Wann löst das e-Piano das Klavier ab?

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von reymund, 21. Dez. 2017.

  1. reymund
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    reymund

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    Mal ein Frage , was meint Ihr wann wird es keine richtigen Klaviere mehr geben? Wann ist das e-Piano so gut das selbst der beste Fachmann keinen Unterschied mehr hört ?
     
  2. Pedall
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    Pedall

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    Spätestens wenn klavierspielende Roboter die Pianisten abgelöst haben.
     
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  3. Häretiker
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    Oh, das ist schon seit 30 Jahren so. Und die nächste Generation ist immer noch besser als die vorige. Zumindest, wenn man den Werbeaussagen Glauben schenken darf. :-)

    Das Problem eines Surrogats ist, dass es immer als Surrogat wahrgenommen wird, egal wie gut es ist. Dieser subjekive inhärente Mangel wird immer mitschwingen. Fängt schon damit an, dass ein Flügel anders riecht und auf einem Digi kann sich keine Frau räkeln. Irgendwas fehlt immer ... von alternativen Spieltechniken ganz zu schweigen.

    Grüße
    Häretiker
     
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  4. xentis
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    xentis

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    Wozu?
     
  5. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Ungefähr dann, wenn Plastikpuppen einen echten Partner ersetzen können.
     
  6. Häretiker
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    Häretiker

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    Auch hier gibt es Vor- und Nachteile. Die Plastikpuppe hält danach die Klappe. :-)

    Im Ernst: In Japan gibt es Freudenhäuser mit Plastikpuppen ... und in Schweden braucht man als Mann wohl demnächst eine schriftliche Beischlaferlaubnis vom Sexpartner, auch, wenn es der Ehepartner ist. Ich weiß nicht, was ich schlimmer finde ...

    Grüße
    Häretiker
     
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  7. reymund
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    reymund

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    Ich höre mich noch sagen eine Digitalkamera kommt mir nie ins Haus, hab mir sogar als es schon abzusehen war noch eine teure 6x6 Kamera gekauft. Über kurz oder lang musste ich dann einsehen das die Digis die Analogen schon lange überholt haben . So wird es dem Klavier auch ergehen das Digitale wird besser, es werden mehr Digitale e-Pianos gekauft die Herstellung von Klavieren lohnt nicht mehr, was bleibt sind vielleicht Flügel . Das wird vielleicht nicht nächstes Jahr passieren, aber der Tag wird kommen.
     
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  8. dilettant
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    Aktuell arbeiten wir noch an Gesetzen, dass Autos zwingend mit Strom zu betreiben sind (und nicht etwa mit nachhaltig erzeugtem Gas).

    Als nächstes kommt logischerweise, dass auch Musikinstrumente mit Ökostrom betrieben werden müssen. Wegen der Nachhaltigkeit dürfen sie nur recycelte Töne benutzen - das können Digis ja schon recht gut.
     
  9. FünfTon
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    FünfTon

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    Mit der Fokussierung auf dieses eine Kriterium übersieht man die Gesamtentwicklung, wo es gar nicht so sehr auf den "Unterschied" ankommt. Ein 3000€-Piano klingt ja auch nicht mal ansatzweise wie ein Steinway D und wird trotzdem gekauft.

    Es gibt da verschiedene Dinge zu betrachten:

    Einerseits sind Digitalpianos in Marktbereiche vorgestoßen, in denen nie ein Klavier gekauft worden wäre. Dort interessiert weniger der Klang, als Platzbedarf, Einfachheit des Transports, Wartungsfreiheit und Preis.

    Andererseits gibt es in China einen riesigen Nachholbedarf an extrem billigen akustischen Klavieren. Man befindet sich dort gerade, wo Europa Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts war, ein Klavier zu kaufen gehört zum gesellschaftlichen Aufstieg. Deshalb werden mittlerweile die meisten Klaviere sowohl in China hergestellt, als auch dort verkauft. Qualität spielt keine übergeordnete Rolle.

    Eine etwas teurere Nische (5000-15000 €) bei den Digitalpianos schickt sich derweil an, das Feld "kompakter Flügelersatz" zu beackern, was Klaviere wegen ihrer Mechanik nicht leisten können. Auf diesem Gebiet findet noch viel Entwicklung statt.

    Gleichzeitig werden immer mehr Klaviere mit digitalen Gimmicks ausgestattet (Silent), so daß ein Zusammenwachsen stattfindet.

    Schauen wir mal in die Zukunft:

    Die chinesische Nachfrage nach Billigklavieren bricht weg, nachdem der Markt gesättigt ist und andere Statussymbole interessanter sind. Ende der Massenproduktion und damit auch der Möglichkeit, akustische Klaviere sehr billig herzustellen (Skalenökonomie).

    Die inzwischen perfektionierte Digitalpiano-Bauart "Flügelsubstitut" dringt in den Preisbereich von 3000 € vor.

    Unter diesen Umständen ist es durchaus denkbar, daß akustische Instrumente unter 10.000 € von rein digitalen Instrumenten mit annähernd perfektem "Flügelerlebnis" abgelöst werden, während über 10.000 € hybride Bauformen aus akustischem und digitalem Instrument zu finden sind.

    Aber das ist alles Spekulation. :-D
     
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  10. Stephan
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    Stephan

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    Merkwürdig, dass da nur Pianisten und Organisten von betroffen sind. Könnte sich ja auch auf die Geige beziehen: ein Smartphone in Geigenform, das man statt mit dem Bogen durch Wischen spielt. Würde Herrn Rieu gern' mal so seine grinsenden Walzer spielen hören...:dizzy:;-)
     
  11. stoni99
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    stoni99

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    :lol::lol:

    Wird sicherlich irgendwann so sein das die Digis sich durchsetzen. Aber wird noch eine Weile dauern.
    Momentan finde ich auch ein akustisches schöner. :musik:
     
  12. Father
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    Father

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    Ablösen wohl kaum. Zumindest nicht im qualitativ hochwertigeren Bereich der akustischen Klaviere.

    Zudem sehe ich Digi und Klavier als 2 verschiedene Instrumente an. Ich war gerade selber am überlegen, ob ich mir ein neues Gigi, oder ein gutes (und viel teureres) Mittelklasseklavier kaufen soll. Dieses Mal hat das Digi noch gewonnen, da es doch einige für mich wichtige Vorteile hat und ich es derzeit noch hätte finanzieren müssen. ABER! Aufgeschoben ist nicht aufgehoben.

    In 2-3 Jahren ist das Digi meiner Frau auch wohl wieder zu ersetzen. Ich denke dann wird es wirklich ernst mit einem richtigen Klavier. Natürlich dann trotzdem mit Silentfunktion und vielleicht ein paar sehr guter Lautsprecher dazu. Dann habe ich alles, was ich mir wünsche. Super Tastatur, toller Akustiksound, digitale Klangerzeugungsmöglichkeiten und auch ohne Kopfhörer bei Zimmerlautstärke üben können.

    Da gehen dann aber eben auch 15.000 - 20.000 Euro bei drauf. Für das neue (Top) Digi waren es jetzt mal knapp 3.000,-
     
  13. J. S. Schwach
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    J. S. Schwach

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    Nie.
    Ein handwerklich hergestelltes Klavier ist ein Individuum. Das mögliche Klangspektrum ist riesig. Sicherlich mag es technisch möglich sein, ein Klavier X perfekt zu simulieren. Klavier X ist aber nur eine Klangmöglichkeit unter Zehntausenden.
    Ein Beispiel: Bei meinem Gründerzeit-Klavier dröhnt der Bass. Nicht gut, deutlicher Mangel. Wenn man geschickt anspielt, wird aus dem Dröhnen aber ein sonores, präsentes Orgeln, das ich in der Art von keinem anderen Klavier kenne.

    Das e-Piano wird sich aus Kosten- und Platzgründen am Markt durchsetzen, vor allem zu Lasten in Fernost hergestellter Billig-Klaviere. Aber es wird immer Leute geben, die nicht damit zufrieden zufrieden sind, dass man am e-Piano zwischen Steinway und Bösendorfer umschalten kann.
     
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  14. dilettant
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    Das Digitalklavier wird sich weiterentwickeln - es wird besser und preiswerter. Damit wird es einerseits weitere Marktbereiche erschließen, die bisher dem Klaviermarkt ganz verschlossen waren (beengte Kinderzimmer in Mietwohnungen bei Eltern, denen Musik nicht wirklich wichtig ist), wie auch das akustische Klavier aus weniger anspruchsvollen Bereichen verdrängen (z. B. Chorproben). Die Vorhersage, dass vor allem der Chinaböller ein Opfer dieses Prozesses sein wird, halte ich für durchaus realistisch.

    Das akustische Klavier wird sich in anspruchsvollen Umgebungen noch lange halten. Allerdings wird es eine zunehmend exklusive Angelegenheit: es wird vermutlich sowohl relativ (im Vergleich zur digitalen Alternative) wie auch absolut (also in Euro gemessen) immer teurer, wodurch immer wenige Leute sich diesen Luxus leisten können bzw. wollen, wodurch es – Ihr ahnt es bereits – noch teurer wird usw. usf. Die Anzahl von Leuten, die sich privat einen Flügel leisten, ist schon heute extrem gering, auch wenn Clavio einen anderen Eindruck vermittelt, und wird weiter abnehmen, da bin ich mir sicher.

    Aber Nischen bleiben: Es gibt fanatische Vertreter analoger Fotografie, analoger Tonträger und analoger Uhren, letztere am besten mit Handaufzug, oder auch "analoger" Schreibgeräte, am besten Kolbenfüller. Schon hier im Forum merkt man, dass nicht selten mehrere dieser ohnehin seltenen Obsessionen sich auch noch in einer Person bündeln. Man sollte sich also keinen Illusionen hingeben über die tatsächliche Marktrelevanz solcher Spinner (*).

    (*) Spinner meine ich keinesfalls abwertend, denn auch ich klebe an analogem Piano, an der Handaufzugsuhr und am Kolbenfüller und habe vor wenigen Jahren einen Ausflug in die Analogfotografie gemacht (mit einem russischen Leica-III-Klon aus Familienbesitz).
     
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  15. Bassplayer
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    Bassplayer

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    Ein Digi das einen Konzertflügel ersetzen könnte, hätte praktisch keinen Vorteil gegenüber den Konzertflügel. Insbesondere wäre es ähnlich groß und teuer.

    Und wer leise spielen möchte, greift zusätzlich zum Konzertflügel zu Digi oder Silent.
     
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  16. Klavierbauermeister
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    Klavierbauermeister

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    Durch das Nebeneinander von akustischen und digitalen Klavieren wird heute so viel Klavier gespielt wie noch nie - jeder kann sich aussuchen was ihm lieber ist und das wird noch lange so bleiben.

    Die Verkaufszahlen an akustischen Klavieren und Flügel ( neu + gebraucht ) war wohl auch noch nie so hoch wie die letzten beiden Jahre...
     
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  17. HelmutHeinchen
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    HelmutHeinchen Guest

    solange die Hersteller an der Mechanik sparen: nie. Achso, hört schriebst du. In einer Aufnahme ist das kein Problem. Das Problem ist das Spielgefühl. Und ein live schwingender Körper klingt immer anders als die Aufnahme desselben über einen Lautsprecher.
     
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  18. DonMias
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    DonMias

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    Ich denke, der entscheidende Punkt dürfte die Tonerzeugung sein. Damit meine ich nicht das Sampling oder Modelling, sondern die Art und Weise, wie die Luft zum Schwingen gebracht wird. Und da sind meines Wissens schwingende Saiten und Resonanzboden aktuell noch nicht ansatzweise preisgünstiger ersetzbar.

    Das Digi wird wahrscheinlich irgendwann deutlich häufiger verkauft werden als analoge Instrumente (vielleicht ist das ja sogar schon der Fall), aber es wird noch sehr sehr lange "richtige" Klaviere und Flügel geben.
     
  19. stoni99
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    stoni99

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    Bei den Digis wird es Möglichkeiten geben die dem akustischem Klavier verwert bleiben.

    Integrierte E-Paper Notenanzeige & Netzwerkanschluß werden wohl die nächste Digigeneration beherrschen.
    Ich gehe an mein Digi & schalte ein:

    "...Kawei-Alexa, ich möchte heute was von Beethoven spielen!..."

    "...dann schlage ich die Mondscheinsonate vor - hört sich am Besten auf dem Bösendorfer an..."

    ".. guter Vorschlag - bitte Noten & Bösendorfersample laden..."

    "... soll ich dich auf Fehler hinweisen?..."

    "... ja gern, aber erst nach dem Spiel..."

    "... die automatische Aufzeichnung von Ton & Tastaturwebcam danach an deine KL senden?..."

    "... neeee - lieber nicht. Bin heut nicht so gut drauf..."

    etc.
     
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  20. dilettant
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    <grusel>
     
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