W. A. Mozart Fantasie d-moll

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blackbird

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Wenn ich mich nun nach knapp drei Jahren Unterricht an ein solches Opus heranwage, ist es wahrscheinlich normal, dass ich nicht zufrieden bin. Wenn eine Aufnahme läuft, wollen bestimmte Dinge einfach nicht richtig sauber klingen (sonst allerdings manchmal auch nicht). Das gilt z. B. für die 16tel ab Takt 70.

Ich spiele das Stück allerdings schon seit einigen Monaten und freue mich immer noch daran. Ist es eigentlich gut für den Lernprozess, wenn ich noch weiter daran herumübe oder sollte ich es besser für einige Zeit (Monate? Jahre?) beiseite legen? Gibt es vielleicht einen Weg, mit wiederkehrenden Fehlern konstruktiv umzugehen?

Vielleicht könnt Ihr mir weiterhelfen. Hier erstmal der Link:

https://soundcloud.com/blackbird0147/w-a-mozart-fantasie-d-moll
 
Pianojayjay

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Zunächst einmal Respekt! Nach 3 Jahren Untererricht, das kann sich gut hören lassen! Wenn das Thema zum ersten mal kommt mit der stupenden Begleitung, da kannst Du ruhig ein wenig größere Bögen spannen und versuchen mehr Linie herein zu bringen. Du sollst es nicht romantisch spielen, aber ich denke ein wenig würde dem ganzen noch etwas mehr Fluss geben.

Es tut immer gut das Stück etwas Ruhen zu lassen. Es dürfen ruhig einige Wochen oder gar Monate sein, wundere Dich nicht wenn Du dann ein wenig brauchst um wieder reinzukommen, das geht auch uns immer wieder so. Beschäftige Dich in der zwischenzeit mit Stücken die ein klein wenig Anspruchsvoller sind und Dich herausfordern. Du wirst sehen, dass Dir der Mozart danach schon besser gelingen wird! Vielleicht kannst Du es mal mit dem Impromptu von Schubert in As Dur probieren, das ist im Mittelteil sehr anspruchsvoll, hat aber auch schöne Läufe die Du üben kannst. Oder versuche Dich an frühem Beethoven, aber auch an einigen langsamen Sätzen wie z.B. dem Largo aus der 7. Sonate oder dem 2. Satz aus der Pastorale (Nr.15).

Viel Spaß und frohes Üben!
 
Fips7

Fips7

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Ich würde am Anfang bei den Achtel-Triolen-Figuren den tiefsten Ton nicht noch einmal anschlagen, sondern über die ganze Länge des Taktes liegenlassen. Denn dort steht ein Bindebogen, d.h. der Ton bleibt liegen. Das hätte dir dein Lehrer eigentlich erklären sollen...
Ansonsten auch: Respekt. Das kann man sich schon gut anhören. Natürlich fehlt es hie und da noch etwas an Genauigkeit und Sauberkeit im Anschlag, aber das kommt schon noch.

Grüße von
Fips
 
Peter

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Bechsteinfan
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Insgesamt finde ich die Einspielung, vor Allem nach 3 Jahre, nicht schlecht. Respekt!
Da ich das Stück selbst vor kurzen mir dem KL durch genommen habe (und noch lange dran üben werde) hier mal ein paar Sachen aus meiner Sicht:

Vorab: An Hand Deiner Spielweise nehme ich an, Dir liegt der gleiche Notentext vor wie mir. Wenn dem so ist: Fast alle Bögen sind keine Bindebögen sondern Spannung- oder Phrasierungsbögen.

Andante:
Das tiefe D in der linken Hand (später das A) ist gebunden, also einfach mit dem Daumen halten und nicht 2x anschlagen. Pedal weglassen. Rechte Hand legato, aber Noten deutlich trennen.

Adagio:
Pedal weglassen! Das zerstört das gesamte Bild. Staccato unbedingt einhalten. Takt eins das G betonen (bis dahin spannt sich der Bogen) und dann in Takt zwei wieder aufbauen bis zum Dis (das Gleiche später mit A und G)
Takt 15: Forte auf 1 und 2, 3 Staccato und leise (das Forte aus 1 +2 kurz ausklingen lassen), Takte 16-18 Staccato beachten.
Takt 19-21: Forte. Die Phrase kann mit oder ohne Pedal gespielt werden. Rechte Hand auch mit Pedal Staccato (Kurz und durchdringend spielen). Bogen spannen bis zur 1 in T21, auf 3 auflösen.
Folgende Takte: Staccato beachten (es muss "hüpfend" klingen), evtl. etwas schneller, wenn machbar. Cresc. deutlicher hervorheben.
Allegretto:
Für die Klanggestaltung auf die linke Hand hören, mal ohne rechte Hand spielen (die ist "nur" Beiwerk) oder versuchen, die linke Hand mit zu singen.

Relativierung: Ich spiel es nicht besser als Du, habe aber die vielen Tipps und Klangvorstellungen des Lehrers noch frisch im Kopf, kann die auch an Hand guter Aufnahmen nachvollziehen und versuche fast täglich, es umzusetzen.

Ist es eigentlich gut für den Lernprozess, wenn ich noch weiter daran herumübe oder sollte ich es besser für einige Zeit (Monate? Jahre?) beiseite legen? Gibt es vielleicht einen Weg, mit wiederkehrenden Fehlern konstruktiv umzugehen?
Ich finde gerade dieses Stück sehr gut für den Lernprozess und so lange es Spaß macht, würde ich es auf keinen Fall weg legen.
Deine Fehler sind aus meiner Sicht weniger technisch, sondern mehr klanglich. Deine technischen Schwierigkeiten ab Takt 70 habe ich auch. Im Originaltempo (gibt´s das überhaupt?) schaffe ich es auch nicht sauber. Das Allegretto klingt aber auch langsam sehr schön. Also einfach langsamer spielen und dafür sauber.
 
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blackbird

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Vielen Dank für Eure ermutigenden Worte und wertvollen Tips.

Ich würde am Anfang bei den Achtel-Triolen-Figuren den tiefsten Ton nicht noch einmal anschlagen, sondern über die ganze Länge des Taktes liegenlassen. Denn dort steht ein Bindebogen, d.h. der Ton bleibt liegen.
Das zweimalige Anschlagen des Grundtons beim Andante kam mir auch schon seltsam vor. Anscheinend spielt das niemand so. Den betreffenden Haltebogen suche ich in meiner Henle-Urtextausgabe allerdings vergebens.

Vielleicht kannst Du es mal mit dem Impromptu von Schubert in As Dur probieren.
Sicher ein guter Hinweis, ich versuche mich gerade am Es-Dur-Impromtu (op. 90 Nr. 2) und habe schon den Eindruck, dass mich das langsam weiter bringt.

Andante:
Pedal weglassen. Rechte Hand legato, aber Noten deutlich trennen.

Adagio:
Pedal weglassen! Das zerstört das gesamte Bild. Staccato unbedingt einhalten. Takt eins das G betonen (bis dahin spannt sich der Bogen) und dann in Takt zwei wieder aufbauen bis zum Dis (das Gleiche später mit A und G)
Takt 15: Forte auf 1 und 2, 3 Staccato und leise (das Forte aus 1 +2 kurz ausklingen lassen), Takte 16-18 Staccato beachten.
Takt 19-21: Forte. Die Phrase kann mit oder ohne Pedal gespielt werden. Rechte Hand auch mit Pedal Staccato (Kurz und durchdringend spielen). Bogen spannen bis zur 1 in T21, auf 3 auflösen.
Folgende Takte: Staccato beachten (es muss "hüpfend" klingen), evtl. etwas schneller, wenn machbar. Cresc. deutlicher hervorheben.
Allegretto:
Für die Klanggestaltung auf die linke Hand hören, mal ohne rechte Hand spielen (die ist "nur" Beiwerk) oder versuchen, die linke Hand mit zu singen.
Vielen Dank für die ausführlichen Anregungen. Ich werde alles mal ausprobieren, vor allem den Hinweis zur linken Hand im Allegretto. Mir fällt vor allem auf, wie unterschiedlich die Auffassungen beim Pedaleinsatz sein können. Auch die Takte 23 ff. kann man wohl sehr unterschiedlich sehen. Das Hüpfende ist anscheinend darin bereits angelegt, mir war es wichtig, es trotzdem eher melancholisch klingen zu lassen.

Nochmal danke und schöne Grüße,

Martin
 
Peter

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Mir fällt vor allem auf, wie unterschiedlich die Auffassungen beim Pedaleinsatz sein können.
Ja, und ich habe sogar mit meinem KL ein wenig diskutiert, weil ich einige Stellen unbedingt mit Pedal wollte. Aber wenn Du es ohne Pedal konsequent spielst, wirst Du schnell merken, dass das Stück viel an Klarheit gewinnt, ohne das Romantische/Melancholische zu verlieren.
Am Ende ist es aber eine Fantasie und das Stück lädt geradezu ein, mit unterschiedlicher Phrasierung oder Tempi zu experimentieren. Wenn man sich Aufnahmen auf YT anschaut, ist keine wie die andere.

Zitat von mir:
Das tiefe D in der linken Hand (später das A) ist gebunden, also einfach mit dem Daumen halten und nicht 2x anschlagen
Das muss natürlich kleiner Finger heißen.
 
 

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