Warum dann Quintenzirkel???

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PhKlavirr

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Ich wollte den Quintenzirkel lernen, wie es ja auch immer wieder so dringend empfohlen wird, wenn man Musiktheorie verstehen will. Schön und gut, habe mir immer wieder alle Tonleitern und und Vorzeichen notiert inklusive Akkorde und diese versucht auswendig zu lernen, auch am Klavier herumprobiert. Jetzt bin ich aber auf ein Problem gestoßen! Bei Molltonleitern gibt es ja noch diese "harmonischen" und "melodischen" Molltonleitern, aber davon finde ich im Quintenzirkel ja gar nichts. Wieso heißen die überhaupt Molltonleitern und wofür sind die gut? Der Halbtonschritt ist doch nicht nur bei 2,3 und 5,6, und soll man jetzt überhaupt noch sich die Mühe machen "normale" Molltonleitern" zu lernen??? Der Quintenzirkel ist wohl doch kein so in sich geschlossenenes System wie ich gedacht habe.
 
Der Quintenzirkel ist wohl doch kein so in sich geschlossenenes System wie ich gedacht habe.
Doch, ist er, wenn man ihn erstmal verstanden hat. Dazu lohnt es, sich aus den üblichen frei zugänglichen Quellen (z.B. Wikipedia) die Grundlagen der Harmonielehre rauszuziehen. Keine Angst, um den Quintenzirkel zu verstehen, bist Du im Vergleich beim Wissensstand nach 3 Monaten Erste Klasse Grundschule.

Im Quintenzirkel findest Du z.B. die jeweilige Parallel-Moll Tonart zu jeder gewählten Grundtonart. Das hat aber mit Melodisch und Harmonisch Moll gar nichts zu tun. Das kommt dann in der "Zweiten Klasse" ;-)

Und natürlich gibts dann das Pythagoräische Komma wenn man die mathematischen Grundlagen der Intevallbildung erforscht ... da sind wir dann in der Dritten Klasse ....
 
Der Quintenzirkel ist schwer, ja.
Aber warum muss man jetzt auch noch harmonisch und melodisch Moll lernen??
 
Der Quintenzirkel ist schwer, ja.
Aber warum muss man jetzt auch noch harmonisch und melodisch Moll lernen??

Weil es in der Musik benutzt wird.

Richte z.B. Dein Augenmerk darauf, ob der Ton unter dem Grundton einen Ganzton oder einen Halbton tiefer liegt.
Überlege Dir, wie der Zusammenhang ist zwischen diesem Ton und dem Stufenakord auf der 5. Stufe (Dur oder Moll).
Welcher Ton müsste es sein, wenn es es die Paralleltonart zu einer Durtonart wäre?
Kann man bei harmonisch Moll oder melodisch Moll die Töne so umstellen, dass man eine Durtonleiter bekommt? Warum nicht?

Aber, das wichtigste überhaupt ist hören, hören, hören.

Grüße
Omega Minus
 
Die verschiedenen Molltonleitern haben mich anfangs auch völlig verwirrt. Wenn du aber mal ein Stück in Moll spielst, wirst du feststellen, dass es zahlreiche zusätzliche Vorzeichen bzw. Auflösungszeichen gibt. Das kommt einem nur solange chaotisch vor, bis man die verschiedenen Molltonleitern übt. Dann merkt man: Ach ja, da geht's die Tonleiter runter, deswegen das Auflösungszeichen! :idee:

Also am besten die jeweiligen Molltonarten im Zusammenhang mit einem konkreten Stück üben und dann analysieren, wo welches Moll verwendet wird und überlegen, warum. Dazu auch mal spaßeshalber eine andere Molltonleiter verwenden.
So hab ich mich den verschiedenen Molls experimentell angenähert.
 
Ich erkläre das gerne so:
natürliches Moll ist die Tonleiter mit den Tönen der parallelen Durtonart (Also die Tonleiter der VI. Stufe)
Oh, da fehlt ein Leitton. Man weiß gar nicht, wo die Leiter zu Ende ist.

Dann erhöht man den 7. Ton dieser Leiter und bekommt damit einen Halbtonschritt, der zum Grundton führt, also den Leitton.
Das ist die harmonische Molltonleiter, hilft uns doch der 7. Ton, immer gut nach Hause zu finden.
Urrgs, sagen die Sänger, kann man aber blöd singen! 1 1/2 Tonschritte von der 6 zur 7 ! Kann man das bitte ändern.

Ok.
Wir erhöhen auch den 6. Ton und bekommen so eine geschmeidige obere Hälfte der Molltonleiter, das melodische Moll.
Abwärts brauchen wir den Leitton nicht mehr und gehen wie in der natürlichen Tonleiter zurück mit den Vorzeichen der parallelen Durtonleiter.

Historisch vollkommen inkorrekt, aber leicht zu merken und nachzuvollziehen.
 
Ok danke ich muss das dann nochmal durchdenken
 

Ich wollte den Quintenzirkel lernen, wie es ja auch immer wieder so dringend empfohlen wird, wenn man Musiktheorie verstehen will.

Musik ohne Quintenzirkel ist wie Schwimmen ohne Wasser!

Hallo @PhKlavirr, jeder Mensch lernt anders, vielleicht versuchst Du es mal damit:

Lege die Finger der linken Hand (ohne Daumen, der hängt locker herab) auf die Tasten c bis f und drücke sie. Die Finger 2 bis 5 der rechten Hand legst Du auf g-c1. Drücke alle acht Tasten runter. Deine Finger liegen auf C-Dur, diese Tonart hat kein Vorzeichen.

Nun lege die linke Hand rechts neben die rechte Hand und drücke die Tasten runter. Auf welcher Taste liegt der linke 5er? Und welche Taste ist die vorletzte unter der rechten Hand? Richtig, Deine Finger liegen auf G-Dur, das fis ist das erste Vorzeichen.

Jetzt legst Du wieder die untere Hand neben die Rechte. Welche Taste liegt jetzt unter Finger 5 der linken Hand? Und welche ist die vorletzte unter der Rechten? Du hast gerade das zweite Vorzeichen gefunden.

Und so machst Du weiter (irgendwann ist die Klaviatur zu Ende, dann versetzt Du halt die Hände nach unten. Du wirst so jede Tonart und jedes neu hinzugekommene Vorzeichen sehen. Und hast Dich damit ganz locker durch den Quintenzirkel gehangelt.
 
Das ist ja heutzutage das Schlimme: Im "Klassik"-Bereich treten junge Leute zu Wettbewerben an bzw. arbeiten sogar auf ein Musikstudium hin, die weder irgendwelche Intervalle oder Akkorde hörend erkennen noch irgendeinen blassen Schimmer von der Theorie haben, die hinter dem steckt, was sie da so klimpern. Teilweise kommen sogar bei der Frage nach Stückname/Komponist Antworten in der Richtung "äh, so ein Dings, das mir mein KL gegeben hat."

Das ist beschämend - und zwar in erster Linie für die KL, die so einen Unterricht geben, der nur auf das "Hinkriegen" irgendwelcher notierter Sachen ausgerichtet ist.
 
Das ist beschämend - und zwar in erster Linie für die KL, die so einen Unterricht geben, der nur auf das "Hinkriegen" irgendwelcher notierter Sachen ausgerichtet ist.
Mein KL erzählt anderes: Daß die meisten Schüler kein Interesse haben: weder an der Musiktheorie noch an der Musikgeschichte. Wenn man den Aufbau von Tonleitern, Akkorden, die Struktur von Kadenzen verstehen will, ist es nicht damit getan, sich die Sachverhalte im Unterricht erklären zu lassen. Man muß sich unter der Woche intensiv damit beschäftigen. Kommentar meines KL: „Ich lasse mich nicht dafür bezahlen, meine Schüler zum Jagen zu tragen.“ Es gibt also offensichtlich nicht nur KackKlavierLehrer, sondern auch KackKlavierSchüler.
 
Das geht didaktisch natürlich nicht, indem man "zusätzlich" zum Unterricht noch Theorie "erklärt", damit man "versteht", wie Kadenzen funktionieren etc.

Klar, dass das von den SuS als überflüssig und langweilig empfunden wird.

Nein, man muss Liedbegleitung, Popsongs nach Akkordsymbolen, Improvisation und Komposition durchnehmen. Nur so geht es - Theorie durch Praxis!
 
Musiktheorie ist bei uns wegen Corona und Lehrer krank ziemlich ausgefallen.

Ich habe auch nicht die Rolle der Bedeutung 😁 des Quintenzirkels schmälern wollen. Ich finde nur den Vergleich mit schwimmen und Wasser unpassend.

Da steht ja nicht Musizieren sondern Musik. Das impliziert, dass ich ohne Quintenzirkel auch keine Musik hören kann.

Na egal, ich höre auch gerne im Wasser Musik, auch ohne Zirkel.
 

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