Ein Stück auswendig lernen

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von playitagain, 20. Jan. 2019.

  1. mick
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    mick

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    Empfindung ist allerdings etwas ganz Subjektives. Verständnis ist das intellektuelle, also begründbare Erfassen eines Sachverhaltes. Beides hat nicht viel miteinander zu tun. Im besten Fall kann das Verständnis die Empfindung erklären.
     
  2. Steinbock44
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    Steinbock44

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    Lieber @mick, du siehst von vollen Analysen die Bäume im Wald nicht.

    Zitate:
    ….. a-Moll-Walzer ein Tanz der Seele und der Tristesse. Chopin selber war er der liebste aller seiner Walzer. Sie hören Arthur Rubinstein, der den inneren Gegensätzen – ihrer funkelnden Brillanz auf der einen Seite und ihrer Melancholie auf der anderen – auf vollendete Weise gerecht geworden ist.

    Melancholie – die positive Traurigkeit

    Wer kennt solche Tage nicht: Man ist schwermütig, hat nahe am Wasser gebaut. Beinahe ist es, als ob sich ein feiner Schleier über die Seele gelegt hat, der alles in einem traurigen Licht erscheinen lässt. Der alte Mann, der einsam an der Haltestelle sitzt, oder das kleine Kind, das hingefallen ist und – Kleinigkeiten genügen schon, um einem die Kehle zuzuschnüren oder die Tränen fließen zu lassen.
     
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  3. playitagain
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    playitagain

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    Wenn jetzt jeder deiner Buchstaben 8 Takte sind dann ist wohl
    AA BB aCaC AD richtig ... ;-)Glaube jetzt habe ich diesen Buchstabenwald verstanden.
     
  4. mick
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    mick

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    Oh, ich sehe sowohl einzelne Bäume als auch den ganzen Wald. Deshalb muss ich auch nicht im Nebel stochern oder mir nebulöses Zeug aus dem Internet zusammengoogeln... ;-)
     
  5. Klavirus
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    Klavirus

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    Mal weg von allem Analytischen und Melancholie-Geschwurbel ein ganz profaner Rat zum Auswendiglernen. Hat man begonnen, sich das Neue einzuverleiben, vermeide man - z.B. am nächsten Tag, wenn man sich selbst in seinem Bemühen um's Vorankommen kontrollieren möchte, allzuschnell wieder die Noten zuhilfe zu nehmen. Zuerst wird unter Ausnutzung des gesamten Hirnschmalzes versucht, soviel wie möglich zu erinnern, erst als allerletzte Maßnahme werden die Noten hervorgeholt! Das wirkt langfristig gesehen als reinstes Wundermittel zur Förderung o.g. Fähigkeiten.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Jan. 2019
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  6. Steinbock44
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    Steinbock44

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    Für mich ist Melancholie eine Art Traurigkeit, Betrübtheit …. ob sie dann gross oder klein, ist unrelevant. OK, Wiki hat mit dem "great sadness" danebengegriffen. Gestorben ist in dem a-moll Walzer niemand (sonst wäre es Requiem), … traurig ist er trotzdem.

    N.B. @playitagain …. du schusterst dir das Wissen aus Internet-Forum. Du bekams hier quer Bett viele z.T. widersprüchlichen Tipps und Ratschläge. Ich hoffe für dich, du kannst zwischen Käse und Schimmelkäse unterscheiden.
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Jan. 2019
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  7. playitagain
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    playitagain

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    Was ist widersprüchlich für dich? Wie siehst du das?
    Was sind deine Tipps zum auswendig lernen? (Hast jetzt zahllose Einträge gemacht die ja nur am Rande etwas mit auswendig lernen zu tun haben;-))
     
  8. rolf
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    rolf

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    ...Soso... bislang dachte man, dass man an solchen Unannehmlichkeiten wie Krebs, Hirnschlag, Autounfall etc. stirbt, nun kommt Requiem noch als weitere Todesursache hinzu... ...bei allen Göttern: diese Sorte von Weisheit wird niemand auswendig lernen wollen, weder mit noch ohne Theorie.
    :021::021::021::021:
     
  9. Steinbock44
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    Steinbock44

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    Ja, siehe Post #9
    Bei mir funktioniert es über Notenbildergedächtnis, Melodie, Notenmuster und Fingergedächnis. Ich habe auch keine Probleme das Klavierspiel im Kopf ablaufen lassen. Mein üben ist nicht immer am Instrument, sehr viel wird mental durchgeführt. @chiarina hat es gut erklärt .... jeder ist individuell.

    Der gute @rolf schrieb selber, das er sich Gedichte nur schwer merken kann, Daführ funktioniert es bei der Musik. Ich selbs habe Mühe mir Namen zu merken dafür keine Mühe mir Noten zu merken usw.
     
  10. Steinbock44
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    Steinbock44

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    Sorry Rolf, postum nicht während. Aber man kann sich so ein Stück auch vorher bei dem Komponisten bestellen.
     
  11. playitagain
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    playitagain

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    Ja ich denke das ist auch eine wichtige Erkenntnis in diesem Faden.
    Jeder muss seine Methode finden zum auswendig lernen.
    Und da hilft natürlich sehr weiter wenn man viele Methoden kennt.
    Einen Widerspruch kann ich nicht ausmachen.
     
  12. Melegrian
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    Melegrian

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    Musik, dass was beim Hörer davon ankommt, ist nur Empfindung. Wenn playitagain später zufällig an einem Klavier vorbei kommt, dann interessiert es doch keinen zuhörenden Menschen, was beim Üben im Notenblatt stand, sondern jeder Zuhörende empfindet es doch nur so, wie es playitagain gerade spielt.

    Und ja, subjektiv, nicht jeder mag jedes Werk, den gleichen Stil oder was auch immer. Doch so subjektiv nun wieder auch nicht, wenn man bedenkt, wie gut ausgewählte Filmmusik, die zum größeren Teil nur unterschwellig aufgenommen wird, die Empfindungen in die eine oder andere Richtung beeinflussen kann und das ziemlich einheitlich beim größeren Teil der Zuschauer.
     
  13. Klafina
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    Klafina

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    Sich das überhaupt einmal klarzumachen ist bereits sehr hilfreich.

    Bei mir geht viel über die auditive Wahrnehmung in der Musik - interessanterweise hasse ich aber Hörbücher. Aber ich kann praktisch jedes Stück, das ich am Klavier erarbeite, singen (also jedenfalls die Melodie). Eigentlich bin ich jemand mit einem ausgeprägten visuellen Gedächtnis - nicht jedoch bei Notentexten. Das motorische Gedächtnis hat sich bereits verbessert, so zumindest nehme ich es wahr. Das analytische ist in der Tat bei mir (noch) eher unterentwickelt, manches erfasse ich sofort und kann es auch beim Auswendiglernen umsetzen, anderes sehe ich überhaupt nicht. Und Vorstellungskraft für Emotionen, Geschichten etc … habe ich, kann sie aber nur bedingt umsetzen. Beim Auswendiglernen helfen sie mir (bisher?) gar nicht.
     
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  14. Steinbock44
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    Steinbock44

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    Wenn ein Lehrer behauptet, zuerst getrennt die Hände üben und dann zusammen, so lernt man das Musikstück am schnellsten. Der andere dagegen … Unsinn, von Anfang an mit beiden Händen üben führt am schnellsten zum Ziel. Die zwei stehen sich gegenseitig im Widerspruch. Widersprüchliche Ansichten heisst nicht immer, dass sie falsch sind. Wenn @mick der Meinung ist, dieses Stück lernt man am schnellsten über die Basslinie und der andere kontert, nein so einfach funktioniert das nicht … dazu braucht es unbedingt die Stimmen … dann steht er im Widerspruch zu @mick. Wer Recht hat ist dann andere Geschichte. Je nach Situation u.U. beide …. Diskussion ohne Widersprüchen ist langweilig ;-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Jan. 2019
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  15. Revenge
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    Revenge

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    Petri's Schüler, Libermann, vertritt:

    Hände getrennt nur in besonderen Fällen. Sonst zusammen.

    Wer dagegen spricht, steht im Widerspruch zu Egon Petri und seinen Abkömmlingen. ;-);-);-)
    Es GIBT aber Fälle, wo "getrennt" besser ist, als zusammen ah, sagte ich ja oben bereits, bzw. nicht ich, sondern dieser ukrainische Petrischüler. :super:


    Sachverhalte sind auf Clavio eingehend beschrieben und ausdiskutiert.

    LG, Rev.
     
  16. Klavirus
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    Klavirus

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    Was irgendein Petri oder sonstwer vertritt, ist mir vollkommen egal, denn auswendig lernen muss man selber. Da hilft der einem gar nicht. Und irgenwas strikt oder ausschließlich oder immer so oder so zu tun ist sowieso Schwachsinn.
    Natürlich hilft es, die Hände getrennt spielen zu können (mMn hilft es auch sehr beim Auswendiglernen)! Die meisten müssen das üben, wer das nicht muss, ist gut dran, braucht das aber nicht bei allen anderen vorauszusetzen.
     
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  17. rolf
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    rolf

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    Auch dann stirbt man nicht an einem Requiem - ein bissel vorm schreiben überlegen wird dir nicht schaden.
     
  18. Melegrian
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    Melegrian

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    Notentexten sehe ich auch nicht vor mir, dafür z.B. beim letzten ein kleines Segelschiff bei ruhiger See, wie es sich langsam nähert, wobei die Anlandung bei diesigem Wetter in der Dunkelheit erfolgt. Wetter und Dunkelheit könnte so bleiben, weil der weitere Weg unbestimmt ist, es fehlt aber bei der ruhigen See noch der Wunsch nach einer kleinen Brise. Die Bilder entstehen eigentlich von alleine und helfen oder helfen nicht, bilden eigentlich nur einen Rahmen für eine visuelle Vorstellung.
    Die wirken sich bei mir auf die Anschläge aus. Oder besser gesagt, ich versuche die so hinzubekommen, wie ich meine, dass diese meinem zu vermittelnden Gefühl entsprechen. Gelingt nur noch nicht immer so richtig, ist aber bei mir ein Teil vom Üben und Lernen.
     
  19. Steinbock44
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    Steinbock44

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    Oh je Rolf, da lag ich wieder mal daneben, Deutsche Sprache, schwere Sprache. …. nein nicht während oder deswegen …. "post mortem".
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Jan. 2019
  20. Alter Tastendrücker
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    Alter Tastendrücker

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    Und wenn dann der dritte Lehrer kommt und sagt bei einem mir aus längerem Unterrichten bekannten Schüler ist eine zweistimmige Bach Invention am leichtesten zu bewältigen, wenn zuerst beide Hände einzeln gespielt werden, während die zweite Liszt Consolation fast von Anfang an durch beidhändiges Üben in sinnvollen mit dem Schüler erarbeiteten Abschnitten zu erlernen ist?
    Geht dann die Individualisierung des Unterrichts zu weit?
    Und wenn derselbe Lehrer einem anderen Schüler empfiehlt die gleiche Bach Invention sofort beidhändig zu spielen, weil dieser Schüler kein schlechter Blattspieler ist und bereits andere Inventionen erfolgreich gespielt hat ist dann ein Skandal der Inkonsequenz??
     
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