Zusätzlich Tonleitern oder Etüden

Dieses Thema im Forum "Umfragen" wurde erstellt von Viva La Vida, 21. Nov. 2019.

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Zusätzlich Tonleiter(n) oder Etüden

  1. Tonleitern

    6,7%
  2. Etüden

    13,3%
  3. Nichts davon

    20,0%
  4. Besser beides

    60,0%
  1. Viva La Vida
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    Viva La Vida

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    Hallo,

    mein KL will zusätzlich zu Stücken die wir spielen entweder
    • Tonleitern oder
    • Etüden
    zur technischen Unterstützung als Hausaufgabe dazu nehmen.
    Ich habe mich für die Tonleitern entschieden.

    Was davon würdet ihr wählen?

    SG
    VLV
     
  2. Muck
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    Muck

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    Dein KL hat gesagt "Tonleitern oder Etüden"? Was ist denn das für ein Quatsch?

    Nebenher eine gute (!) Etüde macht immer Sinn. Ab und zu kann man auch mal ne Tonleiter üben, aber nicht exzessiv, ist nämlich recht stumpfsinnig.

    Ich weiß nicht, auf welchem Stand du bist, aber es gibt so tolle Stücke die du als Etüde gebrauchen kannst, allen voran die hier im Forum schon oft genannten c-moll Variationen. Falls du noch nicht so weit bist kannst du auch auf einfachere Variationen zurückgreifen. Händel oder Mozart beispielsweise.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Nov. 2019
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  3. Therese
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    Therese

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    Och, also ich mag Tonleitern spielen. Mochte ich schon als Jugendliche gerne und hat während meines Studiums nie aufgehört.
     
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  4. Barratt
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    Barratt Lernend

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    :konfus: Tonleitern ... sind keine Alternative zu Etüden.
     
  5. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Ich kann mich nicht erinnern, jemals Tonleitern geübt zu haben. Das einzige, was ich mal schematisch geübt habe waren I IV V I - Kadenzen in allen Lagen und Umkehrungen.
     
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  6. Tastatula
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    Tastatula Super-Moderator Mod

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    Tonleitern sind die Bausteine unserer abendländischen Melodien. Sie schulen das Gehör, sollten niemals stumpfsinnig heruntergenudelt werden. Es erleichtert das Erlernen neuer Stücke ungemein, wenn man sich in den Baustoffen der Kompositionen auskennt.

    Ich hätte noch hinzugefügt: Dreiklänge und Umkehrungen gehören auch dazu.

    Etüden können wunderbar bestimmte Problemzonen abdecken und oft auch schön klingen. Es kommt immer auch sehr darauf an, wie man spielt.
     
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  7. Demian
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    Demian

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    Zunächst: Auch ich finde es wie @Muck merkwürdig, dass dein Klavierlehrer dich fragt, was von beidem du wählen möchtest. Er scheint sich auch nicht im Klaren darüber zu sein, dass du die bedeutsamen Unterschiede zwischen beidem offenbar nicht kennst, sonst würdest du diese Frage hier nicht stellen. Eigentlich ist es seine Aufgabe, das zu entscheiden.

    Tonleitern sind, wie @Tastatula schon geschrieben hat, Grundelemente der Musik. Etüden trainieren spezifische Fertigkeiten am Instrument. Tonleitern können Bestandteil von Etüden sein, aber umgekehrt können Etüden keine Bestandteile von Tonleitern sein.

    Es gibt auch neben Etüden noch Fingerübungen, ich vermute, die wären für dich am geeignetsten. Z.B. von Czerny op. 821. Trotzdem kann man aber auch an den Stücken, die man gerade spielt, Technik üben. Das halte ich für sinnvoller.
     
  8. Viva La Vida
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    Viva La Vida

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    Deine Schlussfolgerung verstehe ich nicht, natürlich kenne ich den Unterschied. Das weiß doch jeder.
    Wahrscheinlich habe ich es schlecht, bzw. zu ungenau beschrieben:
    Nehmen wir als Bsp. an das Übe-Stück ist in E-Dur, dann übe ich (zu Hause) die E-Dur Tonleiter über 4 Oktaven, dazu die Dreiklangszerlegung, die Akkorde und die große Zerlegung. Das ist dann die Hausaufgabe die ich beim nächsten mal vorführe, das dauert vlt maximal 5-10 Minuten.
    Ich darf mir das aussuchen, dem KL genügt eine solche technische Sache neben den 1-2 Stücken.

    VLV
     
  9. Viva La Vida
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    Viva La Vida

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    Was hast du dann gemacht?

    VLV
     
  10. Stilblüte
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    Stilblüte Super-Moderator Mod

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    Literatur gespielt.
     
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  11. Barratt
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    :001: So klingt das doch schon viel plausibler.

    Was meinst Du mit "die große Zerlegung"?
    Der Begriff ist mir nicht bekannt und assoziiert bei mir irgendwas Apokalyptisches. :005:
     
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  12. Marlene
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    Marlene

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    Entschuldigt bitte den ruppigen Ton, aber in meiner akustischen Wahrnehmung sind Tonleiter akustische Umweltverschmutzung. Wie soll man die anders als stumpfsinnig runternudeln?

    Diese Tatsache halte ich für den einzigen Sinn des Übens von Tonleitern. Die Geläufigkeit konnte ich damit übrigens nicht verbessern - auch nicht mit anderen Fingerübungen - obwohl ich Tonleitern regelmäßig spielen musste. Mein Gehör wurde dadurch nicht geschult, ich kann nichtmal eine kleine oder große Sekund im Voraus "hören" (was ich gestern wieder beim Transponieren üben gemerkt habe).

    Sind es nicht meist Anfänger, die Tonleitern üben/spielen sollen? Die kennen sich aber nicht aus mit den Baustoffen der Komposition.
    :konfus:

    Und Stufenakkorde? Diese verdeutlichen mir die harmonischen Zusammenhänge besser als Tonleitern. Mein Gehör hat mehr davon, weil ich so Töne differenzierter wahrnehmen kann. Denn Stufenakkorde drischt man nicht rauf und runter, sondern nimmt sie viel bewusster wahr.
     
  13. Dorforganistin
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    Dorforganistin

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    Tonleitern kann man wunderbar musikalisch gestalten: Artikulation und Lautstärke sind zwei Elemente. Oder die Töne in Gruppen aufteilen (Dreier,Vierer...) und entsprechend betonen.
    Über eine Oktave, über zwei Oktaven, rauf und runter... Mit beiden Händen versetzt (und dann hören, welche Intervalle entstehen und wie sie klingen)...
    Es gibt so viele Varianten. Und kein Grund, sie "runterzunudeln".
     
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  14. Barratt
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    Barratt Lernend

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    Gern. :001: Ich wundere mich aber, warum Du mit solchen apodiktischen Aussagen kommst.

    Wäre es vielleicht denkbar, dass sich Dir der Sinn mancher Übungen bislang nicht offenbart hat? :001:
     
  15. Demian
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    Demian

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    Ich würde es folgendermaßen machen: Czerny op. 821 üben, darin sind viele Tonleitern enthalten, in Stücke eingebunden. Aus diesen Übungen würde ich die Tonleitern dann herausziehen und damit kreativ umgehen, z.B. in der Art, wie @Dorforganistin geschrieben hat.

    Oder auch: Die rechte Hand spielt die Tonleiter, die linke dazu begleitende Kadenzen. Dann nicht nur rauf und runter, sondern mit Richtungswechseln, sodass daraus Melodien werden. Das wäre ein kreativer Umgang mit Tonleitern, die eine Fingerübung von z.B. Czerny als Ausgangspunkt haben.
     
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  16. Marlene
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    Marlene

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    Meinst Du, mein Unverständnis gewisser Zusammenhänge habe etwas damit zu tun, dass ich kleine oder große Sekund nicht im Voraus hören kann? Oder umgekehrt?
    :konfus:
     
  17. rolf
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    rolf

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    ….z.B. wie Tschaikowski (Klavierkonzert G-Dur) ;-) ...ich bin mir sehr sicher, dass der russische Pjotr Illytisch in Sachen Tonleitern integrieren nicht von einer @Marlene und ihrem ungemein kundigen Urteil in die ewige Verdammnis verfrachtet wird :-D wir könnten jetzt allerlei berühmteste Klaviermusik nach eingebauter "akustischen Umweltverschmutzung" durchsuchen, das Ergebnis wird nachweisen, dass die Klaviermusik in diesem Sinne weitaus verschmutzter ist als die Weltmeere mit Plastik, die Jeckenkapitale mit Feinstaub usw :lol::lol::lol:
    ...das alles wäre ja ganz witztig, wenn exakt dieses Thema (blabla Tonleitern) nicht schon vor Jahren ausführlich durchgekaut worden wäre.

    gerade du @Marlene teilst doch in einem anderen Faden deine interessanten Erfahrungen mit dem transponieren mit: wäre dir bewußt (hörbar, sichtbar, greifbar (an den Tasten) und wirklich begriffen/verstanden) was Tonleitern sind (siehe als Ansatz, was @Tastatula mitgeteilt hat) müsstest du nicht stochernd Intervalle ausrechnen und abzählen, sondern die Lage der Töne einer Melodie in ihrer Skale wäre dir klar und könntest sie sofort in jeder Tonart spielen - - aber nein, s´ist wohl edler im Gemüt, musikalische Grundlagen gar nicht erst kapieren zu wollen, auf dieser weisen Grundlage dann ein abfälliges Urteil zu fällen und die trübseligen Ergebnisse dieser Vorgehensweise breit auszuwalzen...

    na gut, damit die Schelte, die sich @Marlene redlich verdient hat (siehe ihre Einlassungen) :lol::lol: doch noch eine Nutzanwendung hat: natürlich gibt es grundsätzlich zweierlei Vorgehensweisen beim Umgang mit Skalen, die horndumme und die verstehende.
    a) die horndumme: mimimi Vorzeichen, das da isn fis, oh ich muss immer wieder da so´n fis fummeln, mimimi drei Kreuze is ja voll fies usw usw usw männo wo fang ich oh Tannenbaum in Dingsbumsdreikreuze an? mimimi ich schnall das nicht buhu
    b) die verstehende:
    Halbtonschritt Taste zu Taste, Ganztonschritt über eine Taste hinweg (scheißegal, ob schwarze, weiße oder bunte Tasten: sie sind alle gleich!) - Tetrachorde sind zwei Ganztonschritte plus ein Halbtonschritt (sowas wie c-d-e-f oder h-cis-dis-e) und dann alle davon mit verschiedenen Fingerkombinationen durchprobieren - dazu die immense Erkenntnis: zwei Tetrachorde im Abstand von einem Ganzton sind eine Durskala. Oh wie schwierig: e-fis-gis-a + H-CIS-DIS-E Halleluja erster Tetrachord Ganztonschritt ZWEITER TETRACHORD*) ---- wer das nicht begreifen und anwenden kann, soll halt Schnee schippen oder Rasen mähen ("ist auch wichtig" Mord mit Aussicht) ---- dann die Mollskalen als Abweichungen von dieser Abfolge begreifen, und das genügt an "Wissen/Theorie" um alles transponieren zu können und um ohne rumfummeln/suchen/danebenpatschen alle Tonleitern spielen zu können

    Halt... spielen können, womöglich schnell, wie im Tschaikowski G-Dur Dings - - - tja, das Klavierspielen hat nun mal auch eine motorische Seite:
    da ist es immer sinnvoll, klein anzufangen und die Ohren aufzusperren...
    mit beiden Händen im Oktavabstand:
    - jeden Ganztonschritt mit 2-3, 1-2, 3-4 usw
    - dito jeden Halbtonschritt
    - alle Kombinationen von zwei Ganztonschritten (c-d-e / des-es-f usw) mit verschiedenen Fingerkombinationen
    - dann alle 12 Tetrachorde
    - begreifen, dass man da eigentlich immer dasselbe macht, Tasten egal
    - komplette Skalen spielen (jeden Bestandteil hat man ja s.o. schon längst angefasst) und das möglichst mit geschickten Fingerfolgen (Georgii, natürliche Fingersätze, also Daumen gleichzeitig wie in H-Dur)
    - - und bis man die begriffenen Skalen schnell spielen kann, das dauert, denn die motorische Seite ist leider keine Selbstverständlichkeit (wäre sie es, würden alle hier sämtliche Chopinetüden - die auch Tonleitern enthalten - prima spielen können)

    addiert man jetzt noch Dreiklänge mit Umkehrungen, Arpeggien, Kadenzen hinzu, dann hat man ne solide Grundlage des Verstehens und Anwendens ---- aber klar, es gaht auch anders (dann allerdings kommt stümpernde akustische Umweltverschmutzung am Ende bei raus) :-D:-D:-D:-D

    ________________
    *) boah wenn man die acht Dinger römisch durchzählt, Heureka, dann hat man ja alle Intervalle einer Tonleiter bezogen auf ihren Grundton :-):-):-)wow der erste Ton vom zweiten Tetrachord ist die Quinte überm Grundton, wer hätte das gedacht? Oh Herr, der Aufbau der Durtonleiter ist ein unbegreifliches Wunder....
     
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  18. rolf
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    rolf

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    @Barratt leider (!!!) kommt da nicht Leverkühns Opus Magnum bei raus, sondern nur öde gewöhnliche Umkehrungen von vier- und fünftönigen Akkroden (cegc-egce und auch cegbc-egbce usw)
     
  19. Muck
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    Muck

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    Mensch @rolf, du Spielverderber! Ich hatte schon voll das Kopfkino bei dem Begriff :005:

    (@Barratt, mir hat "große Zerlegung" auch nichts gesagt)
     
    Zuletzt bearbeitet: 22. Nov. 2019
  20. Albatros2016
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    Albatros2016

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    @rolf, ich habe Deine wohlgesonnenen Worte schon vermisst und ich habe es sogar weitestgehend verstanden.:super:

    In Zukunft werde ich vor Ehrfurcht im Staube kriechen, sollte mein KL mir Tonleitern aufgeben und sie demütig üben und ihren Sinn vollständig erfassen. Manchmal ist es doch gut, noch ganz am Anfang zu stehen.:-D