Choralbuch mit Akkordsymbolen für Orgel gesucht

Dieses Thema im Forum "Orgel-Forum" wurde erstellt von BachKoralle, 7. Aug. 2017.

  1. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Aus Akkordsymbolen geht nicht unbedingt hervor, welcher Ton im Bass liegt.
    Stimmführung und Tonsatz lernt man dadurch auch nicht, und es ist völlig normal, wenn die eigene Arbeit des Aussetzens am Anfang mühsam ist. Das wird irgendwann besser.
     
  2. mick
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    mick

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    Um das Harmonisieren bei gegebener Melodie und Bass zu lernen, sind barocke Sonaten ideal, wenn man Ausgaben ohne ausgesetzte Continuo-Stimme benutzt. Sowas gibt es bei IMSLP in rauen Mengen.
     
  3. Rheinkultur
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    Rheinkultur

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    Alternative, weil keine Instrumental-, sondern Gesangsstimmen begleitet werden: Bach-Schemellis Lieder- und Ariensammlung! Hilfreich in zweierlei Hinsicht: Einerseits das Gerüst aus Gesangslinie und Bass-Stimme in enger wie in weiter Lage ausfüllen üben, andererseits Erfahrungen im Spiel nach Bezifferung sammeln. Natürlich mit und ohne Dopplung der melodischen Linie auszuführen - und unter Berücksichtigung der Vorlage: Je schneller das Grundtempo, desto transparenter im Satzbild.

    Wenn die Spielpraxis zunimmt, wird man variabel auf die individuellen Züge des Gemeindegesangs eingehen können, beispielsweise durch die Satzdichte das Tempo stabilisieren oder auch zähflüssiges Singen geschmeidiger machen. Bei Orgelvertretungen erfährt man im Vorfeld schon mal, die Gemeinde kenne das vorgegebene Lied noch nicht so gut oder die heute anwesenden Gottesdienstbesucher erweisen sich als weniger singfreudig als sonst. Das hat zur Folge, dass man in einem bestimmten Takt im einen Falle nur eine harmonische Funktion einsetzt und im anderen Falle jeder Melodienote einen eigenen Akkord zuordnet - und dafür gute Gründe hat! Hätte man durchharmonisierte Notenausgaben auf dem Pult liegen, müsste man einen mehr oder minder großen Teil der Vorgaben einfach ignorieren. Überspitzt ausgedrückt: Ich könnte eine solche vom Fadenersteller gewünschte Vorlage schreiben - und würde sie selber nicht kaufen wollen. Anderen Kolleg(inn)en geht es vermutlich ähnlich oder genauso... .

    LG von Rheinkultur
     
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  4. Barratt
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    Barratt Lernend Moderator

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    Sieh es doch mal ganz pragmatisch.

    Falls Du nicht planst, auf alleranspruchsvollster Ebene einzusteigen (Hochamt im Dom einer Universitätsstadt), sollte Dich trösten, dass die durchschnittliche Gemeinde einen Gottesdienst nicht besucht, um ein makelloses Orgelkonzert zu genießen, sondern um über die christliche Botschaft nachzudenken. Vielleicht auch noch, um der mitmenschlichen Kontakte willen. Ganz sicher aber nicht, um darauf zu spechten, ob der Organist irgendwelche Satzregeln befolgt.

    Die Choralbegleitung soll lediglich dem Gemeindegesang Sicherheit geben und nebenbei noch "schön klingen", aber keine eigenständige künstlerische Darbietung sein.

    Wer künstlerisch überzeugen will, darf sich z. B. im Vorspiel austoben.
     
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  5. Axel
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    Axel

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    Die geniale Möglichkeit, die einen wirklich guten Orgelsatz ergibt, ist wohl nicht zu finden. Ich würde mich Rheinkultur anschließen: Das kann man zur Übung einige Male machen, sicher am Anfang sinnvoll. Auf Dauer würde ich versuchen, die Hamonien ad hoc zu ergänzen. Von der dort investierten Zeit hat man auf lange Sicht mehr.

    Man hat mehr Freiheit, ist nicht auf das eine Gesangbuch mit Notizen angewiesen und kann von Strophe zu Strophe auch Varianten spielen, was die Sache belebt. Ein weiterer Schritt wäre dann, den Cantus in Tenor oder Bass zu verlegen.

    Ich bin nicht der Ansicht, dass die Begleitung eben nur zu "funktionieren" hat. Wenn das gut gemacht ist, inspiriert es eine Gemeine erheblich zum Singen. Ich finde es auch immer sehr schade, wenn ich 4 Strophen lang den gleichen Satz anhören muss, teils noch nicht einmal mit Änderungen in der Registrierung. Das würde ich nicht unterschätzen.
     
  6. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Wobei es stark auf die Orgel ankommt, die man zur Verfügung hat. Bei meiner "Hauptorgel" mit einem Manual und vier Registern kann ich nur über die Harmonisierung gehen, Registerwechsel oder Melodie in anderer Stimme ist da nicht drin.
    Aber das ist ein anderes Thema. Ich mag die Orgel trotzdem sehr.
     
  7. Dorforganistin
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    Und wenn jemand Anfänger ist, ist viermal der gleiche Satz absolut okay.
     
  8. BachKoralle
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    BachKoralle

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    Ja, es kommt darauf an, wie man die Akkordsymbole schreibt. Mir wurde es auf der Orgel so beigebracht, "C" bedeutet c im Baß und "C3" bedeutet e im Baß (die "3" am besten tiefgestellt). Man könnte auch gleich "Ce" schreiben. Hochgestellte Zahlen wären dagegen Zusatztöne, z.B. die "7" in "C7".
    Bei Akkordsymbolen für Gitarre gibt es nur selten den Baßton explizit angegeben ("Slash-Akkorde"), es spielt auf der Gitarre im Normalfall nicht so eine Rolle. Auf der Orgel spielt es eine viel größere Rolle. Es geht mir daher hier um Akkordsymbole für Orgel, nicht für Gitarre, wie schon gesagt. Die Information zum Baßton soll in jedem Akkordsymbol enthalten sein, damit man direkt die richtigen Baßtöne spielt.

    Kann man ja machen. Wenn man sie braucht, wären sie jedenfalls da.
     
  9. Stephan
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    Stephan

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    Das ist aber kompliziert, weil diese Schreibweise einen Denkschritt mehr erfordert, als nötig wäre. Besser ist doch eine Akkordsymbolisierung, die sich mehr an die Generalbaßschrift anlehnt. Da wäre der Sextakkord von C-Dur, also die 1. Umkehrung, mit e6 (6hochgestellt) notiert. Da braucht man nur ein einziges Mal zu lernen, dass man vom Baßton aus außer der notierten 6 ( Sexte vom Basston aus) stets auch die 3 (Terz) noch spielen muss = e+g+c. Was wäre dann also g6 ? Richtig! g+h+e = Sextakkord von e-moll...;-)
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Aug. 2017 um 10:28 Uhr
  10. BachKoralle
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    BachKoralle

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    Also e6 finde ich nicht klarer als C3 oder Ce. Bei mir erfordert e6 mehrere unnötige Denkschritte..
    (ohne extra-Denkschritt ist es für mich e-Moll in Grundstellung mit hinzugefügter Sexte)
     
  11. BachKoralle
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    BachKoralle

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    Ist aber durchaus eine interessante Frage, wie man Akkordsymbole so übersichtlich und informativ wie möglich macht.
     
  12. Stephan
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    Stephan

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    Das wäre ja e56...;-) und bei meiner Schreibweise hat Du auch stets den Baßton als Buchstaben im Akkordbild...eben wie früher beim alten Generalbass, wo auch der Bass generell vorgegeben war...
     
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  13. Rheinkultur
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    Rheinkultur

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    Auch da geht schon einiges, wenn man mehrere Strophen unterschiedlich gestalten will. Vierstimmig Note gegen Note durchharmonisieren, eine Überstimme andeuten, auf Drei- und Zweistimmigkeit mit linearer Stimmenführung und figural umspielend wechseln - all das geht bereits auf einem ganz kleinen Orgelpositiv, sogar nur manualiter, wenn man auf das dann meist "angehängte" Pedal verzichtet.

    Mit Melodieführung in anderen Stimmen und anderen Kunstfertigkeiten versierter Spieler erreicht man erfahrungsgemäß nur bei sangesfreudigen Gemeinden eine Resonanz, die in Relation zu dem höheren satztechnischen Aufwand steht. Bei größeren Instrumenten wird man eine geeignete Auswahl bei der Registerwahl treffen müssen, da es sich nun mal mit Flöten und diversen "streichenden Stimmen" nicht so gut singen lässt. Aber das ist natürlich eine ganz andere Frage.

    LG von Rheinkultur
     
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  14. Rheinkultur
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    Rheinkultur

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    Ich stelle mir nun NGL-Lieder der letzten Jahrzehnte mit Generalbass-Bezifferung vor. Würde ich an einer Orgel Platz nehmen und eine solche Notenausgabe ohne Vorwarnung aufschlagen, hätte ich schon Mühe, ganz ernst zu bleiben... .
    ;-);-);-);-)
    LG von Rheinkultur
     
  15. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    @Rheinkultur Klar geht einiges, aber so lange die Gemeinde aufhört zu singen, wenn der 4' Prinzipal nicht dabei ist, sind den Experimenten Grenzen gesetzt ;-)
     
  16. Rheinkultur
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    Rheinkultur

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    Registriertechnisch lässt sich lediglich bei der letzten (Kata)Strophe von "Großer Gott von Lobberich" der 2' dazu nehmen, sonst kann man wirklich nicht viel experimentieren. Muss man aber auch gar nicht... .
    ;-);-);-);-)
    LG von Rheinkultur (der morgen um zehn Uhr bei den Evangelen wieder vertreten muss. Die "Sommerkirche" ist erfahrungsgemäß aber recht dünn besucht, so dass die Pfarrerin angekündigt hat, die Gemeinde mit Stuhlkreis in den Altarraum zu setzen und mich zumindest einige Sachen vorne am Flügel spielen zu lassen, obwohl es eine schöne Beckerath-Orgel (II/20) gibt. Zwei der Lieder seien eher wenig bekannt, so dass es da eventuell noch eine Änderung geben könnte. Wenn ich mir da erst noch passende Harmonien zusammen suchen müsste, hätte ich eine unruhige Nacht vor mir...)
     
  17. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Welcher 2'? :-D
    Ich hab's morgen nicht weit, der Gottesdienst findet in unserem Garten statt.
     
  18. Rheinkultur
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    Rheinkultur

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    2'? Mir fiel spontan ein, dass es in einer Friedhofskapelle hier in der Gegend ein Orgelpositiv (I/4) gibt. Dieses besitzt jeweils einen 8', einen 4', einen 2 2/3' und eben einen 2' - hätte ja sein können...!
     
  19. Stephan
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    Hallo Rheinkultur, das würde in der Tat eine gewisse Komik besitzen, aber die Leadsheets, die ich meine, entsprechen ja nicht genau der alten Generalbasspraxis, da braucht man also keine mittelalterlichen Mönche steppen zu lassen...;-)im Gegenteil: die Harmonien geben einen großen Freiraum zur kreativen, improvisatorischen Begleitung, angefangen bei Wechsel-und Durchgangsbässen, Rhythmisierungen in der linken Hand, etc, für den erfahreneren Organisten. Am Anfang aber sind sie für die Praxis außerordentlich hilfreich, weil 2 der 4 Stimmen generell schon fixiert sind: eben Sopran und Bass...:super:
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Aug. 2017 um 10:33 Uhr
  20. Stephan
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    Stephan

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    Dorforganistin, im Garten? Nimmst Du dort dann Kamm 8', oder wie?..:-D
     
    Zuletzt bearbeitet: 13. Aug. 2017 um 10:31 Uhr