Wann löst das e-Piano das Klavier ab?

Dieses Thema im Forum "Klavier/Digitalpiano/Keyboard kaufen, reparieren.." wurde erstellt von reymund, 21. Dez. 2017.

  1. Michael27
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    Michael27

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    Ich habe irgendwo einmal den Spruch gelesen, dass technischer Fortschritt (wie immer man das meint) in der Regel kurzfristig über- aber langfristig unterschätzt wird.
    Wir können uns nicht wirklich vorstellen, was z.B. in 50 oder 100 Jahren sein wird.
    Man lese dazu alte SF-Romane oder betrachte die Erwartungen an die KI aus den 50/60er Jahren oder die Entwicklung des Internet.

    Dem schließe ich mich an.
    Dass irgendwann (nicht so fern) der Anschlag an eine Taste in etwas umgerechnet werden kann, dass exakt zu den Wellen führen würde, die ein akustisches Instrument macht, ist ziemlich sicher. Aber am Ende muss dann noch ein Wandler daraus ein akustisches Signal machen.
    Ich habe für nächtliches Üben noch mein Kawai mit Resonanzboden, aber ich muss sagen, dass der Sound mich inzwischen nervt, die meisten Töne kommen eben aus einem Lautsprecher oder Kopfhörer, ist mir fast egal.

    Für eine gute Digital/Analog-Umsetzung fällt mir folgendes ein: Der Prozessor (pro Taste) errechnet aus dem Anschlag eine Steuerung, die einen Filzhammer so auf eine im Digi gespannte Saite fallen lässt, so dass sich genau ...

    Aber es wird irgendwann sicher auch Akustikmodule (oder gar Akustikfelder) geben, die genau das können. Oder der Sound wird direkt ins Gehörzentrum (aller Anwesenden) projiziert - aber wahrscheinlich wird es noch ganz anders sein.
    Im Augenblick sieht es aber so aus, dass solche Lösungen alle von einer Energiequelle abhängen werden, und nicht nur von der Motorik eines Menschen. Ich finde es schön, bei meinem Klavier einfach eine Taste anschlagen zu können, ohne erst etwas booten zu müssen, einfach so, rein mechanisch (und sonst habe ich wirklich alles an Elektronik, was man sich vorstellen kann).

    Trotzdem: ohne Digi hätte ich vor einiger Zeit NIEMALS mit dem Klavierspielen begonnen. Ich bin dieser Entwicklung sehr dankbar und überlege sogar, mir für meine regelmäßigen Aufenthalte in Berlin (unter denen ich jetzt immer leide, da ohne Klavier) noch ein günstiges Drittinstrument zu besorgen.
     
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  2. Andre73
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    Andre73

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    Eine komplette Ablösung wird es nicht geben.

    Aber der Nicht-Premium-Upright-Markt wird irgendwann komplett durch Digis übernommen - das zeichnet sich schon eine Weile ab. Schleichend wird das gehobene Digi auch als Nicht-Notbehelf akzeptiert werden, die Stellung hat es technisch schon eine Weile nicht mehr verdient, aber es ist halt auch eine Kopfsache. Manche schreiben auch noch gern Schreibmaschine oder schießen gern mit Pfeil und Bogen.

    Premium-Uprights wirds weiter geben und Flügel auch - wer halt Platz, Kohle und Nerven (Winter ist da, Feuchtigkeit ist schon drin etc. bla) dafür hat, um die letzte Meile zu optimaler Haptik und Klang zu gehen. Auf vielen Bühnen weiterhin Pflicht, auch wenn manche Künstler wie Billy Joel auch dort längst versteckt voll-elektronisch unterwegs sind.

    Man sollte das als Chance sehen, Klavier-spielen-lernen erlebt doch jetzt einen neuen Frühling mit der einfachen Zugänglichkeit durch Digis. Toll für alle.
     
    Zuletzt bearbeitet: 21. Dez. 2017
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  3. altermann
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    altermann

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    Bei der Orgel findet sich selbes Problem. Sicherlich gibt es schon heute tolle Möglichkeiten, Klänge digital wiederzugeben. Aber, ein noch so guter Lautsprecher wird den eigentlichen Klang nicht so überzeugend rüber bringen wie die Orgel von der die Töne gesampelt wurden. Ganz einfach gesagt, das digitale System lebt zu wenig. Es fehlt noch an Seele. Die Zukunft wird die Schwachstellen zunehmend ausmerzen. Das werde ich alter Mann aber nicht mehr erleben. Schade!

    Grüße altermann
     
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  4. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Wenn es keine Leichen mehr gibt und man stattdessen Gummipuppen beisetzt.

    LG
    Henry
     
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  5. Wiedereinaussteiger
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    Wiedereinaussteiger

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    Es gibt Hybride. Klangerzeugende Flächen wie beim Klavier..., also hölzerne dünne Membrane aus Fichtenholz, aber die Ansteuerung nicht über Saiten und Steg, sondern vermittels Elektromagneten und Verstärker. Das könnte künftig noch interessanter werden.
     
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  6. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Gibt es schon länger....ich sag bloß "Bechstein Neo" aus den 20iger Jahren....

    LG
    Henry
     
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  7. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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    Drei? Das ist doch schon Schnickschnack! :-D
     
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  8. Marlene
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    Marlene

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    Etwa so?

    ;-)
     
  9. Barratt
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    Barratt Lernend Mod

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    Die Diskussion erinnert mich ein bisschen an die Mär von der angeblichen Verarmung der deutschen Sprache durch Anglizismen. :lol:

    Allenthalben ist eine Verrohung der Gesellschaft zu beklagen – und dann darf man so eine frohe Botschaft zur Kenntnis nehmen. [​IMG]

    Man sollte elektrische und mechanische Instrumente gar nicht als einander ausschließende Gegensätze begreifen und erst recht nicht von einem fiktiven Enddatum der Pianoproduktion reden (selbst wenn kein einziges mechanisches Instrument mehr hergestellt würde – es sind Massen im Umlauf, die würden dann mangels nachwachsender Neuinstrumente noch aufmerksamer gewartet, gepflegt, restauriert).

    Man könnte sich ein Digitalpiano sogar ins Büro stellen und in der Pause darauf üben, während die Kollegen sich irgendeinen Fraß reinpfeifen. Mach das mal mit einem mechanischen Instrument. ;-) Personen, die in Hoch- oder Mehrfamilienhäusern leben, bleibt das Klavierspiel nicht mehr versagt. Und so weiter. Gleichzeitig wird es immer Menschen geben, die einem "echten" Instrument den Vorzug geben oder sich beides hinstellen, um von den Vorteilen beider Varianten zu profitieren.

    Ick findet jut. Die Entwicklung auf dem Digitalpianomarkt empfinde ich als Chance. Ich gehe davon aus, dass die Beschäftigung mit Musik und das Erlernen eines Instruments "Herz und Charakter bildet". Wer Klavier spielt, tritt keine Passanten zusammen, sondern sitzt daheim und übt. :heilig:
     
  10. reymund
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    reymund

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    Wenn japanische und chinesische Unternehmen meinen das so das große Geschäft zu machen ist werden sie morgen die Welt der Pianos bestimmen. Das e-Piano wird in dem Sektor die Nr. eins werden, weil klein, mit Kopfhörer zu spielen eben ideal für kleine Wohnungen. Es werden erstklassige Klaviere aus China kommen, China lernt sehr schnell. Das müssen gerade die Optische Teleskophersteller erfahren. Waren bis vor einigen Jahren die Teleskope aus China der reinste Kernschrott, so sind sie heute nicht mehr zu unterscheiden.
    In China gilt der Spruch " You get what you pay for"
     
  11. Shigeru
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    Shigeru

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    Am 31.12.9486 wird die letzte Firma, die noch richtige Klaviere baut, in China zusperren. Die Deutschen und Japaner werden da schon schon 284 Jahre keine Klaviere mehr gebaut haben. 9536 wird dann das letzte noch spielbare Klavier entsorgt werden. Das e-Piano wurde da auch schon längst durch das y-Piano abgelöst (Das übrigens wesentlich besser ist, als sämtliche Konzertflügel zusammen) und und es gibt auch fast keine Firmen mehr, die so etwas bauen
     
  12. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Eine Vorstufe davon wäre dann das Alpha-Piano?
     
  13. Barratt
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    ... und womöglich gibt es auch keine Menschen mehr, die darauf musizieren ... *duckundwegflitz*
     
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  14. Klavierbauermeister
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    Klavierbauermeister

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    Im Segment der neuen Klaviere und Flügel haben die SILENT-Versionen die deutlichsten Zuwächse und stärkste Nachfrage - das wird sich noch steigern und nur mit dem SILENT-System und Verbindung zum Tablet und I-Net hat das Klavier eine ernstzunehmende Zukunft - das ist aber in diesem Forum noch nicht angekommen.
     
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  15. FünfTon
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    FünfTon

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    Doch, das habe ich in meiner Analyse bereits erwähnt. :super:
     
  16. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Ich sehe es anders: Digis und mechanische Klaviere werden vielleicht irgendwann einmal gleichberechtigt den Markt beherschen. Das Digi aufgrund der elektonischen Möglichkeiten und des günstigen Preises wegen, das Pianoforte aufgrund seiner enormen Langlebigkeit und des naturbelassenen Tones. Selbst das Cembalo wurde weder vom Klavier noch vom Digi verdrängt. Genau so könnt man auch sagen "wann verdrängen chemisch hergestellte Lebensmittel die natürlichen" Nie. Nicht weil chemisch hergestellte Lebensmittel abscheulich schmecken würden, sondern weil es immer Menschen geben wird welche den authentischen Geschmack möchten.
    Ich bräucht ja auch keine Maler mehr, läßt sich alles über PC herrichten.....ist aber nun mal koa Ölgemälde ned.

    LG
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  17. Boogieoma
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    Boogieoma

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    Es ist doch so, Digis werden immer, vor allem wenn man in einer hellhörigen Wohnung wohnt, von Vorteil sein. Es gibt auch sehr hochwertige Digis (wie das von @abschweb ) aber wenn man ein freistehendes Haus ohne dirkete Nachbarn hat, wird man sicher auch noch in vielen Jahren lieber ein akustisches Instrument bevorzugen. Ich finde beides hat seine Vorteile und wird auch noch lange so bleiben.
     
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  18. JensK
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    JensK

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    Solange es keiner schafft, den Sound eines Klaviers perfekt zu generieren, wird es immer Klaviere geben müssen. Aktuelle Digitalpianos nutzen Samples, also aufgenommene Klavier zur Klanggeneration. Die Sounds der Digitalpianos werden deshalb besser, weil die Hard- und Software besser wird, diese Klänge abzuspielen. Mit den fortschreitenden Entwicklungen verändern sich auch die Anforderungen an die Samples. Es müssen also immer mal wieder neue Samples gemacht werden, um Digitalpianos zu füttern.
    Solange das der Fall ist, sind Digitalpianos immer nur ein Wiedergabegerät und können maximal ähnlich gut, nie aber besser sein als ein echtes Gerät.
     
  19. stoni99
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    stoni99

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    Was spielt denn unser @abschweb für ein Digi?:denken:
     
  20. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Richtig, ein Radio mit Tasten...;-)