Eigenkompositionen

  • Ersteller des Themas Andreas412
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Andreas412
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Was haltet ihr von meinen Eigenkompositionen? Ich spiele eigentlich komplett vom Gehör und habe eigentlich nur geringe Notenkenntnisse. Deshalb bleibt mir nur die Aufnahme meiner Werke.

Schreibt ihr eure Kompositionen schön säuberlich auf oder spielt ihr auch auswendig?

Meine derzeitige Aufnahmequalität läßt natürlich zu wünschen übrig, da nur über Laptop Mic aufgenommen wurde. Werde mir aber ein Studio Mic kaufen, wenn der Preis stimmt :(

http://www.youtube.com/watch?v=Y8Q89ctgVno

Im Kanal sind noch andere Aufnahmen verfügbar. Bei Interesse einfach mal reinhören.

Über Kommentare würde ich mich sehr freuen.
 
X
xXpianOmanXx
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die ganzen accelerandos scheinen mir völlig fehl am platz. aber ansonsten ist es an sich (obgleich nichts für _meine_ ohren ;)) ganz ok.
 
P
peterk
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Hi!

Grundsätzlich sehr geil weil das doch alles nur plumpe Covers sind die hier sonst am Klavier gezeigt/gespielt werden. Die Kreativität kann sich IMHO nur in eigenen Stücken entfalten. Alte Meister/Klassiker in Ehren aber eine gute eigene Nummer ist mir wesentlich lieber (ich nehm die Schelte gerne in Kauf und pfeiff drauf).

Mir finde den Anfang von New Beginning zu "klassisch" - dann wird es sehr popig - hmmh ok "new beginning" - könnte ja das Thema sein aber der Übergang ist mir zu krass.

Tower find ich gelungen ohne jetzt jede Note zu analysieren. Aber alles Geschmacksache wie beim Essen :-)

September muß ich noch ein paar mal hören... ;)

Gruß, Peter
 
G
Gomez de Riquet
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Hallo, Maestro!

Mir geht's ähnlich wie xXpianOmanXx -
der Sinn der Accelerandi erschließt sich mir nicht,
und stilistisch liegt mir diese Art von Musik auch nicht sonderlich.

Aber Du hast zwei hübsche Einfälle: eine präludierende Bewegung zu Beginn
und ein klar konturiertes Thema mit passender Begleitung.
Das Problem: Die beiden Einfälle passen nicht so richtig zueinander.
Was mir wiederum sehr gefällt - daß Du sie nicht wörtlich wiederholst,
sondern Varianten bildest.

Die "Klebestelle", mit der Du die beiden Einfälle verbindest,
hört man jedenfalls deutlich, und sie ist - für meinen Geschmack - mißglückt.
Wenn Du etwas besseres findest, das die beiden Abschnitte eleganter
miteinander verknüpft, wäre das für Dein Stück ein Gewinn.

Gruß, Gomez
 
hasenbein
hasenbein
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2 Dinge:

1) Maestro412, ich habe das verlinkte Stück und noch anderes aus Deinem Youtube-Channel gehört.

Dabei fällt mir auf, daß Du überwiegend ein Mittel / Konstruktionsprinzip benutzt: nämlich eine nette Akkordfolge zu nehmen und diese dann mit Arpeggien etc. "auszuschmücken". Ich nehme mal an, das hast Du von allen möglichen Popklavierstücken und Popklavierbegleitungen im Ohr.

Du nimmst Dir durch die fast ausschließliche Fixierung darauf aber sehr viel kompositorische Möglichkeiten, und Deine Stücke bekommen leicht etwas Gleichförmiges.

Geh' doch beim nächsten Stück mal nicht von einer Akkordfolge als Anfangsidee aus, sondern von einer Melodie. Diese versiehst Du dann mit unterschiedlichen Begleitungen oder wandelst sie mittels verschiedener Variationstechniken um. Guck' mal, daß vielleicht mal nicht immer dieselbe Akkordfolge im Kreis gespielt wird, sondern sich die Akkordfolge ganz geschmeidig an wechselnde Anforderungen der Melodie anpaßt. Und beschäftige Dich mal mit echter Zweistimmigkeit oder Dreistimmigkeit - d.h., daß die Begleitung auch mal eine echte "Gegenmelodie" zur Hauptmelodie ist.

Auch kann man mal stärkere Kontraste zwischen vollem Klang mit vielen Tönen und ganz sparsamen, "dünnen" Klängen schaffen.

Und man kann mal bewußt die Vorgabe setzen: Ich will mal ein Stück mit ganz anderen Rhythmen oder mit einer anderen Taktart schreiben.


2)Peterk, mit Verlaub, das ist Bullshit!

Die Kreativität erwächst immer aus aufmerksamem Studium dessen, was bereits da ist. Kreativität entsteht niemals "aus dem luftleeren Raum".

Und wenn jemand das, was da ist, nicht vernünftig studiert hat, dann wird seine Kreativität immer amateurhaft bleiben. Daher ist für Pianisten jahrelange Beschäftigung mit klassischen Werken (bzw. für Jazzpianisten das Hören und Nachspielen wichtiger Jazz-Stilisten) unumgänglich.

Alle klassischen Komponisten, die etwas Neues geschaffen haben und deswegen berühmt sind, haben anfangs extrem fleißig und genau die Tradition studiert.

Und alle Jazzpianisten, die heute als kreative Neuerer gelten, haben anfangs die Solos der Großen vor ihnen studiert und geübt.

"Covers" abzuwerten, zeugt von tiefer Unkenntnis des künstlerischen Prozesses; so etwas kann nur von jemandem gesagt werden, der selber musikalisch kaum etwas kann. Man liest aus Deinen Zeilen, Peterk, eine Abwertung handwerklicher Fähigkeiten heraus, und ich wette meine Oma darauf, daß Du noch kein guter Klavierspieler bist.

Richtig ist allerdings, daß im klassischen Bereich die meisten Instrumentalisten immer wieder nur die selben paar Stücke spielen, weil diese am berühmtesten sind oder auch "zum Klavierlernen am günstigsten sind". Viele trauen sich nicht, "Randrepertoire" zu spielen, weil sie ja an der Spitze mitmischen wollen, und das geht wegen der mangelnden Vergleichbarkeit scheinbar mit Randrepertoire nicht. (Wettbewerbe haben hier viel Schaden angerichtet.)

Zuguterletzt muß mal gesagt werden, daß es letztlich vollkommen wurscht ist, ob eine Aufführung aus "Covers" besteht oder nicht; entscheidend ist nur die Qualität und der künstlerische Gehalt. "Neuheit" ist kein Kriterium für die künstlerische Qualität.

Ich für meinen Teil höre lieber einen exzellenten Pianisten Brahms spielen als jemanden eine schlechte Eigenkomposition darbieten.

LG,
Hasenbein
 
G
Gomez de Riquet
Guest
Ich für meinen Teil höre lieber einen exzellenten Pianisten Brahms spielen
als jemanden eine schlechte Eigenkomposition darbieten.

Na, Hasenbein,

wer die Sichtweise anderer Forumsmitglieder als Bullshit bezeichnet,
muß verkraften können, wenn dieses Wort auf ihn zurückfällt -
oder zumindest auf einen so unqualifizierten Kommentar wie den oben angeführten.

Der Vergleich eines ausgebildeten Pianisten, der das Werk eines versierten Komponisten spielt,
mit einem sich der Materie autodidaktisch nähernden Musikliebhaber,
der ohne Notenkenntnisse seine Musik am Klavier zusammensucht und -findet,
- dieser Vergleich ist unfair und verrät bei Dir ausgeprägten Hochmut.
Selbst wenn Du glaubst, hier PeterK eins auswischen zu müssen,
triffst Du mit Deiner Schlußbemerkung Maestro412.

Den Vergleich mit einem exzellenten Pianisten oder einem Komponisten wie Brahms
hat Maestro412 nirgendwo bemüht. Er stellt seine Musikstücke zur Diskussion,
freut sich an dem, was ihm gelungen ist, und bittet um Rückmeldungen,
woraus auch Du schließen könntest, daß er dazulernen möchte.

Gruß, Gomez
 
hasenbein
hasenbein
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Stimmt, Gomez, ich habe tatsächlich nicht bedacht, daß mein letzter Satz auch Maestro412 treffen könnte!

Dafür bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung, lieber Maestro412!

Denn das war 100% nicht gemeint! Ich habe mich mit allem, was in der 2. Hälfte meines Postings steht, ausschließlich auf Peterk bezogen!

Und auf seine Aussage, eigene Kompositionen seien automatisch besser als "Cover", die ja nun wirklich falsch ist.

Ich habe wohl wirklich vergessen, am Anfang mit hinzuschreiben, daß ich für einen Amateur und Autodidakten die Kompositionen von Maestro412 wirklich schon gelungen finde. Auch schließe ich mich den bisherigen Kommentaren (außer Peterk's) an und finde super, daß er sich um Abwechslung in den Stücken bemüht und auch bestrebt ist, sie abwechslungsreich zu interpretieren (was halt ab und zu zu aufgesetzten Tempoänderungen oder aneinandergeklebten Teilen führt, aber so what - Versuch macht kluch!). Meine an ihn gerichteten Sätze sollen lediglich Vorschläge für die weitere Arbeit sein. Generell gucke ich gerne bei Schülern und Studenten (auch in bezug auf Improvisationen): Wo ist bei ihm die eingeschliffene Gewohnheit, die er nur ab und zu fahren lassen müsste, um gleich abwechslungsreicher zu improvisieren und zu komponieren? Und bei Maestro412 ist dies meiner Meinung nach halt das Ausgehen von "Akkordfolgen" (statt von Motiven, Melodien oder Rhythmen).

Nun könnte natürlich jemand einwenden: Hasenbein, Du nennst es "eingeschliffene Gewohnheit" - woher willst Du wissen, daß es nicht einfach der persönliche Stil des Komponisten ist?

Selbstverständlich muß man dies unterscheiden, und es wäre ja z.B. Quatsch, zu Anton Webern zu sagen: "Hömma, Du komponierst immer mit so komischen schrägen Intervallen (Septimen, Nonen) und so supersparsame, superkurze Stücke - nimm doch mal andere Intervalle, bau' auch mal 'n Dreiklang rein, und schreib doch einfach mal was Längeres, Opulenteres!" :D:cool:

Im Fall von Maestro412 meine ich aber aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen davon auszugehen zu können, daß Maestro412 sich einfach noch zu wenig mit anderen Möglichkeiten beschäftigt hat (zumal er ja auch so komponiert, daß er einfach losspielt und die Stücke er-improvisiert, so daß bestimmte Spielgewohnheiten oder technische Begrenzungen leicht bestimmend werden) und er bestimmt über Anregungen froh ist.

LG,
Hasenbein
 
G
Gomez de Riquet
Guest
Na, und ich nehm den "ausgeprägten Hochmut" zurück -
das war zu polemisch.

Es wäre ja z.B. Quatsch, zu Anton Webern zu sagen:
"Hömma, Du komponierst immer mit so komischen schrägen Intervallen (Septimen, Nonen)
und so supersparsame, superkurze Stücke -
nimm doch mal andere Intervalle, bau' auch mal 'n Dreiklang rein,
und schreib doch einfach mal was Längeres, Opulenteres!"

Ich stelle mir die Szene vor - Ort: Wien, Zeit: 1914.

Nach der Uraufführung der "Drei kleinen Stücke op.11" für Cello und Klavier
nimmt Kaiser Franz Joseph den Komponisten huldvoll beiseite und sagt:
"Reichlich wenig Noten, mein lieber Webern."
Und Webern antwortet:
"Grad so viele Noten, Eure Majestät, als nötig sind."


Gruß, Gomez
 
klavigen
klavigen
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also Gomez,

war das nun Webern oder Mozart ?

Irritierte Grüsse
 
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Gomez de Riquet
Guest
Im Original: das Wolferl

In meiner Abwandlung: der Toni
 
hasenbein
hasenbein
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Zwölf-Toni :D:D
 

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Andreas412
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Vielen vielen Dank für die Beiträge!

Habe ehrlich gesagt nicht mit einem so fachlich fundierten Feedback gerechnet. Ich nehme die Kritik dankend an und nehme mir die Ratschläge zu Herzen. Bei genauerer Betrachtungsweise kann ich vielen Kritiken nicht widersprechen. Die geringen Notenkenntnisse verweigern mir leider viele Möglichkeiten sich mit anderen Komponisten und deren Musikstielen auseinander setzen zu können. Ich komme mir manchmal vor, als müsse ich das Rad immer wieder neu erfinden.

Jedoch muss ich zu meiner Verteidigung sagen, das dies nur ein begrenzter Einblick in meine kompositorische Arbeit ist. Ich habe viele Stücke, die mir als zu speziell und eigenwillig erscheinen. Ich sträube mich ein wenig Diese zur Verfügung zu stellen da ich unsicher bin, ob sie der breiten Masse an Zuhörern gefallen könnte.
Das Stück "New Beginning" sowie "September" orientieren sich da meiner Meinung nach eher dem Mainstreaming.

Aber da sich innerhalb dieses Forums doch der ein oder andere Experte befindet, bedenke ich doch diese Stücke ebenfalls hoch zuladen.

Geschmack ist Geschmack, dennoch kann man jeden Geschmack beschreiben und kategorisieren.

Vielen Dank nochmals für alle Begutachtungen!

Hat jemmand von euch eigene Kompositionen bei Youtube oder ähnlichen Plattformen?
 
G
Gomez de Riquet
Guest
Hi, Maestro!

Meine Bitte: dringend hochladen - her damit!

Viele Grüße!

Gomez
 
hasenbein
hasenbein
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Lieber Maestro412,

Du darfst Dich keinesfalls daran orientieren, was "der breiten Masse gefällt"!

Du kannst nur dann wirklich kreativ sein, wenn es Dir sch...egal ist, was andere davon denken und Du ausschließlich Deinem eigenen kreativen Impuls folgst!

Und wenn Dir die "eigenwilligeren" Kompositionen selber wirklich gefallen (tun sie das?), dann wird es auch Liebhaber auf Youtube geben. Und zwar dann eben nicht nur Angehörige der "breiten Masse" (die, wie Du hoffentlich schon gemerkt hast, einen sehr zweifelhaften, flachen Musikgeschmack hat), sondern auch Kenner! Ich meine, wann bist Du stolzer auf Deine Komposition: wenn 10 dumme Teenies sowie Deine halbtaube Oma Dein Werk loben, oder wenn 1 erfahrener Musiker Dein Werk lobt?

LG,
Hasenbein
 
Y
Yannick
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dazwischen liegen welten"!

naja der englische name störrt mich schon :D
 
R
RedApple2237
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Die Accelerandos in deiner ersten Komposition (Seite 1) sind wirklich fehl am Platz. -.-

Wegen dem auswendig spielen: Das finde ich nicht empfehlenswert. Ich benutze Sibelius 4 und ein Midi-Keyboard für die Notierung; danach kann man das Ganze ausdrucken und spielen. 8-)
 
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G
Gomez de Riquet
Guest
...Die geringen Notenkenntnisse verweigern mir leider viele Möglichkeiten,
sich mit anderen Komponisten und deren Musikstilen auseinandersetzen zu können.
Ich komme mir manchmal vor, als müsse ich das Rad immer wieder neu erfinden.

Jedoch muss ich zu meiner Verteidigung sagen, das dies nur ein begrenzter Einblick in meine kompositorische Arbeit ist.
Ich habe viele Stücke, die mir als zu speziell und eigenwillig erscheinen.
Ich sträube mich ein wenig, diese zur Verfügung zu stellen, da ich unsicher bin,
ob sie der breiten Masse an Zuhörern gefallen könnte.

Gratulation, Maestro,

daß Du die beiden Stücke jetzt doch hochgeladen hast!
Und Gratulation zu den beiden Stücken selbst - sie zeigen Dich von einer ganz anderen Seite!
Sie sind auf jeden Fall viel eigenwilliger als die Musik, mit der Du Dich vorgestellt hast,
und ob sie nun einer breiten Masse an Zuhörern gefällt oder nicht, ist völlig irrelevant.
Das sagt doch nichts über die Qualität der Musik aus!

Natürlich hört man in diesen Stücken Unsicherheiten.
Es gibt holperige Stellen darin. So ist es halt, wenn man das Rad neu erfinden muß.
Hast oder hattest Du jemals Klavier- bzw. Kompositionsunterricht?
Wenn Du den Unterricht scheust - wie wäre es, wenn Du Dich selbst unterweist?
Zum Thema Komposition kann ich dringend empfehlen, daß Du Dir Werke nimmst,
die Dir etwas bedeuten, und die Noten zu lesen lernst, um sie spielen und analysieren zu können.

Analyse ist meistens trockener Selbstzweck.
Aber richtig betrieben bedeutet sie Folgendes:
Du schaust den Komponisten in ihre Werkstatt, guckst ihnen zu,
wie sie ein bestimmtes Problem lösen, satztechnisch, formal, sonstwie.
Wenn Du das Lesen der Noten scheust, kannst Du Dir die Kenntnisse
auch durch reines Hören zulegen. Jedenfalls sind die von Dir favorisierten Komponisten
garantiert hilfreiche Geister: Sie werden Dir zeigen, wie sie das Rad neu erfunden haben.

Herzliche Grüße!

Gomez

-
 
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