Der beste Pianist aller Zeiten

.marcus.

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Dann hatte er wohl so was wie ein fotografisches Gedächtnis, nur fürs für Gehör?
Oder wie soll das sonst möglich sein?
Peter Feuchtwanger hat berichtet, dass auch Clara Haskil dazu in der Lage war. In einem seiner Texte steht, dass sie in einem Privatkonzert die Liszt-Etüde "Feux Follets" im Privatkonzert bei Perlemutter gehört hat und sie drei (?) Tage später bei ihrem eigenen Konzert als Zugabe spielte. Als sie von einem Zuhörer gefragt wurde, ob er mal in die Noten sehen dürfte, antwortete sie: "Ich habe sie nie gesehen" :)

Muss mal schaun, ob ich den Text noch finde

EDIT: Hier der Originaltext:
"Haskil hatte ein unglaubliches Gehör. Sie hat "Feux Follets", eine der schwersten Liszt-Etüden, von Vlado Perlemuter in einem Privatkonzert gehört. Zwei Tage später spielte sie sie als Zugabe. Und als man sie nach dem Konzert bat, einmal in die Noten sehen zu dürfen, erwiderte sie: 'Ich habe sie nie gesehen!'"

marcus
 
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Stilblüte

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Also auf (deutlich) niedrigerem Niveau kann ich das auch.
Man muss sich dazu 1. sehr genau das Stück merken können, Harmonie, Rhythmus und Melodie. Dazu gehört natürlich auch, dass man erkennt, in welcher Lage/Umkehrung etwas gespielt wird, welche Töne verdoppelt werden usw., das ist Gehörbildungssache.
Und außerdem muss man in der Lage sein, Melodien, die man im Kopf hat, richtig auf dem Klavier nachzuspielen, d.h. die Tasten zu finden, und außerdem hören, was falsch und was richtig ist.
 
Ayberk

Ayberk

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Welchen Wert und Sinn hat es, über die Spielkunst von Pianisten zu Urteilen, die man nie gehört hat? Gott und die Welt kann noch so viel über Liszt und Chopin geschrieben haben, das ungehört auf den (hoffentlich doch vorhandenen) persönlichen Geschmack zu übernehmen, finde ich ziemlich beliebig.
 
thepianist73

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Oder über Bach, der ja fantastisch und wahnwitzig improvisiert haben muss (Fugen, Fantasien etc).

Auf Klavier UND Orgel.

Das werden wir leider auch nie einschätzen können.
 
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Marcel Petzold

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Welchen Wert und Sinn hat es, über die Spielkunst von Pianisten zu Urteilen, die man nie gehört hat? Gott und die Welt kann noch so viel über Liszt und Chopin geschrieben haben, das ungehört auf den (hoffentlich doch vorhandenen) persönlichen Geschmack zu übernehmen, finde ich ziemlich beliebig.
Endlich mal jemand der das auch nicht versteht. Ich kann diese unbeweisbaren Superlative nicht ernst nehmen, denn ich würde sie ja nicht einmal einem Pianisten zuordnen, den ich gehört habe. Und in den Raum zu stellen, Liszt sei der "größte Pianist aller Zeiten" gewesen... war der überhaupt 1,70? ;)
 
Walter

Walter

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Nachtrag zu Liszt

Was heißt beweisbar? - Zeugenaussagen haben sogar vor Gericht Beweiskraft. Über Liszts Spiel gibt es Zeugenaussagen von Anhängern und Kritikern, von Berlioz, Chopin, Bizet, Meyerbeer, Schumann, Mendelssohn, Wagner, eine ganze Generation von Schülern und Mitarbeitern wie Saint-Saens, Taussig, Cornelius, Raff, von Schriftstellern wie Heine, ... Welche Sachen Liszt gespielt hat ist ja unzweifelhaft bekannt.
Also bitte Vorsicht mit dem Prädikat "unbeweisbar".

Wollen wir solche historischen Einschätzungen nicht zulassen, dann hat dieser Threat eigentlich keinen wirklichen Sinn.

In diesem Sinn - Grüßle
Walter
 
iLLumination

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(konnten außer ihm meines Wissens nur wenige: Mozart, Bizet und ??)
Glasunow!

Wenn man ernsthaft an die Sache herangeht, dann würden wohl Chopin, Liszt und Beethoven in die engere Auswahl kommen. Nur von denen gibt es natürlich keine Aufnahmen, was das Ganze dann sehr unobjektiv macht. Außerdem waren diese 3 ja auch bzw hauptsächlich Komponisten, weshalb diese wohl das Klavierspiel eher revolutionierten als ein reiner Pianist, obwohl dieser reine Pianist theoretisch natürlich besser sein könnte.
 
M

Marcel Petzold

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Was heißt beweisbar? - Zeugenaussagen haben sogar vor Gericht Beweiskraft. Über Liszts Spiel gibt es Zeugenaussagen von Anhängern und Kritikern, von Berlioz, Chopin, Bizet, Meyerbeer, Schumann, Mendelssohn, Wagner, eine ganze Generation von Schülern und Mitarbeitern wie Saint-Saens, Taussig, Cornelius, Raff, von Schriftstellern wie Heine, ... Welche Sachen Liszt gespielt hat ist ja unzweifelhaft bekannt.
Also bitte Vorsicht mit dem Prädikat "unbeweisbar".

Wollen wir solche historischen Einschätzungen nicht zulassen, dann hat dieser Threat eigentlich keinen wirklichen Sinn.

In diesem Sinn - Grüßle
Walter
Ich würde niemals bestreiten, das Liszt ein großer Pianist gewesen ist. Aber:

A) Alle "Zeugenaussagen" lassen unberücksichtigt, das jene niemals die nachfolgenden Pianisten gehört haben. Ein moderner Pianist wie Richter würde ihnen vielleicht als Übervirtuose erscheinen, denn die Pianistik hat sich seit Liszt durchaus weiterentwickelt. Wie ich früher schon erwähnte, hat Liszt sicher auch wohl eher als Komponist denn als Pianist verstanden, anders ist sein früher Rückzug aus dem Konzertbetrieb kaum zu erklären.

B) In einer Verhandlung würden Zeugenaussagen gegen audiovisuelle Beweise verlieren.

Übrigens ist die Geschichte vom einmal gehörten und danach korrekt wiederholten Musikstück bei so vielen Musikerbiographien zu finden, das man meinen könnte es gehöre einfach dazu. Die einzig belegten Tests in dieser Hinsicht wurden meines Wissens mit Savants wie Leslie Lemke gemacht. Das Ergebnis war zwar eine beeindruckende Genauigkeit, jedoch keine hundertprozentige. Ein Bachpräludium wäre vermutlich für jeden der Genannten relativ unproblematisch zu memorieren, denn Modulation und Tonsprache sind in normalem Fahrwasser. Das Gehirn fasst bekannte Strukturen zu einem Block zusammen und merkt sich nicht mehr die einzelnen Noten. Ähnliches kennt jeder vom Blattspielen, man sieht nicht cdefgahc sondern einen Lauf und spielt ihn. Wenn die Textur jedoch irrationale Elemente enthält, oder in ihrer Gesamtheit ist, wie bei Schönberg, dann stößt auch das größte Genie an seine Grenzen.

In diesem (anderen) Sinne

Marcel
 
 

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