Wann löst das e-Piano das Klavier ab?

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von reymund, 21. Dez. 2017.

  1. dilettant
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    dilettant

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    Liegen da Gehörschützer auf dem Klavier? Gegen den Lärm aus den Boxen!?
     
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  2. alba63
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    alba63

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    MP11 mit Yamaha Monitoren?

    Ist das der Grund, weshalb meine JBL LSR305 ein so hohes Grundrauschen haben?
     
    Zuletzt bearbeitet: 24. Dez. 2017
  3. Einflügler
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    Einflügler

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    Punkto Lebensdauer:
    Ich hatte mal ein Roland e - Piano, neu gekauft für immerhin 4 Tausend. In meiner Studienzeit habe ich sehr viel drauf geübt, aber nach etwa vier Jahren (kurz nach Ablauf der Garantie) fingen die ersten Töne an zu spinnen (knallten oder waren zu leise), nachher musste ich es alsbald wegschmeissen...
    (Danach hatte ich ein Klavier aus dem Brockenhaus für 200.)
     
  4. Andre73
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    Andre73

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    Es stimmt, man braucht keine 10000 DM Röhrenverstärker mehr, um ein recht gutes Ergebnis zu erhalten.

    Was heutzutage gute von schlechten Verstärkern immer noch unterscheidet ist Pegelfestigkeit bei Leistungspitzen (viele Verstärker bekommen dann keine knackigen, differenzierten Töne mehr hin - wichtig für ff-Bass), Rauschfreiheit auch bei mittelhoher Verstärkung (gerade viele Monitore für ein paar 100 Euro rauschen nach wie vor hörbar vor sich hin, wenn man nahe dran sitzt - wichtig für pp-Spiel), Linearität etc.
    Die Elektronik mit vernünftigen Bauteilen, das Know How etc. kosten immer noch ordentlich Geld. Schau dir Arcam Hifi etc. an: >1000 Euro bis 5000 Euro sind auch heutzutage kein Thema beim Ausgeben, und das teils nur Mono-Verstärker! Jetzt rechne das mal auf Mehrkanal-Systeme hoch.

    Die sehr guten Verstärker-Systeme nutzen zusätzlich Equalizer mit Einmess-Systemen und kosten nach wie vor bei Mehrkanalsystemen schnell sehr viel Geld. Diese Einmessung ist keine Spielerei wie goldene Kabel oder so, sondern den positiven Effekt hören sogar akustisch eher undifferenzierte Leute - keine dröhnenden Bässe oder nachhallenden Höhen sind die Folge.
    Sie senden in einem Einmessvorgang Impulse von den Lautsprechern in den Raum und messen das Impuls-Antwortverhalten über ein Spezialmikrofon. Dann erzeugen sie auf Basis dieser Messwerte Equalizer-Filter, die sozusagen Lautsprecher-Nichtlinearitäten und Raumeffekte ausbügeln - z.B. durch Absenkung bestimmter Frequenzen, aber auch durch Phaseneffekte zur Auslöschung von Raummoden. Manche messen sogar die Raummoden bei der Wiedergabe und lösen in Echtzeit Gegenschall aus (Antimode).
    Heimkinosysteme, bei denen die Einmessung jenseits des Gimmick-Niveaus arbeitet, fangen auch erst ab etwa 1000 Euro an - und deren eingebaute Equalizer sind weit weg vom Niveau dedizierter Hifi-Geräte.

    Die meisten Leute legen nur keinen Wert auf sowas und den damit verbundenen Aufwand (oder gar mehrere hässliche Männer-Boxen im Raum) - gut genug lautet die Devise.

    Und das überträgt man dann unbewusst aufs Digi, was aus ein paar ziemlich kleinen im Digi-Korpus versteckten 50-Euro China-Papptellern mit Billigverstärkern ohne Einmessung plötzlich wie >1 m^2 Resonanzboden klingen soll, wenn man ordentlich reinhaut oder zart spielt. Das geht halt nicht.
    Man bekäme es hin, aber der Kosten/Nutzen-Aufwand ist dann halt eine schwierige Geschichte nur für einen perfekten Digi-Klang. Kopfhörer sind hier viel einfacher in den Griff zu bekommen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Dez. 2017
  5. alba63
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    alba63

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    Würde vermutlich genausoviel kosten wie ein sehr gutes Klavier, also jenseits von 20k :-) Ganz ehrlich: Und dann würde ich mir gleich ein richtiges kaufen.
    Es bleibt dabei: Digital war schon immer die größte Versprechung. Das nächste ist immer das non plus Ultra. Bis zum übernächsten zumindest...
     
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  6. Barratt
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    Das mag sein. :-) Sie geben nichts als meine persönliche Meinung wieder (das hatte ich sogar dazugeschrieben), die auf persönlichen Erfahrungen ("Fakten") mit Elektrogeräten basiert, nicht auf meine Erfahrung mit dem einen Digi, das seit 4 Jahren tadellos funktioniert (Yamaha P-155). Das ist nur ein Gerät der unteren Mittelklasse. Man könnte sich schmerzfrei davon trennen. Ich verbuche es unter dem Konto "glücklicher Zufall".

    Genau so etwas meinte ich. Es werden sich viele Leute finden, die mit einem identischen Gerät seit Generationen hochzufrieden sind. Nützt Dir leider nichts, wenn Du es bist, der das Montagsgerät gekauft hat.

    "Technik, die entgeistert."

    Es ist menschlich, wenn ein Gerät Macken bekommt. Nur: Sie müssen reparabel sein, und zwar möglichst vor Ort. Wenn das Gerät erst zum freundlichen Händler geschickt werden muss, der es dann dem mürrischen Hersteller schickt, der dann irgendwann mal eine Einschätzung zum eventuellen Reparaturaufwand und zu veranschlagenden Kosten abgibt mit der Anmerkung "Ob´s was bringt, müssen wir dann sehen" (erlebt mit der hochpreisigen LED-Klavierlampe des deutschen "Herstellers" J***n, die dann in Polen von dem Bekannten des Bekannten repariert wurde) ... dann hat man keine Lust mehr.

    Das letzte elektrodigitale Montagsgerät (nix mit Musik, sd was mit Telekommunikation) wurde vorvergangene Woche nach ca. 6 (!) enervierenden Reparaturversuchen innerhalb der Garantiezeit zähneknirschend vom Händler ausgetauscht. Ich habe normalerweise nicht viel Glück mit Elektrogeräten, was meine misstrauische Skepsis erklären möge. Gerade gestern Abend fluchte meine Mutter wieder über ihr Smartphone (S***g), das aus Gründen, die für alle "Fachleute" unerklärlich ist, unter rezidivierenden Problemen mit dem Internetzugang leidet. Wie oft die schon den Kundendienst im Haus hatten, weil der von einem Fachbetrieb installierte Router spinnt, wird schon gar nicht mehr mitgezählt.

    Allgemein ist leider mein Eindruck: Je ausgefeilter die (elektrodigitale) Technik, desto geringer scheint ihre Reparaturfähigkeit zu sein. Was mechanisch funktioniert, lässt sich anstandslos reparieren. Sobald Sensoren/Computer/Software/Platinen hinzukommen, wird es zumindest im Bereich der Massenproduktion fehleranfällig, und diese Fehler lassen sich oft nicht so reparieren, dass es danach (erst recht nicht für die nächsten Jahrzehnte) zufriedenstellend funktioniert.

    Neben optimiertem Klang und Spielgefühl muss im Bereich der elektrodigitalen Instrumente die Reparaturfähigkeit verbessert werden, und zwar vor Ort, ohne erst DHL bemühen und das Stück von X über Y zu Z schicken zu müssen.
     
  7. Pedall
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    Pedall

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    https://www.clavio.de/threads/classic-cantabile-dp-50-kein-ton-auf-einer-taste.24047/
     
  8. Barratt
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    @Pedall

    :lol: Genau mein Gedanke, als ich das sah. Das frischgekaufte Instrument kann wahrscheinlich direkt umgetauscht werden? Falls nicht, ist dem TE ein Bündel guter Nerven beim Warten auf den Kundendienst zu wünschen.
     
  9. reymund
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    Mal eine neugierige Frage, was kostet es wenn man das Klavier zwei mal im Jahr stimmen läßt?
     
  10. FünfTon
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    FünfTon

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  11. agraffentoni
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    Ich hab einen Roland Alpha-Juno II (Bj. 1985) der spielt heute noch problemlos...
     
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  12. Bassplayer
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    Deine Kritik an Elektonikgeräten allgemein teile ich sogar. Wenn ein 1.500 Euro TV eines Kumpels nach drei Jahren Schrott ist, die Produkte eines chinesischen Handy Herstellers (xi...) in einer Fachzeitschrift als wegwerfhandys bezeichnet werden oder ich einen Bassamp innerhalb der Garantiezeit zur Reparatur einschicken muss, finde ich die Entwicklung aus ökologischen wie auch ökonomischen Gründen sehr bedauerlich.

    Umso besser, dass Garantiezeiträume von fünf bis 10 Jahre und Verkaufsangebote älterer Geräte bei hochwertigen Digis für eine längere Lebensdauer sprechen, auch wenn du mit der mangelnden Wartungsfreundlichkeit, falls das Digi eingeschickt werden muss, einen weiteren manchmal vorkommden Problembereich ansprichst.
    Frohe Weihnachten!
     
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  13. Andre73
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    Andre73

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    Ein digi kann man auch nach ablauf der garantie reparieren lassen. bei dem obigen roland-beispiel wären sensorleisten und rubber bänder getauscht worden...die nutzen auch irgendwann ab. Bei meinem kawai nannte man mir einen pauschalpreis von 250 euro dafür. Drr digi hrrsteller vermittelt einen partner reperaturdienst umd die kommen ins haus und machen das dort.
     
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  14. Anfänger
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    Ich stelle mir gerade bildlich vor, wie unsere Wohngegenden nicht von Garagen, sondern von Pferdeställen übersäät sind und die Häufigkeit von Pferdeäpfeln auf den Straßen zunimmt, je näher man zum Aldi-Parkplatz kommt. Wenn der Aldi dann einmal täglich seine Lieferung bekommt, wird das dann zu einem richtigen Ereignis: 300 Pferde, die einen Sattelauflieger im Schrittempo in Richtung Lieferantenrampe ziehen... ;-)

    Ich weiß es nicht, aber ich vermute stark, dass die ersten Versuche, ein Klavier elektronisch nachzubilden, noch ganz ohne "Hammertasten" und mit dem enormen Bedarf an Fantasie, sich darunter einen Klavierklang vorzustellen, trotz allem noch ziemliche Begeisterungsstürme ausgelöst haben. Und mir kommt es so vor, die Miesmacher werden umso lauter, je ausgereifter und perfekter die technische Entwicklung bei den Digis wird. In einer Zeit wohlgemerkt, wo etwa das Digital-Cembalo Roland C-30 bereits in öffentlichen konzertanten Aufführungen gespielt wird. Es ist wohl so eine psychologische Kiste, ganz ähnlich wie bei der Beurteilung eines Pianisten: spielt ein Amateur öffentlich Chopin, kriegt er standing ovations. Spielt ein Pianist von Weltrang, wird er beim kleinsten Tempi-Fehler von den Rezensenten in der Luft zerrissen. Nach dieser Logik ist die steigende Verächtlichmachung der Digitalpianos geradezu erst recht der Beweis dafür, dass sie heute durchaus ernstzunehmde Instrumente sind. ;-)
    Anstatt sich zu freuen, dass heute selbst die Kinder des Mietwohnungs-Proletariats ein Digitalpiano sich erstens leisten und zweitens im Einklang mit ihren Nachbarn auch tag und nacht betreiben können, wird es von manchen verbal in die Tonne getreten, weil es ja nicht zu 100% an einen 2,50-Meter-Steinway-Flügel für 200.000 Euro herankommt. Ich sehe in den Digis einen Segen und ein Geschenk des Himmels. Ja und - meine Fresse! - wer selbst am teuersten Digi das originale Klangabstrahlverhalten "vom Horowitz seinem Privatflügel" vermisst, der kann sich auch zu noch vertretbaren Preisen ein Setup mit Highend-Elektrostaten zusammenbauen - um dann vor lauter Schreck zu bemerken, dass er ganz vergessen hat, dass ihm das in seiner Mietwohnung sowieso nichts nützt.

    Ich finde die Miesmacherei so skurril, dass sie mich schon amüsiert. Es bestätigt mir auch meine Einschätzung, dass noch nie in der Geschichte die Leute so verklemmt gewesen sein können, wie heute. Die Komponisten und Instrumentalisten in Barock, Klassik und Romantik haben sich auf jede technische Neuerung gestürzt, als ob sie sie kaum erwarten konnten. Das Pianoforte hatte das Cembalo in Nullkommanichts zum Schnee von gestern degradiert und sicher niemand, ich betone NIEMAND hat sich darüber aufgeregt, dass man auf einem Tasteninstrument (ich spreche von der Kirchenorgel) versucht, Blasinstrumente nachzuahmen oder auf einem Cembalo ein Zupfinstrument (die Laute). Die Sakralorgel war gar nichts anderes, als sozusagen der erste Synthesizer der Geschichte! Und ich habe bisher noch nichts davon gelesen, dass Johann Sebastian Bach sich etwa mit verächtlicher Abscheu dazu überwinden musste, eine Blockflöte, ein Horn und eine Trombone auf einem Tasteninstrument zu imitieren. :-D
     
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  15. agraffentoni
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    agraffentoni

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    gibt es nicht.
     
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  16. Father
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    Father

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    Aber der "Rest" des Beitrages stimmt geradezu "köstlich"... :-)
     
  17. reymund
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  18. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Das gilt umsomehr für die elektronische Orgel, die, so wie ich es kenne, nur versucht herkömmliche Pfeifenorgeln zu imitieren. (Gummipuppe genannt in Fachkreisen)
    Innovativ mit eigenen Klängen und Spielweisen war das Mixturtrautonium, 1930!!! erstmals vorgestellt.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. Dez. 2017
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  19. Anfänger
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    Volle Zustimmung. Aber wenn ich das auch noch thematisiert hätte, wäre der Beitrag noch länger geworden. Und einen Tag nach Heiligabend haben die Leute damit zu tun, ihre ungeliebten Weihnachtsgeschenke in Ebay-Kleinanzeigen reinzustellen und haben keine Zeit, lange Beiträge zu lesen. :-)
    Klar ist es irrwitzig, dass wir verzweifelt versuchen, ausgerechnet die für die Musikkultur nachteilige Haptik einer Hammerklaviatur nachzuahmen. Beethoven hätte Freudensprünge gemacht, wenn sich auch das Pianoforte so leicht gespielt hätte, wie das Cembalo oder ein kleines Clavichord. Liszt hätte dann noch schwierigere Stücke geschrieben, als eh schon. Der war es übrigens auch - neben später Rubinstein - der von der revolutionären Jankó-Klaviatur hellauf begeistert war. Wäre diese Innovation bereits zeitgleich mit der Erfindung des Pianoforte gekommen, hätte heute jedes Klavier diese Klaviatur. Rubinstein hat das Problem des Zuspät-Kommens einer Erfindung gut ausformuliert: "Wenn ich meine Karriere noch einmal beginnen müsste...". Doch heute gilt selbst das nicht mehr: kein hochbegabtes Kleinkind wird an eine Jankó-Klaviatur gesetzt. Obwohl sich damit viel leichter spielen läßt. Weil das Kind - sollte es einmal Pianist werden - ausschließlich auf herkömmlichen Klaviaturen wird spielen müssen. Dass wir es uns also mit Absicht schwer machen, hat eben etwas mit dem Musikbetrieb zu tun. Ich sollte eben nicht auf einer Orgelklaviatur Klavier lernen, wenn ich eines Tages mal auf einem echten Hammerklavier spielen soll oder will. Hier greifen eben die Vorgaben der Musikkultur und -tradition. Liszt könnte heute den kompositorischen Wahnwitz seiner krassesten Fieberträume in die Realität umsetzen: einfach komponiert und als MIDI-File abspielen lassen. Er würde es nicht tun. Weil dann der philosophische Sinn der Musik überhaupt infrage stünde. Musik: das ist ein Musiker, ein Instrument und Zuhörer, die er damit erfreut. Und an dieser individuellen Einschätzung ist bislang noch jede Innovation beim Komponieren und Interpretieren angestoßen. Tschaikowski z.B. hat die Musik Wagners grundsätzlich infrage gestellt: "Früher hat man komponiert, um die Menschen zu erfreuen. Heute komponiert man, um sie zu quälen." Ja sicher, das ist alles Philosophie und ich finde sowohl zwingende Argumente für diese Sichtweise, wie auch zwingende dagegen. Dass wir das Spiel auf einem Digi aber künstlich so schwer machen, wie auch einem echten Klavier, das ist, wie gesagt, schon den Zwängen des Musikbetriebs geschuldet.

    Es ist übrigens ein leichtes, ein Digi so zu konstruieren, dass ein Tastenanschlag eben nicht immer gleich klingt. Aber manche Menschen würden auch dann noch ein Haar suchen. Und todsicher auch finden.
     
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  20. Barratt
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    Barratt Lernend Mod

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    Ja. Das sehe ich auch so. Aber hier ging es eigentlich um die Frage, ob bzw. wann das Digi das mechanische Instrument "ablöst". :-)

    Zu meinen Lebzeiten nicht – und was die dann später machen, ist mir egal. :super:
     
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