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StefanN
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Die von Dir beschriebenen irregulären Akkordbrechungen (nach vorne, nach hinten) laufen unter inegalem Spiel. nicht unter style luthé.Der style luthé ist nicht nur nicht genau das gleiche, sondern meint etwas völlig anderes (was man etwas später auf der Laute style brisé nannte). Mit Fingerpedal hat das nicht das Geringste zu tun; es handelt sich dabei um irreguläre Akkordbrechungen, wobei Akkordtöne rhythmisch nach vorne oder hinten verschoben werden. Hier ist ein Beispiel für diesen style luthé:
Anhang anzeigen 80491
Fingerpedal bedeutet genau das, was der Name vermuten lässt: Man hält Tasten mit den Fingern über ihre notierte Dauer aus gedrückt und verhindert damit, dass der Dämpfer auf die Saite zurück fällt. Exakt so, als würden diese Töne im Pedal liegen.
Selten haben Komponisten das Fingerpedal auch notiert - meist mit instruktiver Intention. Z.B. hier:
Anhang anzeigen 80492
Da diese Notation aber sehr aufwändig ist und zudem nicht sonderlich lesefreundlich, wird in aller Regel darauf verzichtet.
Bei beiden Beispielen (Rondeau und Beethoven) ist dieses *Fingerpedal (horribile scriptu) nun wirklich augenfällig. Beethoven hat diese Spielweise häufiger ausnotiert (nicht nur im Mondschein-Finale), Bach ebenso (z.B. in der (Cembalo-)Toccata D-Dur). Solche Bögenanhäufungen sind jetzt nun wirklich nichts Besonderes.
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