Comptine d'un autre été: L'après midi

Wie findet ihr Comptine d'un autre été: L'après midi?

  • Ich find's göttergleich!

    Stimmen: 38 48,1%
  • Ich kann es nichtmehr erhören!

    Stimmen: 41 51,9%

  • Umfrageteilnehmer
    79
Dein Satz mit den Schulen als Erfüllungsgehilfen mag ja als Bonmot taugen, hat aber mit meinen Ideen nichts zu tun.

verblüffenderweise haben aber Deine Ideen in der Art und Weise, wie Du sie bislang hier vorgebracht hast, mich zu diesem Satz inspiriert - - oder irre ich mich, in Deinen Überlegungen irgendwas über Lehrer als Darsteller etc. gelesen zu haben?

und was ein anderes Deiner Argumente betrifft: war es in Vortragsabenden bzgl. Klavierspiel früher anders???? was soll denn das????

...kaum dass irgendwas eine Deiner mit Verlaub wunderlichen Thesen falsifiziert, so bezeichnest Du das plötzlich als "evident" - - mir wäre lieber, Du würdest Deine Thesen, welche bei mir auf Verwunderung und auch Humor treffen, belegen, statt Dich zu winden wie ein Aal.

...schade übrigens, dass es jetzt nur noch ein paar vernetzwerkte Familien sind... ich hätte mir da was Spektakuläreres gewünscht - - aber ein paar vernetzwerkte Familien, welche Ackermännern und Co. Direktiven erteilen - - - - das ist mir zu schlapp für Science Fiction, Antiutopien und Schulreformen usw. :D :D
 
Und warum sollte nicht mehr geforscht werden? Der Mensch ist neugierig und wissbegierig und trägt gern seinen Teil bei, vor allem wenn man ihn fair behandelt. Daran mangelt es aber zur Zeit gewaltig. Die Menschen möchten doch ihr Wissen miteinander teilen. Jetzt aber redet man ihnen noch ein, dass sie sich die Alleinstellung sichern müssen und vielleicht ein Patent anmelden, damit nur sie die Pfründe auskosten können.
aber klavigen,

wenn - wie Du behauptest - die Verdummung schon seit längerem wirkt, dann kann beim Forschen nicht viel herauskommen...

erstaunlicherweise aber spricht die Realität dagegen: es kommt doch so manches beim Forschen heraus. Offenbar wird das Forschen nicht von generationenlang verdummten und dabei von irgendwelchen Familien bevormundeten Eseln betrieben...

solche banale Fakten machen es einer behaupteten Massenverdummung nicht eben leicht, sich zu behaupten... :D :D :D
 
verblüffenderweise haben aber Deine Ideen in der Art und Weise, wie Du sie bislang hier vorgebracht hast, mich zu diesem Satz inspiriert - - oder irre ich mich, in Deinen Überlegungen irgendwas über Lehrer als Darsteller etc. gelesen zu haben?

und was ein anderes Deiner Argumente betrifft: war es in Vortragsabenden bzgl. Klavierspiel früher anders???? was soll denn das????

...kaum dass irgendwas eine Deiner mit Verlaub wunderlichen Thesen falsifiziert, so bezeichnest Du das plötzlich als "evident" - - mir wäre lieber, Du würdest Deine Thesen, welche bei mir auf Verwunderung und auch Humor treffen, belegen, statt Dich zu winden wie ein Aal.

...schade übrigens, dass es jetzt nur noch ein paar vernetzwerkte Familien sind... ich hätte mir da was Spektakuläreres gewünscht - - aber ein paar vernetzwerkte Familien, welche Ackermännern und Co. Direktiven erteilen - - - - das ist mir zu schlapp für Science Fiction, Antiutopien und Schulreformen usw. :D :D

Du machst es dir wirklich zu einfach.

du verlangst hier in einigen wenigen Beiträgen Beweise für das Wirken von mächtigen Kreisen oder Familien und suchst dir dann deine Hebel aus, die du dann mit lachendem Spott einsetzt.

Um das wirklich schlüssig nachzuweisen arbeiten ganze Heerscharen an Menschen, Schriftsellern, Journalisten usw.

Ich vermute, du möchtest einfach unterhalten werden, wo andere etwas erfahren oder lernen möchten.

Ich bin fast sicher, dass du das Ackermann Interview nicht gesehen hast und dir auch keine Gedanken darüber gemacht hast, was sein Ausspruch

"Dann würde ich auch nicht mehr leben"

bedeutet.
 

warum soll ich es mir schwer machen?

dass allerlei Wirtschaftsdynastien miteinander hadern und in ständigem Wettbewerb auf allerlei Wirkungsebenen sich befinden, ist nicht neu - und schon gar nicht verdummt das die Leute, egal ob es sich um mitmischende oder unbeteiligte Leute handelt.

es ist die von Dir vehement verfochtene "Verdummung von oben oder von schwer fassbaren wenigen Mächtigen", die mir gelinde gesagt recht unglaubwürdig vorkommt.
 
Rolf, Du brauchst nur mal in die Weimarer Republik zu schauen.

Da war es nachweislich so, daß die Hugenberg-Presse, die den deutschen Medienmarkt total dominierte, dem Nationalsozialismus maßgeblich den Weg bereitete.

Das ist nicht Verschwörungstheorie, das ist Fakt.

Und heute finden genau solche massiven Manipulationen "von oben" auch statt, nur subtiler und geschickter. Weil man ja aus der Nazizeit "gelernt" hat und so Rumstata-Propaganda wie damals heute verpönt ist.

Das Doofen-Fernsehen ist u.a. ein Teil davon. Genauso die bewußte Überlastung der Menschen (und auch Schüler) mit Arbeit, damit sie möglichst wenig zum Denken und Kreativwerden kommen.

LG,
Hasenbein
 
Freilich sind - und darum das genau hinschauen von mir empfohlen - die Ursache-Wirkung-Ketten nicht eingleisig, d.h. ein Gefühl muss nicht zwangsläufig zu einer ganz bestimmten Handlung führen (vgl. den von mir erwähnten Kuttenträger, der eben nicht straffällig wird). Nehmen wir ein anderes Beispiel: Dein Gatte küsst Dich, was man durchaus als Handlung bezeichnen kann. Diese Handlung kann verschiedene Ursachen haben: z.B. weil er Dich liebt, z.B. weil das gerade nett ist, z.B. um Dich davon abzulenken, dass er heimlich den Kaufvertrag eines Porsche unterschrieben und dafür Deinen neuen Flügel in Zahlung gegeben hat (((flipp´ mir jetzt bitte nicht aus und renn auch nicht in die Garage: das hier ist fiktiv ))). Da wären für ein und dieselbe Handlung verschiedene Gefühlslagen ursächlich denkbar: Liebe, nett sein, Auto haben wollen. Jede dieser Gefühlslagen kann wiederum verschiedene Ursachen haben.



Hallo Rolf,

das ist absolut richtig!!! Deswegen ist es js auch manchmal nicht einfach, die Hintergründe eines Gefühls zu erforschen. Ein Gefühl kann aus einer momentanen Situation heraus enzstehen, hat aber auch sehr oft mit unseren gemachten Erfahrungen zu tun ( z.B. Kindheit ......). Das Aufzuschlüsseln erfordert eben eine intensive Wahrnehmung und Reflexion.

Nicht anders sieht es mit Ursache und Wirkung bei Comptine aus, lediglich einfacher: denn die Ursache ist sehr einfach zu erklären. Sie ist als Musik belanglos, in jedem Sinn. Und wie man sich Rechenschaft über Gefühle geben kann (ganz wie Du es beschreibst!!), kann man das auch über die Auslöser tun - wenn man denn will. (klavigen würde hier wahrscheinlich einfügen: und wenn man überhaupt die Möglichkeit erhalten hatte, das tun zu können). Das alles ist ja völlig ok - und liefert dabei, was mich nicht wundert, immer noch keinen einzigen Grund, den allgemeinen Satz "restlos alle Gefühle sind zu respektieren und zu akzeptieren" für absolut wahr zu erklären!

Für mich sind ja alle Gefühle echt, nur sehr unterschiedlich und mehr oder weniger intensiv. Was mich an der Comptine immer noch interessiert, ist die Frage, die auch Debbie schon gestellt hat. Wieso solche Stücke wie auch ähnliche Filme, Essen u.v.a.m. doch die Menschen erreichen und diese Gefühle auslösen. Ich weiß, du misstraust deinerseits diesen Gefühlen. Ich aber nicht, deswegen die Frage.

Was Du beschrieben hat, ist das Untersuchen von Gefühlen aus ggf. nötiger psychologischer wenn nicht gar psychiatrischer Perspektive - da wird sehr ganau (und für die Betroffenen oft schmerzhaft!) untersucht, nicht etwa seitens des Therapeuten akzeptiert und auch nicht respektiert (lediglich wird eine, das Untersuchen ermöglichende Situation geschaffen).

Hierbei bewertet [sic] der Therapeut sehr wohl die Gefühle, denn er weiß, dass manche krankhaft, manche widerlich, manche dumm, manche edel usw. sind - dat kennt der. Und er hat eine professionelle Distanz zu diesen Gefühlen, deren Usachenschichtung er aufdeckt und dann Hilfestellung (falls möglich) erarbeitet. Dass auf dem Weg zur Erkenntnis für den Patienten besagte Gefühle wahrgenommen werden müssen, ist kein allgemeines Akzeptieren, sondern ein Arbeitsschritt.

Hier muss ich dir aber mal ausnahmsweise ;) widersprechen. Ein Therapeut darf auf gar keinen Fall irgendwelche Gefühle bewerten, auch nicht insgeheim. Das wäre sogar höchst unprofessionell!!! Der Patient würde eine solche Bewertung auf jeden Fall mitbekommen, sei es durch unbewußte nonverbale Körpersprache o.ä.. Dadurch würde er in seiner Arbeit an sich selbst absolut behindert!!! Therapeuten müssen ja selbst eine Therapie machen, um u.a. solche Bewertungen zu verhindern!!!

Es ist auch für meine Aussage relativ unwichtig, was der Therapeut macht. Wichtig ist, dass der Patient lernt, alle seine Gefühle anzunehmen!!! Denn gerade die sog. negativen Gefühle sind ja meistens die verbotenen, die aber Blockaden im Denken und im Erleben darstellen, uns also daran hindern, neue Sichtweisen auf uns selbst, unsere Umwelt, andere Menschen einzunehmen! Wenn jetzt nach deiner Meinung einige Gefühle nicht zu akzeptieren sind, werden sie von demjenigen, der sie fühlt, nicht angenommen werden können. Dann wird dieses "verbotene" Gefühl umso mehr im Hintergrung agieren und eine Selbstbestimmung verhindern. Ich würde also statt dem Ausdruck "Akzeptieren eines Gefühls" lieber von einer vollkommenen Annahme eines Gefühls ohne jegliche Wertung sprechen. Und wie gesagt, nehme ich meine Gefühle komplett an, kann ich das auch bei anderen machen.

Ich finde diese meine Darstellung hier vollkommen logisch. Ich finde, du solltest mal in diesem Punkt sagen "Chiarina, du hast absolut recht" :D :D :D ! Na, wie wär's? ........

Viele Grüße

chiarina
 
Annahme der Gefühle

Hi chiarina,

wenn es kein Anderer sagt tue ich es:

Chiarina, du hast Recht
 
Hier muss ich dir aber mal ausnahmsweise ;) widersprechen. Ein Therapeut darf auf gar keinen Fall irgendwelche Gefühle bewerten, auch nicht insgeheim. Das wäre sogar höchst unprofessionell!!! Der Patient würde eine solche Bewertung auf jeden Fall mitbekommen, sei es durch unbewußte nonverbale Körpersprache o.ä.. Dadurch würde er in seiner Arbeit an sich selbst absolut behindert!!! Therapeuten müssen ja selbst eine Therapie machen, um u.a. solche Bewertungen zu verhindern!!!
dem Ausdruck "
chiarina

Liebe chiarina,

dass das der Stand der Psychotherapie ist, kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ein Therapeut die Gefühle des Patienten (be)wertet, beurteilt, analysiert. Das hat nichts mit seiner subjektiven Sicht (mag er es oder nicht) zu tun. Wie soll er sonst eine Therapie planen. Und im Rahmen der Therapie spielt es bestimmt eine Rolle, in welcher Weise diese auf die Gefühlswelt des Patienten wirkt.

Aber vielleicht sollten wir alle, die wir hier mit rauchenden Köpfen den zigsten Beitrag unter dem Deckmantel der Comtine fabrizieren, mal um einen Therapietermin nachsuchen....:D Am besten Gruppentherapie....:mrgreen: mit Schubert-Sonaten im Hintergrund...

Grüße von gubu
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Aber vielleicht sollten wir alle, die wir hier mit rauchenden Köpfen den zigsten Beitrag unter dem Deckmantel der Comtine fabrizieren, mal um einen Therapietermin nachsuchen....:D Am besten Gruppentherapie....:mrgreen: mit Schubert-Sonaten im Hintergrund...


Hallo gubu,

oh, das stell ich mir aber nett vor ....:D :D !!!

Es gibt ja verschiedene Ansätze von Therapien. Soweit ich weiss - ich kenne nämlich so einige Therapeuten und habe mich aus Interesse auch damit beschäftigt, gibt es in einer Gesprächstherapie keine Bewertung von Gefühlen. Analysiert werden sie sehr genau, das stimmt. Aber durch eine Annahme der gesamten Person und ihren kompletten Gefühlen, die durch den Therapeuten widergespiegelt werden, lernt und erhält der Patient sehr vieles, u.a. auch Selbstreflexion - dadurch kann er sich weiterentwickeln.

Viele Grüße

chiarina

P.S.: In der Gesprächstherapie gibt es von Seiten des Therapeuten nicht so viel Pläne. Die Entwicklung des Patienten, also der Patient selbst, bestimmt den Weg. Deswegen kann man auch niemanden therapieren, der das nicht will.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Ich finde diese meine Darstellung hier vollkommen logisch. Ich finde, du solltest mal in diesem Punkt sagen "Chiarina, du hast absolut recht" :D :D :D ! Na, wie wär's? ........

hallo Chiarina,

ja, ich sehe, wie sie mit vor Vorfreude stolz geschwellter Brust stramm blinken, die drei günen Smileys... ... aber ach, so gerne ich es auch täte, zwei Gründe hindern mich: erstens haben Sätze wie "ich finde..." es in der Logik leider nicht gerade leicht, zweitens haben psychol. und psychiatr. Therapeuten eine professionelle Distanz zu dem, was ihre Patienten so äußern und treiben (man kann ja darüber nachdenken, warum das so ist).

Wie schon einmal mit der eben ganz und gar nicht in jedem Fall heiligen "Meinung" ist es auch mit den "Gefühlen": sie sind nicht in Bausch und Bogen heilig zu sprechen. (((kann es sein, dass Du manches Verlaufsstadium einer Gesprächstherapie mit dem endgültigen Ergebnis verwechselst?)))

herzliche Grüße, Rolf
 
Rolf, Du brauchst nur mal in die Weimarer Republik zu schauen.

Da war es nachweislich so, daß die Hugenberg-Presse, die den deutschen Medienmarkt total dominierte, dem Nationalsozialismus maßgeblich den Weg bereitete.

Das ist nicht Verschwörungstheorie, das ist Fakt.

hallo Hasenbein,

die rechts/nationale Presse allein hat sicher nicht das Ende der Weimarer Republik bewirkt (falls doch, müssten die Geschichtsbücher umgeschrieben werden). Allerdings war der DNVP Vorsitzende Hugenberg sehr daran interessiert, seine Konkurrenten (u.a. Ullstein) zu überflügeln; seine Partei, die DNVP, allerdings wurde - nachdem sie den Weg bereitet hatte - von der NSDAP augebootet, Hugenberg selber wurde ziemlich vorgeführt (Kolonienrückgabe). In diesem speziellen Fall zählte der Pressemogul, der noch zu Kaisers Zeiten hart am Konkurs vorbeischrammte, nicht eben zu den Siegern bzgl. der politischen Macht. Er war ein Wegbereiter, der aber selber keinen Einfluß auf die Spitze hatte.

Gruß, Rolf
 
auch wenn das nun in Bezug auf die Comptine rechte OT ist,, so taugt es doch als Entgegnung auf Rolfs Beitrag, dass die Geschichtsbücher umgeschrieben werden müssten.

Wenn man tiefer gräbt, müsste in der Tat einiges umgeschrieben werden-

Hier mal ein Text dazu

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15280/2.html
 
ja, ich sehe, wie sie mit vor Vorfreude stolz geschwellter Brust stramm blinken, die drei günen Smileys... ... aber ach, so gerne ich es auch täte, zwei Gründe hindern mich: erstens haben Sätze wie "ich finde..." es in der Logik leider nicht gerade leicht, zweitens haben psychol. und psychiatr. Therapeuten eine professionelle Distanz zu dem, was ihre Patienten so äußern und treiben (man kann ja darüber nachdenken, warum das so ist).

Wie schon einmal mit der eben ganz und gar nicht in jedem Fall heiligen "Meinung" ist es auch mit den "Gefühlen": sie sind nicht in Bausch und Bogen heilig zu sprechen. (((kann es sein, dass Du manches Verlaufsstadium einer Gesprächstherapie mit dem endgültigen Ergebnis verwechselst?)))

Hallo Rolf

na gut, war mal einen Versuch wert :p . Trotzdem möchte ich ergänzen, dass Therapeuten selbstverständlich eine professionelle Distanz haben müssen. Worüber ich die ganze Zeit rede und was ich versuche darzustellen, ist, dass Gefühle des Patienten vom Therapeuten weder geteilt noch beurteilt werden. Sie und die ganze Person werden lediglich gespiegelt und angenommen, um neue Wege zu beschreiten. Mehr nicht. Das hat mit Heiligsprechung nichts zu tun.

Viele Grüße

chiarina
 
was ich versuche darzustellen, ist, dass Gefühle des Patienten vom Therapeuten weder geteilt noch beurteilt werden.

hallo Chiarina,

dass die ide Emtionen ihrer Patienten nicht teilen, will ich auch schwer hoffen! :D ...dass sie sich einer abschließenden Beurteilung enthalten, kommt mir sonderbar vor: wozu bräuchte man die Therapeuten denn dann?... :D Notfalls erstellen die ein Gutachten, etwa wenn Entgleisungen aufgrund irgendwelcher Wünsche und Gefühle gerichtsnotorisch werden, und in besagten Gutachten wird sehr wohl beurteilt...

wie auch immer: all das, was ein wenig abschweifte, vermag nicht dazu zu überreden, irgendwelche Gefühle irgendwelcher Comptinen-Fans nicht genau anzuschauen :D - kommt beim genauen Anschauen nichts Erfreuliches heraus, tja, dann ist das halt so (und auch kein Buhuhu wird dann helfen)

herzliche Grüße, Rolf
 
Huch!
Wo ist dieser Faden gelandet!:shock:

Von der harmlosen Comptine zum Therapeuten und Gutachter.

Verblüfft
violapiano
 
...daß sie sich an alles klammert, was in der Kunstmusik verpönt ist: identische Formteile, weitgehend homophoner Satz,
undurchbrochene Oberstimmenmelodik, gleichförmige Begleitstimmen, einfache rhythmische und klare tonale Verhältnisse.
Als angewandte Musik, zum Beispiel für den Tanz, hat sie Gebrauchscharakter, was noch längst nicht gegen sie spricht:
Ihren Reiz bezieht sie aus der Prägnanz ihrer Melodien, der Übersichtlichkeit ihrer Formanlage, der Betonung der Zählzeiten.

Es fällt aber auf, daß die "Comptine" auch die Standards guter Unterhaltungsmusik unterläuft...

...und das würde ich gerne noch einmal vertiefen.

Was die "Comptine" ihren Hörern objektiv antut, worauf sie sie einschwört -
mit der beständigen Wiederholung der immergleichen Viertaktgruppe
und der Belanglosigkeit des Materials in der rechten Hand - dazu läßt sich noch etwas sagen.

Es gibt Stücke, bei denen man nur wenige Takte der Instrumentaleinleitung zu hören braucht,
um sie identifizieren zu können: bei "The Girl from Ipanema" oder "Over the Rainbow" zum Beispiel -
bei manchen Stücken reicht der Anfangsakkord, wie etwa bei "A Hard Day's Night".
Es gibt Stücke, die selbst durch lieblos-schlechte Cover-Versionen nicht kaputtzukriegen sind.
Man nennt sie Evergreens. Wenn ich so ein Stück Musik unerwartet - nach Jahren/Jahrzehnten - wiederhöre,
befällt mich oft ein sanfter Schauder - als ob etwas Überzeitliches in mein Leben dränge.

Vermutlich ist kaum eines der Stücke, die wir als Evergreens kennen, auf den Erfolg hin konzipiert worden.
Beim "Girl from Ipanema" saßen Jobim und sein Textdichter einfach an einem Tisch im Straßencafé,
sahen eine schöne Frau vorübergehen und hatten plötzlich die poetische Idee für Text und Musik.
Ein sogenannter Welt-Hit wie "Die Moritat von Mackie Messer" ist zufällig entstanden. Weill hat sie -
das berühmteste Stück aus der "Dreigroschenoper" - aufgrund aufführungspraktischer Schwierigkeiten
nachträglich hinzukomponiert.

Obwohl es in Zeiten der noch bestehenden Systemkonkurrenz zwischen Ost und West
nicht opportun war, darüber zu reden - aber der Westen hat das planwirtschaftliche Modell
vom Osten adaptiert und seinen Bedürfnissen angepaßt, und zwar aus naheliegenden Gründen:
Nichts ist einem Kaufmann so verhaßt wie die Fehlinvestition. Er möchte den Erfolg planen.
Auf die Kulturindustrie bezogen heißt das: Die Anzahl der Retortenbands nahm zu,
deren Aussehen am Ideal bereits erfolgreicher Gruppen orientiert war
und auf deren normiertes Erscheinungsbild hin Songs komponiert und arrangiert wurden,
deren Machart das Substrat bereits vorhandener erfolgreicher Songs war.

Das ist ein Wesensmerkmal von Tiersens "Comptine". Sie kann gar nicht abwarten,
sich über Jahre oder Jahrzehnte hinweg zu einem erfolgreichen Stück zu entwickeln,
sie nimmt die Abkürzung und will schon beim ersten Hördurchlauf klingen wie ein Evergreen.
Diese Absicht schlägt sich im "musikalischen Formverlauf" nieder, in der einhämmernden Dauerwiederholung.
Damit ist sie natürlich ein verläßlicheres Investitionsobjekt.

Das erinnert mich an ein schönes Lied von Karl Dall - aus seinen besseren Tagen:

Diese Scheibe ist ein Hit -
wann kriegt ihr das endlich mit?
Diese Scheibe müßt'er koofen,
es ist 'ne Scheibe für die Doofen.

Ich überlasse Karl Dall das Schlußwort.

http://www.google.de/url?q=http://w...uAIwAA&usg=AFQjCNF9u-0VIxCACRluzP6sS_l2APoskw

Gruß, Gomez

...
 
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