Kann ich Klavier professionell studieren?

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Guten Morgen !
Also ich spiele ja seit 2 1/2 Jahren Klavier.
Ich möchte gern in meinem späteren Beruf etwas mit Musik machen.
Ich habe zuerst daran gedacht Musikwissenschaften zu studieren.
Da lernt man ja viel übet die Musikgeschichte und so weiter.
Aber man braucht Lateinkenntnisse und diese besitze ich nicht.
Außerdem soll das ein recht trockenes und langweiliges Fach sein.
Natürlich habe ich auch mit dem Gedanken gespielt Klavier profesionell zu studieren.
Aber da ich ja erst seit kurzem Klavier spiele und ich auch nicht weiß, ob ich wirklich gut bin zweifle ich.
Ich will aber auch keine Musiklehrerin werden.

Kennt ihr ein Beruf, indem man mit Musik zutun hat, viell. sogar mit Klavier, aber kein Lehrerberuf.
Kann ich trotzdem Klavier studieren?
Und wie seht ihr die Musikwissenschaft.

Vielen Dank!
Eure Moni :)
 
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Kennt ihr ein Beruf, indem man mit Musik zutun hat, viell. sogar mit Klavier, aber kein Lehrerberuf.
Wie wäre es mit Verlagsarbeit in einem Musikverlag wie Schott?
Wie wäre es, journalistisch zu arbeiten (Musikkritik etc.)?
Auch Musiktherapie gibt es.

Musikwissenschaft ist teilweise "trocken", teilweise sehr spannend und interessant (und das kleine Latinum kann man zusätzlich nebenher machen) - da es ein wissenschaftliches Studium ist, sind die Anforderungen nicht eben gering (und man wird im Grundstudium mit einigen langweiligen, also "trockenen" Sachen geplagt)

Gruß, Rolf
 
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Vielen Dank für die Antwort!
:)

Das heißt, das ich jetzt nicht unbedingt ein Großes Latinum brauche ?
Das ist ja schonmal was;)
 
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Es gibt auch Kulturpädagogik (Kulturwissenschaft) - da kann man auch Musik als Schwerpunkt nehmen und bekommt Instrumentalunterricht.

LG,
Hasenbein
 
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Das heißt, das ich jetzt nicht unbedingt ein Großes Latinum brauche ?
Begriffe wie "kleines" und "großes" Latinum sind seit Einführung des sog. "gemeinsamen europäischen Referenzrahmens" (GER) obsolet. Du mußt Dich an der Fakultät, an der Du Musikwissenschaften studieren willst, kundig machen, welches GER-Niveau sie vorausetzen. Wenn Du auf den betreffenden Webseiten nicht gleich etwas findest, dann suche nach der BA-Prüfungsordnung, da muß es drin stehen.
Wenn da sowas wie A2 oder (äußerstenfalls, schätze ich) B1 steht, kannst Du das leicht nebenher machen; Kurse dafür gibt es an jeder Uni. Vielleicht hast Du auch Glück, und man hat die Latinums-Anforderung in jüngerer Zeit ganz gekippt; mit dem Einzug der segensreichen neuen Bologna-Strukturen ist das vielerorts passiert.
 
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Guten Morgen !
Also ich spiele ja seit 2 1/2 Jahren Klavier.
Ich möchte gern in meinem späteren Beruf etwas mit Musik machen.
Ich habe zuerst daran gedacht Musikwissenschaften zu studieren.
Da lernt man ja viel übet die Musikgeschichte und so weiter.
Aber man braucht Lateinkenntnisse und diese besitze ich nicht.
Außerdem soll das ein recht trockenes und langweiliges Fach sein.
Ich studiere seit Oktober Musikwissenschaft. Ich hab das Fach genommen, weil mich das ganze Themengebiet brennend interessiert :) Also ich habe viel über Musik gelesen, angehört, Musik-Leistungskurs usw. Eben vieles gemacht, wo man mehr über Musik erfährt.

Kannst du dir vorstellen, dich intensiv mit dem Leben bspw. Franz Schuberts zu beschäftigen?
Macht es dir Spaß verschiede Liedvertonungen desselben Gedichts anzuschauen und Unterschiede/Gemeinsamkeiten zu entdecken?
Wie stehts mit Kenntnissen in Musikgeschichte, Harmonielehre, allgemeine Musiktheorie?
Wie sind deine Repertoire-Kenntnisse? Hörst du gerne Musik, die du noch nicht kennst?

Die musikwissenschaftlichen Studiengänge sind in der Regel nicht auf praktisches Musizieren ausgelegt. Es gibt aber Studiengänge, die auch eine Ausbildung am Instrument mit vorsehen. Ich glaube in Nord-Deutschland habe ich sowas mal gefunden.

Vielleicht kann dir das ein bisschen weiterhelfen.

lg marcus
 
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Die musikwissenschaftlichen Studiengänge sind in der Regel nicht auf praktisches Musizieren ausgelegt. Es gibt aber Studiengänge, die auch eine Ausbildung am Instrument mit vorsehen. Ich glaube in Nord-Deutschland habe ich sowas mal gefunden.
Es gibt auch MuWi-Studiengänge, bei denen das praktische Musizieren zwar kein Lehrinhalt ist, bei denen das Lehrpersonal die Studenten jedoch ausdrücklich zum praktischen Musizieren ermuntert. So z.B. in Freiburg. Da gab es studentische Musizier-Initiativen, die sich sogar gelegentlich in offiziellen Konzerten des Musikwissenschaftlichen Seminars ausdrückten. Ich kann mich an ein Konzert mit dem (sinngemäßen) Titel "Komponierende Musikwissenschaftler" erinnern. Es war recht interessant, die Kompositionen von diversen Koryphäen der Musikwissenschaft zu hören.

Grüße von
Fips
 
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Es gibt auch MuWi-Studiengänge, bei denen das praktische Musizieren zwar kein Lehrinhalt ist, bei denen das Lehrpersonal die Studenten jedoch ausdrücklich zum praktischen Musizieren ermuntert. So z.B. in Freiburg. Da gab es dann studentische Musizier-Initiativen, die sich sogar gelegentlich in offiziellen Konzerten des Musikwissenschaftlichen Seminars ausdrückten. Ich kann mich an ein Konzert mit dem (sinngemäßen) Titel "Komponierende Musikwissenschaftler" erinnern. Es war recht interessant, die Kompositionen von diversen Koryphäen der Musikwissenschaft zu hören.

Grüße von
Fips
Hallo Fips,

da hast du Recht. Ermuntern tun sie einen natürlich! :)
In unserem Liedseminar sind viele Pianisten und Sänger und da hat die Dozentin auch schon angeregt, doch mal ein Stück gemeinsam zu musizieren.

Es gibt außerdem natürlich Uni-Orchester und Chor.

lg marcus
 
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Die musikwissenschaftlichen Studiengänge sind in der Regel nicht auf praktisches Musizieren ausgelegt. Es gibt aber Studiengänge, die auch eine Ausbildung am Instrument mit vorsehen. Ich glaube in Nord-Deutschland habe ich sowas mal gefunden.

Hier in Hamburg gibt's keinen direkten Studiengang, der eine Ausbildung am Instrument vorsieht, allerdings gibt es die Möglichkeit eines Dualstudiums, welches beides kombiniert.

Ich kann mich ansonsten marcus anschließen, ich kann nicht von Erfahrung reden, allerdings kenne ich einige (unter anderem mein KL), die Musikwissenschaft studiert haben bzw. es noch tun und sie sind eigentlich alle sehr zufrieden.

Ich weiß nicht, ob es sich mittlerweile in anderen Städten geändert hat, aber Hamburg hatte seit jeher eine Unterteilung in Historische und Systematische Musikwissenschaft. Das erste ist grob gesagt das, was marcus schon beschrieben hat. Systematische Musikwissenschaft beschäftigt sich hingegen eher mit der Musik an sich. Es geht um Bereiche wie Akustik, das menschliche Gehör, Musikpsychologie, -philosophie, -pädagogik, etc. Es ist naturwissenschaftlicher geprägt, trotzdem bleibt's natürlich eher geisteswissenschaftlich.

Oft ist es so, dass eins der beiden als Hauptfach und das andere als Nebenfach gewählt hat, weil sie sich natürlich gut ergänzen lassen. Auf jeden Fall ein interessantes Feld. :)

Alles Liebe
 
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Hallo,

Das man das Latinum braucht ist mir allerdings neu.
Studiere derzeit auch Musikwissenschaften und brauche kein Latein, habe diese Anforderung bisher auch nirgends gesehen, aber wer weiß.

Es ist schon richtig, einige Module sind etwas zäh bis langweilig und praktisch musizieren steht hinten an. Und das musikwissenschaftliche arbeiten will auch erst gelernt sein und ist nicht gerade ein zuckerschlecken. Jedoch gibt es wie schon erwänht Universitätsorchester. In Leipzig ist das sogar auf zwei aufgeteilt. Ein akademisches und ein "Laienorchester". Bei diesen wird es verständlicherweise vernünftig sein, sich nicht als Klavierspieler zu bewerben.

Aber abgesehen davon, wenn dich Musik allgemein interessiert, wirst du deine rege Freude an solch einem Studium haben. Man bekommt wundersame und tiefe Einblicke sowohl in das Leben von Komponisten, als auch von Werken. Musiktheoretisch und historisch. Ebenso wird man mit befremdlicher, neuer Musik konfrontiert. Das ist immer wieder ein wunderbares Erlebnis

Hier in Leipzig gibt es sogar als Wahlfächer Gamelan, wo aktiv musiziert wird. Ebenso ist zum Tonsatzunterricht noch Komposition belegbar und Gehörbildung ist mehr oder weniger Pflicht, kriegt man zumindest ebenfalls kostenlos erteilt, was wiederrum hilfreich für das aktive musizieren, aber auch analysieren ist.

schönen Gruß, Wladimir

edit zu silver:
ich vermute das an den meisten Universitäten sowohl historische, als auch systematische Musikwissenschaften unterrichtet werden. Ansonsten wäre es doch vielleicht sehr speziell. Zumindest habe ich ebenfalls beides.
 
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Hallo,

Das man das Latinum braucht ist mir allerdings neu.
Studiere derzeit auch Musikwissenschaften und brauche kein Latein, habe diese Anforderung bisher auch nirgends gesehen, aber wer weiß.
Bei mir wird das Latinum verlangt (entspricht 5 Jahre Lateinunterricht), außerdem 2 moderne Fremdsprachen! :)

Sollte man sich auf jeden Fall vorher informieren!!

lg marcus
 

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Bei mir wird das Latinum verlangt (entspricht 5 Jahre Lateinunterricht)
Nun, das zeigt, wie groß die Unterschiede sind: an vielen Unis brauchen das (traditionell "großes Latinum" genannt) nicht mal mehr die Romanisten, obwohl denen Lateinkenntisse sicher nicht schaden könnten.

Also: einfach die aktuellen Prüfungsordnungen studieren (entweder beim musikwiss. Institut oder beim Uni-Prüfungsamt) - sie sind tatsächlich von Uni zu Uni verschieden.
 
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Das man das Latinum braucht ist mir allerdings neu.
Studiere derzeit auch Musikwissenschaften und brauche kein Latein, habe diese Anforderung bisher auch nirgends gesehen, aber wer weiß.
In Freiburg wurde damals (d.h. vor der Jahrtausendwende) für das MuWi-Studium auch das kleine Latinum verlangt. Konnte man an der Uni in zwei Semestern nachmachen, wenn man es nicht hatte. Ist dann natürlich ein recht intensives Latein-Lernen.

Kleine Anekdote dazu:
Der Lateinkurs wurde von ca. 30 Personen besucht. Am Ende des 2. Semesters hatten wir die schriftliche Prüfung fürs Latinum. In der darauf folgenden Stunde eröffnet uns der Professer, dass das Ergebnis der Prüfung dieses Mal besonders erfreulich sei: teilgenommen hätten 30 Personen, bestanden hätten 3 (!) Personen. Das war für ihn "besonders erfreulich", und es war nicht ironisch gemeint! Offenbar sind die Durchfallquoten bei diesen Kursen recht hoch...

Grüße von
Fips
 
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Der Lateinkurs wurde von ca. 30 Personen besucht. Am Ende des 2. Semesters hatten wir die schriftliche Prüfung fürs Latinum. In der darauf folgenden Stunde eröffnet uns der Professer, dass das Ergebnis der Prüfung dieses Mal besonders erfreulich sei: teilgenommen hätten 30 Personen, bestanden hätten 3 (!) Personen. Das war für ihn "besonders erfreulich", und es war nicht ironisch gemeint! Offenbar sind die Durchfallquoten bei diesen Kursen recht hoch...
Naja, oft wurden (und werden) solche Kurse Leuten zwangsweise aufgeladen, denen dann nach ein paar Jahren der Frust in den Nasenlöchern stand - mit den oben geschilderten Folgen. Durch die allgemeine Reduktion der Latinumsanforderungen dürfte sich das aber dramatisch geändert haben, weil die Teilnehmerzahlen deutlich gesunken sind. Ich glaube mich zu erinnern, daß wir in den letzten Semestern zwar regelmäßig eine Schwundquote von rund 30% hatten, daß aber von den verbliebenen die allermeisten bestanden haben. Also, das Latinum sollte wirklich niemand abschrecken.
 
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Vielen Dank für die vielen Antworten!
:)

Also ich interessiere mich ja für Musikgeschichte und Komponisten.
Das würde mich schon interessieren, weil man ja sonst nicht so viel über das Leden von Schubert und Co. erfährt und allgemein bin ich jetzt sogar noch efreuter über meine Wahl.
Ich habe so nachgedacht, dass ich gern in Baden - Württemberg studieren will oder Rheinland - Pfalz und NRW.Das liegt ja alles in der Nähe.

Das Klavierstudium als solches traue ich mir nicht zu.Aber so ein Orchester wäre auch ne feine Sache ;).

Ich habe auch schon paar Mails an Unis verschickt.

Als Abschluss von MuWi kann man ja sein Magister machen.Das habe ich schon gelesen.

LG
Moni:klavier:
 
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Hallo!
Tut mir leid, wenn ich den Thread hier jetzt missbrauche. ;)

Aber auch ich interessiere mich für das Studium der Musikwissenschaften.
Klavier zu studieren oder Musik auf Lehramt habe ich abgehakt, daher fehlt mir zu viel Wissen ebenso die Technik...jedenfalls gehe ich davon mal aus. Auch wenn ich seit ca. 10 Jahren spiele und mir mittlerweile alles selbst schnell beibringen kann. Die Aufnahmeprüfung wäre auch jetzt schon im Februar. Und da ich sowieso schon recht "alt" bin...

Meine Frage lautet jetzt: wie stehen die Berufschancen mit Musikwissenschaften? Was kann ich damit nach dem Studium genau anfangen?

Übrigens weiß ich, dass man in Kiel kein Latinum braucht bzw. vergleichbar sind auch Sprachen wie Französisch etc. ;)

Ich danke im Voraus für Antworten!
 
G

Gomez de Riquet

Guest
Als Musikwissenschaftler bist Du reif für die Umschulung.

Früher konnte man vielleicht hoffen, als Quereinsteiger
in einem Verlag (Lektorat), beim Rundfunk (Redakteur)
oder in der Journalistik (dito) zu landen -
aber die Zeiten sind vorbei.

Wenn Du das Fach nicht aus tiefster Zuneigung studierst,
wozu dann auch Lateinkenntnis gehörte, dann lerne lieber gleich das,
wozu Du später umgeschult werden mußt.
 
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Vielen Dank für die Antwort!
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Das heißt, das ich jetzt nicht unbedingt ein Großes Latinum brauche ?
Das ist ja schonmal was;)
Bonjour,

ich finde es sehr schade , dass das Latein so vernachlaessigt wird. Latein hilft enorm beim lernen anderen Sprachen ausserdem ist es gerade fuer Pianisten sehr zu empfehlen. Latein besitzt eine klare Struktur dies hilft in vielem weiter, so konnte ich haeufig erfahren das Pianisten die Latein konnten besonders gute Bach spieler waren auch Mozart usw.Ich hatte acht Jahre Latein und liebe es heute noch weil es mir auch viele Vorteile brachte, ich konnte schon mit Leuten kommunizieren die aus Japan kammen einer sprach auch Latein es war sehr amusierend und man verstand sich untereinander.Allso hoppla lernt Latein macht wirklich Spass
Cordialement
Destenay:rolleyes::rolleyes:
 
 

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