Blindspielen

R
rainerh
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Hallo allerseits,

ich wollte mich mal nur erkundigen, wie ihr es mit Blindspielen hält. Soweit ich das bis jetzt verstanden habe, sollte es ja das Ziel sein, dass man ohne Noten und ohne auf die Klaviatur zu gucken, in der Lage sein sollte seine Stücke vorzutragen. Dass man sich damit besser auf die eigentliche Musik konzentrieren kann, ist mir schon klar.
Nur: Bei mir ist es so, dass ich immer irgendwie einen Anhaltspunkt benötige. Das heißt, wenn ich bspw. weiß, dass die nächste Taste die dritte rechts von derjenigen ist, wo grade mein Daumen ist, kann ich sie auch blind ergreifen. Muss ich allerdings mehr als 3 Tasten überspringen, kann ich sicher sein, dass daraus nichts wird. :cry:
Grundsätzlich muss ich ja nicht die Taste "suchen". Soll heißen, dass ich beim Spielen meistens nur zwecks Kontrolle hinsehen muss und ich mich meistens auf die Musik an sich konzentrieren kann.

Sollte man jetzt noch ein paar Stunden (Tage?) mehr in das Stück investieren um es dann auch blind vortragen zu können, oder sollte man seine Zeit für etwas Sinnvolleres verwenden und ein neues Stück beginnen?
 
Elio
Elio
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Hi, ich hab die Erfahrung gemacht, dass das "Blindspielen" sich verbessert, wenn Du versuchst, viel vom Blatt zu spielen in allen Tonarten. Du musst die Stücke nicht üben, sondern einfach versuchen vom Blatt zu spielen...

Elio
 
D
Der Fisch
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Blindspielen ist bei mir eine Übung zum Auswendiglernen. Dann auch wörtlich, also mit geschlossenen Augen.
Früher habe ich nur nach Noten gespielt und kann auch recht gut vom Blatt spielen.
Seit einiger Zeit lerne ich auch das ein oder andere Stück auswendig, zumindest die schwierigen Passagen, an denen ich zur Sicherheit lieber auf die Finger sehen sollte.

Blindspielen ist eine hervorragende Übung um zu prüfen ob man ein Stück tatsächlich sicher im Kopf hat oder Teile davon nur im motorischen Gedächtnis der Finger liegen.
Natürlich trifft man nicht bei jedem größeren Sprung immer die richtige Taste, aber das ist für diesen Zweck auch nicht nötig.

Bei einer Aufführung würde ich nicht unnötig blind spielen; höchstens kurzzeitig in einer leichten Passage, um die Gedanken wieder zu sammeln.
 
K
Katze
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Hallo reinerh! :-D

Blind spielen ist eine Fähigkeit, die eine Weile braucht, bis man es wirklich kann. Du solltest also daran arbeiten, darfst aber ruhig etwas Geduld mit dir haben. Dass man für größere Sprünge anfangs noch Anhaltspunkte braucht und lieber auf die Tasten schielt ist ganz normal. Der Zeitpunkt, ab wann man richtig blind spielen kann ist bei jedem Menschen anders, manche können es sofort, manche brauchen ein paar Jahre, aber erlernen kann man es auf jedem Fall.
Vielleicht noch ein kleiner Tipp: Benutze beim Üben auch deine anderen Finger (also nicht nur den Daumen), um die richtigen Tasten zu erfühlen.
Übe die Stücke zunächst auch mal langsam, das ist sowieso aus verschiedenen Gründen gut.
Es spricht grundsätzlich nichts dagegen, ein neues Stück zu beginnen.
Je schwieriger die Stücke werden, desto eher ist man auch gezwungen, nicht auf die Tasten zu schauen. Die alten Stücke kannst du ja nach einiger Zeit wieder wiederholen, um zu schauen, ob es dann besser klappt.
 
W
Wu Wei
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Hallo rodine,

also "Blindspielen" bezeichnet erstmal (analog zum "Blind-Maschineschreiben") nur das Treffen der richtigen Tasten ohne auf die Klaviatur sehen zu müssen. Was dann noch im fortgeschrittenen Stadium beim Prima-Vista- und beim Auswendig-Spielen mental und neuromotorisch bei den einzelnen so abläuft, haben wir hierorts auch schon in verschiedenen Threads zu klären versucht. Da ist allerdings sicher noch viel "Forschungsarbeit" zu leisten ... :wink:
 
Arpeggio
Arpeggio
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Das kommt doch ganz automatisch, oder? War jedenfalls bei mir so. Je länger ich gespielt habe, umso sicherer war ich mir, wie weit die Abstände zwischen den Tasten sind. Der Fingersatz bei den Stücken hilft ja auch einiges. Irgendwann hatte ich es einfach im Gefühl, wie weit ich meine Hand spreizen muss, um ein bestimmtes Intervall zu greifen. Mittlerweile weiß ich sogar ohne Klaviatur, welche Handhaltung welches Intervall ist - hab's sogar grad überprüft :-D Ich würde da nicht üben, sondern einfach spielen, spielen, spielen!
 
bechode
bechode
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also diese erfahrung hab ich auch gemacht , dass um so länger man spielt,dass man blind größere sprünge machen kann. am anfang hatte ich noch probleme über 4 tasten zu springen.... jetzt schaff ich schon blind 2-3 oktaven. also das wird schon noch! :wink:
 
rolf
rolf
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blind spielen ist eine der wenigen sinnvollen Übungsmethoden, da beim blinden üben die Bewegungen natürlicher sind und die Konzentration geschult wird (z.B. ist man nicht von den Noten abgelenkt)
blind vorspielen allerdings ist riskanter Unsinn!! das würde ich nicht tun

Gruß, Rolf
 
 

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