Zusätzlich Tonleitern oder Etüden

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Zusätzlich Tonleiter(n) oder Etüden


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Das ist die oben erwähnte "ganz alte Schule" am Besten noch mit dicken Büchern unter den Achseln, die nicht runterfallen dürfen.

Gehört dazu nicht noch eine Münze auf dem Handrücken?

Außerdem ist es Hilfreich, wenn die Schüler nicht alles Wort für Wort in Stein gemeißelt übernehmen, sondern als zusätzliche Information, die das eigene Weltbild und die eigene Sicht der Dinge bereichert, und nicht den gesunden Menschenverstand mit dieser einen neuen Regel überschreibt.
 
Bzgl Daumen etc:
- mit dem rechten Mittelfinger die Taste kleines es berühren - wo liegt der Daumen, wenn man das Hangelenk nicht verbiegt, sondern gerade hält?
- die linke Hand möchte Des-Dur Abwärts vom des2 spielen, der Mittelfinger liegt schon auf des2, wo liegt der Daumen, wenn man das Handgelenk nicht verbiegt, sondern gerade hält?
...das mal als Anregung zum Skalenspiel (schon erstaunlich, dass die Fingerlein nicht alle gleichlang sind...;-))

...wer jetzt Blabla extreme Blabla macht, hats nicht begriffen und mag gerne weiter ungelenk stochern und beim Daumen straucheln!
 
Das Kommentar von Hasenbein über die Lücke im Legato hat mich zum Nachdenken angeregt.
Außerdem nicht versuchen, die Töne legato zu verbinden - das führt zu zu starken Daumenbewegungen bzw. zu diesem Handgelenk-Hin-und-Her-Geruckel. Einfach die kleine klangliche "Lücke" vor oder nach dem Daumen erlauben; die hört man vielleicht im langsamen Erarbeitungstempo, aber nicht mehr im angestrebten schnellen flüssigen Tempo.

Habe mit etwas Zufall dieses Video auf YT gefunden:


Dieses Video finde ich sehr lohnend.

In diesem Video spricht er ab 5:00 das er die Arpeggien unterbricht und zu Gruppen zusammenfasst (grouping). Dabei bindet er nicht zwischen den Gruppen. Tonleiter sind auch in Gruppen angeordnet (ab 6:29) und er sagt darauf trifft das auch zu.

Ich sehe als hier zwei verschiedene Technik Schulen die von @hasenbein und die von @Alter Tastendrücker erwähnte.
Möchte niemand gegeneinander ausspielen, es sind jedoch zwei völlig verschiedene Ansätze !

Er spricht auch vom Daumenuntersatz und von Übungen dazu und nennt sie großen Fehler (ab 07:40, „tremendous mistake“).

Was haltet ihr von diesem Grouping und unterschiedlichen technischen Ansätzen?

VLV
 
Das ist klar - ich habe natürlich schnelle Versionen gemeint!

Bei Tonleitern, die langsam gespielt werden sollen, tut man natürlich andere Dinge.

Man muss sich immer im klaren sein, dass diese ganzen Tonleitertechnik-Problematiken und Diskussionen immer bezogen sind auf: "Wie spiele ich eine SCHNELLE Tonleiter?"
 
Um keine üble Nachrede zu begehen habe ich nachgeschaut, ob dazu etwas in meinem Klaviertagebuch steht.

Aber ich habe auch über meine Aussage wegen der statischen Arm- und Sitzhaltung nachgedacht und mich in den damaligen Unterricht zurück versetzt. Da gab es z.B. erhebliche Probleme mit der rechten Rotatorenmanschette, die vierte Oktave konnte ich damals nicht erreichen oder nur unter Schmerzen. Den Oberkörper kann ich nur eingeschränkt zur Seite neigen um weit in Diskant oder Bass greifen zu können.

Dass mein Ex-KL kompetent ist habe ich mir auch vor Augen gehalten. Und, dass er nichts ohne Grund gemacht hat und es somit einen gegeben haben muss, mich so spielen zu lassen. Ich denke es war Sorgfaltspflicht seinerseits, er wollte mich wahrscheinlich vor Bewegungen bewahren, die meine Schmerzen vielleicht verschlimmert hätten. Denn niemand kann in den Körper eines anderen hineinfühlen und da war er sicherheitshalber vorsichtig.

Er hat mir z.B. in dem ein oder anderen Stück Skrjabins verboten, die Dezimen nicht zu arpeggieren. Heimlich habe ich aber trotzdem geübt sie nicht arpeggiert zu spielen und vorsichtig aber fleißig gedehnt. Es war absolut nicht absehbar, dass diese Dehnübungen meine Probleme mit den Daumengrundgelenken deutlich verringern würden. Das gleiche gilt für die Übungen im Fitness-Center die – entgegen seiner Warnung – die Schmerzen in den Gelenken reduziert haben. Physiologisch logisch ist das nicht.

Heute früh habe ich 5-10 Minuten die C-Dur Tonleiter behutsam über mehrere Oktaven rauf und runter gespielt um etwas über meine reduzierten Armbewegungen herauszufinden. Dabei hatte ich erstaunlicherweise keine Schmerzen in den Daumengrundgelenken, es war nur ein etwas unangenehmes Zwicken. Die Gelenke haben nicht blockiert. Und ich habe dem Arm mit Absicht mehr bewegt. Aber je weiter sich die Arme vom c1 entfernt haben umso größer wurde das Ziehen in den Unterarmen. Das kommt recht häufig vor beim Spielen und je enger die Arme am Oberkörper sind umso weniger schmerzt es in den Unterarmen. Wobei wir wieder bei meinem zweiten Absatz wären.

Und vorgestern habe ich in einem Takt den Fingersatz in Szymanowskis Präludium geändert und siehe da: Die Bewegungen sind für meine Finger grenzwertig und die Ellenbogen müssen raus, damit ich beim Spielen dieser Passage kein Risiko für meine Finger eingehe. Wie bin ich wohl auf die Idee gekommen, die Hände einzudrehen was die Ellenbogen nach außen bewegt hat, habe ich mich gefragt, wenn er mir so etwas nicht irgendwann gezeigt hat.

Die „Ellipse“ oder „ostslawische Welle“ (beides wurde mir von anderen KL gezeigt) kann ich schmerzfrei spielen. Aber warum spiele ich trotzdem nicht so, habe ich mich gestern gefragt. Die Antwort hat mir ein Stück offenbart in dem häufig beidhändige Arpeggien vorkommen. Zu statische Bewegungen (und ein wenig Verbissenheit, weil es nicht geklappt hat) führen hierbei zu Schmerzen im rechten Unterarm nahe dem Handgelenk (es ist eindeutig eine Verspannung). Also habe ich die Hände und somit Arme mehr bewegt. Die Schmerzen waren dabei fast oder ganz weg. aber ich vermute jetzt den Grund zu kennen, warum ich die Arme so wenig bewege: Ich verliere bei dieser Spielweise das Tastengefühl und das ist wohl auch ein Grund dafür, dass ich keine ausladenen Armbewegungen mache. Der nachlassende Tastenkontakt verunsichert das Spielen. Das hat sich heute im Unterricht gezeigt als ich mit lockeren Händen und Armen gespielt habe (und das Stück vergeigt habe). Aber ich denke, es ist alles Übungssache, ich muss mich halt umgewöhnen.

Ein wenig Schelte hat er verdient, aber vermutlich nicht in Bezug auf meine ungenügend eingesetzten Hände und Arme.
 
So unlogisch scheint das nicht zu sein.

Hatte auch immer mal ab und zu (durch Überbein und Nerven bedingte) Schmerzen in den Händen.

Seit ich regelmäßig Liegestütze mache, ist das deutlich seltener und weniger geworden, obwohl man ja meinen sollte, dass die die Hände belasten bzw. Nerven etc. mehr komprimieren.

Körperteile wollen offenbar alles Mögliche, aber eher nicht geschont, sondern tüchtig benutzt werden.
 
Ich verliere bei dieser Spielweise das Tastengefühl und das ist wohl auch ein Grund dafür, dass ich keine ausladenen Armbewegungen mache. Der nachlassende Tastenkontakt verunsichert das Spielen.

Spielbewegungen, die so geartet sind, dass sie das Tastgefühl, also den Kontakt zum Tastenboden (dies ist ja eigentlich die 'Stütze' des Pianisten) reduzieren sind natürlich unbrauchbar.
Versuche mal als kleine Übung mit den 5 Fingern der Rechten den Akkord c-es-fis-a-c von unten nach oben und wieder zurück zu brechen.
Dabei bleibt der Handrücken in etwa waagrecht (Münze!?) , aber das Hangelenk bleibt gefühlt immer hinter dem gerade spielenden Finger. D. h. wenn der Daumen spielt (eher gestreckt als gekrümmt!) ist die Hand nach außen gerichtet (Abduktion), wenn der dritte spielt ist sie fast gerade nach vorne gerichtet und wenn der 5. Finger spielt schauen die Fingerspitzen (2. und 3. Finger) eher nach innen (Adduktion). Die Finger fühlen solange sie spielen den Tastenboden und sind ungefähr die Verlängerung der Tasten. Es ist für viele erstaunlich und zunächst beunruhigend, wie weit dabei der Unterarm hin und her bewegt wird.
Dasselbe verschärft (nur wenn einigermaßen bequem möglich!)
mit den Tönen g-c-e-g-a oder noch weiter
g-c-e-g-c
Alle drei Positionen kann man von jeder Stufe der chromatischen Tonleiter aus machen.
Die letzte und ähnliche Positionen soll übrigens Horowitz seinen Schülern als Übung gegeben haben.
 

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