Begabung

Dieses Thema im Forum "Klavierspielen & Klavierüben" wurde erstellt von Tini1990, 14. Sep. 2018.

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  1. Tini1990
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    Tini1990

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    Hallo Leute :bye:

    Wie erkennen Musiklehrer, ob ein Kind ,mit 4-5-6 Jahren speziell begabt ist, beim Klavier spielen zb?
    (Nein ich denke nicht das mein Kind speziell begabt ist, mich Interessiert es einfach)
    Lg
     
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  2. fisherman
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    fisherman

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    Ich denke, das wird sehr schnell sogar Außenstehenden deutlich.

    Ich hab das mal bei meiner KL mitbekommen, als zwei höherbegabte (noch nicht mal "hochbegabt" lzt. KL!) Kinder vor mir ihre Stunde hatten. Die spielen dann halt nach 5 Stunden das, was der erwachsene Anfänger nach einem Vierteljahr spielt (und normale Kids nach 1-2 Jahren). Und dann kommen sie und präsentieren Ihre Hausaufgaben mit gekreuzten Händen (weil sonst zu langweilig) oder gar unter dem Klavier sitzend.

    Naja, und die erste Invention hat dann kein halbes Jahr auf sich warten lassen. Ich habe damals ernsthaft daran gedacht, entweder das Klavier oder mich von ner Brücke zu werdfen...
     
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  3. brennbaer
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    brennbaer

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    :lol::lol::lol:
     
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  4. .marcus.
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    .marcus.

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    Ich frag mich immer, was Begabung eigentlich sein soll.
     
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  5. Sven
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    Sven

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    Begabung ist auch nichts tolles. Hält einen meistens nur davon ab, den Fleiß an den Tag zu legen, der auch trotz Begabung nötig ist, um richtig gut zu werden, weil auch ohne Fleiß schon so viel klappt.
     
  6. brennbaer
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    brennbaer

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    Begabung ist das, was den Begabten, gleicher Einsatz von „Blut und Schweiß" vorausgesetzt, vom Unbegabten unterscheidet
     
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  7. .marcus.
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    .marcus.

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    Das klingt logisch, aber dann sind die Eltern, die was von Musik verstehen und einen allein dadurch weiterbringen (sie können das Üben richtig überwachen, können erkennen, ob ein Lehrer gut oder schlecht ist, verstehen die Notwendigkeit eines ordentlichen Instruments etcpp), ebenfalls "Begabung" des Kindes. Und das versteht meines Wissens keineswegs jeder unter Begabung.

    lg marcus
     
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  8. Tini1990
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    Tini1990

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    Hab mal was gelesen, das Klavierlehrer die Kinder testen, in dem dass sie ein individuelles Lied spielen und der Schüler immer nur nach dem Takt eine Note spielt.
    Der Lehrer schnell und langsamer wird und er eben sieht, ob sie noch im Takt sind.
    Da gibt es anscheinend aber auch noch andere Sachen.
    So soll der Lehrer rausfinden ob er/sie Begabt(er) sind .:konfus:
     
  9. brennbaer
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    brennbaer

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    ehrlich gesagt, ich auch nicht.
    Ich verstehe darunter vor allem die genetische Disposition.
     
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  10. Tini1990
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    Tini1990

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    Ist es den “Begabung“ ein Instrument spielen zu können, ohne Noten, (ohne Lehrer ) sich seine Lieder selbst zu Komponieren?
     
  11. MinimalPiano
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    MinimalPiano

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    Meine Tochter kann irgendeine Melodie nachspielen frei nach Gehör, ich weiss nicht, ob man das Begabung nennen kann, sie macht damit ein Spiel draus. Ich muss dann auf Youtube irgendein Lied vorspielen und sie spielt das dann einfach nach. Leider übt sie die regulären Lieder praktisch nicht. Ich muss sie fast zwingen ein Stück zu üben. Leider. Sie meint, warum üben, wenn ich alles nach Gehör spielen kann. :dizzy:
    Ich habs aufgegeben. Die kleinere Tochter hat jetzt auch bei der gleichen KL angefangen, hoffen wir auf weniger Talent, dafür mehr Fleiss.:rauchen:
     
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  12. cwtoons
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    cwtoons

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    Scheint mir einfach zu sein:

    Ich nehme an, Musik- bzw. Klavierlehrer erkennen ein begabtes Kind daran, dass es Klavierspielen deutlich schneller lernt als andere Kinder.

    Das beinhaltet natürlich die Tatsache, dass Kinder, die begabt sind, aber nie einen Musiklehrer gesehen haben, mangels Musikunterricht unvollendet bleiben: kein Unterricht = keine erkannte Begabung.

    Und keine Karriere.

    CW
     
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  13. cwtoons
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    cwtoons

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    Kann natürlich sein, dass ein höchst musikalisches Kind, das niemals mit Musikunterricht traktiert wurde, sich dennoch ständig im Sandkasten mit hitverdächtigen Melodieschnipseln quäkend äußert und so die Kindergärtnerin auf den Plan ruft.

    So ein Kleinkind landet dann etwas später bei Dieter Bohlen in der Castingshow.

    CW
     
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  14. MinimalPiano
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    MinimalPiano

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    Ich frage mich schon lange, ob Karriere überhaupt wichtig ist. Ich kenn einige Leute, die immer erzählen, wie begabt ihre Kinder sind und wie toll sie alles lernen..etc. Gibt es doch Millionen von pianistisch hochbegabten Kinder auf der Welt (viele davon in China). Ganz nach oben, schaffen es aber nur wenige. Ist es das Wert, sein Kind zu pushen?

    Manchmal wollen diese Eltern einfach nur hören, wie begabt ihre Kinder sind, um das dann auf sich zu projizieren, weil man dort selber Defizite hat. Aber man fühlt sich bestätigt.
    Ich war mal bei einem Kollegenpaar, mit zwei Söhne, die haben schon eine Weile angefangen Schach zu spielen. Da hat er mich mal gefragt, ob ich als ehemaliger Vereins Spieler mal die Kids spielen sehe. Ich spielte also gegen die Jungs. Sie konnten zwar korrekt mit den Figuren ziehen, aber taktisch war das noch nix. Ich sagte dem Vater, dass sie noch ein bisschen an der Taktik feilen müssen. Falsche Antwort. Sein Gesicht wurde zu Stein und die Laune war im Keller. Wahrscheinlich hätte ich besser die Kinder in den Himmel loben sollen, damit er zufrieden gewesen wäre. :konfus:
    Und jetzt am Samstag hat die ältere Konzert und ich muss mir wieder die Eltern der anderen Schüler antun und das Gefasel wieder anhören müssen, wie toll sie alle sind. :blöd:
    Aber ich denke mir dann im Kopf, ja redet nur, aber von euch hat niemand einen 1,90 Flügel Zuhause.:coolguy:
     
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  15. Barratt
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    Barratt Lernend Mod

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    Habe das "dort" mal entfernt und pflichte Dir von Herzen bei.

    "Wie toll muss man selbst sein, wenn die eigenen Gene so was Tolles wie den Abkömmling produzieren..." :dizzy:


    Mein Respekt gilt vor allem denjenigen Eltern, die ihre vollständig durchschnittlichen Kinder so lieben und akzeptieren wie sie sind und sich allen komparativen und kompetitiven Versuchungen verweigern.


    Jepp.

    1. Die statistische Wahrscheinlichkeit, dass es in einem Milliardenvolk Hochbegabte aller Art gibt, ist größer als beispielsweise in ... nehmen wir Frankreich. Es gibt auch in Indien oder Nigeria Hochbegabte, aber die müssen eben gefördert werden. Dazu braucht man ein Ziel.
    2. Wenn die Leute nur ein genehmigtes Kind haben, wird in dieses kostbare Einzelkind mehr investiert als in das 10. Kind der westafrikanischen Groß- oder ein wertloses Mädchen in einer indischen Dalit-Familie.
    3. Die Chinesen (gilt auch für andere fernöstliche Kulturen) sind traditionell daran gewöhnt, auch extreme Entbehrungen klaglos zu ertragen. Die jammern nicht. Gefühligkeit ist dort seit Menschengedenken kein kultureller Standard, meilenweit im Gegenteil. 3 Generationen Chinesen erlebten im 20. Jh. die schlimmsten Gräuel, die perverse Menschenhirne ihren Mitmenschen bescheren können (und davor war es auch nie besser, nur weniger schrecklich). Seit ca. 20 Jahren gibt es handfeste Belege für die Wahrhaftigkeit von Dengs Aufstiegsversprechens vor 40 Jahren ("Man muss weitsichtig, nicht kurzsichtig sein!") Man weiß und akzeptiert, dass es nichts geschenkt gibt, schon gar nicht, wenn man aufsteigen will.
     
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  16. Sven
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    Sven

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    Insofern ist die Frage, ob es wirklich so viele begabte oder eher mehr gedrillte Chinesen gibt.
    Meistens klingt es bei denen doch nicht nach Musik, sondern nach besonders schnellem Tastendrücken.
     
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  17. hasenbein
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    hasenbein

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    Begabung ist (allgemeine) Intelligenz + "Angesprochen- und Interessiertsein" am Gegenstand (also dass man quasi mit wichtigen Aspekten des "Begabungsgebietes" deutlich resoniert, also auf Klänge, Rhythmen etc. positiv reagiert und auch spürt, wann die Aspekte, die in einem Resonanz auslösen, stark und wann weniger vorhanden sind - alles auf einem zunächst intuitiven, unbewussten Level) + "Fleiß" (nicht der "von oben" aufgedrückte, sondern der natürliche "Fleiß", der sich bei Interesse einstellt und im Spiel von Kindern beobachtbar ist, die etwas immer wieder machen, bis sie es gut können).

    Die richtige Fragestellung ist also nicht: "Ist mein Kind musikalisch begabt?", sondern "Wann, wenn mein Kind in irgendeiner Weise mit Musik konfrontiert ist, merkt man ihm an, dass es besonders "mitgeht", gefesselt ist? Horcht es bei bestimmten Klängen auf? Oder bewegt es sich gerne zu bestimmten Rhythmen? Oder merkt es sich Lieder sehr schnell und trällert diese nach? Oder reagiert es deutlich auf Stimmungen von Musik? Oder ist es fasziniert von der Funktionsweise von Instrumenten? Oder...

    Das heißt: Welche Aspekte von Musik lösen beim Kind den "Mitmachimpuls" aus?

    Dementsprechend sollten dann das Instrument und die Art des Unterrichts ausgewählt werden.
     
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  18. Bassplayer
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    Bassplayer

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    hi,
    hasenbein hat ja schon die Fragestellung umformuliert entsprechend seiner Erfahrungen, was "Begabung" ausmacht.

    Ich war mir bei deiner Frage auch nicht sicher was du genaue meinst, da du die Frage sehr ungenau gestellt hast, weil du von "Musiklehrer" und nicht einem speziellen Instrumentallehrer sprichst und von "Klavier spielen zb".

    Es gibt in der Musik verschiedenste Kompetenzen, die selbst bei Profis unterschiedlich und nicht alle auf höchstem Niveau ausgeprägt sind.

    Ein Musiklehrer ist auch der Musiklehrer in der Schule. Ich behaupte, dass der wenig über die Begabung sagen kann, wenn überwiegend theoretisch über Musik gesprochen wird, ein bisschen gesungen und jedem Kind irgendein Instrument oft nur einmalig in die Hand gedrückt wird, mit dem sich das Kind nicht umfassender beschäftigt. Bei uns in der Schule hatten in der Oberstufe, wo nicht mehr musiziert wurde im Unterricht, auch Schüler eine "eins" die kein Instrument spielen und nicht wirklich singen konnten, deren musikalische Begabung also hinsichtlich der Fähigkeit des aktiven Musizierens völlig ungeklärt war.

    Auch ein Klavierlehrer wird nicht in wenigen Minuten die Begabung eines Menschen für das Klavierspiel umfassend beurteilen können, weil er die Vorbildung des Menschen nicht kennt. Das wird sich erst nach einer gewissen Zeit, etwas Wochen oder Monate, vielleicht Jahre genauer sagen können, wenn man erkennt, wie die Fortschritte in einer bestimmten Zeit sind.

    Auch die (musikalische) Intelligenz sowie die Fähigkeit die für das Instrumentalspiel auf höherem Niveau unerlässliche Bewegungskompetenz lassen sich nicht umfassend abschätzen. Es kann sein, dass jemand auf Anfänger- bis Fortgeschrittenem Niveau noch schnell lernt, aber dann an Grenzen stößt, weil er in Ebenen vordringt, die sich ihm weniger leicht erschließen, weil er etwa die notwendige Durchlässigkeit in den Gelenken nicht aufbringen kann oder etwa bei Klanggestaltung oder der Darstellung des formaler Aufbaus von Kompositionen nur noch verhältnismäßig langsam weiter kommt.

    Hinzu kommt aber noch, dass jemandem selbst bei guter Intelligenz und allgemeiner musikalischer Begabung wie gutem Gehör, gutem Rhythmusgefühl, etc. nicht jedes Instrument liegt. Jemand, der das Potenzial zu einem guten Drummer oder Trompeter hat, dem muss nicht auch das Klavierspielen leicht fallen und umgekehrt.

    Weiter hängt es auch davon ab, wie gut der Unterricht ist, den der Schüler erhält. Ein mittelbegabter mit sehr gutem Unterricht vermag nach einer gewissen Zeit unter Umständen besser zu spielen als ein höher begabter, mit schlechtem KL.

    Darum muss die Frage, damit sie Sinn macht, genauer formuliert werden und/oder wie eingangs erwähnt entsprechend umformuliert werden.

    Abschließend eine Gegenfrage: wofür ist es relevant, wie und vor allem ob der Lehrer die spezielle Begabung beurteilt, vor allem vor dem Hintergrund, dass du bei deinem Kind keine solche annimmst oder vielleicht doch erhoffst?

    LG
    saxophonspieler
     
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  19. Tini1990
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    Tini1990

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    Ja, so wie ihr es “schreibt“ passt es besser, ich meinte einen Instrumentallehrer ja, Musiklehrer war wirklich die falsche Wahl :girl:

    Weil es mich Interessiert, meine Tochter 5j hatte Vorgestern ihre erste Klavier Stunde, da kam mir die Frage auf, wie man in so jungen Jahren die Begabung entdeckt, ob der Instrumentallehrer seine eigenen Tricks hat oder kleine Unauffällige “Tests“ hat, um es heraus zu finden.

    Das ich dazu geschrieben habe, das ich dass bei meiner Tochter nicht vermute, ist bewusst so, ich vermute es auch nicht!
    Ich wollte da auch gleich “angreifern“ ala “Die Mutter lobt und profiliert sich durch das Kind“ bla bla den Wind aus den Segeln zu nehmen.
     
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  20. fisherman
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    fisherman

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    Begabung kann auch - wie schon beschrieben - hinderlich sein. Meist verhindert Begabung jegliche "Fleiss-Beschäftigung" mit dem Metier. Und es ist dann eine sehr schmerzliche Erfahrung, wenn Hochbegabte merken, dass sie Gefahr laufen, von "weniger begabten" Fleissigen überholt zu werden. Ich spreche aus eigener Erfahrung und erlebe es auch bei meiner Tochter wieder ;-)

    Zusätzlich laufen Hochbegabte Gefahr, sich im leichten, spielerischen Umgang mit verschiedenen Facetten "Ihres Metiers" zu verzetteln.Bei einem Designer z.B. kann das durchaus karriereförderlich sein, weil er dann einer der wenigen Generalisten inmitten vieler Spezialisten wird,

    Bei Musikern siehts da anders aus: Die beiden "Wunderkinder" aus meinem Beispiel spielen mittlerweile Klavier nur noch "nebenbei", sie haben Ihre Aktivitäten auf eine ganze Armada von Instrumenten verlegt. Aaaaber: Auch das muss nicht schlecht sein. Ideale Veraussetzngen vll. für eine Karriere als Instrumentenverkäufer, etc. Und was heißt schon Karriere? SPASS soll es machen, das Leben. Da sind die auf dem richtigen Weg!