von Komponist und Kompostmist

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von Stilblüte, 2. Feb. 2007.

  1. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Da fällt mir zu dem Thema gerade ein kleiner Witz ein...

    Was ist der Unterschied zwischen einem Komponist und Kompostmist?
    Kompostmist stinkt und ist faul, und ein Komponist ist stinkfaul... ^^

    Was ich aber eigentlich fragen wollte:

    Was habt ihr zum Thema Komponieren und Improvisieren (bitte trennen!!) zu sagen? Fällt euch das leicht, habt ihr eigene Stücke geschrieben (und notiert?), oder sitzt ihr oft am Klavier und spielt einfach, was euch in den Sinn kommt...?
    Oder seid ihr eher "Vom-Blatt-Spieler"?

    danke schonmal für eure Antworten, bin schon ganz gespannt!!

    ps: Ich finde vom-Blatt-Spiel total schwierig und bewundere alle, die ich kenne, die es (fast) so gut beherrschen wie vorlesen. Dafür fällt es ihnen viel schwerer, ein Stück nach gehör nachzuspielen, was ich wieder leichter finde...
    Gibt es wohl jemanden, der beides richtig gut kann?
     
  2. Toccata
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    Toccata

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    Hallo Stilblüte!

    Warum glaubst du, dass es guten Prima-Vista Spielern schwer fällt, ein Stück nach Gehör nachzuspielen?
    Meiner Meinung nach hat doch das eine mit dem anderen nichts zu tun.
     
  3. Stilblüte
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    Stilblüte

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    Ich kenne Musiker, die vom Blatt spielen können, und welche, die eher nach Gehör spielen. Den Vom-Blatt-Spielern legst du einfach völlig unbekannte Noten jeden schwiergkeitsgrad hin und sie spielen das (irgendwie) ab. Leute, die nach Gehör spielen (zu denen ich mich zähle), denen fällt das unheimlich schwer, und sie finden es viel einfacher, nur gehörte Melodien nachzuspielen. Meistens fällt es ihnen auch leicht(er) zu improvisieren. Ich kenne allerdings niemanden, der beides kann. Ich denke, man kann es bis zu einem gewissen Grad trainieren, besonders das Vom-Blatt-Spiel. Denke aber, es ist vielleicht so wie mit Sprachen und Naturwissenschaften: Die Mehrheit kann eines der beiden Dinge gut, nur wenige beherrschen beides.
    So habe ich das auch mit diesen zwei "Spielarten" angenommen, da sie ja gegenteilig sind...
    natürlich kann man es lernen, aber ist es nicht so, dass man eher der "Typ" für das eine oder andre ist?

    liebe Grüße

    Stilblüte

    ...ich finde Vom-Blatt-Spiel unheimlich schwer..!
     
  4. klavier-stunde
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    klavier-stunde

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    Also, eigentlich kann ich beides sehr gut.
    Stücke bis zum Schwierigkeitsgrad einer mittelschweren Beethovensonate (z.B. E-Moll) oder eines Chopinwalzers, sowie die meisten Begleitungen spiele ich vom Blatt weg.

    Ähnliche Schwierigkeitsgrade könnte ich aber auch nach Gehör spielen.

    Ich weiß ehrlich gesagt nicht, woher das kommt,
    Vom Blatt Spielen konnte ich schon als Kind gut. Ich glaube, dass es schwer trainierbar ist, die Fähigkeit wächst natürlich mit dem Erfahrungsschatz und Repertoire. Ich lese aber auch nie einzelne Noten sondern ich erfasse Zusammenhänge und sehe etwa eine DIN 4 Seite auf einmal alle Noten im Voraus. Das bedeutet, dass ich moderne Stücke schwer vom Blatt spielen kann, weil es keine harmonischen Regelmäßigkeiten gibt.

    Was Ihr glaube ich meint, ist die Lernart von Kindern - ob sie nach Blatt oder nach Gehör lernen - übrigens glaube ich auch, dass dies Gewöhnungssache ist, es hängt davon ab, wie man lehrt.

    Man muß versuchen, beides zu fördern. Es ist bei mir zwar üblich, dass die Kinder stets auswendig (vor)spielen - dafür braucht man zwischendurch Blattspielübungen und leichtere Stücke zum Blattspielen.

    Das Blattspielen erleichtert einem vieles, vor allem als Lehrer,
    da man jedes Stück bis zu einem Grad einfach mal so vorspielen kann.
    Vor allem, wenn Schüler eigens ausgewählte Stücke mitbringen ;-)

    Liebe Grüße
    KS
     
  5. klavier-stunde
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    klavier-stunde

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    Übrigens zum Thema "man kann nur eines":

    Über einen 17 jährigen Pianisten habe ich gelesen,
    dass er nicht nur Bundespreisträger Jugend Musiziert sondern auch Bundespreisträger Mathematik, Vorlesewettbewerb, Fremdsprachen, Schüler experimentieren...ist.

    Das kann man sich nicht vorstellen oder?
    Fehlt nur noch die Olympiade ;-)

    Einige sind einfach nur hochintelligenz.
    Ob das eigentlich ein Segen ist?
    Würdet Ihr gerne so ein?
     
  6. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Aber natürlich! Warum nicht, solange es nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt oder den Charakter versaut.
     
  7. Toccata
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    Toccata

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    Also ich hab auch mit beidem kein Problem. Das Blattspiel muss ich für meinen Beruf können und ein Stück nach Gehör nachzuspielen geht auch problemlos.

    Ein guter Prima-Vista Spieler spielt ein Stück aber auch nicht nur "irgendwie" herunter, sondern achtet sehr wohl auch auf die Musikalität.
    Dazu kommt noch, dass man beim Klavierbegleitungs-Prima-Vista Spiel ja auch noch auf den Solisten hören muss und somit auch die Ohren eine wesentliche Rolle spielen.
     
  8. Klavirus
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    Klavirus

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    Nun, Toccata und Klavier-Stunde, Ihr als Profis müsst ja diese Fähigkeiten oder Fertigkeiten zur Ausübung Eures Berufes mehr oder weniger gut besitzen.

    Der Amateur hat ja keine Veranlassung, ohne Not das eine oder andere lernen zu müssen. Er spielt so, wie es ihm am besten liegt...

    Ich kann z.B. Geige und Gitarre relativ gut (als Kind gelernt), Klavier fast gar nicht vom Blatt spielen...
    Dafür fällt es mir leicht, Stücke schnell auswendig zu lernen (egal bei welchem Instrument, s.o.) So ist es für mich beim Vorspielen kein Problem, die Noten zu Hause zu lassen. (meine Lehrerin sagte mal nach dem Vorspielen: "Sie sind aber mutig!", ich sah daran nichts Mutiges)

    Ich denke, dass das Vom-Blatt-Spielen und das Auswendig- bzw. nach Gehör spielen im Gehirn zwei völlig unterschiedliche Gebiete beansprucht.
    Deshalb funktioniert auch das Halb-So-Halb-So-Spielen nicht. Mich würden die Noten nur nötigen (haha!), hinzuschauen und mich damit evtl. aus dem Konzept bringen.

    Klavirus
     
  9. keyla
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    keyla Guest

    Hat es auch nicht- ich kann beides nicht ;)

    aber Ich denke, wer nicht gut blatt spielen kann lernt schneller auswendig- einfach weil man sonst nie ein stück kann (da man nicht jedesmal die noten wieder ablesen muss merkt man sie sich halt)


    ich improviesier gern am klavier- allerdings nie was anspruchsvolles. weist läauf es auf: links den akkord und rechts ne einstimmige melodie in der tonart hinaus

    komponiert hab ich allerdings schon. ein richtiges stück (was also auch anhörbar klingt) und ziemlich viele kleine, von denen ich selbst nichtmal weiß, wie sie klingen... die muss ich im musik-theorie-unterricht komponieren, also nur nach irgendwelchen regeln... frei nach dem motto: scheiß auf den klang hauptsache es stimmt ;)