28)8)

Gruß
Gerd
 
R

Raskolnikow

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Hallo Gerd,

wie Madita bereits richtig anmerkte, bezog ich mich auf den Vortrag des Stückes.
Dieser war nämlich in einem ungewöhnlichen hohen Tempo vorgetragen. Da war kaum mehr eine Entwicklung vernehmbar und ausgerechnet die letzten Akkorde, nämlich das e-moll welches sogar mit einer Fermata notiert ist, wurde schlichtweg runtergerattert. Kaum eine Pause, keine Dramatik, einfach hinweggefegt. Ich finde gerade den Schluss muss man auskosten, da dieser, wie ich finde, etwas sehr dramatisches und auch tief trauriges hat.

Das Stück selbst mag und spiele ich natürlich sehr gerne.

Im übrigen ist eine Einschätzung in "Noten/Punkten" der Schwierigkeit selten sinnvoll oder gar möglich. Diese Präludien enthalten sowohl sehr virtuose, als auch verhältnismässig leichtere Stücke. Hinzu kommt, dass jeder Spieler unterschiedliche Schwächen hat, insofern kann ein und das selbe Stück für Leute mit der gleichen Spielerfahrung unterschiedlich schwer sein.
 
Madita76

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M
Wie schätzt ihr den Schwierigkeitsgrad der Nr. 15 ein?.....(in Bezug auf die 24 Stücke der Prelude op. 28)8)
Die Frage nach dem Schwierigkeitsgrad ist allgemein nicht so beliebt, ich sprech aus eigener Erfahrung ;)
Jedoch hat mir eine ungefähre Einschätzung, vor allem bei Chopin, auch geholfen, bestimmte Stücke auszuwählen.

Im Faden "Chopin-niedriger Schwierigkeitsgrad" ist bereits ne Menge aufgeführt und diskutiert worden, auch über die Einschätzung von Op. 28.15.
Guckst du hier (falls noch nicht geschehen):

https://www.clavio.de/forum/klavierspielen-klavierueben/4462-chopin-niedriger-schwierigkeitsgrad-3.html

Liebe Grüße, Madita
 
Gerd

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Herzlichen Dank für Eure wertvollen Hinweise.
Bin damit auf eine erste Annäherung zu Chopin ein klein wenig weiter...

Madita: (Zitat aus dem anderen Faden, s. oben)
"Ich schmökere grade in der Chopin-Biografie von Zielinski, darin sind u.a. seine Werke sehr gut kommentiert."

Guter Tipp! Das Buch werde ich mir über eine Buch-Fernleihe mal bestellen!

Weiterhin "guten Wirkungsgrad" beim üben wünscht

Gerd
 
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Flyinggreg

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2 Jahre Unterricht und dann chopin?

ich finde sämtliche preludes von chopin schwer. HIer gibt es kein leichtes stück. Die anschlagarten legato, stccato, portamento und tenuto gekonnt zu spielen ist nach 2 jahren unterricht nicht zu erwarten - ist aber eine voraussetzung für chopins preludes (die ja eine huldigung an die doppelte auslösung des klaviers darstellen) angemessen zu spielen (die anschlagarten sind die schwierigkeiten!!)....
 
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Dotterbart

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ich finde sämtliche preludes von chopin schwer. HIer gibt es kein leichtes stück. Die anschlagarten legato, stccato, portamento und tenuto gekonnt zu spielen ist nach 2 jahren unterricht nicht zu erwarten - ist aber eine voraussetzung für chopins preludes (die ja eine huldigung an die doppelte auslösung des klaviers darstellen) angemessen zu spielen (die anschlagarten sind die schwierigkeiten!!)....
Fazit: Am besten erarbeitet man sich Legato, Staccato, Portamento und Tenuto, in dem man Stücke, in denen sie verwendet werden, nicht spielt?
 
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Flyinggreg

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nein - falsch. Aber ein legato von repeitierenden akkorden wie in Nr. 4 verlangt dürfte als einstieg ein paar nummern zu groß sein....
 

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Flyinggreg

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ich denke einige mazurkas sind ein guter einstieg. ebenso die leichteren walzer a-moll Es-Dur.usw
 
Gerd

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nein - falsch. Aber ein legato von repeitierenden akkorden wie in Nr. 4 verlangt dürfte als einstieg ein paar nummern zu groß sein....
Kannst Du mir mal im einzelnen erklären, was Du daran so schwierig findest?
Ist es der Akkordwechsel, der legato sein soll, oder der weiche Anschlag mit der LH?
Ich habe heute meine Kl.-Lehrerin auf die Ausführung der LH-Akkorde angesprochen. Sie hat mir folgendes zur Ausführung geraten:
Die Finger nicht senkrecht nach unten bis zum Tastengrund anzuschlagen, sondern nach Berühren der Tasten schräg senkrecht auf der Taste ein wenig zum Körper zu ziehen, also mehr die Tasten zu "streicheln".
Ich werde es mal ausprobieren, ob es damit nicht so hart klingt.

Gruß

Habe hier noch eine Seite über Werke von Chopin entdeckt, hier die der Preludes.
Gerd
 
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Raskolnikow

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Ich sehe gerade bei diesem Stück keinerlei Grund, davon abzuraten, Flyinggreg.
Über eine nähere Erklärung der "besonderen" Schwierigkeit, welche nach 2 Jahren Klavierspiel scheinbar nicht zu meistern ist, würde ich mich freuen.
 
Gerd

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Ich sehe gerade bei diesem Stück keinerlei Grund, davon abzuraten, Flyinggreg.
Über eine nähere Erklärung der "besonderen" Schwierigkeit, welche nach 2 Jahren Klavierspiel scheinbar nicht zu meistern ist, würde ich mich freuen.
Noch eine Ergänzung zu meinem obigen Beitrag:



Theodor Kullak, ein deutscher Komponist, Pianist und Klavierlehrer, ist in dem Vorwort über die Präludien sehr knapp und pädagogisch:
"Chopins Genius gibt sich nirgends reizvoller kund als in den engumgrenzenten Musikformen. In ihrer aphoristischen Knappheit sind die Préludes Meisterwerke ersten Ranges. Einige von ihnen erscheinen rasch hingeworfene Stimmungsbilder, dem Nocturnestile verwandt, und bieten auch minder vorgeschrittene Spielern keine technischen Hindernisse. Ich meine die Nr.4, 6, 7, 9, 15 und 20. Schwieriger sind Nr. 17, 25 und 11, ohne jedoch eminete Virtuosität zu verlangen. Die anderen Préludes gehören in das Gebiet der Chrakaterétude. Trotz der Kürze ihrer Umrisse stehen sie auf gleicher Höhe mit den Sammlungen op.10 und op.25. Insoweit es durchführbar - besondere Fälle individueller Begabung abgerechnet - würde ich vorschlagen, folgende Reihenfolge einzuhalten: man beginne mit den Nummern 1, 14, 10, 22, 23, 3 und 18. Sehr große Bravour verlangen die Nummern 12, 8, 16 und 24. Die Schwierigkeit der anderen Préludes Br.2, 5, 13, 19 und 21 liegt in der zarten piano- und legato-Technik, die wegen der weiten Spannung der Läufe und Doppelnoten einen hohen Entwicklungsgrad voraussetzt."



Gruß
Gerd


 
rolf

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nein - falsch. Aber ein legato von repeitierenden akkorden wie in Nr. 4 verlangt dürfte als einstieg ein paar nummern zu groß sein....
erstaunlicherweise ist es in einer Hand, da sie nur fünf und nicht sechs Finger hat, trotz doppelter Auslösung real unmöglich, z.B. einen Sextakkord von es-Moll mit einem Sextakkrod von c-Moll zu verbinden...

dieser leider vorhandene Umstand führt dazu, dass trotz doppelter Auslösung die Akkorde der linken Hand in besagtem e-Moll Prelude völlig ohne rechtes Pedal nun mal nicht in allen Stimmen legato gespielt werden können

insofern - und ehrlich gesagt auch nicht nur deswegen! - wird in diesem Prelude kein einziger Takt ohne Pedal gespielt: und das relativiert doch manches!...

wer mit der ambivalenten und verschleierten Harmonik dieses wunderbaren Preludes keine Probleme hat, der kann das auch spielen: es finden sich keine nennenswerten "manuellen Probleme" darin.

Gruß, Rolf
 
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Flyinggreg

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Schwierigkeit der Nummer 4

Hier ist gefordert, dass die akkorde der linken hand legato gespielt werden. Dies geschieht, indem man den 1,akkord anschlägt und das handgelenk gerade so hoch hebt, dass die akkorde wieder angeschlagen werden können. Man spielt also stets den akkord, nachdem die 1.auslösung "gegriffen" hat. Dass das alles pp zu sein hat, regelmäßig und fast eine klangfläche entsteht die trotzdem präzise gespielt wird, ist sehr schwer - finde ich.
Meistens wird mit vollem Tastenhub gespielt und man versucht ein legato durch das pedal herzustellen. Das ist zwar ein alternative - aber ein repetitionslegato ist das nicht, und das ist, wie ich meine, sehr schwer.
Hat man aber wirklich versucht, dieses legato perfekt hinzukriegen kann man es bei vielen anderen musikstücken (auch vor chopin) einsetzen und man wird erstaunt sein, wie anders die musik klingt!
 
.marcus.

.marcus.

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Bin ich froh, dass Kullak das Prelude Nr.2 nicht als ein leichtes Prelude bezeichnet ("einen hohen Entwicklungsgrad voraussetzt"). Ich habe es kurze Zeit geübt und bin jämmerlich gescheitert :D

lg marcus
 
 

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