Problemschüler

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Anomar

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Hallo zusammen,

ich wende mich jetzt mal an das Forum in der Hoffnung, dass ihr vielleicht einen "Tipp" für mich habt!

Ich hab seit ca. einem Jahr einen Schüler (9 Jahre), der wirklich sehr begabt ist. Er lernt wahnsinnig schnell, scheint auch in der Schule nur Einsen zu schreiben. Seit ca 3-4 Monaten merke ich, dass er kaum noch lernt und sein Lernstand sich kaum zur Vorwoche ändert. Hat er nun ein Stück, was nicht auf anhieb klappt, dann ärgert er sich total. Seine Laune sinkt dann extrem!!

Als ich ihn letztens mal darauf angesprochen habe, ist er in Tränen ausgebrochen. Er hat dann gesagt, dass es ihm kein Spaß macht (das Klavierspielen) und dass seine Eltern ihn aber dazu zwingen. Und wenn er mit ner 3 aus der Schule kommen würde, da würde er auch Haue auf den Po kriegen, etc. Ich solle aber auch keines Falls was den Eltern sagen, sonst würden die böse werden, etc...

Was jetzt? Ich hab versucht, mit ihm zusammen eine Lösung zu finden. Habe ihm gesagt, dass es doch schön wäre, wenn er wieder Spaß am Klavierspielen haben würde. Habe ihn gefragt, ob er nicht vielleicht mal ein bestimmtes Lied lernen möchte, etc... aber er kennt keine Lieder, hat keine Lieblingsgruppe, u.s.w... der kennt nur seinen Gameboy :-(

Was würdet ihr an dieser Stelle machen? Ich bin im Moment etwas ratlos...

Vorallem weil der Vater jetzt zu mir meinte, dass die kleine Schwester (6) jetzt auch Unterricht bekommen soll. Wäre ja sonst unfair. Jedes Kind müsste etwas sportliches und musikalisches machen und da die Schwester sich wohl für kein Instrument entscheiden konnte, hat er beschlossen (!) dass sie jetzt auch Klavier lernen soll...

VG
Anomar
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Da müßte der Thread-Titel doch eher "Problemeltern" heißen, oder...? :rolleyes:
 
violapiano

violapiano

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Hallo Anomar,

ich würde versuchen, die Eltern ins Boot zu kriegen, mit ihnen und den Kindern zu sprechen.
Vllt ist das Kind auch total überlastet, um drei aus der Schule und dann üben, hm, kann mich nicht erinnern, dass ich sowas musste....

Ich denke, ein Gespräch mt den Eltern ist nötig, und davon wird der Junge wahrscheinlich am meisten profitieren.

Sonst glaub ich nicht, dass es Sinn macht, denn sonst tust du als Lehrer ja das Gleiche wie die Eltern, nämlich das Kind zu etwas zwingen, was es nicht will.
Und da würde ich mich an Deiner Stelle nicht einreihen wollen.

LG
violapiano

Hallo zusammen,

ich wende mich jetzt mal an das Forum in der Hoffnung, dass ihr vielleicht einen "Tipp" für mich habt!

Ich hab seit ca. einem Jahr einen Schüler (9 Jahre), der wirklich sehr begabt ist. Er lernt wahnsinnig schnell, scheint auch in der Schule nur Einsen zu schreiben. Seit ca 3-4 Monaten merke ich, dass er kaum noch lernt und sein Lernstand sich kaum zur Vorwoche ändert. Hat er nun ein Stück, was nicht auf anhieb klappt, dann ärgert er sich total. Seine Laune sinkt dann extrem!!

Als ich ihn letztens mal darauf angesprochen habe, ist er in Tränen ausgebrochen. Er hat dann gesagt, dass es ihm kein Spaß macht (das Klavierspielen) und dass seine Eltern ihn aber dazu zwingen. Und wenn er mit ner 3 aus der Schule kommen würde, da würde er auch Haue auf den Po kriegen, etc. Ich solle aber auch keines Falls was den Eltern sagen, sonst würden die böse werden, etc...

Was jetzt? Ich hab versucht, mit ihm zusammen eine Lösung zu finden. Habe ihm gesagt, dass es doch schön wäre, wenn er wieder Spaß am Klavierspielen haben würde. Habe ihn gefragt, ob er nicht vielleicht mal ein bestimmtes Lied lernen möchte, etc... aber er kennt keine Lieder, hat keine Lieblingsgruppe, u.s.w... der kennt nur seinen Gameboy :-(

Was würdet ihr an dieser Stelle machen? Ich bin im Moment etwas ratlos...

Vorallem weil der Vater jetzt zu mir meinte, dass die kleine Schwester (6) jetzt auch Unterricht bekommen soll. Wäre ja sonst unfair. Jedes Kind müsste etwas sportliches und musikalisches machen und da die Schwester sich wohl für kein Instrument entscheiden konnte, hat er beschlossen (!) dass sie jetzt auch Klavier lernen soll...

VG
Anomar
 
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Anomar

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Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für eure Antworten...!

Naja, ich hab halt "Angst", dass ich´s dem Kleinen dadurch noch schwieriger mache. Er hat regelrecht Angst davor, dass seine Eltern das mitkriegen könnten. Ich hab ihm aber auch schon gesagt, dass WENN ich mit seinen Eltern darüber sprechen würde, ich es aus MEINER Sicht tun würde, d.h. ich würde den Eltern nicht sagen, dass ihr Kind in der Stunde weint, weil´s keinen Spaß daran hat, etc., sondern ich würde denen sagen, was mir so aufgefallen ist (Leistungen lassen nach, Desinteresse, etc.)...

Ich mach mit den Kids immer schon "Spielchen", sei es beim Noten lernen, Tonleitern, etc... ich denke der Unterricht macht schon "Spaß", solange das Kind GENERELL Spaß am Klavierspielen hat. Die Kids finden es auch toll, wenn sie einfach mal irgendwas spielen dürfen, sich was ausdenken und dann spielen wir 4-händig oder so. Zudem werden die Kinder bei mir auch viel gelobt. Wenn sie ein Stück komplett richtig und gut spielen, bekommen sie dafür einen Aufkleber (und sind dann natürlich mega stolz*g) Ich würde mich keinesfalls als strenge oder langweilige Lehrerin betrachten, was mir auch sehr wichtig ist... aber ich glaube dieser Schüler hat einfach überhaupt kein Interesse am Klavier spielen und ich denke, dass es da halt echt schwierig ist...

@violapiano: ich meinte, dass er mit der Note "" nach Hause kommt, nicht UM 3 ! :-))) Denn wenn er schon ne drei schreibt, bekommt er wohl schon mega Ärger von den Eltern... und wehe er übt nicht jeden Tag Klavier...
 
G

gubu

Guest
So, wie Du es schilderst, habe ich die Befürchtung, dass die Eltern uneinsichtig sind und den Druck auf das Kind eher erhöhen werden. Dann wird er vielleicht auch noch ans Klavier geprügelt :rolleyes:. Es ist sicher schwer, den Unterricht so zu gestalten, dass mittelfristig der "Selbstantrieb" des Kindes (wieder) gestärkt wird und zumindest die Unterrichtsstunde nicht als Last, sondern als Oase zum Ausbrechen aus dem gnadenlosen Druck empfunden wird.... Doch das ist wohl leichter gesagt als getan.
 
violapiano

violapiano

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:D Oh.., ein Missverständnis...

armer kleiner Kerl, nicht mal ne drei darf er schreiben.:(
Aber ich denke, wenn die Eltern nicht mitarbeiten zu Gunsten des Kindes, der Kinder, dann kannst du auf Dauer auch den Klavierunterricht vergessen, fürchte ich.
Da muss sich grundsätzlich was an der Haltung der Eltern was ändern.

LG
VP

Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für eure Antworten...!

Naja, ich hab halt "Angst", dass ich´s dem Kleinen dadurch noch schwieriger mache. Er hat regelrecht Angst davor, dass seine Eltern das mitkriegen könnten. Ich hab ihm aber auch schon gesagt, dass WENN ich mit seinen Eltern darüber sprechen würde, ich es aus MEINER Sicht tun würde, d.h. ich würde den Eltern nicht sagen, dass ihr Kind in der Stunde weint, weil´s keinen Spaß daran hat, etc., sondern ich würde denen sagen, was mir so aufgefallen ist (Leistungen lassen nach, Desinteresse, etc.)...

Ich mach mit den Kids immer schon "Spielchen", sei es beim Noten lernen, Tonleitern, etc... ich denke der Unterricht macht schon "Spaß", solange das Kind GENERELL Spaß am Klavierspielen hat. Die Kids finden es auch toll, wenn sie einfach mal irgendwas spielen dürfen, sich was ausdenken und dann spielen wir 4-händig oder so. Zudem werden die Kinder bei mir auch viel gelobt. Wenn sie ein Stück komplett richtig und gut spielen, bekommen sie dafür einen Aufkleber (und sind dann natürlich mega stolz*g) Ich würde mich keinesfalls als strenge oder langweilige Lehrerin betrachten, was mir auch sehr wichtig ist... aber ich glaube dieser Schüler hat einfach überhaupt kein Interesse am Klavier spielen und ich denke, dass es da halt echt schwierig ist...

@violapiano: ich meinte, dass er mit der Note "" nach Hause kommt, nicht UM 3 ! :-))) Denn wenn er schon ne drei schreibt, bekommt er wohl schon mega Ärger von den Eltern... und wehe er übt nicht jeden Tag Klavier...
 
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DoctorGradus

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So wie das hier beschrieben wird klingt das ja fast schon wie Kindsquälung, habe aber (aus der Ferne) meine Zweifel ob dem tatsächlich so ist. Ich hatte oft gute Noten, und natürlich schrillten da Alarmsirenen bei meinen Eltern wenn ich schlechtere nach Hause brachte, dass heißt nicht dass sie nicht schlechtere Noten akzeptiert hätten, sondern dass ich ein relativ leicht abrufbares Potential verschenkt hätte.
 
C

classican

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Ich hab´s vorhin überlesen:

Habe ihn gefragt, ob er nicht vielleicht mal ein bestimmtes Lied lernen möchte, etc... aber er kennt keine Lieder, hat keine Lieblingsgruppe, u.s.w... der kennt nur seinen Gameboy :-(

Daraus kann man doch was machen!
Nachdem ich früher auch gerne Viedeospiele gespielt habe (ganz selten tue ich es immer noch:D), weiß ich, dass es dort viele schöne Melodien gibt.
"Gameboy" klingt nach Nintendo, da kennt er ja wohl Tetris, vielleicht würde ihm das gefallen.Und nachdem ich solche Musik gerne selber neben dem Unterricht spiele, kenne ich auch einen Komponisten mit Namen Koji Kondo, welcher die Musik zu den Zelda- und Mariospielen komponierte (letzteres ist nicht einfacher Jazz, http://ichigos.com/res/getfile.php?id=1413&type=pdf
http://ichigos.com/res/getfile.php?id=1414&type=pdf , aber sicher ist hier etwas für sein Niveau dabei(sheet music by Philip Kim)).
Und der beste mir bekannte Arrangeur für Zeldamusik wäre bluescd, hier eine Seite auf der er veröffentlicht: http://www.gamemusicthemes.com/index.html
So, und auf dieser Seite sind noch Links zu den anderen VGA,
wenn er da nichts finden sollt´,tät´mich wundern.
Also ein Versuch ist es allemale wert (und aus eigener Erfahrung: So habe ich vor 3-4 Jahren auch angefangen;))
Liebe Grüße,
classican
 
Guendola

Guendola

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Wie schon Kölnklavier schrieb, mußt du beide Seiten hören. Es könnte zum Beispiel sein, daß der Junge jetzt perfekt in der Schule sein soll, damit er auf ein bestimmtes Gymnasium mit entsprechenden Anforderungen kommt - was ja mit 9 Jahren bald bevorsteht - und dementsprechend wenig Zeit für freiwillige Dinge hat. Vielleicht hat sich auch etwas anderes in seinem Leben geändert. Es müssen nicht umbedingt große Probleme sein, mit neun Jahren hat man seinen Lebensweg ja noch nicht perfekt durchgeplant und ändert seine schnell Ansichten schnell.

Auf jeden Fall glaube ich, daß es wenig Sinn macht, den Unterricht einfach fortzusetzen ohne die Hintergründe zu kennen. Also ist ein klärendes Gespräch mit den Eltern fällig.
 
Rose

Rose

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Vielleicht ist es auch einfach die Tatsache das er sich gerade? im dritten Schuljahr befindet.Einigen Kindern fällt es schwer da die Schonzeit der beiden ersten Schuljahre vorbei ist.Der Stoff zieht an und das was vorher ohne lernen klappte,bedarf nun vielleicht einer gewissen Vorbereitung.Das kann ungewohnt für ihn sein und er reagiert vielleicht mit Überforderung da ja auch die Entwicklung im klavierspiel voranschreitet und die Eltern womöglich auch da übetechnisch ein Anpassung erwarten.Wahrscheinlich bringt nur das Gespräch mit den Eltern etwas Licht ins Dunkel.
 
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Hacon

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Hallo,
sorry, aber jetzt mal ne ganz andere Frage.
Nachdem ich eben deinen anderen Thread gelesen habe, bin ich etwas verwirrt.
Ich lese hier, dass du Klavierlehrerin bist, aber in dem anderen Thread schreibst du, dass du jetzt seid 10 Jahren wieder deine erste Unterrichtsstunde hast, nicht weißt, wie man übt, und keine Noten lesen kannst.

:confused:

Wie hab ich denn da zu verstehen???
Bist du jetzt die blutige Wiedereinsteigerin oder die Klavierlehrerin?

Liebe Grüße
Hacon

----------------
( Ey, ich seh grad, das sieht aber auch bescheuert aus ohne Benutzerbild...)
 

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Anomar

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Hallo Hacon,

da hast Du etwas falsch verstanden: die Theorie habe ich mir ja in den letzten 10 Jahren selbst beigebracht. (Auch anhand von Schulungen, u.s.w.) Meine Frage war nur, wie ich richtig "üben" kann, d.h. wie ich so ein schwieriges Stück am besten in Angriff nehme. Ob da vielleicht jemand einen Tip für mich hat.

Ich spiele jetzt also seit 24 Jahren Klavier, seit 10 Jahren endlich mit Theorie ;-) und dieses Wissen gebe ich momentan an Kinder weiter. Ich unterrichte 4 Kinder und einen Erwachsenen Anfänger. Das nun auch schon seit über einem Jahr und meines Erachtens (und auch der Eltern) sehr erfolgreich. Naja, bis auf diesen Ausnahmeschüler... ;-) Wobei da ja wohnmöglich etwas "mehr" hintersteckt...

Viele Grüße
Anomar

P.S. Ja, ich weiß, jetzt kommen bestimmt wieder diese Kommentare, dass ich nicht qualifiziert genug bin, eine Klavierlehrerin zu sein, aber ich glaube das Thema wurde hier schon oft genug diskutiert, oder? ICH bin der Überzeugung, dass ich mein Wissen und Können sehr gut an Kinder vermitteln kann. Mir ist es wichtig, dass die Kinder mit Spaß Klavier lernen und genau das schaffe ich auch. Ich habe zwei ELtern, die beide meinten: "Endlich machts meinem Kind Spaß,... bei der vorigen Lehrerin oder Lehrer war´s am Ende nur noch Katastrophe"... und das kann ich gut nachvollziehen. Als ich jetzt für mich nochmal einen Lehrer gesucht habe (da ich mich einfach auch weiterentwickeln möchte), bin ich auch auf den einen oder anderen eingesessenen Klassischen Klavierlehrer gestoßen und selbst die Probestunde hat mir schon NULL Spaß gemacht...
 
Stilblüte

Stilblüte

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Liebe Anomar,

ich glaube, Hacon war nur etwas verwirrt; ich lese aus deinen Worten jedenfalls heraus, dass du eine sehr liebevolle und fürsorgliche Klavierlehrerin bist, und solange deine Schüler nicht in 2 Jahren in die Carnegie-Hall wollen (wie Kölnklavier immer so schön sagt), kannst du ihnen bestimmt alles beibringen, was sie wissen möchten :D Das wichtigste ist doch bei Kindern, dass es ihnen Spaß macht. Was bringt der "qualifzierteste" (?!!) Lehrer, wenn die Kleinen nach 2 Stunden die Lust verlieren? Genau, gar nix...

Was den Schüler angeht:
Ich schließe mich meinen Vorschreibern an, denke auch, dass ein Gespräch mit den Eltern nötig ist. Allerdings würde ich das "geschickt" aufziehen.

Erstens so, dass es keinesfalls nach Krisengespräch aussieht. Also nicht schon in der Woche vorher vorwarnen, dass mal über das Kind, den Unterricht, die Arbeitsmoral, sonstiges gesprochen werden sollte, denn wenn die Eltern wirklich so überambitioniert sind, ist ihnen schon vorher klar, dass an allem, was nun kommt, das "faule Kind" schuld ist.
Also lieber mal beim abholen ein Stück mit bis zum Auto laufen und eher so zufällig das richtige fallen lassen.

Inhaltlich würde ich versuchen, alle geschilderten Eindrücke so aussehen zu lassen, dass nicht der Junge im Mittelpunkt steht bzw. der Auslöser ist, sondern äußere Umstände (für die er nichts kann und bei denen jedes Kind so reagieren würde), sprich Eltern und Schule.
Bspw. sagen, dass du den Eindruck hast, das Kind sei von den schulischen Anforderungen gestresst, und wieviel es denn üben müsse? (ggf. dann runterschrauben), oder vorschlagen, dass er auch mal andere Instrumente ausprobieren könne oder in einen Chor gehen könne, da er durchaus begabt ist, aber ja auch noch was neues probieren könnte.
Vielleicht auch fragen, wie streng die Eltern mit der Disziplin beim üben sind, und dann klarmachen, dass Üben zwar wichtig ist, der Spaß aber im Vordergrund stehen sollte, und auch mal ein "keine Lust" durchgehen muss, weil man dem Kind sonst den Spaß an der Musik verdirbt (und das wollen die Eltern doch bestimm nicht ;))
Ich würde versuchen klar zu machen, dass die Eltern der Klavierlehrerin und ihren Methoden vertrauen sollen, sowohl was den Unterricht als auch die Überituale zu Hause betrifft.

lg Stilblüte
 
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Anomar

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Hallo Stilblüte,

vielen lieben Dank für Deinen netten Beitrag! :-)

Ja, ich habe mir auch vorgenommen, heute (!) mal mit den Eltern zu sprechen. Ich muss mir nur noch überlegen, wie ich es am besten mache, denn das Problem ist, dass ich zum Schüler fahre und dass ich danach noch einen Schüler habe und zeitlich somit nicht allzu viel "Puffer" habe. Evtl. spreche ich es dann am Anfang der Stunde an. Muss ich mir später nochmal ein paar Gedanken zu machen.

Zudem hoffe ich, dass die Eltern auch zuhause sind, denn manchmal sind wir komplett alleine... das wäre natürlich blöd :-(

Also falls das Gespräch heute stattfindet, werde ich Euch davon berichten!

Viele Grüße
Anomar
 
violapiano

violapiano

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Hallo,
ich drück euch die Daumen, hoffentlich klappts gut, ich finde, Stilblüte hats schön beschrieben. Es ist sicher wichtig, beide Seiten erstmal zu Wort kommen zu lassen, und es geschickt einzufädeln. Von Vorwürfen etc. würde ich auch Abstand nehmen. Dann suchen die Eltern höchstens eine andere KL und der ganze Mist geht weiter wie bisher.:rolleyes:

alles gute
LG
violapiano
 
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Anomar

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Hallo,

wie befürchtet.... die OMA war gestern da :-?
Naja, dann halt nächste Woche... wobei ich sagen muss, dass der Kleine gestern richtig Spaß hatte - zumindest sah es sehr danach aus. Er war einfach gut drauf! Das kennt man bei ihm sonst garnicht....

Naja, ich werde berichten, sobald ich mit den Eltern gesprochen habe.

LG
Anomar
 
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Nicole_Nici

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Zitat von Anomar:
Habe ihn gefragt, ob er nicht vielleicht mal ein bestimmtes Lied lernen möchte, etc... aber er kennt keine Lieder, hat keine Lieblingsgruppe, u.s.w... der kennt nur seinen Gameboy




Hallo Anomar,

das hört sich ziemlich kompliziert an und ich finde es toll, dass du dir so eine Mühe machst.
Wie classican schon geschrieben hat, würde ich dir auch den Tipp mit den typischen "Gameboyliedern" geben. Die sind zwar nicht für jeden besonders schön anzuhören, aber wenn er dadurch den Spaß am Klavierspiel findet, dann ist es das doch wert. Du kannst ihn ja mal fragen welche Spiele er so spielt oder auch welche Filme er gerne mag. Für die meisten Spiele oder Filme findet man ganz leicht Klaviernoten, die auch meistens leicht zu spielen sind oder die leicht zu vereinfachen sind.
Ich habe dir mal ein paar Beispiele rausgesucht von den typischen Filmen und Spielen die Jungen in den Alter spielen ( - ich habe einen Bruder, daher kenne ich mich da ein wenig aus), vielleicht ist dort ja etwas dabei was ihm gefällt:

http://www.youtube.com/watch?v=Ia8J...689D38EE&playnext=1&playnext_from=PL&index=27 (Pokemon)
http://www.youtube.com/watch?v=NhsEvArIjNA&translated=1 (Harry Potter, sehr leicht)
http://www.youtube.com/watch?v=hAoHauUjs8o&feature=related (Tom und Jerry, müsste man wahrscheinlich ein wenig vereinfachen)
http://www.youtube.com/watch?v=oFh1DNBYknk&feature=related (Löwenzahn, recht einfach)
http://www.youtube.com/watch?v=s87G1srhyLc&translated=1 (James Bond)
http://www.youtube.com/watch?v=ygDEvuhQZno&feature=related (Deutsche Nationalhyme-wenn er Fußballfan ist)

Das sind jetzt nur einige Beispiele, er wird wahrscheinlich seine ganz eigenen Favoriten haben.

Wenn er aber weiterhin keinen Spaß am Klavierspiel hat, dann würde ich mit den Eltern reden und ihnen das Problem erklären. Man kann niemanden dazu zwingen, denn gerade dann macht es einen keinen Spaß.

Ich wünsche dir und deinen Schüler auf jeden Fall, dass er den Spaß am Klavierspiel findet!!
 
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Arepo

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Also vieleviele gute(gemeinte) Ratschläge.
Eines jedoch ist nicht dabei, vielleicht die einfachste Lösung:

Mach ein Konzert, Vorspiel, Hauskonzert.
Ich glaube dem Jungen fehlt einfach das Erfolgserlebnis.

Aber vergiss nicht ihn auch bewusst darauf vorzubereiten.



(Bin neu hier, spiele aber schon 30 Jahre Klavier;-)
 
Viola

Viola

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Na, wie war das Gespräch mit den Eltern?

Ich sehe die Sache wie folgt:

tatsächlich kommen die Dinge manchmal in die Schieflage, warum auch immer. Nicht jedes Talent übt talententsprechend und dauerhaft und diszipliniert und gut. Es gibt Phasen. Jedes Mal in solchen Phasen die Eltern auf den Plan zu rufen und mit ihnen die Dinge zu klären, ist nicht mein Ding. Natürlich möchte ich wissen, ob die Eltern sich gerade scheiden lassen oder sonst irgend etwas in der Luft liegt (Krankheiten usw). aber selbst DAS ist Privatspäre und wird von einigen Leuten nicht kommuniziert. Bedeutet: der eigentliche Grund existiert vielleicht, aber er spielt im Prinzip keine Rolle.

Wahrnehmung: Das Kind steht unter Druck, ist unglücklich usw.
Frage: wird der Druck erhöht, wenn man die Eltern kontaktiert?
Was kann man selbst dazu tun um die Situation zu verbessern.

Vorschlag: Man verändere den Unterricht und lässt das Kind mehr mitbestimmen.
(Danke für die tollen Literaturtipps hier!)
Einwand: Steilvorlage für geschickte Drückeberger.
Überlegung hierzu: stimmt. Tatsache aber ist, dass alle Kinder dazu neigen.

Vorschlag: Reden über folgende Themen:
- Musik machen und hören: warum?
- Schuldgefühle: woher warum und wozu dienlich (mit dem Ziel: es gibt keine Schuld)
- Freude und Angst, die mächtigsten Triebfedern des Menschen
(ab 15 Jahren: Liebe und Angst)
- Biomaschine Mensch: warum Fehler wichtig sind
- Seelennahrung: was ist das
- Verantwortung übernehmen

usw. mir fallen noch viele Themen ein. Wichtig: solche "Gespräche" immer sehr kurz halten, bei 9 jährigen ca. 1,5 Minuten...

Gruß

Viola

PS: Wenn die Kinder zu einem in den Unterricht kommen, dann kann man sie stark machen. Erhöht man den Druck, brechen sie vielleicht ganz weg. Höchstleistung kann man nur mit gewissem Druck (Angst) erreichen, das ist ein schmaler Pfad. Da muss jeder seinen eigenen Weg finden. Ich bin manchmal vielleicht etwas zu lax.

zur Schwester: natürlich bestimmen die Eltern, ob und was für ein Instrument die Kinder lernen, was ist daran auszusetzen? Sie bestimmen, dass ein Kind in einen bestimmten Kulturkreis und mit einer bestimmten Sprache umgehen lernen muss. Was wäre, wenn meiner Tochter die chinesische Sprache besser liegen würde als Deutsch?!? Spanisch hat kaum Menschen, die Schwierigkeiten mit der Orthografie haben, bei meiner Tochter ist eine Lese/Schreibschwäche unter 10% festgestellt. Nun ja. Prinzipiell ist es besser, wenn die Kinder verschiedene Instrumente und wenn schon beide Klavier, dann verschiedene Lehrer haben. Doch natürlich habe ich einige komplette Familien, die ich unterrichte. Gerade, wenn es "Problemkinder" gibt gehe ich Geschwisterkindern nicht aus dem Weg sondern stelle mich der Verantwortung. Es ist dabei MEINE Verantwortung, die ich übernehme und ich setze gerne einen Gegenpol zu den Eltern. In aller Liebe und Vorsicht selbstverständlich und im Einklang mit meinem Gewissen (denn schließlich sind die Eltern ja der eigentliche Kunde). Aber trotz dieser Konstruktion, dass die Eltern der Auftraggeber sind, werde ich nicht zum verlängerten Arm ihrer oft einseitigen Vorstellungen. "Gute" Eltern wünschen sich auch eine weitere kompetente erwachsene Person im Leben ihrer Kinder, die auch gerne mal andere Ansichten und den Kindern neue Einsichten vermittelt, die über die Eintagssuppeneisicht der Eltern hinaus geht.
 
Dimo

Dimo

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Hallo Anomar,

wie ist es mit diesem Schüler weitergegangen? Berichte doch mal. :cool:

(PS: @Viola: Toller Beitrag!)
 
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