Kaufberatung: Yamaha N1 vs. Kawai CS9 vs. Roland LX-15

  • Ersteller des Themas mburikatavy
  • Erstellungsdatum
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.143
Reaktionen
9.323
Wo es aber qualitativ große Unterschiede gibt, dass ist der Ton, der aus den Boxen/dem Klavier kommt. Da hör sogar ich den Unterschied. Bei den meisten E-Pianos hört es sich so an, als käme der Ton aus einer billigen Stereo-Anlage und nicht aus einem Klavier. Da hört sich unser CLP 611, dass wir austauschen wollen, besser an!
Da ist auch nur eine Billigstereoanlage drin! Wenn man die Qualität der Samples beurteilen will, muss man das BEI ALLEN mit einem guten Kopfhörer tun.

Kann es sein, dass der Mehrpreis von teuren Geräten wie dem N1 gar nicht so sehr durch die etwas bessere Tastatur (weil beinahe echte Tastatur) entsteht, sondern durch das bessere Sampling und das bessere Soundsystem?
Natürlich. Daher sind die Stages auch erst mal deutlich günstiger, obwohl die gleiche Klangerzeugung und die gleiche Tastatur eingebaut sind.

Er hatte Noten dabei, und bei schnellen Passagen fällt es einem nicht so auf, aber bei langsamen, leisen Stücken klingen die Töne viel zu aggressiv/hart (schlecht zu beschreiben). Er hat da grade ein langsames Stück aus einer Mozart-Sonate, und das gefiel ihm tatsächlich nur am N1. Ich hab den Unterschied schon gehört, könnte ihn aber nicht beschreiben. Bei schnellen Stücken fand er N1, die Kawai und CLP470 ziemlich gleich gut. Ich hab den Unterschied beim leisen Stück erst gehört, als mir mein Sohn dann den Kopfhörer gegeben hat. Es ist erstaunlich, was Kinder schon hören können! Hätte ich nie gedacht!
Siehe mein Hinweis: Kopfhörer!!! Vorsicht: Ihr habt die Standardeinstellungen getestet - ab der oberen Preisklasse lassen sich die Töne i.d.R. sehr stark individualisieren. Das N1 ist sicherlich klanglich von Haus aus am besten auf "Klavier getrimmt".

Jetzt frage ich mich, ob bei nicht so guten Samplings (oder wie man das nennt) die beste Tastatur überhaupt noch etwas bringt, denn schließlich spielt man doch nach Gehör und nicht nach "Tasten-Druckpunkt". Wenn also die Töne schlecht sind - was nutzt mir die beste Tastatur...?
Sehr viel. Denn dein Sohn soll nicht Digitalpiano Typ XYZ lernen, sondern Klavier. Hast Du am Digi tolle Töne, aber eine schlechte Tastatur, wird er sich beim Spiel auf einem akustischen Instrument verdammt schwer tun und erst mal frustriert einknicken. Hast Du aber eine tolle Tastatur und mittelprächtigen Sound, so wird er am Klavier/Flügel ohne Abstriche, dafür aber mit einer großen klanglichen Bereicherung, spielen. Aus diesem Grund ist die Tastaturqualität (nicht technisch, sondern haptisch, d.h. in der möglichst perfekten Umsetzung DER REAKTIONEN einer akustischen Klaviatur !!!!) VIEL WICHTIGER als die Klangqualität. Gleiches gilt auch - es sei nochmals betont - für das Pedal.

Ich würde zunächst eine Vorauswahl NUR nach dem Tastatur- und Pedalkriterium treffen und dann die Favoriten soundtechnisch vergleichen. Und auch hier nochmals der Hinweis: Bei einem Profi-Stage hast Du 1a-Samples; wie gut diese dann im Raum rüberkommen, entscheidest DU mit der Investition in die Speaker!

Aber eigentlich wollt Ihr ja ein schickes Möbel ... Soll wie "was echtes" aussehen, soll "echt" klingen. Ist aber nicht echt. ;-)

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
raffaello
raffaello
Dabei seit
24. Feb. 2012
Beiträge
444
Reaktionen
226
Ich würde zunächst eine Vorauswahl NUR nach dem Tastatur- und Pedalkriterium treffen und dann die Favoriten soundtechnisch vergleichen.

Da bin ich mit fisherman mal ganz einer Meinung. Gestern habe ich in einem Laden das Yamaha NU1 testen können, es stand direkt neben einem anderen Yamaha E-Piano mit GH3-Tastaur, so dass man beide Tastaturen mit je einer Hand spielen konnte. Und ja, man hat den Unterschied zur echten Klaviermechanik des NU1 sofort(!) gespürt. Mir wäre alleine das im Vergleich den höheren Preis wert. Wenn ich ein E-Piano kaufen würde, dann dieses, trotz des Yamaha-Klangs (da liegt bei mir, etwas verallgemeinert, Roland vor Kawai vor Yamaha).
 
klaviermacher
klaviermacher
Dabei seit
26. Apr. 2008
Beiträge
8.053
Reaktionen
3.297
Hallo mburikatavy

Du hattest zu Beginn gemeint, es würde manch einer religös motiviert sein, wenn es um die Unterschiede zwischen Klavier und Digi geht. Dazu möchte ich sagen, dass beide Gebiete eng verbunden sind. Ich kann mir Musik ohne religiösen oder Ersatzreligiösen Hintergrund genauso wenig vorstellen als umgekehrt. Beide dieser menschlichen Betätigungsfelder dürften somit ähnlichen Ursprungs sein.

Zum Thema: Der grundlegende Unterschied zwischen diesen Instrumenten ist Dir ja selbst aufgefallen. Der Grund warum ich mich hier nun zu Wort melde ist damit gegeben. Jetzt kommt etwas ernsthaftes von mir - bitte aber nicht überinterpretieren:

Viele der jungen Leute wollen eigentlich nicht Klavier lernen, sondern bespaßt werden, oder anders gesagt, sie wollen gleich Klavier spielen. Von jahrelangem lernen wollen die wenigsten etwas wissen und dazu eigent sich ein Digi wohl anfänglich für einige besser. Wie lange dieser Anfang dauert kann ich Dir nicht sagen. Vielleicht nur ein paar Monate, vielleicht ein paar Jahre. Niveauvolles Klavier spielen kann man darauf nicht lernen und die Technik bleibt solange auf rudimentären Ausdrucksformen stehen, bis man sich mit dem akustischen Klavier ernsthafter auseinander setzt. Musik, die darauf entdeckbar ist, kann man nicht vergleichen mit dem Digi. Es ist für alle, die gewechselt haben eine Offenbarung.

Mein Rat - zerbreche Dir nicht den Kopf über die verschiedenen Tastaturen und Anschlagsgewichte. Kauf eines, wo es Dir keine Sekunde Leid tut, dass Du es "versucht" hast und unterstütze auf jeden Fall jede kleine Regung Deines Nachwuchses, wenn es ihm zum echten Klavier zieht. Dort schlummert dann wirklich ein tiefgründiges Bedürfnis, welches gefördert werden will.

LG
Michael
 
G
Gerbel
Dabei seit
1. Sep. 2009
Beiträge
115
Reaktionen
10
Ich hatte mal ein Kawai CA-63 und habe es nach einem Jahr verkauft.
Der Grund war ganz einfach: Zu schwere Klaviatur und nur 2 Sensoren für die Tastenbewegung. Jetzt bin ich (wieder) bei Yamaha.
Meiner Meinung nach ist Yamaha was Digitalpianos und dem Spielgefühl angeht der Spitzenreiter.
Ich hatte auch Gelegenheit das N1 zu spielen. Ich fands toll! :D Wenn ich das Geld (über) hätte, würde es morgen bei mir im Wohnzimmer stehen :cool:
 
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.143
Reaktionen
9.323
Der Grund war ganz einfach: Zu schwere Klaviatur und nur 2 Sensoren für die Tastenbewegung. Jetzt bin ich (wieder) bei Yamaha.
Meiner Meinung nach ist Yamaha was Digitalpianos und dem Spielgefühl angeht der Spitzenreiter.
Naja - der Meinung bin ich nicht. Roland, Kawai und Yamaha sind m.E. gleichauf - mit unterschiedlichen Präfenrenzen in den versch. Modellreihen.

Zu schwere Klaviatur? Stell Dir mal vor, du hast zuhause nur Dein leichtgängiges Yamaha und musst im Unterricht z.B. auf einem zähen Petroff spielen. Da knickst Du extrem ein. Umgekehrt wird es zum Problem, wenn Du das "schwerere" Kawai gewohnt bist und im Unterricht auf einem leichtgängigen Steingraeber spielst.

Es gibt somit zu dieser Frage keine absolute Wahrheit. Vielmehr rate ich immer dazu, hinsichtlich der Anschlagschwere die Rahmenbedingen (nur dieses Digi? oder auch andere ak. Instrumente? Welche?) zu überprüfen und das Digi möglichst DARAUF abzustimmen.

Würde ich NUR mein Digi spielen, wärs auch ein leichtgängiges Yamaha. So aber ist es ein Kawai.
 
Mawima
Mawima
Dabei seit
11. Nov. 2010
Beiträge
968
Reaktionen
478
Das mit der Anschlagschwere bei Kawai könnte aber auch an den Garnierungen liegen. Zumindest ist das meine Interpretation. Ich habe im Laden mal CA63, CA93, CA13 und CS9 nebeneinander gespielt. Die haben sich alle anders angefühlt. Die einen waren gerade richtig. Eins war regelrecht "klapprig", das andere fürchterlich zäh. Bei einem akustischen Klavier hätte ich mir die Tastatur angeschaut und erst einmal korrekt zu Fall gebracht, so hat es sich angefühlt.

Liebe Grüße,
Mawima
 
M
Magi
Dabei seit
13. Nov. 2012
Beiträge
200
Reaktionen
0
Wo dieser Thred hier nun schon wieder ausgegraben wurde, habe ich auch mal eine Frage dazu. Ich kann mir nicht vorstellen das der Klang beim Digi so unwichtig ist (Ich bin schon wieder total generft von den elerktrischen Klängen). Muss nicht Anschlag und Klang so "zusammnepassen" das man je nach Anschlag eben auch eine möglichst orginalgetreue Rückmeldung bekommt, wie der Ton dann auf einem akustischen Instrument klingen würde bei eine solchen Anschlag. Also braucht das Ohr nicht eine passende Rückmeldung um einen guten Anschlag zu lernen? Dies ist aber doch dann wahrscheinelich deutich besser je häufiger ein Ton in verschiedenen Anschlagsstärken aufgenommen wurde? Wenn ich mir Vorstellungsviedeos ansehe finde ich den Klang beim NU1 und N1 auch deutlich besser und viel näher an einem akustischen Instrument als bei den günstigeren Clavinovas die aber meiner meinung nach noch deutlich besser klingen als zb ein Kawai Cn34, welches zwar irgendwie wärmer klingt aber deutlich "elektronischer".
 
Alter Sack
Alter Sack
Dabei seit
7. Sep. 2011
Beiträge
125
Reaktionen
1
Im Gegensatz zum Anschlag kann ich bei einem Digi den Klang "nachrüsten", daher ist dieser für mich zuerst sekundär.

LG Der alte Sack
 
M
Magi
Dabei seit
13. Nov. 2012
Beiträge
200
Reaktionen
0
Im Gegensatz zum Anschlag kann ich bei einem Digi den Klang "nachrüsten", daher ist dieser für mich zuerst sekundär.
Ist mir Neu das das bei jedem Digi geht ? Bei div. Stagepianos oder Synthis geht das so weit ich weiß, kostet aber auch im Dreistelligen Bereich, und wie klingt es dann wirklich beim spielen auf dem eigen Digi?

Ich habe ja auch nicht gemeint das der Klang "wichtiger" ist, mal abgesehen davon das die Digis mit zimlich guten Klang wie das hier genannte N1 wohl kaum einen schlechten Anschlag haben dürfte. Ich meine nur das wohl eher beides wichtig ist, damit man feinere Unterschiede beim Anschlagen einer Taste auch hören kann. Dazu müsste dann wohl beides stimmig sein, jeder Ton wohl zum einen oft mit unterschiedlichen Anschlag aufgenomen vorhanden sein und der Tastenanschlag auf dem Digi möglichst gut erfasst werden. Ich kann mir gut vorstellen das man auch eine differenzierte Anschlagstechnik lernt wenn die Tonwiedergabe differenzerter ist. Wie genau das Sampling und die Senoren zum abtasten des Anschlags funktionieren Verät wohl kein Hersteller daher ist es ja so schwierig anhand der verwendenten Begrifflichkeiten die technischen Unterschiede festzustellen, selbst bei den Modellen eines Herstellers. Mit einem Blick auf die Yamahaseite beispielsweise, lässt sich nur erahnen das beim N1 (N2, N3) das Sampling (Tone Generating Technology:Spatial Acoustic Sampling) am aufwendigsten und der Klang dadurch wahrscheinlich noch besser ist als beim NU1 (Tone Generating Technology:CFX Sampling). Beim Clavinova CLP-430 steht(Tone Generating Technology: RGE Real Grand Expression Sound Engine), wie auch immer man das nun vergleichen soll?
 
fisherman
fisherman
Dabei seit
3. Dez. 2007
Beiträge
21.143
Reaktionen
9.323
Tone Generating Technology:Spatial Acoustic Sampling ... Tone Generating Technology:CFX Sampling ... Tone Generating Technology: RGE Real Grand Expression Sound Engine....

Das muss man mal laut vorlesen. Für diese Unsitte gehören die Hersteller abgestraft. Ist wie beiden Digicams vor 5-10 Jahren: Die waren so mit Stickern vollgepappt, dass man kaum noch die Kamera sah. Ansonsten triffst Du den Nagel auf den Kopf, Magi.
 
Bassplayer
Bassplayer
Dabei seit
14. Nov. 2011
Beiträge
1.898
Reaktionen
829
Ist mir Neu das das bei jedem Digi geht ? Bei div. Stagepianos oder Synthis geht das so weit ich weiß, kostet aber auch im Dreistelligen Bereich, und wie klingt es dann wirklich beim spielen auf dem eigen Digi?

Hi!
Vielleicht meinte Alter Sack Software-Pianos, wo man für unter 100 Euro (z. B. Pianoteq 4 als einfache Version oder Alicia Keys, gibt noch mehr...) Tonerzeugung vom neuesten Standard und für max. 400 erweitert um alle denkbaren Funktionen (Pianoteq pro) erwerben kann.

Ich finde es auch beklagenswert, dass die Hersteller aus der Technik ein so großes Geheimnis machen. Was die Zahl der Layer angeht, ist das seit Pysical Modeling nicht mehr so von Bedeutung und man sollte auch hier letztendlich die eigenen Ohren entscheiden lassen.

LG
BP
 

M
Magi
Dabei seit
13. Nov. 2012
Beiträge
200
Reaktionen
0
Hm, ob das nun so toll ist ... Ohne richtig gute Soundkarte gibts da auch bei schnellen Rechnern Verzögerung zwischen Tastendruck und Ton, zumindest bei mir. Wenn ich das probieren wollte würde es dann doch wieder teuer, weil ich noch eine gute Soundkarte bräuchte. Ich finde das ist auch immer so aufwendig, wenn man mal eben spielen will... Digi, Computer, Streoanlage verkabeln hoffen das nix abschmiert etc...
 
M
Magi
Dabei seit
13. Nov. 2012
Beiträge
200
Reaktionen
0
Da ich gestern eh bei just music war habe ich die Modelle von yamaha NU1 und N1/ N2/N3 und das CLP S408PE auch mal gespielt. Die N serie hat meiner Meinung nach mit großem Abstand den besten Klang (trotz des Lautstärkepegels vor Ort deutlich feststellbar).Klanglich fand ich das NU1 um Klassen schlechter als das N1, während ich den Klang vom NU1 nicht so viel besser fand als vom CLP S408PE.
Die Tastatur vom N1 fand ich aber gar nicht so überzeugend für diesen stolzen Preis.
 
G
Gerbel
Dabei seit
1. Sep. 2009
Beiträge
115
Reaktionen
10
Tone Generating Technology:Spatial Acoustic Sampling ... Tone Generating Technology:CFX Sampling ... Tone Generating Technology: RGE Real Grand Expression Sound Engine....

Das muss man mal laut vorlesen. Für diese Unsitte gehören die Hersteller abgestraft. Ist wie beiden Digicams vor 5-10 Jahren: Die waren so mit Stickern vollgepappt, dass man kaum noch die Kamera sah. Ansonsten triffst Du den Nagel auf den Kopf, Magi.

Dem kann ich nur zustimmen. Sicherlich gibt es Unterschiede. Aber dieses marketing Geschwätz ist einfach nur noch grausig. Kein Wunder, daß niemand mehr weiss was er denn nun kaufen soll.
 
 

Top Bottom