Akkordsymbole/Stufenakkorde


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Hallo

ich lese gerade etwas über Akkordsymbole und in dem Buch steht das die Akkordsymbole verwendet werden, damit man bei längeren Passagen nicht jeden einzelnen Ton aller Dreiklänge ins Notensystem hineinschreiben muss. Das verstehe ich nicht. Bisher dachte ich immer das die Akkordsymbole über den Takten stehen damit man weiß aus welcher Tonart man die Begleitung spielen kann, das heißt wenn z.B. C über dem Takt steht dann kann man als Begleitung alle Töne der Tonart C-Dur spielen, also alle Töne der C-Dur Tonleiter.
Aber zu dem was in dem Buch steht: Muss man nicht immer alle zu spielenden Noten in das Notensystem schreiben? Bisher hatte ich noch kein Stück bei dem Akkordsymbole über dem Takt standen und dann im Notensystem Töne weggelassen wurden, es wurden immer alle Töne bzw. alle Dreiklänge ausgeschrieben notiert, von daher verstehe ich die Aussage aus dem Buch nicht.


Dann habe ich noch eine Frage zu den Stufendreiklängen. Es ist ja so das man z.B. auf jedem Ton der C-Dur Tonleiter einen Dreiklang bilden kann. Wobei z.B. der Dreiklang der auf d gebildet wird die zweite Stufe (IIm) darstellt.
Nun hat man bei den der C-Dur Tonleiter dazugehörigen Stufenakkorden einmal Mollakkorde und einmal Durakkorde. Was ich nicht verstehe wie man auf die Bildung der Stufenakkorde kommt, also warum z.B. der zweite Stufenakkord gerade nun ein Mollakkord ist und z.B. der vierte Stufenakkord wieder ein Durakkord. Die einzige Logik die ich bisher dahinter sehe ist das alle Töne aller Stufenakkorde der C-Durtonleiter auf weißen Tasten liegen oder ist das nur Zufall?
In dem Buch sind nur alle Stufenakkorde der C-Durtonleiter bezeichnet. Wie wäre es denn jetzt wenn ich die Stufenakkorde der D-Durtonleiter bilden müsste, müsste ich da nach dem Prinzip vorgehen, das I, IV, V Stufenakkord Durakkorde sind und alle anderen (außer dem VII) sind Mollakkorde? Und wie kommt man überhaupt darauf das die Stufenakkorde nun gerade so und nicht anders aussehen?

Würde mich wie immer über Antworten sehr freuen.
 
.marcus.
.marcus.
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Ich versuche mal ein paar Fragen zu klären :)

Aber zu dem was in dem Buch steht: Muss man nicht immer alle zu spielenden Noten in das Notensystem schreiben? Bisher hatte ich noch kein Stück bei dem Akkordsymbole über dem Takt standen und dann im Notensystem Töne weggelassen wurden, es wurden immer alle Töne bzw. alle Dreiklänge ausgeschrieben notiert, von daher verstehe ich die Aussage aus dem Buch nicht
Es geht ja hier um Akkordsymbole. Wenn also ein C da steht, muss man einen C-Dur Akkord spielen. Statt aber ins Notensystem zu schreiben, dass man die Töne c,e und g spielen muss, steht einfach da C. Der kundige Musiker weiß dann Bescheid, deshalb ist das eine Art praktische, verkürzte Schreibweise.
Wie du richtig bemerkt hast, kommt das in klassischer Literatur normalerweise nicht vor.


zu den Stufendreiklängen:
Wenn du eine Tonleiter aufgeschrieben hast, z.B. D-Dur mit 2 Kreuzvorzeichen vorne, dann musst du einfach nur über alle Grundtöne zwei Noten im Terzabstand schreiben. (Bei den Kleinen heißt es dann einen "Schneemann" drauß machen.)
Dadurch kriegst du nur tonleitereigene Töne und es werden automatisch die Akkorde auf den Stufen I, IV und V zu Durakkorden und die anderen zu Mollakkorden, bis auf den VII der ein verkürzter Dominantseptakkord ist. Aber das führt vlt zu weit.

marcus
 
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Fred
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… in dem Buch steht das die Akkordsymbole verwendet werden, damit man bei längeren Passagen nicht jeden einzelnen Ton aller Dreiklänge ins Notensystem hineinschreiben muss.
Ist das wirklich so wortwörtlich aus dem Buch zitiert? Wie heißt denn dieses Buch?


Bisher dachte ich immer das die Akkordsymbole über den Takten stehen damit man weiß aus welcher Tonart man die Begleitung spielen kann, das heißt wenn z.B. C über dem Takt steht dann kann man als Begleitung alle Töne der Tonart C-Dur spielen, also alle Töne der C-Dur Tonleiter.
Hmm, da schmeißt Du ein bisschen die Begriffe durcheinander. Ein Akkordsymbol sagt lediglich aus, aus welchen Tönen ein Akkord aufgebaut ist. Es sagt nur bedingt etwas aus über die Tonleiter die zur Improvisation darüber gebraucht werden kann.
In welcher Tonart gespielt wird, erfährt man aus der Analyse der Akkordfolge.


Aber zu dem was in dem Buch steht: Muss man nicht immer alle zu spielenden Noten in das Notensystem schreiben? Bisher hatte ich noch kein Stück bei dem Akkordsymbole über dem Takt standen und dann im Notensystem Töne weggelassen wurden, es wurden immer alle Töne bzw. alle Dreiklänge ausgeschrieben notiert, von daher verstehe ich die Aussage aus dem Buch nicht.
Und noch einmal. Von was für einem Buch sprichst Du? Das klingt alles sehr merkwürdig.
Vielleicht handelt es sich ja um ein Teils ausgeschriebenes Stück in dem Passagen für Improvisation offen gelassen wurden.


Was ich nicht verstehe wie man auf die Bildung der Stufenakkorde kommt, also warum z.B. der zweite Stufenakkord gerade nun ein Mollakkord ist und z.B. der vierte Stufenakkord wieder ein Durakkord. Die einzige Logik die ich bisher dahinter sehe ist das alle Töne aller Stufenakkorde der C-Durtonleiter auf weißen Tasten liegen oder ist das nur Zufall?
A B C D E F G sind die Stammtöne der hypodorischen Tonleiter. Das sind die weißen Tasten des Klaviers. C Dur, also Ionisch, kam historisch gesehen erst viel später in Gebrauch, hat allerdings dasselbe Tonmaterial.
Die Anordnung dieser Töne ist mit Sicherheit kein Zufall. Sie beruht im Prinzip auf übereinander geschichteten Quinten. Dabei ist der unterster Ton das F. Stapelt man über diesem F reine Quinten übereinander, erhält man folgendes Ergebnis:
F C G D A E B
Fasst man wiederum diese 7 Töne im Oktavraum zusammen, erhält man die Reihenfolge A B C D E F G
Diese Reihenfolge kann man natürlich auch beim C anfangen, als C D E F G A B. Dann nennt man es eben C Dur oder auch Ionisch.
Dabei fällt auf, dass die Abstände zwischen den einzelnen Tönen nicht immer gleich sind. Dadurch resultiert, dass beim Terzaufbau ( = Akkorde) manche Terzen klein und andere wiederum groß sind. Deshalb bilden sich auf einigen Stufen Dur und auf anderen wiederum Moll Akkorde.


In dem Buch sind nur alle Stufenakkorde der C-Durtonleiter bezeichnet. Wie wäre es denn jetzt wenn ich die Stufenakkorde der D-Durtonleiter bilden müsste, müsste ich da nach dem Prinzip vorgehen, das I, IV, V Stufenakkord Durakkorde sind und alle anderen (außer dem VII) sind Mollakkorde? .

Ja.
 
Guendola
Guendola
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Das klingt für mich irgendwie nach Generalbass. Das ist eine traditionelle Notation für vierstimmige Akkorde über die es hier im Forum eine längere Abhandlung gibt, ich glaube unter dem Stichwort "Pedalspiel".

Jedenfalls ist es eine präzise Angabe, welche Töne gespielt werden sollen, inklusive Umkehrung und Zusatztönen (also z.B. Sexte dazu etc.) und wesentlich genauer als die Akkordbezeichnungen in Liederbüchern.

PS: Es ist eher nicht Generalbass, sondern eine generalisierte Version, in der eben nicht mehr die Grundtöne der Akkorde sondern nur noch die Stufe notiert wird. In C-Dur also I für C-Dur, II für D-Moll, III für E-Moll, IV für F-Dur und so weiter. Moll und Dur ergeben sich aus der Tonart, wie .marcus schon erwähnte. Wenn dein Buch nichts weiter darüber erklärt, ist es ja egal, dann brauchst du nur zu wissen, daß es Methoden gibt, Akkorde in Kurzform zu schreiben, die (außer den Notenlängen) genauso präzise sind, wie das Ausschreiben in Notenschrift.
 
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zu den Stufendreiklängen:
Wenn du eine Tonleiter aufgeschrieben hast, z.B. D-Dur mit 2 Kreuzvorzeichen vorne, dann musst du einfach nur über alle Grundtöne zwei Noten im Terzabstand schreiben. (Bei den Kleinen heißt es dann einen "Schneemann" drauß machen.)
Dadurch kriegst du nur tonleitereigene Töne und es werden automatisch die Akkorde auf den Stufen I, IV und V zu Durakkorden und die anderen zu Mollakkorden

Ok, ich muss also über alle Grundtöne 2 Terzen errichten. Aber wieso komme ich da automatisch nur tonleiteigenen Tönen? Also ich muss doch zumindest wissen wann ich eine große und eine kleine Terz errichten muss und das weiß ich doch erst wenn ich vorher weiß das ich z.B. auf der IV Stufe zuerst eine große und dann eine kleine Terz errichte. Ich verstehe nicht ganz wie ich aus der Errichtung zweier Terzen automatisch auf die Dur bzw. Mollakkorde komme, ich muss doch vorher wissen wann ich eine kleine und eine große Terz errichte?! Ich könnte doch ebenso gut sagen, ich errichte auf z.B. der IV Stufe zuerst eine kleine und dann eine große Terz.
Ist es eigentlich so das die Töne aller Stufenakkorde aus der Tonleiter stammen?

Ist das wirklich so wortwörtlich aus dem Buch zitiert? Wie heißt denn dieses Buch?

Wortwörtlich steht im Buch (Frank Haunschild: Die neue Harmonielehre): "Um bei der Niederschrift von längeren Passagen nicht jeden einzelnen Ton aller Dreiklänge ins Notensystem hineinschreiben zu müssen, bedient man sich der Akkordsymbole."

Hmm, da schmeißt Du ein bisschen die Begriffe durcheinander. Ein Akkordsymbol sagt lediglich aus, aus welchen Tönen ein Akkord aufgebaut ist. Es sagt nur bedingt etwas aus über die Tonleiter die zur Improvisation darüber gebraucht werden kann.
In welcher Tonart gespielt wird, erfährt man aus der Analyse der Akkordfolge.

Stimmt eine Tonart ist wohl wieder etwas anderes. Aber wenn das Akkordsymbol nur anzeigt wie der Akkord aufgebaut ist, warum steht es dann über dem Takt, wenn der Akkord sowieso im Notensystem ausgeschrieben ist? So war es in allen bisherigen Stücken die ich gespielt habe.
Meine Klavierlehrerin meinte zu mir das dieses Akkordsymbol über dem Takt dazu da ist damit man weiß aus welchen Tönen sich die Begleitung zusammensetzen kann.

Dabei fällt auf, dass die Abstände zwischen den einzelnen Tönen nicht immer gleich sind. Dadurch resultiert, dass beim Terzaufbau ( = Akkorde) manche Terzen klein und andere wiederum groß sind. Deshalb bilden sich auf einigen Stufen Dur und auf anderen wiederum Moll Akkorde.

Ich weiß nicht ob du meine Frage richtig verstanden hast. Ich frage mich wie man darauf kommt, das z.B. der II Stufenakkord sich aus zuerst einer kleinen und dann einer großen Terz zusammensetzt. Warum nicht zuerst eine große und dann eine kleine Terz? Ich verstehe nicht wie man zu der Festlegung kommt I, II, IV Stufenakkord=Durakkord und die restlichen Mollakkorde (außer der VII).
 
.marcus.
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Ich verstehe nicht ganz wie ich aus der Errichtung zweier Terzen automatisch auf die Dur bzw. Mollakkorde komme, ich muss doch vorher wissen wann ich eine kleine und eine große Terz errichte?! Ich könnte doch ebenso gut sagen, ich errichte auf z.B. der IV Stufe zuerst eine kleine und dann eine große Terz
Ah, jetzt versteh ich dein Problem.
Wenn du die Gruntöne zu Akkorden vervollständigst, dann darfst du keine Vorzeichen dazu schreiben. Es gelten nur die Vorzeichen der Tonart.
Also wenn du jetzt die Terz auf d machst, ist das ein fis. Man schreibt ein f, aber das Vorzeichen macht es zum fis und damit zur großen Terz. Genauso z.B. beim e. Man schreibt ein g, und weil kein Vorzeichen da ist, bleibt es ein e und somit eine kleine Terz.

marcus
 
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Fred
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Ok, ich muss also über alle Grundtöne 2 Terzen errichten. Aber wieso komme ich da automatisch nur tonleiteigenen Tönen? Also ich muss doch zumindest wissen wann ich eine große und eine kleine Terz errichten muss und das weiß ich doch erst wenn ich vorher weiß das ich z.B. auf der IV Stufe zuerst eine große und dann eine kleine Terz errichte. Ich verstehe nicht ganz wie ich aus der Errichtung zweier Terzen automatisch auf die Dur bzw. Mollakkorde komme, ich muss doch vorher wissen wann ich eine kleine und eine große Terz errichte?! Ich könnte doch ebenso gut sagen, ich errichte auf z.B. der IV Stufe zuerst eine kleine und dann eine große Terz.
Ist es eigentlich so das die Töne aller Stufenakkorde aus der Tonleiter stammen?
Diese letzte Frage von Dir beantwortet eigentlich alles.
Zum Bilden der Stufenakkorde einer Tonart verwendet man prinzipiell nur die Stammtöne der Tonleiter.



Wortwörtlich steht im Buch (Frank Haunschild: Die neue Harmonielehre): "Um bei der Niederschrift von längeren Passagen nicht jeden einzelnen Ton aller Dreiklänge ins Notensystem hineinschreiben zu müssen, bedient man sich der Akkordsymbole."
Ok, Haunschild spricht hier eindeutig von improvisatorischen Ansätzen. Akkordsymbole werden vom Interpreten/Improvisator funktionsmäßig richtig erkannt und in's harmonische Umfeld eingebunden.

Aber wenn das Akkordsymbol nur anzeigt wie der Akkord aufgebaut ist, warum steht es dann über dem Takt, wenn der Akkord sowieso im Notensystem ausgeschrieben ist? So war es in allen bisherigen Stücken die ich gespielt habe.
Das ist bestimmt nicht der Regelfall. Ein im Verlauf eines Stückes stehendes Akkordsymbol kann für sich, ohne jede Notenangabe, präzise die zur Improvisation zur Verfügung stehenden Noten angeben. Der akkordische Zusammenhang macht's.
 
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Guendola
Guendola
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Aber wenn das Akkordsymbol nur anzeigt wie der Akkord aufgebaut ist, warum steht es dann über dem Takt, wenn der Akkord sowieso im Notensystem ausgeschrieben ist? So war es in allen bisherigen Stücken die ich gespielt habe.

Die Akkordsymbole sind für eine weitere Begleitung, meistens Gitarre, gedacht. Der Musiker muß dann nicht erst die Akkorde aus den Noten herauslesen sondern sieht auf einen Blick die Akkordnamen und eventuelle Zusatztöne. Wie genau er den Akkord dann umsetzt ist ihm freigestellt, er sollte natürlich zusehen, daß er das Klavier ergänzt und nicht einfach die selben Töne auf seinem Instrument spielt.

Das betrifft allerdings nur die Symbole wie C, a7 und so weiter. Wenn die Akkorde als I, IV, V und so weiter angegeben werden, stehen die natürlich nicht in den Noten, denn damit wäre der Sinn ja verfehlt. Das ist in deinem Buch vermutlich als Lernhilfe gedacht.
 
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Danke für eure Hilfe, hat mir sehr geholfen.
 
 

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