Kein Stück fehlerfrei

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Anonymous, 17. März 2006.

  1. Anonymous
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    Anonymous

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    Hallo, ich habe da ein grundsätzliches Problem mit meinem Klavierspiel. Ich bin ein ganz passabler Hobby-Pianist und befinde mich ca. auf dem Niveau des Minutenwalzers von Chopin. Mein Problem besteht darin, dass ich im Grunde keines meiner Stücke, die ich je gelernt habe, fehlerfrei spielen kann und konnte.

    Liegt das vielleicht daran, dass ich immer für mich zu schwere Stücke spiele? Das glaube ich eigentlich nicht! Irgendwie hängt das mit dem Üben zusammen. Ich weiß allerdings nicht, was ich falsch mache. Vielleicht bin ich zu ungeduldig.

    Kennt jemand dieses Problem und hat eine Lösung?

    (Klavierunterricht nehme ich nicht mehr)
     
  2. Anonymous
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    Könnte mal an der Wahl des Tempos liegen: Vielleicht mutest Du Dir zwischendurch ein bisschen zu viel zu.
    Könnte ein grundsätzliches Konzentrationsproblem beim Spielen oder Üben sein.
    Könnte auch sein, dass Du Dich beim Üben selbst anschummelst:
    „Die Stelle ist zwar unsicher, aber beim nächsten Mal wird sie schon gehen. Und wenn nicht, dann beim übernächsten Mal.“
    Die Stelle geht dann meist zweimal gut, aber beim dritten Mal nicht mehr.
    Spielst Du eigentlich alles auswendig oder von Noten? Oder mischt Du beides?
     
  3. Anonymous
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    Anonymous

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    Fehler

    Ich finde Fehler nicht so schlimm.
    Wenn man keine machen möchte muß man wohl ein bestimmtes
    Stück sehr viel und langsam üben und es sollte auch nicht
    zu schwer sein. Dann wird man es ab und zu ohne
    Fehler schaffen (wenn man gut drauf ist, sich konzentriert
    und etwas Glück hat)
     
  4. Anonymous
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    fehler sind echt nicht so schlimm... wenn man zum beispiel in einem examen fehler spielt, will dasd noch lange nicht heißen, dass man dem nach bewertet wird, sondern nach dem wie man ansonsten noch gespielt hat...
    ich hatte zum beispiel in meinem letzten examen ganze passagen verbockt, weil ich so nervös war, dass ich am anfang nur fehler gespielt habe, aber als ich dann bis richtig im rennen war, hat dan auch alles geklappt, und habe schlussendlich noch eine eins bekommen weil dem jury meine art gefallen hat, wie ich gespielt habe, da war ihnen die paar fehler ganz egal
    und mit dem schwierigkeitsgrad deiner stücke, da denke ich solltest du dir keine sorgen machen, ich bin vom niveau her schon bei den etuden von chopin, un nicht unbedingt die einfachsten (zum beispiel die vierte) und mir kommt es auch oft vor dass ich fehler spiele, aber wenn man stücke hat von bis zu 10 seiten, und das lässt sich bei einem höheren niveau nun halt nicht vermeiden, dann ist es denke ich normal, dass man sich nicht immer so konzentrieren kann, dass man alles fehlerfrei durchspeilt, und wenn du nicht irgendwann so dolle fehler spielst dass du nicht mehr weiter kommst, ist das nicht so schlimm...
     
  5. Anonymous
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    Vielleicht hilft es dir wenn du das Stück auswendig spielst(falls du es nicht schon machst). Ich spiele selber schon so an die 10 Jahre Klavier und merke es bei mir selber, dass man sich beim Auswendigspielen viel besser entfalten kann. Eventuelle regelmässige Fehler müssen dann auch langsam geübt werden. Es ist wichtig dass man das Stück immer wieder langsam spielt, vielleicht auch vor einem Konzert alles nochmal langsam übt. Tja...und eben,wie schon gesagt wurde, so kleine Fehler sind nicht schlimm und passieren jedem mal. Vieles merkt das Publikum gar nicht und sogar manchmal Musikprofis. Ich wünsche euch weiterhin viel Spass beim üben!
     
  6. Anonymous
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    richtig üben

    hi,

    da ich auch viel Klaviererfahrung habe und früher ähnliche Probleme wie du hatte, hab ich einfach den Rat meiner Lehrerin , die übrigens auch Konzertpianistin war befolgt und es klappt heute fehlerfrei.

    1. Lerne die linke Hand auswendigt und füge erst, wenn alles klappt die rechte da zu. (Bestes Beispiel sind Chopin Nocturnes)Kann auch andersrum sein
    2. Taucht in einem Takt ein Fehler auf immer und immer wieder, dann übe auch nur die Stelle 40-50 mal (Kein Witz). Aber auch nur die Stelle, d.h fang nicht immer wieder von vorne an.
    3. Sollten die Noten falsch sein , mach dir Gedanken, wie die Harmonik an diesen Stellen zum Beispiel aufgebaut ist. Wer oft die Noten falsch spielt weiß oft nicht in welcher Tonart man sich gerade befindet
    4. Versuche mit anderen Techniken zu üben. Sollten Akkorde falsch sein, dann übe sie als gebrochene Akkorde (Arppegien), damit du jede einzelne Note kennst. Es gibt etliche Möglichkeiten, doch würde ich sagen, sind diese die grundsätzlichen
     
  7. sebastian
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    sebastian

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    Vielleicht ist es eine Binsenweisheit, aber ich finde es jeden Tag bestätigt:

    Das langsame Spielen ist der Königsweg - auf allen Instrumenten. Das geht bei mir so weit, dass ich Stücke in presto zunächst adagio spiele (ich bin, ihr merkt es, noch Anfänger), um mich dann langsam hochzuspielen. Wenn ich ein Stück in einem bestimmten Tempo spielen kann und mich nur bei einer Passage verspiele, dann spiele ich diese Passage so langsam, dass ich sie ohne Probleme hinbekomme. Erst dann steigere ich das Tempo.

    Vielleicht spielst du also zu schnell.
     
  8. Anonymous
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    Hallo,

    ich kann nur HavannaBanana zustimmen! Auch ich habe oft Fehler gemacht. Es ist leider beim fortschreitenden Klavierspiel so, dass die Geduld gefordert wird. Denn ein Meister fällt vielleicht vom Himmel, aber der Rest muss üben, üben, üben.
    Wenn du also Fehler vermeiden musst, dann übe wirklich jede Hand einzeln und sehr wichtig ist zu erkennen das es vielleicht wirklich nur eine Passage oder ein Takt ist denn du dann zigmal wiederholst. Es klingt wirklich altklug und sehr ätzend, aber wenn du es mal beherzigst, dann bist du nacher froh wie leichtfüßig deine Finger darüber hinwegspielen. Dann ist es auch kein Wunder wenn du am Ende eine 18-seitige Sonate so gut wie auswendig spielst.
     
  9. Anonymous
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    Fehler ausmerzen

    HavannaBanana, was für ein Name...

    aber immerhin hat er recht; das wesentliche Mittel, um Fehler auszumerzen ist das Üben beider Hände einzeln (oder grundsätzlich die Vereinfachung schwieriger Passagen mit allen Mitteln; Hände einzeln gehört dazu).
    Reduziere die Passage, die dir schwer fällt, auf genau die Noten, wo der Fehler auftritt, spiele sie rechts und links einzeln SEHR oft (oftmals kann man das Ende der Passage mit deren Anfang sinnvoll verbinden, so dass man es als Endlosschleife spielen kann) und bringe beide Hände einzeln möglichst schnell auf Geschwindigkeit (bis weit über die Endgeschwindigkeit hinaus, aber nicht schneller, als man kontrolliert spielen kann).
    ERST, WENN BEIDE HÄNDE EINZELN HERVORRAGEND FUNKTIONIEREN, spielst du die Hände zusammen (auch hier wieder sehr oft und wenn möglich als Endlosschleife).
    Zum Abschluss der Übungseinheit spielst du es noch mindestens einmal langsam (sehr, sehr wichtig!!).
    Wenn du hintereinander ein paar solche Übungseinheiten durchführst, wirst du dich jedesmal freuen, wenn du wieder an die schwierige Stelle kommst.

    Sollte dir beim Durchspielen des Stücks wieder mal der Fehler passieren, übe es auf jeden Fall, dich nicht rausbringen zu lassen; spiele durch den Fehler hindurch, die meisten Zuhörer werden es nicht mitbekommen.
    Aber nimm dir nach dem Ende des Stücks nochmal die fehlerhafte Passage nach dem gleichen Muster vor. Insbesondere festgefahrene Fehler merzt du NUR (!) aus, wenn du die Hände einzeln übst!
     
  10. Anonymous
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    Danke erstmal für die vielen hilfreichen Antworten. Ich glaube, mein Problem ist/war eine Melange aus zu schnell zu schnell, immer vom Blatt (nie auswendig), und nicht akribisch genug die Problemstellen. Ich werde Eure Tipps beherzigen und dann mal sehen, ob das besser wird. :)

    Grüße an alle

    Martin
     
  11. Anonymous
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    Hallo Martin,

    Du sprichst mir aus der Seele, denn mir geht es genauso - ich kann auch kein Stück ohne Fehler spielen. Üben hilft da auch nicht gegen, denn ich kann nie vorhersagen, an welcher Stelle ich hängen bleibe. Hab einfach keine Nerven. Und wenn mir jemand zuhört, vermassele ich sogar noch Bachs C-Dur-Präludium. :(

    Gruß
    Tosca
     
  12. Mirko
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    Mirko

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    Hab das gleiche Problem. Kann eigentlich nur ein Stück fehlerfrei und ganz spielen. Die anderen entweder nur bis zur Hälfte (nie fertig gelernt ;) ) oder mit Fehlern. Aber Danke für die Tipps. Mal sehen, was draus wird! :)
     
  13. Viola
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    Viola

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    Viola

    Hi Leute,

    das mit dem fehlerlosen Spiel ist so eine Sachen...
    Konzentration, Tagesform, Übegenauigkeit, Tempo etc. wurde ja schon diskutiert.

    Wie ist es damit:
    Fehlerlos kann eine Sache nur sein, wenn sie unterhalb eines bestimmten Niveau verläuft, heißt, wenn man z.B. die Elise ganz ok spielt, dann funktioniert Hänschen klein nur RH bestimmt perfekt.

    Oder damit:
    Wichtig ist, das eigene Mittelmaß anzuheben. Dazu brauche ich Trainingseinheiten und Ansprüche deutlich oberhalb meines eigenen Mittelmaßes. Wenn man Weltklasseleute nach einem Konzert fragen würde: Und? Alles ok?
    (und sie würden offen und ehrlich antworten), dann könnten sie eine Analyse machen, wo sie etwas nicht so perfekt gespielt haben, wie sie vorhatten! Dabei geht es weniger um nicht getroffene Töne sondern eher um Artikulation, Dynamik usw. Auch diese Leute präsentieren immer öffentlich nur ihr: Mittelmaß! Aber dieses Mittelmaß ist natürlich ein völlig anderes Maß als bei den Normalklaviertastendrücker!

    Auch der Steffi Graf gingen Bälle ins AUS! Fehler. Wenn sie zu viel Risiko eingegangen ist, dann passiert es eben. Aber die Guten wissen eben, wann sie wievierl Risiko eingehen dürfen.

    Also in diesem Sinne: Lasset uns alle an unserem Mittelmaß arbeiten!



    Viola
     
  14. Viola
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    Alfred Cortot, kein Stück ohne Fehler!

    http://www.koelnklavier.de/texte/interpreten/cortot.html

    Hier ein Artikel über den Virtuosen Alfred Cortot und seiner Einstellung zum Fehler...

    Viel Spaß beim Lesen!

    Es gibt auch mp3-files im Netzt zum Anhören, sehr aufschlussreich!

    Viola
     
  15. $okow
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    Hi,

    ich habe hier ein Buch gefunden! Ich habe es durchgelesen und die Tipps die drin stehen befolgt und ich muss sagen, dass ich seitdem Stücke viel schneller FEHLERFREI spielen kann.

    Es hat mir sehr geholfen! Ich hoffe euch hilft es genauso viel:

    http://www.schulseiten.de/fopp-de/contents.html#Inhalt

    Greetz

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  16. $okow
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    Noch was:

    Wenn ich auf den Link klicke werde ich zu Spiegel-Online weitergeleitet! Keine Ahnung woran das liegt, aber hier die Lösung:

    Kopiert einfach die Link-Adresse in die Adresszeile eures Browers und dann ab dafür...

    Greetz

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  17. Viola
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    Viola

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    Der Link klemmt irgendwie...

    Viola
     
  18. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Ich möchte mal die Gelegenheit nutzen, um einen Tip an alle zu geben:
    Wenn Ihr verlinken wollt, schreibt die URL-Addresse einfach in den Text, ohne die "URL-Funktion" des Forums zu nutzen. Die Addresse wird automatisch in einen Link umgewandelt. Nutzt Ihr die Forenfunktion, wird ein "http//" mit eingefügt und der Link ist unbrauchbar. Daher sollte die Forenfunktion nur verwendet werden, wenn ihr eigenen Text verlinken wollt.
    Beispiel:
    Code:
    text blabla http://www.klavier-wissen.de/ text blabla
    Ergebnis:
    text blabla http://www.klavier-wissen.de/ text blabla

    Hier jetzt der richtige Link, der "irgendwie klemmt":
    http://www.schulseiten.de/fopp-de/contents.html#Inhalt
     
  19. Viola
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    Viola

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    Tolle Site!

    Danke, ist ja wirklich klasse die Site!

    Viola
     
  20. Anonymous
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    Okay!!!

    Merk ich mir fürs nächste Mal!!! 8)

    Danke für den Hinweis!!!

    Greetz

    $okow