Noten Ragtime Scott Joplin

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ein recht krasses Monstrum von Cakewalk / Ragtime gibt es von Percy Grainger: "in Dahomey Cakewalk Smasher"
 
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wow! wie würdest Du ihn von der Schwierigkeit her einschätzen?

Das kann ich nicht einschätzen. Ich finde das aus verschiedenen Gründen sehr schwer einzuschätzen, der eine tut sich mit Ragtimes schwer und spielt Bach vom Blatt (obwohl das auch meistens eher unwahrscheinlich ist) und er der andere anders herum.

Ich kenne auch Deinen Werdegang nicht, aber wenn ich den Faden aus dem Thread hier aufknüpfen will, so glaube ich ganz und gar nicht, dass man so etwas nach 3 Jahren schon spielt. Eher nach 10 Jahren.

Bei Ragtimes ist das so eine Sache, ich kenne Leute, die spielen wirklich nicht schlecht Chopin Walzer und Mazurken, die verzweifeln, wenn sie Ragtimes anfassen, weil sie mit den Synkopen nicht zurecht kommen. Andere haben da schon Erfahrung mit und kriegen das ganz gut hin. Meine persönliche Erfahrung ist, dass es enorm hilfreich ist, wenn man sich das Stück anhören kann und man entwickelt auch eine gewisse Routine, denn die charakteristischen Synkopen und rhythmischen Strukturen wiederholen sich auf Dauer, das hat man irgendwann heraus. Es bleibt dann immer noch übrig, dass viele Oktaven und große Akkorde gegriffen werden, das muss man dann üben.

Insgesamt sind Ragtimes eher schwierig als leicht, weder ein Anfänger noch ein fortgeschrittener Anfänger wird Ragtimes spielen können. Aber sie bilden bei weitem nicht das oberste Ende der Fahnenstange.

Probier es einfach aus, wenn es zu schwer ist, dann geht es halt noch nicht.
 
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ein recht krasses Monstrum von Cakewalk / Ragtime gibt es von Percy Grainger: "in Dahomey Cakewalk Smasher"

Also Rolf!

das ist so schwierig, das dürfen bei IMSLP daher nur Leute saugen, denen absolut nichts an Rechtsempfinden, Gerechtigkeit, und Gefühlen für Komponisten liegt! :drink::drink::drink: Nicht mal die heilige USA ist da public domain-berechtigt!

..was ich allerdings grad sah, ist, dass der Herausgeber ja Mr. Ronald Stevenson ist, jener Mann, der, wie wir durch Tobi ( pianovirus ) im Pianistenrate-Thread einst erfuhren, Busonis Klavierbank besitzt und gerne telefoniert! Stimmts, @pianovirus? :bye:

Es grüßt freundlich ( ohne Suchfunktion befragt zu haben ) :

LG, Olli!
 
Bei Ragtimes ist eine Sache GANZ wichtig und zu bedenken. Meist hat man ja nicht einen ganzen Band Joplin am Start, sondern hat mal einen Ragtime irgendwo in einer Sammlung mit eingebunden. Da sind - soll ich sagen, leider? - einige "vereinfachte" Versionen des Typs Baby-eier-leicht gedruckt, ...

...Heumann und andere Konsorten..

.... und da sollte man sehr vorsichtig sein, sagt mir meine Erfahrung, der ich auch "so", auf diese Tour an die Ragtimes und dann an 25-jährigres Autodidaktentum zu "Scott Joplin only"... kam. Davon ist noch heute "mein" Maple Leaf Rag versaut, da er nicht in einer B-Dur-Tonart notiert vorlag, sondern in einer grifftechnisch vereinfachten und im Ablauf auch "anderen" Zusammenstellung mit einem Lauf in E-Dur.

Im gleichen Sinne habe ich den Entertainer in einer vereinfachten Version kennengelernt, auch grifftechnisch simplifiziert, aber "gottseidank" wenigstens in derselben Tonart C-dur, sodass ich die nach der BELV Baby-Eier-Leicht-Version noch fehlenden zwei Sequenzen "nacharbeiten" und anhängen konnte.

..., was mir zum Maple Leaf Rag bis heute nicht gelang.

Also, Essenz: man sollte guut gucken, ob man sich auf die vereinfachten Versionen, Re-Arrangements überhaupt einlassen mag. Es ist OK, wenn sie einem Geschmack zum Lecken an Ragtimes machen, aber man sollte dann eben recht schnell wissen, was man tut - im Vergleich mit dem Einen, Echten. Die Original-Notierungen von Scott Joplin.

Und des Meisters Worte, allen Schlauen, Unachtsamen, Egalos, Rampensäuen hinter die Ohren: "Don't play this ragtime fast. It's never right to play ragtime fast."
 
Also, Essenz: man sollte guut gucken, ob man sich auf die vereinfachten Versionen, Re-Arrangements überhaupt einlassen mag. Es ist OK, wenn sie einem Geschmack zum Lecken an Ragtimes machen, aber man sollte dann eben recht schnell wissen, was man tut - im Vergleich mit dem Einen, Echten. Die Original-Notierungen von Scott Joplin.

Und des Meisters Worte, allen Schlauen, Unachtsamen, Egalos, Rampensäuen hinter die Ohren: "Don't play this ragtime fast. It's never right to play ragtime fast."

Morgäähn weas!

In einer Weise hast Du m.E. Recht, die Vereinfachungen und solche Versionen sollte man weglassen.

Zu den "Original-Notierungen von Scott Joplin" hatte ich ja weiter oben aus VBL zitiert, wie die wohl ausgesehen haben mögen... . Könnte etwas konfus und fehlerhaft gewesen sein, ohne korrigierende Maßnahmen in DIVERSEN Bereichen. ( Hier sind anscheinend keine "Zweifelsfälle" gemeint gewesen, sondern schlicht: Fehler, die sich durch Joplin selbst, aber auch durch das Zuwirken von Verlegern / Stechern / Druckern ergeben haben. )

Zur Anweisung "It's never right to play ragtime fast" wäre, wie schonmal in einer anderen Diskussion erwähnt, zu sagen, dass dies - gemäß Aufsatz "Scott Joplin: Black American Classicist" auf sein Umfeld und seine Zeit bezogen ist, in der es eine MASSIVE Zahl an superschnell-Spielern gab, die es wirklich übertreiben KONNTEN ( und WOLLTEN ) , mit dem Speed.

Also ich denke ganz wertfrei, man kann ruhig etwas "Schmackes" anwenden, ohne natürlich zu "rasen".

Sonderfälle sind nat. zarte Rag-Waltzes, und Marches. Gerade bei den Marches könnte man ja auch ins Feld führen: Man kann schneller, und langsamer marschieren - wenn man will.

LG, Olli!
 
..was ich allerdings grad sah, ist, dass der Herausgeber ja Mr. Ronald Stevenson ist, jener Mann, der, wie wir durch Tobi ( pianovirus ) im Pianistenrate-Thread einst erfuhren, Busonis Klavierbank besitzt und gerne telefoniert! Stimmts, @pianovirus? :bye:

Was für ein Gedächtnis, Olli! Essentielle Zusatzinfo: Wenn er nicht gleich ans Telefon geht, arbeitet er vielleicht gerade im Garten (Jahrgang 1928 !!), so war das jedenfalls bei meinem Anruf... :rauchen::-)
 
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Also ich denke ganz wertfrei, man kann ruhig etwas "Schmackes" anwenden, ohne natürlich zu "rasen".

Also diesen "Umkehrschluss" halte ich wiederum für gewagt. Scott Joplin war bei weitem nicht der einzige, der regelmäßig entsprechende Tempoangaben über seine Stücke schreiben ließ (auch James Scott hat regelmäßig "Not fast" angegeben) und von Joseph F. Lamb gibt es sogar Tondokumente (die ich leider noch nicht gehört habe), demzufolge muss Lamb selbst sehr langsam gespielt haben.

Was das schnellere oder langsamere Marschieren betrifft - auch da hat Joplin bei vielen Ragtimes "Slow March Tempo" angegeben (und nicht nur "March Tempo"), bei einigen sogar "Very slow march tempo" (u.a. "Solace" oder auch "Wallstreet Rag"). "Solace" ist übrigens ein Tango, kein klassischer Two Step oder March (oder gar Walzer).

Last not least - es hilft ja alles nichts - was verstehst Du unter "Schmackes"? Ich habe jetzt mal ein Metronom mitlaufen lassen, bei den meisten Ragtimes von Joplin würde ich mit max. 60 Vierteln pro Minute gut auskommen, oft eher weniger (um die Mitte 50). Bei den etwas flotteren Stücken, dazu würde ich den Maple Leaf Rag, Scott Joplins New Rag, Kismet und den Magnetic Rag zählen (letzterer hat übrigens als einziger Rag tatsächlich "Allegro ma non troppo" als Tempo angegeben), ist um die 70 ein gutes Tempo (wobei der Magnetic Rag nicht in 2/4 sondern Alla Breve notiert ist, also 70 Halbe pro Minute). Und die ganz langsamen gehen auch deutlich unter 50 pro Minute (s.o. Solace, Wall Street Rag, Heliotrope Bouquet). Der Wall Street Rag hat dabei eine Ausnahmestellung, der Aufbau und die Kommentierung lassen vermuten, dass man das Tempo mit Fortschreiten des Stückes steigern soll, es ist allerdings nicht konkret angegeben.

Aber Tempi um die 100 u.ä. (wie man sie insbesondere vom Maple Leaf Rag vorfindet) halte ich für hoffnungslos zu schnell. Wieso ausgerechnet Sue Keller (die eigentlich auch eine erfahrene Ragtime Interpretin ist) auch den todtraurigen "The Strenious Life" herunterdrischt, als wäre der Teufel hinter ihrer Seele her (und dazu so albern auf dem Klavierhocker herumhüpft), wird ihr persönliches Geheimnis sein. Das Stück verliert dadurch vollkommen seine melancholische Schönheit.
 
Rehi, @Jack Black !

Also zunächst einmal würde ich weder irgendwas zählen, noch ein Metronom verwenden.

Keinesfalls würde ich die Rags so lahm spielen, dass man einschläft dabei. Bedenke, dass die bereits genannten Faktoren bei Joplin greifen: In seinem Umfeld ( und das kann man für weitere Leute, die ebenfalls "not fast" als SONDERNOTIZ drübergeschrieben haben, ebenfalls annehmen ) hat er mit Sicherheit Dinge gehört, die ihm nicht gefallen würden ( uns auch nicht ), nämlich, wenn man die Rags durchrast.

Aber nirgendwo steht geschrieben, dass man einpennen soll, bei Rags.

VBL beschreibt die Situation, die hier relevant ist:

Zitat:

"With the ragtime revival of the 1940s, some younger players interpreted these instructions ( Anm. Olli: Gemeint sind Joplins Ansagen ab "Leola", "Notice! Don't play this piece fast. It is never right to play "rag-time" fast. Author. ) over-literally, SLOWING SOME INHERENTLY LIVELY PIECES DOWN TO A DISPIRITED WALK.

In extreme cases Tempo di Marcia almost became Marche Funebre.

The newcomers felt that, though it might not swing, ragtime was being played in the authentic manner. Actually, any piece of music dictates - within rather clear limits - its own proper tempo.

Joplin's injunction NEEDS TO BE READ IN THE LIGHT OF HIS TIME, when a whole school of "speed"- players whose sole claim to fame was digital velocity were ruining the fine rags.

Most frequently felled by this quack-virtuoso musical mayhem was the Maple Leaf.

Joplin's concept of "slow" was probably relative to the destructive prestos of his day.

Zitat Ende.

Ich denke, dass ich es aber nun nicht nicht ERNEUT wiederholen muss, Rainer. :)
_________________________

Zusätzlich folgendes:

Metronomangaben finden sich NUR bei:

Binks' Waltz : Andante, Viertel = 144
Eugenia : Slow March Tempo, Viertel = 72
Sugar Cane : Slow March Tempo, Viertel = 100
Pine Apple Rag : Slow March Tempo, Viertel = 100

______________

Weiters finden wir auch:
Stoptime Rag: Fast or Slow

________

sowie diverse Stücke, bei denen lediglich "Marschtempo" angesagt wird, nicht jedoch "slow March tempo" oder ähnliches. Oder in denen anderweitige Angaben gemacht werden:

Diese sind:

Crush Collision ( Tempo di Marcia ), hier werden ja auch spannende programmatische Dinge dargestellt..
Combination March ( Tempo di Marcia )
Maple Leaf Rag ( Tempo di Marcia )
Peacherine Rag ( not too fast )
Cleopha ( Tempo di Marcia )
March Majestic ( Tempo di Marcia )
Palm Leaf Rag ( Play a little slow )
The Sycamore ( Tempo di Marcia )
The Cascades ( Tempo di Marcia )
Rose-bud March ( Tempo di Marcia )
Antoinette ( Tempo di Marcia )
Rag-Time-Dance ( not too fast )

________________

Insgesamt sehe ich nichts, was z.B. gegen einen zügigen, nicht jedoch gerasten Maple Leaf sprechen würde, ebensolches gilt für viele andere Rags. Walzer, und Solace und explizite Angaben, wenn vorhanden ( "very slow.." natürlich außen vorgelassen.

Auch gibt es in vielen Rags Abschnitte, wo man gefühlvoll und passend entweder mal etwas schneller, oder etwas langsamer spielen könnte, oder gar: sollte.

Also wie gesagt: Meine Meinung: Nicht einpennen, keine Metronome, Kenntnis der Sachlage zu Joplins Zeit und Gründe für seine Anmerkungen, sowie feeling und eigene Kompetenz müssen für die Joplin-Dinger eigtl. reichen.

LG, Olli!
 

Rehi, @Jack Black !
Also zunächst einmal würde ich weder irgendwas zählen, noch ein Metronom verwenden.

Es hat ja auch niemand behaptet, dass ICH das tue oder dass DU das tun sollst. Wenn Du noch einmal nachliest, ich habe es NUR mitlaufen lassen, um ein objektives Zählmaß zu bekommen, sonst führt das zu nichts, nur salbungsvolle Prosa sagt leider nicht wirklich etwas aus.

Keinesfalls würde ich die Rags so lahm spielen, dass man einschläft dabei.

Womit wir wieder bei der leider nicht weiterhelfenden Prosa sind - was heißt das denn nun?

Bedenke, dass die bereits genannten Faktoren bei Joplin greifen: In seinem Umfeld ( und das kann man für weitere Leute, die ebenfalls "not fast" als SONDERNOTIZ drübergeschrieben haben, ebenfalls annehmen ) hat er mit Sicherheit Dinge gehört, die ihm nicht gefallen würden ( uns auch nicht ), nämlich, wenn man die Rags durchrast.

Nach wie vor weiß nur keiner von uns, was er denn da gehört hat, denn wir wissen nicht, wie schnell die Vorträge waren. Genau dafür gibt es ein Metronom und dann weiß man, worüber man spricht.

Aber nirgendwo steht geschrieben, dass man einpennen soll, bei Rags.

Stimmt auffallend, auch ich habe nirgends geschrieben, dass man einpennen soll. Nur habe ich mir (im Unterschied zu Dir) nun eine konkrete Meinung gebildet, welches Tempo (in Zahlen) welche Wirkung hat, bzw. umgekehrt, welches Tempo das mir angemessene erscheint.

VBL beschreibt die Situation, die hier relevant ist:

... und scheitert genau an derselben Hürde wie Du, dass es Prosa ist. Schön ausgemalt, aber wertlos, wenn man mal ganz ehrlich ist. Keiner hier (weder Du noch ich, noch sonst irgendeiner), hat nun eine Vorstellung davon, was nun gespielt wurde, wie schnell es gespielt wurde und ob es angemessen war.

Nur weil irgendein Musiker aus den 40er Jahren von Tempi berichtet, die IHM zu langsam waren, darauf kann man doch genau GAR NICHTS aufbauen.

Also wie gesagt: Meine Meinung: Nicht einpennen, keine Metronome, Kenntnis der Sachlage zu Joplins Zeit und Gründe für seine Anmerkungen, sowie feeling und eigene Kompetenz müssen für die Joplin-Dinger eigtl. reichen.

Kannst Du nun so oft wiederholen wie Du willst, es wird nicht richtiger: es MUSS möglich sein, ein ungefähr adäquates richtiges Tempo in Form einer Schlagzahl anzugeben. Natürlich muss das nicht auf zwei Stellen hinter dem Komma stimmen, aber ich habe eine konkrete Zahl genannt und damit eine Richtung vorgegeben und alles andere ist sinnlos - Tempo ist Tempo und das kann man messen. Ich will einfach wissen, ob wir die gleiche Vorstellung haben und insbesondere, was du unter "Schmackes" verstehst.

Da hilft kein Weg am Metronom vorbei, nicht als Vorgabe, sondern als Messgerät. Ich spiele nie mit Metronom, aber ich habe es notwendigerweise eingeschaltet, um mein Tempo zu messen. Nicht mehr und nicht weniger und anders geht es auch nicht.

P.S.: >
Sugar Cane : Slow March Tempo, Viertel = 100
Pine Apple Rag : Slow March Tempo, Viertel = 100

Das lese ich gerne, das ist nämlich ein wunderbares Beispiel für de fakto falsch vorgegebene Tempi. Ich kann beide Stücke spielen und auch beide mit "Swing". Ein Tempo von 100(!) ist faktisch Presto und quasi unspielbar.

Genau das wiederum wird in einer Ausgabe angemerkt, die ich hier vorliegen habe, dass die wenigen vorhandenen Metronomangaben absolut nicht in Einklang zu bringen sind mit "Not fast". Faktisch ist bei diesen Stücken ein Tempo von 100 "superfast" und mithin annähernd das doppelte sinnvolle Tempo. Versuch doch mal, diese Stücke mit 100 zu spielen - das ist irrwitzig. Wo kommen diese Zahlen her?

Auch im Sinne eines "Marschs" ist 100 ein Gewaltmarsch a la Blücher. Aber kein Marsch, den man lange durchhält und schon ganz und gar nicht ein "Slow March Tempo". Vielleicht solltest Du Dir doch einmal die Mühe machen und das eigene Tempo zu messen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Nur habe ich mir (im Unterschied zu Dir) nun eine konkrete Meinung gebildet, welches Tempo (in Zahlen) welche Wirkung hat, bzw. umgekehrt, welches Tempo das mir angemessene erscheint.

... und scheitert genau an derselben Hürde wie Du, dass es Prosa ist. Schön ausgemalt, aber wertlos, wenn man mal ganz ehrlich ist. Keiner hier (weder Du noch ich, noch sonst irgendeiner), hat nun eine Vorstellung davon, was nun gespielt wurde, wie schnell es gespielt wurde und ob es angemessen war.

Nur weil irgendein Musiker aus den 40er Jahren von Tempi berichtet, die IHM zu langsam waren, darauf kann man doch genau GAR NICHTS aufbauen.

Da ich gerade durch den Vorstellungsthread wieder auf diesen Thread hier aufmerksam wurde, Folgendes:

Ein "Tempo in Zahlen" nützt hier nichts, und ist auch lediglich bei 4 Rags angegeben. Hier muss also als Instanz unser Feeling wirken, und die verlässlichen Aussagen von Leuten, die sich eingehend mit der Thematik der Tempi und der damit verbundenen Notizen Joplins ( und anderer ) "..it's never right to play Ragtime fast" beschäftigt haben. Es gab zu Joplins Zeit anscheinend eben zu viele "Raser", und in diesem Zusammenhang sind seine "Sonder-Notizen" zu sehen.

Da nützt es nichts, sich gegen aufzulehnen, Rainer. :-)

Zusätzlich reden wir hier nicht von irgendeinem Musiker aus den 40er Jahren, sondern von Joplins Umfeld, wo es in den Saloons mit Sicherheit Profilneurotiker und reichlich Schnellspieler gab.

Also halten wir mal fest:

a ) Joplins Rags sollten wir nicht zu langsam spielen. ABER auch nicht rasen!

b ) Metronome, Zählen, usw. ist bei Ragtimes Unsinn.

c ) Stattdessen geben wir als relevante Ingredienz Verstand und Feeling hinzu.

LG, Olli!
 
Insgesamt sind Ragtimes eher schwierig als leicht, weder ein Anfänger noch ein fortgeschrittener Anfänger wird Ragtimes spielen können. Aber sie bilden bei weitem nicht das oberste Ende der Fahnenstange.

Mit welchen Rags kann man denn Eurer Meinung nach ueberhaupt "einsteigen"? Und an was für einen Notenband müsste man da denken?

Das hört sich hier alles sehr vielversprechend an. Hatte bislang nur Kontakt mit Ragtimes, als ich mich mit Jazzgeschichte beschäftigt habe...Scheint aber sehr lohnenswert zu sein, sich da mal mehr reinzuhoeren… :musik:

LG LoMo
 
Da nützt es nichts, sich gegen aufzulehnen, Rainer. :-)

Mit "auflehnen" hat das nichts zu tun - Du willst(!) es nicht verstehen (und ich habe auch eine Ahnung, warum).

Also halten wir mal fest:

a ) Joplins Rags sollten wir nicht zu langsam spielen. ABER auch nicht rasen!

b ) Metronome, Zählen, usw. ist bei Ragtimes Unsinn.

c ) Stattdessen geben wir als relevante Ingredienz Verstand und Feeling hinzu.

Siehst Du, da ist Dein (wahrscheinlich gewolltes) Mißverständnis. Ich will überhaupt niemandem (auch Dir nicht) vorschreiben, beim Einstudieren von Ragtimes zu zählen. Sehr gerne darfst Du c) anwenden, um ein angemessenes Tempo zu bekommen.

Ich will aber wissen, zu welchem Ergebnis Du gekommen bist - und da gibt es die einfache Methode, dass Du Deine Erkenntnis hier vorspielst - aber ich gehe davon aus, dass Du das nicht tust. Da ich sonst keine Möglichkeit habe, mir über Deine Interpretation und die getroffene Geschwindigkeit eine Vorstellung zu bekommen, bleibt dann (wenn man Musik redet anstatt sie zu spielen) nur die Möglichkeit, zu zählen und das Ergebnis mitzuteilen. Dann (und vorher nicht) kann ich mir eine Vorstellung davon bilden, welches Tempo (zu einem Stück oder mehreren Stücken Deiner Wahl) Dein Verstand und Feeling Dir vermittelt hat.

Die Begriffe "nicht langsam .... nicht rasen" reichen dann endgültig nicht mehr aus. Das hat mit "Zählen ist bei Ragtime Unsinn" nichts zu tun, es hat nicht einmal mit Ragtime etwas zu tun, ich will einfach wissen, wie schnell Du die Stücke spielst (und irgendeine Geschwindigkeit wählst Du nun einmal) und da ich nicht damit rechne, dass Du uns Einspielungen von Dir vorführst, habe ich mich auf das Minimum beschränkt, was da überhaupt noch sinnvoll ist.

Alternativ (wenn Dir das Zählen so schwer fällt) könntest Du ja ggf. an konkreten Youtube Einspielungen aufzeigen, was Du als zu langsam und was als rasen empfindest - Beispiele gibt es auch dafür hinreichend; ist aber sicherlich aufwändiger zu suchen, als mal ein Metronom beim eigenen Spiel mitlaufen zu lassen.
 
Mit welchen Rags kann man denn Eurer Meinung nach ueberhaupt "einsteigen"? Und an was für einen Notenband müsste man da denken?

Schwer zu sagen - insbesondere möchte ich auch gerne vermeiden, dass bei Nichtgefallen der nächste Thread die Runde macht "Was ist so besonders an .... Scott Joplin". :denken:

Die bekanntesten Stücke sind sicherlich "The Entertainer" und "Maple Leaf Rag" und wenn man den Entertainer einstudiert hat, dann hat man zumindest den unschätzbaren Vorteil, dass man auf (unvermeidlich immer) gestellte Frage "Kannst Du auch den Entertainer" selbstbewusst mit "Ja" antworten kann (denn egal, was Du nun von Joplin spielst - diese Frage kommt IMMER!).

Rein vom Schwierigkeitsgrad her finde ich persönlich "Swipesy" das einfachste Stück, aber um den Preise, dass es auch entsprechend etwas schlichter klingt (nach meinem Geschmack). Auf keinen Fall würde ich mit "Solace" oder dem "Wall Street Rag" o.ä. anfangen, die Stücke sind sehr langsam zu spielen und trügen damit über die Schwierigkeit hinweg, an Solace hat sich schon manch einer die Zähne ausgebissen.

Der Maple Leaf Rag ist zumindest im Teil A recht spielbar, allerdings wird ein hohes Tempo spätestens im "Trio" bestraft, da braucht man dann schon eine gewisse Routine in der Treffsicherheit der linken Hand.

Was die Notenfrage betrifft: ich spiele selbst aus Noten, die ich mit Capella (Notensatzprogramm) erstellt habe, ansonsten sind die beiden Edition Peters Bände von guter Qualität, ansonsten gibt es bei Amazon auch inzwischen Gesamtausgaben aus den USA, die da sehr gelobt werden, ich selbst habe sie aber noch nicht in der Hand gehabt. Ich meine, hier im Thread wäre da am Anfang schon ein Verweis drauf zu lesen.

Eines meiner persönlichen Lieblingsstücke ist "The Strenuous Life", wobei mir da die langsamen Interpretationen besser gefallen als die schnellen (Sue Keller spielt es hoffnungslos zu schnell).

Hier mal zwei extreme Gegensätze, die erste Variante bringt die Melancholie wunderbar heraus, die zweite Einspielung ist wildes Gehacke:



 
Mit "auflehnen" hat das nichts zu tun - Du willst(!) es nicht verstehen (und ich habe auch eine Ahnung, warum).

ich will einfach wissen, wie schnell Du die Stücke spielst (und irgendeine Geschwindigkeit wählst Du nun einmal) und da ich nicht damit rechne, dass Du uns Einspielungen von Dir vorführst, habe ich mich auf das Minimum beschränkt, was da überhaupt noch sinnvoll ist.

Stimmt: "Du weißt noch wenig, doch möcht'st Du alles wissen."

Rainer, hör mal: Niemand spielt hier irgendwas ein, weil Du dies möchtest. Ich spiele sowieso fast nichts ein, außer jemand wird frech, dann ist schnell Ruhe, bekanntermaßen. Denn dann "schlage ich zu". Da wir uns doch bisher eigtl. immer ganz gut verstanden und ergänzt haben, sehe ich auch keine Notwendigkeit dazu.

( Immerhin habe ich bestimmt jeden Rag aus Brodsky Lawrence mal aufgenommen. Das resultierte auch aus dem Interesse meines Freundes aus USA, der mich mit "Easy Winners", "Bethena" und anderen auf CD vollkommen überzeugt hat.)

Also lass Deine Forderungen nach Einspielungen, solches ist hier verpönt siehe Peters Ankündigungen bezüglich Einspielungsaufforderungen. Rainer, was ist los mit Dir ???? So kenne ich Dich nicht! Ich dachte, Du wärest auf den Spuren des Ragtime, und ein Forscher und Suchender! Als Streitsuchender kenne ich Dich in UNSEREM Bereich noch gar nicht...lass dies sein. Es führt zu nichts Gutem.

@pianochris66 :

Morgäähn chris ;)

Zu Deiner Frage: Natürlich nicht - und wer könnte das besser wissen, als Du !!

Wer andauernd mit Metronom agiert, endet wie 3K.

So etwas ist nicht angesagt.

@LoMo : Ich würd mit dem Peacherine Rag anfangen, dann Scott Joplin's New Rag, dann Entertainer und Maple Leaf, und dann Easy Winners und die "Stampf" Rags, die sind super !! Brauchst aber harte Schuhe und knalligen Holzboden! Dazwischen die Rag-Waltzes einschieben!

KEINE "Nischen-Rags" , die keinen sofort fesseln, als allererstes spielen, wäre mein Vorschlag. Es gibt hoch ausgearbeitete Rags ( z.B. Elite Syncopations ) , die aber nicht "ohrwurmig" sind, sondern etwas "Denkstoff" fordern. Die erst weglassen. Später dazunehmen.

LG, Olli !
 
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Rainer, hör mal: Niemand spielt hier irgendwas ein, weil Du dies möchtest. Ich spiele sowieso fast nichts ein, außer jemand wird frech, dann ist schnell Ruhe, bekanntermaßen

Genau das hatte ich so vorweg genommen, da braucht man jetzt kein gekünsteltes Beleidigtsein vorzutäuschen. Mir ist vollkommen klar, dass Du nichts einspielst.

Aber wieso Du so unendlich viele unnötige Wörter verlierst, statt einfach ein Tempo anzugeben - das ist schon erheblich schwerer zu erklären. Da nützt auch nichts mit "wir haben uns doch immer so verstanden" - hier verstehe ich Dich nicht. Ganz einfach. Du propagierst bestimmte Tempi, aber mit Prosa kommt man endgültig nicht mehr weiter.

So gelingt es Dir auf jeden Fall NICHT, Deine Vorstellungen vom Feeling und Tempo herüberzubringen. Es bleibt auf einer Ebene hängen, die ich (ohne schlechtes Gewissen) "Gesülze" nenne. Damit fängt in der Praxis niemand etwas an, denn dieser unendliche Gemeinplatz gilt so oder so immer - wie zu Recht "painochris" schon vor mir feststellt.
 

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