Übehäufigkeit bei Kindern

  • Ersteller des Themas Ralph_hh
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Nein, dass kann man nicht. Aber man kann ihnen verschiedene Dinge anbieten und zum ausprobieren motivieren.
Und wenn es grundsätzlich gut ist, darauf bestehen, dass nicht bei der ersten Unlust hingeschmissen wird.

Rosenkohl will auch ein paar Mal probiert werden, bis er lecker ist. (Oder eben nicht lecker bleibt...)

Mein zweites Kind empfindet Musik als störend und kennt jeden Ausschalter mit seinen knapp 3 Jahren. Dem werde ich die Musikschule ersparen. (Dafür geht's dann zum Kinderturnen in ein oder zwei Jahren.)
 
Ja, klar, das habe ich doch oben auch schon beschrieben.

Aber man kann das nicht als Lehrer (oder Eltern) "herstellen"! Das kann NUR aus demjenigen selbst SPONTAN entstehen. Klar, Angebote kann man machen, aber letztlich weiß man nie, was der Schüler im weiteren Verlauf gut finden wird oder möglicherweise sogar WEIL ich es ihm nahezubringen versucht habe ablehnen wird. Und selbst wenn er etwas gut findet, ist man manchmal sehr überrascht, WARUM er es gut findet - manchmal aus ganz anderen Gründen als man selbst. Man hat es nicht in der Hand.
 
Ja, klar, das habe ich doch oben auch schon beschrieben.

Aber man kann das nicht als Lehrer (oder Eltern) "herstellen"! Das kann NUR aus demjenigen selbst SPONTAN entstehen. Klar, Angebote kann man machen, aber letztlich weiß man nie, was der Schüler im weiteren Verlauf gut finden wird oder möglicherweise sogar WEIL ich es ihm nahezubringen versucht habe ablehnen wird. Und selbst wenn er etwas gut findet, ist man manchmal sehr überrascht, WARUM er es gut findet - manchmal aus ganz anderen Gründen als man selbst. Man hat es nicht in der Hand.

Herstellen nicht, aber "vormachen"!
Neugier ist eine nicht zu unterschätzende Triebfeder etwas Neues zu beginnen und dabeizubleiben oder auch nicht.
 
Würde ich in diesem Falle wenig streng sehen.
vielleicht sogar ein Teil der gesuchten Zauberformel. weniger streng oder verbissen am Erfolg des Kindes arbeiten. (was mir doch recht schwer fällt, locker zu lassen.) Die Lehrerin wird die Hinweise dann schon geben. z.b. möchte ich, das sie von Anfang mitzählt, die Lehrerin sagt, das ist noch nicht nötig, hier gehts erst mal um lange und kurze Noten. Wenn ich solche Sachen weiß, kann ich mich auch entspannen. Ich bin ja kein Musikpädagoge.

mich nur "formal" einzumischen ist ein guter Hinweis und vielleicht, wenn sie selbst Fragen stellt. Irgendwie vergeht ihr durch meine Kommentare / Verbesserungsvorschläge die Laune. (ich kann es auch überhaupt nicht leiden, wenn mich die Kinder beim Üben unterbrechen, weil sie was wollen, eigentlich also einleuchtend)


Es ist auch die Frage noch mal nach dem WIE: 20min täglich zu üben bei dem wenigen Material, was kann man sonst noch anbieten? Neben den Stücken und Tonleiter, spielerische Übungen meine ich. (diese Frage geht dann auch an die Lehrerin)
 
Zuletzt bearbeitet:
Rhythmisch zu arbeiten und zu üben (und sei es erstmal mit einfachen Klatsch-, Sing- oder Patternübungen) ist aber schon überaus wichtig!

Wenn die Lehrerin das nicht macht, sondern lediglich sagt "Hauptsache, sie spielt die einen Töne halt kürzer und die anderen länger", ist das nicht gut!
 
@Bedelia

Aus der musikalischen Früherziehung habe ich diverse Musikspiele mitgenommen, die der Große alle super findet.
Z.b. Musik- Ich packe meinen Koffer: Einer fängt mit einem Ton (Tonfolge)an, der andere wiederholt ihn und hängt einen neuen dran. (Geht auch gut im Auto mit kurzen Klatsch- Rhythmen)
Oder auch sehr beliebt ist ein Lied zu singen und dann an bestimmten Stellen z.B. wo die halben Noten sind zu hüpfen.

Dann hockt sie zwar nicht 20 Minuten vor dem Klavier, aber ihr habt Spaß.

LG, Hekse
 
Rhythmisch zu arbeiten und zu üben (und sei es erstmal mit einfachen Klatsch-, Sing- oder Patternübungen) ist aber schon überaus wichtig!

Wenn die Lehrerin das nicht macht, sondern lediglich sagt "Hauptsache, sie spielt die einen Töne halt kürzer und die anderen länger", ist das nicht gut!

ich muss ergänzen ihre Lehrerin sagte -erstmal-.

Ich vermute aber, dass da auch die Lehrer verschieden rangehen. Hier im Netz jedenfalls wird darauf hingewiesen, von Anfang an alles zu beachten/ zu bearbeiten. Auch meine Lehrerin sagt das. Wir waren jedenfalls nach kurzer Zeit schon bei Gestaltung und Rhythmus.

Möglicherweise trifft das aber nicht auf kleine Kinder zu oder auf ein Stadium n a c h ... ja wonach denn..
 
@Bedelia

Z.b. Musik- Ich packe meinen Koffer: Einer fängt mit einem Ton (Tonfolge)an, der andere wiederholt ihn und hängt einen neuen dran. (Geht auch gut im Auto mit kurzen Klatsch- Rhythmen)
Oder auch sehr beliebt ist ein Lied zu singen und dann an bestimmten Stellen z.B. wo die halben Noten sind zu hüpfen.

Dann hockt sie zwar nicht 20 Minuten vor dem Klavier, aber ihr habt Spaß.

LG, Hekse

Hallo Hekse, das probier ich mal aus. Danke für den Tip.
 

Aus eigener Erfahrung möchte ich anmerken, dass es auch nach hinten losgehen kann ein Kind zum Üen zu "zwingen". Also z.B. zu sagen, nur wenn du übst, darfst du Computer spielen oder erst musst du üben, dann kommt die Freizeit. Auch würde ich sehr vorsichtig sein, das Kind zu loben oder zu korrigieren, wenn es Fehler macht. Meine Eltern haben das eine Zeit lang versucht und dadurch meiner Schwester einen regelrechten Hass auf das Klavierspielen antrainiert, obwohl sie eigentlich viel Spaß daran hatte. Nochmal zu dem korrigieren: das Kind ist ja nicht blöd und sollte normalerweise selbst Fehler erkennen (natürlich nicht alle, aber die groben). Wenn dann noch jemand kommt, der meint einen verbessern zu müssen, obwohl er nicht einmal im Ansatz so spielt wie man selbst (auch wenn das Kind nur "Alle meine Entchen" spielen kann und die Eltern gar nichts) ruft das Wut und Unlust hervor, zumal man selbst den Fehler erkannt hat, was einem das Üben vermiesen kann. Lob finde ich fast noch schlimmer als Kritik, weil das Kind für sich Klavier spielen sollte und nicht für die Eltern (kann auch anders sein, aber das ich ja auch suboptimal). Außerdem ist jegliche Einmischung fragwürdig (zumindest ab einem gewissen Alter). Wenn du das gesamte Haus putzen möchtest, um deinen Eltern eine Freude zu bereiten und schon fast dabei bist anzufangen und dann deine Eltern sagen: "du könntest auch mal im Haushalt helfen, Putz doch mal das Haus!", dann würde Ich zumindest sofort abblocken und gar nichts mehr machen. So verhält es sich auch (bei mir) beim Klavierspielen.
 
Aus eigener Erfahrung möchte ich anmerken, dass es auch nach hinten losgehen kann ein Kind zum Üen zu "zwingen". Also z.B. zu sagen, nur wenn du übst, darfst du Computer spielen oder erst musst du üben, dann kommt die Freizeit.

Von Erpressung halte ich gar nichts. Das mag kurzfristig funktionieren, langfristig geht es garantiert nach hinten los. Abgesehen von den ganzen Problemen im Zusammenhang mit Macht und Machtmissbrauch, auf die ich nicht weiter eingehen möchte, lernen Kinder dadurch eben genau nicht, aus eigener Einsicht Dinge zu tun.

Nochmal zu dem korrigieren: das Kind ist ja nicht blöd und sollte normalerweise selbst Fehler erkennen (natürlich nicht alle, aber die groben). Wenn dann noch jemand kommt, der meint einen verbessern zu müssen, obwohl er nicht einmal im Ansatz so spielt wie man selbst (auch wenn das Kind nur "Alle meine Entchen" spielen kann und die Eltern gar nichts) ruft das Wut und Unlust hervor, zumal man selbst den Fehler erkannt hat, was einem das Üben vermiesen kann.

Wenn ein Mensch eigene Fehler bemerkt, aber nicht korrigiert, gibt es dafür verschiedene Ursachen. Er könnte z.B. gerade zu müde sein. Es könnte aber auch sein, dass er der Meinung ist, der Fehler wäre nicht wichtig genug. Wenn Letzteres der Fall ist, hilft die Kritik, die Relevanz einzusortieren. Je jünger Kinder sind, desto mehr brauchen sie das. Wenn Du nichts sagst, zeigst Du Deinem Kind nur, dass Dir selbst die Sache auch nicht wichtig ist. Warum soll es sich dann überhaupt noch Mühe machen?

Nur am Rande: niemand muss selbst die Dinge können, um jemand anderen kritisieren zu können.

Lob finde ich fast noch schlimmer als Kritik, weil das Kind für sich Klavier spielen sollte und nicht für die Eltern.

Zu Lob habe ich ja vorher schon etwas geschrieben. Ich denke, Lob ist, richtig eingesetzt, der größte Motivator für Menschen überhaupt. Aber ich denke, der zweite Teil Deines Satzes war Dir der wichtigere. Kinder sollten niemals etwas einfach nur "für die Eltern" tun müssen. Umgekehrt sind es aber die Eltern, die ihre Kinder in bestimmter Weise erziehen und damit natürlich Vorgaben machen. Eltern und Kinder müssen also in irgendeiner Form einen gemeinsamen Nenner finden.

Wir haben das bei uns so gelöst, dass wir unserer Tochter die Vorgabe gemacht haben, dass sie sich mit mindestens einer Sache in ihrer Freizeit intensiv zu beschäftigen habe. Egal, was das ist (*). Wenn sie jetzt mit dem Klavierspielen aufhören möchte, dann wären wir vielleicht ein wenig traurig, weil wir Musik schätzen. Aber ganz bestimmt nicht böse. Und in ihrem neuen Hobby würden wir sie genauso unterstützen wie bisher.

Um entsprechenden Kommentaren gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen: ein paar Ausschlüsse gibt es natürlich. Computerspiele, Youtube-Videos gucken, WA mit den Freundinnen oder ähnliches gehören nicht dazu.

und schon fast dabei bist anzufangen und dann deine Eltern sagen: "du könntest auch mal

Wie immer gehört ein gewisses Fingerspitzengefühl dazu, etwas im richtigen Moment zu sagen oder eben nicht zu sagen. Und wenn man mal aus Unwissenheit den falschen Moment erwischt, ist das halt blöd. Shit happens.
 
[...]

Nur am Rande: niemand muss selbst die Dinge können, um jemand anderen kritisieren zu können.[...]

Hi Kalivoda, wenn Du schon zig Jahre hier wärest, hättest Du die teils harten, unschönen und sogar durch Hass geprägten Diskussionen über dieses eminent wichtige Thema mitbekommen.-

Wenn ein Bäcker ( Abschlussklasse 9 ) einen Atomphysiker kritisieren möchte, weil letzterer eine 20-zeilige Formel nicht korrekt bei der Sicherung von Brennstäben im AKW "Neucölln" ( Name fiktiv ) usw. angewendet hätte, zieht das im allgemeinen BEI MIR ( und anderen ) mindestens eine NACHFRAGE NACH SEINER, des Bäckers, QUALIFIKATION nach sich.

Wenn er die nicht belegen kann, sind andere, im persönlichen Gehabe und in Animositäten begründete Grundlagen der Kritik zu suchen.

Daher fragt der Kritisierte zuweilen nach, wie es damit aussieht.

Und das ist ein ganz großes Problem, vor allem im Musikwesen. WIr haben hier auf dem Forum von Aufnahmen wie "Dein Klavier klingt ja scheiße" ( aber spielen können möcht ichs doch wie Du ) bis "Demus kann nix" ( Wetzikon-Thread ) schon alles mögliche gehabt:

Denk mal an das Verhältnis von Dwight und Gottschalk. ( Wenn nicht geläufig: Suchfunktion, pls. :-) )

Es gibt sogar eine Dissertation darüber, die ich mir neulich geholt habe. Sie ist von Laura Moore Pruett ( Anhang ).

Diese Frau, meines Erachtens, "wiegelt" aber "etwas ab". Meiner Ansicht nach ist es ein GANZ GROßES Problem, wenn z.B. jemand, der noch nie geangelt hat, den Max van den Eynde instruieren will, welches Futter er für welche Fließgeschwindigkeit usw. verwenden soll.

AUF WELCHER GRUNDLAGE ???

http://www.stipp-profi.de/Marcel-van-den-Eynde-Ablett

LG, Olli!! ;-)
 

Anhänge

  • Gottschalk_Dwight_Thesis.pdf
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In allem, was sie tun, sind Eltern Vorbilder für ihre Kinder. Warum also soll ein Kind fleißig üben, wenn die Eltern nicht fleißig üben? Warum soll ein Kind Respekt vor Lehrern haben, wenn die Eltern zuhause respektlos von ihren Vorgesetzten sprechen? Eltern können keine Leistung von ihren Kindern erwarten, die sie selber nicht erbringen.
 
In allem, was sie tun, sind Eltern Vorbilder für ihre Kinder. Warum also soll ein Kind fleißig üben, wenn die Eltern nicht fleißig üben? Warum soll ein Kind Respekt vor Lehrern haben, wenn die Eltern zuhause respektlos von ihren Vorgesetzten sprechen? Eltern können keine Leistung von ihren Kindern erwarten, die sie selber nicht erbringen.

Ein super Beitrag, schmickus.

Hinzufügen möchte ich ALLGEMEIN:

Man lernt durch Imitation, als Kind sowieso, aber evtl. auch noch viel später.

LG, Olli!!
 
Hi Kalivoda, wenn Du schon zig Jahre hier wärest, hättest Du die teils harten, unschönen und sogar durch Hass geprägten Diskussionen über dieses eminent wichtige Thema mitbekommen.
Dafür habe ich sie anderswo mitbekommen. Das ist ja schließlich kein seltenes Thema. :-)

Kurz und knapp würde ich folgendes dazu sagen: Kritik sollte, spätestens auf Nachfrage, begründet sein. In der Begründung zeigt sich die Kompetenz des Kritikers.
 
Natürlich kann Kritik sinnvoll sein, aber dafür hat man ja den Klavierlehrer. Wenn ich beim Üben Fehler machen, die ich erkenne, die mir aber nicht so wichtig sind, dann entscheide ich mich eben für die Konzequenzen. In diesem Fall für Kritik vom Klavierlehrer oder weniger Erfolg. Aber es ist immer noch mein Fehler, den ich mir nicht gerne von minderqualifizierten Personen bemängeln lassen möchte. Und für den Fall, dass meine Eltern besser spielen oder sich besser auskennen, dann sollen diese mich unterrichten oder das Unterrichten dem Lehrer überlassen ohne ständig reinzureden.
 
seltsame Einstellung...
 
Nun, in diesem Falle scheint der Nickname wohl Programm zu sein...
 

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