Pedal benutzen??

  • #22
Nicht zu vergessen das Nasenfahrrad aus Glasbausteinen.
 
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  • #23
Jetzt aber mal Spaß beiseite: Ich glaube, es gibt eine unter KL (erschreckend) weit verbreitete Denkweise, dass es ruhig etwas mechanisch klingen darf, wenn der Schüler es spielt - "Hauptsache, er setzt die durch das Stück zu erlernenden Techniken sauber um, denn dafür habe ich ja das Stück ausgewählt. Und außerdem kann man ja auf der derzeitigen Fähigkeitsstufe des Schülers eh' nicht so viel Ausdruck erwarten."

Ich bin sicher, auch einige Forenteilnehmer denken, so eine Denkweise sei doch ganz vernünftig und praxisnah.

Und genau das ist ein Grundproblem der Klavierpädagogik. War es vor Jahrzehnten noch viel stärker, aber im Jahre 2026 immer noch.

Man kann die Folgen u.a. als Zuhörer typischer Musikschul-Klassenvorspiele erleben, genauer: durchleiden (wenn 5 Minuten innerlich zu 2 Stunden werden...).
 
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  • #24
Ich vermute, dass viele KL solche Stücke nicht als vollwertige Musik ernst nehmen. Es ist ja „nur“ pädagogische“ Literatur. Und das merkt man dann auch an deren Klavierspiel.
 
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  • #25
Ich glaube, es gibt eine unter KL (erschreckend) weit verbreitete Denkweise, dass es ruhig etwas mechanisch klingen darf, wenn der Schüler es spielt - "Hauptsache, er setzt die durch das Stück zu erlernenden Techniken sauber um, denn dafür habe ich ja das Stück ausgewählt. Und außerdem kann man ja auf der derzeitigen Fähigkeitsstufe des Schülers eh' nicht so viel Ausdruck erwarten."

Ich vermute, dass viele KL solche Stücke nicht als vollwertige Musik ernst nehmen. Es ist ja „nur“ pädagogische“ Literatur. Und das merkt man dann auch an deren Klavierspiel.
Steile Thesen! Könnte es nicht auch sein, daß Klavierlehrer an der nicht vorhandenen Musikalität ihrer Schüler scheitern? An Schülern die damit zufrieden sind (und sich daran erfreuen), wenn sie die richtigen Töne treffen, an Schülern, die weder Takt- geschweige denn Rhythmusgefühl kennen? An Schülern, die es offensichtlich nicht einmal hören, wenn ihr Pedalgebrauch alles in eine Klangmatschpampe versenkt? An Schülern, für die Fünf gerne mal auch eine gerade Zahl sein darf? Mir tun dann eher die Klavierlehrer leid, die sich so etwas (aus ökonomischen Gründen) Tag für Tag anhören müssen und die sicherlich mit anderen, höheren Ansprüchen in ihr Berufsleben gestartet sind.
 
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  • #26
Ich bin so ein Schüler. Trotzdem ist musizieren eine Bereicherung für mich, ein wichtiger Bestandteil meines Lebens.
Ich bin sehr froh, dass meine Klavierlehrerin versucht mich weiterzubringen, obwohl ich kein Taktgefühl habe.
 
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  • #27
Könnte es nicht auch sein, daß Klavierlehrer an der nicht vorhandenen Musikalität ihrer Schüler scheitern?
Sicher.

Aber wenn ein KL das Stück derart unmusikalisch auf YT einspielt (und damit meine ich keineswegs nur das fehlende Pedal!) - wie will er/sie dann die Musikalität der Schüler überhaupt entwickeln? Man kann nichts lehren, was man selbst nicht hat.
 
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  • #29
Aber wenn ein KL das Stück derart unmusikalisch auf YT einspielt (und damit meine ich keineswegs nur das fehlende Pedal!) - wie will er/sie dann die Musikalität der Schüler überhaupt entwickeln?
Völlig richtig!
Aber ich frage mich die ganze Zeit, was einen Lehrer dazu veranlasst, eine derartige misslungene Darbietung auf YT hochzuladen?
Mir möchte da so recht nichts einfallen…
 
  • #30
Geltungsbedürfnis und Aquise von neuen Schülern, die wenig Arbeit machen, weil sie "ja nur ein bisschen spielen lernen wollen", aber überdurchschnittlich viel bezahlen, weil sie ja bei einer "bekannten" Lehrperson Unterricht nehmen.
 
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  • #31
Viele KL resignieren auch auf Grund der geringen Ansprüche von Eltern (und auch den Schülern selbst) . Wenn es einigermaßen unfallfrei durchgeht, dann ist das Stück FERTIG.
Jede weitergehende Anforderung wird als Beleidigung zurückgewiesen!
 
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  • #32
ohne die die Klavierlehrer, nachdem sie ihre Pianistenträume schon lange resigniert haben begraben müssen, auf Taxifahrer umsatteln müssten.

CW
Würde man im Schulbereich nur die (sehr) begabten Schülerinnen und Schüler unterrichten, könnte man sicher jede Menge Schulen schließen. Dann bräuchte man deutlich weniger Lehrkräfte.
Aber was machen wir dann mit den ganzen Taxifahrern? :denken:
 
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  • #33
Ich finde, man muss auch mal auf den Teppich bleiben. Es kann durchaus sein, dass ein mechanisches, aber einigermaßen flüssiges Durchspielen ein erster Erfolg für einen Schüler ist. Es kommt auch ein bisschen darauf an, wie man persönlich die Prioritäten setzt. (Damit meine ich nun nicht, dass ein KL eine unterdurchschnittliche Aufnahme auf Youtube hochlädt - ich habe sie mir selbst nicht angehört!) Das gilt auch im Hochschulbereich. Manche Kollegen unterrichten relativ viel Etüdenspiel oder lassen Fingerübungen machen, andere kaum oder gar nicht. Es gibt nicht den einen goldenen Weg.
Dass man nicht dauerhaft nur mechanisches Spiel dulden möchte und sollte, ist klar. Aber es kann auch sein, dass musikalisch unterrichtet und geübt wurde, und dennoch einiges noch nicht hörbar ist. Das ist nun eher eine allgemeine Aussage als auf besagtes Stück bezogen.
 
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  • #35
Viele KL resignieren auch auf Grund der geringen Ansprüche von Eltern (und auch den Schülern selbst) . Wenn es einigermaßen unfallfrei durchgeht, dann ist das Stück FERTIG.
Jede weitergehende Anforderung wird als Beleidigung zurückgewiesen!
Naja, das Ding ist halt, bis zum "Einigermaßen-unfallfrei-Durchgehen" vergehen ja meist bei diesen Schülern schon einige Wochen. Will man "mehr", werden es endgültig zu viele Wochen. In Musikschulen hat man zudem oft leider nur völlig unzureichende 30-Minuten-Unterrichtseinheiten, so dass man dort standardmäßig immer nur ein Stück zur Zeit durchnimmt... Es ist schwierig! Dennoch sollte nicht mechanisch, sondern audiomotorisch, mit Klang- und Ausdruckswillen (bzw. bei Jazz und Pop mit Groove) gespielt werden. Und im übrigen: Wenn ich bei meinen Schülern mit einem Stück wie dem obigen Köhler ankäme, würden das alle langweilig finden. Spricht einfach niemanden an, weil es so super-durchschaubar als technisches Schüler-Übungsstück geschrieben wurde (von einem uninspirierten und/oder sehr "mechanikgläubigen" Komponisten - Bach hat gezeigt, wie es anders geht). Schon deswegen wäre die Wahrscheinlichkeit gering, dass das irgendwer musikalisch ansprechend vorträgt.
 
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  • #36
Was ich nicht verstehe: hängt unfallfrei durchkommen und etwas musikalisch spielen nicht eng miteinander zusammen? Bzw. kann man sich das beim Unterrichten nicht zunutze machen?
Zur Veranschaulichung: im Unterricht spielte ich mal Innocence von Burgmüller. Ab Takt 9 spielte die linke Hand manchmal unabsichtlich schon das nächste Muster (also a c, statt b c, wo es eigentlich noch nicht dran war). Mein Lehrer führte mich dann dahin, auch die linke Hand aktiv zu hören/mitzugestalten, anstatt sie bloß mitlaufen zu lassen. Seitdem ich das tue, passiert dieser "Fehler" nicht mehr, aber noch viel geiler, ich hatte musikalisch etwas dazu gewonnen.
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Dieser ohrenöffnende, neugierige Modus, was es denn da alles gibt - dass man an die Möglichkeiten herangeführt wird, die man als Spielender hat, etwas umzusetzen, zu erfahren - so kommt es mir manchmal vor, als kämen die Noten einfach nebenher zusammen.
 
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  • #37
Mein Lehrer führte mich dann dahin, auch die linke Hand aktiv zu hören/mitzugestalten, anstatt sie bloß mitlaufen zu lassen. Seitdem ich das tue, passiert dieser "Fehler" nicht mehr, aber noch viel geiler, ich hatte musikalisch etwas dazu gewonnen.
Das ist absolute unverzichtbare BASIS jedes Klavierunterrichts, dass dem Schüler immer wieder eingebläut wird, dass ALLES wahrgenommen werden muss und KEINESFALLS, unter keinen Umständen (!!), so gespielt werden darf, dass man einen Teil wahrnimmt (z.B. das was die rechte Hand spielt) und ein anderer Teil sozusagen aus einer "Fingerautomatik" heraus abgespult wird!

Jeder KL, der dies nicht eindringlich vermittelt, ist ein KKL, peng, aus.

Ist aber eigentlich auch einfach, wenn man stets den Gesamtklang (also in obigem Beispiel zu jedem Zeitpunkt den Zweiklang aus rechts und links) wahrnimmt. Dann spielt man immer EINE Sache mit den beiden Händen, statt fälschlicherweise 2 unabhängige Sachen irgendwie loslaufen zu lassen und zu hoffen, dass die a) timingmäßig zusammen bleiben und b) nicht eine Hand, weil zu wenig in der Wahrnehmung, irgendwie Quatsch macht.

Deshalb ist im Übrigen auch zu viel Hände-einzeln-Üben kontraproduktiv bis schädlich. Obiges Burgmüller-Stück beispielsweise sollte sofort beidhändig geübt werden. Erscheint einem das zu schwer, ist man noch nicht so weit für das Stück.
 
  • #38
Ja! Es war im Prinzip auch ganz einfach, aber eben ein Beispiel, wie ein Verspieler eigentlich eine musikalische Ursache hatte.
 
  • #39
Ich habe die Sonatine letztens auch unterrichtet.
Da haben wir es ohne Pedal gemacht.
Ich glaube, ich würde es, allen gerade gehörten Interpretationen zum trotz, etwas schneller spielen.
Aber das Pedal würde ich, wenn, nur sehr sparsam einsetzen.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • #40


Hier habe ich endlich mal eine Aufnahme gefunden die meiner Tempovorstellung entspricht.
99% spielen sie auf YouTube so langsam, dass das Stück unglaublich zäh und langweilig klingt.
 

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