Musikausbildung in Deutschland

sorell

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Hallo, liebe Kollegen und Kolleginnen,

Ich glaube, ich habe schon mal indirekt diese Thema angerührt, aber jetzt würde ich gern noch mal es diskutieren.

Wie einige Wissen schon, komme ich aus Russland, wo ich meine musikalische Ausbildung bekommen habe. Meien Schwester lebt in Russland, selbst Pianistin, Lehrerin, Professorin usw... Sie will paar Artikel schreiben und quallt mich schon längst, dass ich etwas über Musik in Deutschland oder musikalische Ausbildung in Deutschland schreibe.

Was ich bis jetzt weißt, steht es hier nicht so gut damit. Ich vergleiche, natürlich, mit meiner Heimat, aber ich kenne auch von einer Musikerin aus Spanien, dass die allgemeine musikalische Ausbildung in Spanien viel besser ist, als in Deutschland.

Z.B. wenn ein Kind ein Instrument lernen will (professionell oder hobby ist am Anfang schwer zu unterscheiden und entscheiden), geht es in die Musikschule (eine Einrichtung, separat von der Grundschule). Da wird es geprüft (Gehör, Rhytmus, Gedächtnis, alles ganz bißchen), und dann angenommen. Die Eltern bezahlen einen monatlichen Betrag (der viel weniger ist, als man an privaten Klavierlehrer bezalht). Dafür bekommt das Kind 2 Mal in der Woche 45 Minuten privaten Unterricht (Klavier oder Geige oder Akkordeon oder Trompete usw.). Dazu ist das Kind verpflichtet, andere Fächer zu besuchen, die in Gruppen unterrichtet werden. Einmal in der Woche sind Solfedgio (Gehörbildung), wo man singt, intoniert, schreibt Diktate, Musiktheorie, Musikliteratur, Chor, später im letzten Jahr kommt noch Harmonielehre. Insgesamt bleibt das Kind in der Musikschule 7 Jahre. Es MUSS jedes halbes Jahr eine Prüfung spielen und jedes Jahr dem Programm und Schwierigkeitsstuffen folgen. Für jedes weiteres Jahr ein bestimmtes Programm (Schwierigkeitsstuffe) abgestimmt.
Wenn das Kind es nicht schafft, wird es mit der Musikschule verabschiedet.

Nach diesen 7 Jahren etwa 90% machen Musik nicht zum Beruf. Die Musik zum Beruf zu machen bedeutet in Russland ein ganz längerer schwieriger Weg. 7-jährige Musikschule ist nicht genug, sofort in die Hochschule für Musik zu gehen. Normalerweise braucht man noch paar Jahre in einem Musikcollege.

Das ist einfach zur Info, was in Russland ist.

Weil ich seit 4 Jahren Klavierunterricht erteile, habe ich zu spüren bekommen habe, wie es mir fehlt, dass das Kind keinen Unterricht in Solfedgio und Theorie (mindestens) bekommt. Ich versuche jetzt das alles allein zu schaffen (ich hatte 7 Jahre in einer Musikschule in Moskau gearbeitet); und das Ganze 1 mal in der Woche. Natürlich ist es mir klar, dass keiner das bezahlen kann. Es ist einfach sehr traurig, dass die musikalische Ausbildung hier nicht gefördert wird.
Was könntet ihr noch über musikalische Ausbildung in Deutschland sagen?
Ich habe von meinen Schüler/innen gehört, dass sie fast keinen Musikunterricht in der Schule und im Gymnasiem bekommen. Ich war einfach geschockt... Sind mathematische Theoremen und Aksiomen wichtiger sind als Musik?
 
C

chiarina

Guest
Hallo sorell,

es ist sehr interessant, was du schreibst! Da wundert mich die oft hohe Qualität russischer Pianisten und -innen nicht!

Leider ist es hier in Deutschland größtenteils so, wie du es beschreibst. An einer Musikschule kann man zwar eine vorberufliche Fachausbildung machen, d.h. man bekommt Harmonielehre, Gehörbildung etc., aber die Regel ist das nicht.

Der Musikunterricht an den Schulen ist oft unzureichend und immer im Wechsel mit Kunst (man hat also abwechselnd Musik und Kunst). Wenn man Glück hat, erwischt man eine Schule mit Schwerpunkt Musik - dort ist der Unterricht wesentlich intensiver, auch besser und es gibt mehr Möglichkeiten des praktischen Musizierens.

Das einzige, was mich stört an deinem Bericht, ist, dass der Schüler die entsprechenden Prüfungen schaffen muss, sonst fliegt er raus. Was ist mit den nicht so Begabten, die auch gern Musik machen möchten? Gibt es denn auch eine Breitenförderung in Russland oder dürfen nur die begabtesten Kinder Musikschulunterricht geniessen?

Viele Grüße

chiarina
 
Klavirus

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Hi, das war nicht nur in Russland so, sondern auch bei uns in (Ost-) Deutschland, auch gemeinhin DDR genannt. Habe zwar nicht Klavier, sondern Geige gelernt, aber die Vorgehensweise war ja gleich.

Wir mussten jedes Jahr eine Prüfung ablegen! Und wenn man die Mindestanforderungen nicht erfüllt hatte, wurde man einfach "gegangen"! Es war doch genug Material da! Ich hatte meine Krise in der 6. Klasse- wohl Pubertät ... und durfte mich im Orchester 1 Jahr "bewähren", so dass ich dann weiter in den Unterricht gehen durfte.

Wir hatten einmal pro Woche Unterricht, einmal Theorie, einmal entweder Streichergruppe oder Sinfonieorchester (später dann), also dreimal die Woche dahin gehen war die Regel, dazu kamen noch diverse Auftritte, die man nicht einfach abwählen konnte!

Am Ende kann ich sagen, dass ich das mir mehr wünschen würde, dass die Kinder, wenn sie denn schon mal Unterricht kriegen, auch mehr einbezogen würden in Musiziergruppen oder dass der Theorieunterricht wieder Pflicht wäre.
Da ich einen 11-jährigen Sohn habe, der Klavier lernt, bin ich ja an der Basis und wünschte mir mehr "Schliff" und weniger Schlendrian.

Klavirus
 
sorell

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Hallo sorell,

Das einzige, was mich stört an deinem Bericht, ist, dass der Schüler die entsprechenden Prüfungen schaffen muss, sonst fliegt er raus. Was ist mit den nicht so Begabten, die auch gern Musik machen möchten? Gibt es denn auch eine Breitenförderung in Russland oder dürfen nur die begabtesten Kinder Musikschulunterricht geniessen?

chiarina

Du hast recht, das ist eine fragliche Sache... Ich sage immer - in Russland spielt man entweder ganz gut oder gar nicht... Ich denke, fast 90% unsere Musikschuleabsolventen nie wieder das Instrument berühren. Das ist was ich sehr negativ finde.

"die begabtesten". Das würde ich nicht sagen... es gibt noch weitere stuffe der Begabung.

Leider, diejenigen, die raus fliegen, müssen zum Privateunterricht.

Aber ehrlich gesagt.... diese Niveau zu schaffen, muss man mindestens 1 Stunde am Anfang und später 2 oder mehr üben. Ich habe täglich 3-4 Stunden geübt, in Collegezeiten-5 Stunden.

Nicht alle meine Schüler spielen mindestens 1 Stunde, viele sprechen von viertelstunde oder nicht jeden Tag. Natürlich, geht es ganz langsam voran. Das Programm für erstes Jahr in Russland (Russische Klavierschule) schaffen wir in 2-3 Jahren.
 
R

Raskolnikow

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Sorell,

Gewöhnlichen Musikunterricht gibt es aber in der Grundschule?
Denn dann würde ich es gar nicht so verächtlich finden, wenn man die Prüfungen schaffen muss. Sofern es an einer öffentlichen Schule geschieht, wo die Kinder diesen Unterricht vergünstig oder gar kostenlos bekommen, dann muss man sich finde ich auch anstrengen. Es gibt sicher genügend Leute, die einfach nicht genügend Mittel haben um einen Privatunterricht zu finanzieren und auf so eine Möglichkeit angewiesen sind. Warum sollten also Plätze "besetzt" sein von Kindern, die es unter Umständen ohnehin nicht wollen. Kinder/Jugendliche die sich für das Klavierspielen interessieren werden im Normalfall die Anforderungen sowieso schaffen, weil sie sich täglich der Materie widmen. Meines Wissens wird selten hochvirtuoses verlangt, das man von anfang an mehrere Stunden täglich investieren müsste.

Aber das nur als Anregung.

Hier in Berlin kenne ich im übrigen nur 2 Musikbetonte Gymnasien. Aber diese haben einen sehr guten Ruf. Die Leute die ich von dort kenne sind auch gute Musiker, denen es weder an Spielpraxis noch an Theorie mangelt.
An den restlichen Gymnasien ist der Unterricht meistens sehr minderwertig. Oft wird nur gesungen, wenn überhaupt. Gibt hier und da Ausnahmen, aber aufgrund von vielen Fehlzeiten bei manchen Lehrern, sowie der Tatsache die bereits chiarina erwähnte, dass Musik und Kunst epochal unterrichtet wird, ist es manchmal auch nicht ganz leicht das zu organisieren.

Schönen Gruß, Raskolnikow
 
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rolf

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Aber ehrlich gesagt.... diese Niveau zu schaffen, muss man mindestens 1 Stunde am Anfang und später 2 oder mehr üben. Ich habe täglich 3-4 Stunden geübt, in Collegezeiten-5 Stunden.

und genau da liegt eines der Probleme:
- übt man wenig, macht man nur langsam Fortschritte (falls überhaupt)
- - macht man kaum Fortschritte (weil man wenig übt), wird das Projekt "ich will Klavier spielen" entweder aufgegeben oder als Felinvestition irgendwann abgetan
- - - ganz besonders interessant ist hierbei, dass man die Ursache für die zu geringen Fortschritte gerne im Unterricht lokalisieren möchte...
- - - - zudem ist die Regelschule ein immenser Zeit- und Stressfaktor (jedenfalls nach Aussage der Schüler, die dort an Wochentagen 6 bis maximal 10 Dreiviertelstunden verbringen und zudem zu Hause nach- und vorbereiten sollen - - der Teufel hat die Welt geschaffen, denn es bleibt ja keine Zeit für irgendetwas anderes (ausgenommen sind natürlich Partys, Mofa fahren, Erfahrungen mit Alkoholika sammeln, Fernsehen, chatten usw usw. usw.) :D
- - - - - und fängt man nach einigen Jahren Schlendrian dann doch noch Feuer und fängt an, mehr zu üben, dann hat man unter Umständen schon zu viel versäumt...

Mit Sicherheit wird musizieren, wozu man ja ein Instrument braucht, nie in diesem Land ein Pflichtfach an einer Regelschule (Schulpflicht) werden - konsequenterweise verlagert sich die Verantwortung ganz in den privaten Bereich: es ist Aufgabe der Eltern, Instrumentalunterricht zu finanzieren und entsprechende Unterrichtsgelegenheiten ausfindig zu machen. Das ist trübselig, aber hierzulande die Realität. Und unseligerweise ist damit eine ziemlich bescheuerte, ja kontraproduktive Lernsituation geschaffen: Mathematik & Deutsch & Biologie usw. muss man an der Schule lernen, Klavier oder Tennis oder Reiten darf man lernen so lange es Spaß macht und nicht in Arbeit ausartet...

Verglichen mit Russland ist hier der Anfangsunterricht bzw. dessen Wertschätzung ungünstiger. Allerdings hat auch die gesellschaftliche Akzeptanz von solchem nutzlosen Tun wie Hausmusik deutlich abgenommen... Die Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen schaffen in aller Regel nur diejenigen, die früh Interesse an Musik und Instrument hatten, entsprechend geübt hatten und den dafür nötigen Unterricht erhalten hatten (und den kann man, etwas Suchen vorausgesetzt, hierzulande durchaus haben)

Das Niveau der Musikhochschulen ist heutzutage international geworden, ähnelt sich also - schließlich stammen die Professoren an den Musikhochschulen aus allerlei Ländern.

Gruß, Rolf
 
R

Raskolnikow

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Sehr guter Beitrag Rolf, genau so sehe ich es auch.

Und ich finde es auch wirklich jammerschade, dass die Hausmusik in Veruf, oder doch ein wenig in Vergessenheit geraten ist. Man erlebt es wirklich recht selten, dass in der Familie gemeinsam musiziert oder gesungen wird.

schönen Gruß, Raskolnikow
 
rolf

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Verglichen mit Russland ist hier der Anfangsunterricht bzw. dessen Wertschätzung ungünstiger. Allerdings hat auch die gesellschaftliche Akzeptanz von solchem nutzlosen Tun wie Hausmusik deutlich abgenommen... Die Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen schaffen in aller Regel nur diejenigen, die früh Interesse an Musik und Instrument hatten, entsprechend geübt hatten und den dafür nötigen Unterricht erhalten hatten (und den kann man, etwas Suchen vorausgesetzt, hierzulande durchaus haben)

mir kommt da noch ein recht zynischer Gedanke in den Sinn:

der Instrumentalunterricht vor einem Studium an einer Musikhochschule ist ja gleichsam privatisiert, indem keine staatlichen Unterrichtsstätten aus Steuereinnahmen finanziert werden, sondern Instrumentalunterricht wird kostenpflichtig erteilt an diejenigen, die das haben wollen und bezahlen können - - nun ist Privatisierung gerade in einer freien Marktwirtschaft ja eine angeblich rundum grandiose Angelegenheit... womöglich darf man sich, ohen als Umstürzler verdächtigt zu werden, gar nicht darüber beklagen, dass man Klavierunterricht selber aussuchen und dann bezahlen muss :rolleyes:
 
sorell

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und genau da liegt eines der Probleme:
- übt man wenig, macht man nur langsam Fortschritte (falls überhaupt)
- - macht man kaum Fortschritte (weil man wenig übt), wird das Projekt "ich will Klavier spielen" entweder aufgegeben oder als Felinvestition irgendwann abgetan
- - - ganz besonders interessant ist hierbei, dass man die Ursache für die zu geringen Fortschritte gerne im Unterricht lokalisieren möchte...
- - - - zudem ist die Regelschule ein immenser Zeit- und Stressfaktor (jedenfalls nach Aussage der Schüler, die dort an Wochentagen 6 bis maximal 10 Dreiviertelstunden verbringen und zudem zu Hause nach- und vorbereiten sollen - - der Teufel hat die Welt geschaffen, denn es bleibt ja keine Zeit für irgendetwas anderes (ausgenommen sind natürlich Partys, Mofa fahren, Erfahrungen mit Alkoholika sammeln, Fernsehen, chatten usw usw. usw.) :D
- - - - - und fängt man nach einigen Jahren Schlendrian dann doch noch Feuer und fängt an, mehr zu üben, dann hat man unter Umständen schon zu viel versäumt...

Super Beitrag, aber sehr traurig...
Ja, stimmt. Die Musik lernen und üben hier versucht man auf keinen Fall ernst zu nehmen, alles muss spielerisch sein, um Gottes Willen keinen Druck ausüben.

Ich habe eine Studie gelesen über Begabung und Talent. Es wurden alle Berühmtheiten (Musiker, Sportler usw.) analysiert, d.h. wie die ihre Karriere gemacht haben. Lag es an besondere Gabe oder doch war man sehr fleißig und viel Zeit und Mühe in dieses Bereich investiert. 90% von allen diesen Leuten haben sehr früh (zwischen 4 und 8 Jahren) mit dieser Sache angefangen, haben täglich mehrstündig geübt, die Eltern haben da sehr viel Wert daran gelegt und viel Geld investiert. Deswegen es liegt nicht zu viel an besondere Begabung, es liegt daran, wie fleißig man ist.
 

sorell

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Mathematik & Deutsch & Biologie usw. muss man an der Schule lernen, Klavier oder Tennis oder Reiten darf man lernen so lange es Spaß macht und nicht in Arbeit ausartet...

Das hast Du einfach richtig getroffen.

Letzte paar Tage habe ich ernst überlegt. Wieso Mathematik, Physik, Chemie und Biologie in diesem Umfang wichtiger sind als Musik? Vieles, was ich in der Schule in diesen Fächern gelernt habe, habe ich nie in meinem Leben gebraucht. natürlich, muss man zählen können, Theorema von Pifagor kennen, paar physische Gesetze, Biologie, so zu sagen, wie die Welt funktioniert, wie die geschaffen ist. Aber die Musik begleitet uns ganzes Leben, sie bestimmt unsere Laune, sie ist unzetrennlich in verschiedenen Situationen - bei Feier, Kummer, Trauer usw. Wieso ist das unwichtig, auch die Musikwelt kennen zu lernen, wie diese Welt funktioniert? Mich fasziniert Harmonielehre, mich fasziniert die Quintenzirkel, wie es alles strukturiert, transparent und klar ist. Das ist wie in der Mathematik. Und wie wichtig es zu verstehen, dass fast die ganze Musikgeschichte auf drei Akkorden basiert ist - T, S, D, wie die Erde auf drei Elefanten oder drei Wallen. Einfach da zu verstehen, zu verstehen was man hört, zu verstehen, wie die Musikwelt funktioniert, finde ich lebenswichtig.
Es tut mir leid, ich habe sehr leichten Umgang mit Superlativen, aber es tut mir so weh, dass diese Wissen für viele unter Verschloß breiben müssen.
Auch musikalische Form finde ich sehr interessant, alle Wiederholungen, Variationen, Sequenzen, das treffen wir alles in unserem Leben. Auch der Vergleich einer Melodie mit der Sprache - alles, was sich nach oben bewegt, wird crescendo, nach unten - diminuendo, längere Noten - lauter, kürzere - leiser usw. Und Poliphonie, Fugen? Ist das nicht interessant?
Ich würde in der Schule die Harmonielehre neben der Mathematik einführen :p, so interessant ich die finde. Und die steht nicht zu weit weg von der Mathematik.
 
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chiarina

Guest
mir kommt da noch ein recht zynischer Gedanke in den Sinn:

der Instrumentalunterricht vor einem Studium an einer Musikhochschule ist ja gleichsam privatisiert, indem keine staatlichen Unterrichtsstätten aus Steuereinnahmen finanziert werden, sondern Instrumentalunterricht wird kostenpflichtig erteilt an diejenigen, die das haben wollen und bezahlen können - - nun ist Privatisierung gerade in einer freien Marktwirtschaft ja eine angeblich rundum grandiose Angelegenheit... womöglich darf man sich, ohen als Umstürzler verdächtigt zu werden, gar nicht darüber beklagen, dass man Klavierunterricht selber aussuchen und dann bezahlen muss :rolleyes:


..... Das Problem ist, dass bei Privatisierungen in der Wirtschaft das Ziel meistens Steigerung von Leistung und Umsatz ist. Letztendlich soll also der Ertrag steigen. Bildung, zu der ja auch hoffentlich eine musische Ausrichtung gehört, macht sich in Euros aber leider erst in ein paar oder vielen Jahren bezahlt - so lange hat doch keiner Lust zu warten. Deshalb investiert hier keiner gern in Bildung, obwohl es eigentlich alle besser wissen - weil das erst mal Geld kostet und der Ertrag ein langfristiger ist. Und dann sind doch alle Politiker längst in Ruhestand oder weilen in ganz anderen Sphären - was kümmert die dann, was für Konsequenzen mangelnde Bildung hat.

Aber auch die Menschen selbst müssen sich m.M.n. an die eigene Nase fassen - wenn man nie langfristig denkt, gibt es eben Probleme.
 
Walter

Walter

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Musikleben in Deutschland

Hallo,

als Vertreter der seltenen Spezies musizierender Erwachsener in Deutschland, der beruflich überhaupt nichts mit Musik zu tun hat, bringe ich einfach ein paar Beobachtungen. Naturgemäß beobachte ich nur die Musikszene außerhalb der Musikhochschulen.

Gesprächsfetzen in der Konzertpause, eine altkluge Erwachsene zum Kind: „Hast Du gehört, wie der gut gespielt hat? Da musst Du noch viel üben, bis Du das auch kannst!“ – Schluck!
(Das Kind hatte leider nicht geantwortet: Du bist doch viel älter als ich, Du müsstest doch auch so gut spielen können, oder hast Du etwa mit Deinem Instrument aufgehört, weil Du zu faul warst, es weiter zu pflegen?)

Instrumentalmusik gehört in Deutschland zum Kinderkram, das Instrument wird mit den übrigen Spielsachen nach der Pubertät weggelegt. Viele Erwachsene können erzählen, dass sie früher einmal, so als Kind ….

Und doch gibt es die Könner bei Jugend musiziert – trotz des schwierigen musikalischen Umfeldes im Vorschul- und Schulbereich in Deutschland. Gemessen an der Zahl derer, die in unserem Land Instrumentalunterricht haben, sind das aber sehr wenige, viel zu wenige.
Aber es geht!!! - Ich meine hier nicht nur die Preisträger, sondern auch die sehr ordentlichen Leistungen im Mittelfeld.

Es fehlen vielen jungen Leuten die nachahmenswerten Vorbilder, zumindest in meiner Stadt. Instrumentalkonzerte („Konzertgemeinde“) werden hier nur von auswärtigen Künstlern geboten mit einem Niveau, das von den Jugendlichen nur sehr schwer einschätzbar ist und gemeinhin für unerreichbar gehalten wird. (Auch das Eintrittsniveau ist für Jugendliche nur schwer erreichbar!)

Welcher Klavierlehrer steuert gezielt virtuoses Können seiner Schützlinge an? Ein technisches Können, das sie befähigt, auch Beethovensonaten oder die Romantiker zu spielen?
Und das möglichst schon vor der Pubertät (vor 12 Jahren), wenn die meisten aufhören zu üben. Vielleicht sind unsere Durchschnittsklavierlehrer damit überfordert. – Ich kann mich nicht erinnern, dass in meiner Stadt einer der Klavierlehrer mal ein Soloprogramm geboten hätte.

Es geht die Kunde im Land: Beethovensonaten sind schwer. Mozartsonaten sind schwer. Das ist in einer Hinsicht richtig. Aber vielleicht ist diese Kunde auch die Ausrede so mancher Klavierlehrer.

Welcher Instrumentallehrer fördert die Selbständigkeit seiner Schützlinge und bereitet sie so auf eine fruchtbare unterrichtslose Zeit vor?

„Reines“ technisches Können ist in Deutschland „bäh“.

Auch in unserem Clavio-Forum: Reizwort „Lang Lang“. Es fallen sofort Beschreibungen wie Automat, Nähmaschine, unmenschlicher Drill …
Sei es wie es wolle, die gelebte Alternative in unserem Land ist wenig oder gar kein technisches Können und damit die Beendigung einer musikalischen Laufbahn bevor es richtig interessant geworden ist.

Aber in unseren Musikschulen müssen sie doch „musikalisch“ spielen lernen!
6 Wochen lang den Fröhlichen Landmann, damit er noch musikalischer klingt.
Die „richtige“ Literatur ist sowieso zu schwer!!!

Vom breiten Musikleben a bissle frustriert

Walter
 
C

chiarina

Guest
Das hast Du einfach richtig getroffen.

Letzte paar Tage habe ich ernst überlegt. Wieso Mathematik, Physik, Chemie und Biologie in diesem Umfang wichtiger sind als Musik? Vieles, was ich in der Schule in diesen Fächern gelernt habe, habe ich nie in meinem Leben gebraucht. natürlich, muss man zählen können, Theorema von Pifagor kennen, paar physische Gesetze, Biologie, so zu sagen, wie die Welt funktioniert, wie die geschaffen ist. Aber die Musik begleitet uns ganzes Leben, sie bestimmt unsere Laune, sie ist unzetrennlich in verschiedenen Situationen - bei Feier, Kummer, Trauer usw. Wieso ist das unwichtig, auch die Musikwelt kennen zu lernen, wie diese Welt funktioniert? Mich fasziniert Harmonielehre, mich fasziniert die Quintenzirkel, wie es alles strukturiert, transparent und klar ist. Das ist wie in der Mathematik. Und wie wichtig es zu verstehen, dass fast die ganze Musikgeschichte auf drei Akkorden basiert ist - T, S, D, wie die Erde auf drei Elefanten oder drei Wallen. Einfach da zu verstehen, zu verstehen was man hört, zu verstehen, wie die Musikwelt funktioniert, finde ich lebenswichtig.
Es tut mir leid, ich habe sehr leichten Umgang mit Superlativen, aber es tut mir so weh, dass diese Wissen für viele unter Verschloß breiben müssen.
Auch musikalische Form finde ich sehr interessant, alle Wiederholungen, Variationen, Sequenzen, das treffen wir alles in unserem Leben. Auch der Vergleich einer Melodie mit der Sprache - alles, was sich nach oben bewegt, wird crescendo, nach unten - diminuendo, längere Noten - lauter, kürzere - leiser usw. Und Poliphonie, Fugen? Ist das nicht interessant?
Ich würde in der Schule die Harmonielehre neben der Mathematik einführen :p, so interessant ich die finde. Und die steht nicht zu weit weg von der Mathematik.


Liebe sorell,

du musst eine musische Schule aufmachen. Deine Begeisterung wird viele anstecken! Und du hast natürlich in allem recht!!! Vor allem in dem, dass Musik so viel mit Leben zu tun hat. Leider ist aber in unserem Land Musik in seinem Ruf elitär, schwierig und nur was für bestimmte/begabte/gebildete? Leute. Klassische Musik hat wenig Tradition (im Gegenteil wahrscheinlich zu Russland?), und das im Land der großen deutschen Komponisten.

Wenn man deinem Beispiel folgen würde, müssten alle Lehrer egal welchen Fachs musisch gebildet sein, zumindest im Grundsatz. Weil Musik ein unverzichtbarer Bestandteil von Bildung ist. Aber da haperts ja schon, frag mal einen Mathelehrer, ob er singen kann (wahrscheinlich ist Walter hier im Forum einer der wenigen :D ). Allerdings muss ich gestehen - ich kenne kein Theorema von Pifagor :p . Vielleicht sollte ich meine mathematische Bildung etwas auffrischen .... .

Viele Grüße

chiarina
 
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Instrumentalmusik gehört in Deutschland zum Kinderkram, das Instrument wird mit den übrigen Spielsachen nach der Pubertät weggelegt. Viele Erwachsene können erzählen, dass sie früher einmal, so als Kind ….


Es fehlen vielen jungen Leuten die nachahmenswerten Vorbilder, zumindest in meiner Stadt. Instrumentalkonzerte („Konzertgemeinde“) werden hier nur von auswärtigen Künstlern geboten mit einem Niveau, das von den Jugendlichen nur sehr schwer einschätzbar ist und gemeinhin für unerreichbar gehalten wird. (Auch das Eintrittsniveau ist für Jugendliche nur schwer erreichbar!)

Welcher Klavierlehrer steuert gezielt virtuoses Können seiner Schützlinge an? Ein technisches Können, das sie befähigt, auch Beethovensonaten oder die Romantiker zu spielen?
Und das möglichst schon vor der Pubertät (vor 12 Jahren), wenn die meisten aufhören zu üben. Vielleicht sind unsere Durchschnittsklavierlehrer damit überfordert. – Ich kann mich nicht erinnern, dass in meiner Stadt einer der Klavierlehrer mal ein Soloprogramm geboten hätte.

Lieber Walter,

Danke für Deinen Beitrag... es ist mir sehr wichtig, alle Meinungen zu wissen. Dann sehe ich meine Zukunft und die Zukunft meiner Schuler ein wenig klarer.

Wegen Konzerten... ich biete so was an. Leider, kommen zu diesen Konzerten nur Rentner, aber die sind auch sehr nett...
Wenn ich zu größeren Veranstallter gehe, niemand ist interessiert, mir die Möglichkeit geben, auf der Bühne zu spielen. Ich habe halt keinen Namen, kommt keine......

habe vor kurzem einen Film über Lang Lang gesehen. Es wurde gezeigt, was für das Publikum auf den klassischen Konzerten sitzt - laut junge Leute - von 15 bis 30. Erstaunlch! und hier?

Auch sagt er, dass wenn er Meisterklassen in Europa und USA gibt, muss er ganz oft sagen: "Mensch! Du musst einfach mehr üben! Da liegt das Problem!" Ja, bei wenig üben hilft doch kein Lang Lang....
 
rolf

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Wieso ist das unwichtig, auch die Musikwelt kennen zu lernen, wie diese Welt funktioniert? Mich fasziniert Harmonielehre, mich fasziniert die Quintenzirkel, wie es alles strukturiert, transparent und klar ist. Das ist wie in der Mathematik. Und wie wichtig es zu verstehen, dass fast die ganze Musikgeschichte auf drei Akkorden basiert ist - T, S, D, wie die Erde auf drei Elefanten oder drei Wallen. Einfach da zu verstehen, zu verstehen was man hört, zu verstehen, wie die Musikwelt funktioniert, finde ich lebenswichtig.
Es tut mir leid, ich habe sehr leichten Umgang mit Superlativen, aber es tut mir so weh, dass diese Wissen für viele unter Verschloß breiben müssen.
Auch musikalische Form finde ich sehr interessant, alle Wiederholungen, Variationen, Sequenzen, das treffen wir alles in unserem Leben. Auch der Vergleich einer Melodie mit der Sprache - alles, was sich nach oben bewegt, wird crescendo, nach unten - diminuendo, längere Noten - lauter, kürzere - leiser usw. Und Poliphonie, Fugen? Ist das nicht interessant?
Ich würde in der Schule die Harmonielehre neben der Mathematik einführen :p, so interessant ich die finde. Und die steht nicht zu weit weg von der Mathematik.

Hallo,

es freut mich zu lesen, dass Du sehr ähnlich wie ich denkst - kein Wunder, ich habe bei slawischen Professoren/innen studiert :)

In Antike und Mittelalter gehörte Musik noch als eine der sieben freien Künste (septem artes liberales) zur höheren Bildung dazu - spätestens im beginnenden 19. Jh. änderte sich das (so verschwand u.a. auch die klass. Rhetorik von den Lehrplänen bzw. wurde integriert in die Sprach- und Literaturwissenschaften, die in dieser Zeit entwickelt wurden).

Was ich noch viel mehr bedauere, ist der Umstand, dass ohne den Zugang zu Musik einiges an Sensibilität und emotionaler Wahrnehmung ungenutzt bleibt - schließlich ist Musik ja eine Klangrede, die manche nicht (oder nur umständlich) in Worte zu fassenden Emotionen ausdrückt. Und Du hast völlig recht: das Spannungs- und Entspannungsverhältnis innerhalb der grundlegenden Klangfolge T-S-(T)-D-T sowie zwischen dieser Kadenz und allerlei Abweichungen sollte man ebenso wie das kleine Einmaleins beherrschen - - - wie wollte man es denn ohne das Erkennen des Kontrastes als Sensation auffassen, dass das Rheingold am Anfang minutenlang nur eine einzige Harmonie verwendet (Es-Dur)?

Musik und Sprache: selbstredend kommen etliche Rhythmen aus der Poetik / Lyrik (Dichtkunst) - und Periodizität sowie Steigerungsaufbau sind den literarischen Verfahren durchaus ähnlich (eine Etüde etwa ist formal einer short story ähnlich).

aufwärts cresc., abwärts dimin., lange Noten stärker - das gilt primär für das Klavier (und findet sich übrigens in den lückenhaften Aufzeichnungen zu einer Klaviermethodik von Frederic Chopin) und ist ja auch Tradition in der Spielpraxis (und gilt natürlich nur dort, wo nichts abweichendes vorgeschrieben ist!)

Wenn allerdings der Bildungskanon - das, was man wissen muss und vermittels der Schulpflicht leidlich lernen soll - einer Gesellschaft der Musik keinen hohen Stellenwert einräumt, dann wird man das leider (!) nicht kurzfristig ändern können, da der Verwaltungsapparat viel zu träge ist. Finden wir uns einfach damit ab, dass grob geschätzt 80% der deutschen Bevölkerung an Musik als Kunst eher wenig interessiert ist und Musik insgesamt als eine Mode betrachtet.

Gruß, Rolf
 
Stilblüte

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@ rolf:
Dein letzter Beitrag gefällt mir gut!

Ich überlege auch gerade, warum man so viel "unnützes Zeug" in der Schule lernt. Ich denke, man kann vielleicht sagen, es gib (wie in einer Sprache mit dem Wortschatz) ein passives und ein aktives Wissen. Aktives Wissen ist rundum verstanden, präsent, abrufbar, passives Wissen besteht aus Dingen, die man mal gehört hat, sich aber nicht mehr an den genauen Inhalt erinnert, nur daran, dass es "da" ist.
Und ich gehe davon aus, dass sämtliches Wissen, Erfahrung, Eindrücke, durchlebte Gefühle mit in das Klavierspiel einfließen. Nicht umsonst heißt es bei sehr jungen Klavierspielern "der hat zu wenig Lebenserfahrung", "der weiß noch nicht, wie sowas gespielt wird", selbst wenn der Mensch technisch und im übrigen auch musikalisch korrekt spielt.

Die Komponisten hatten meistens ja wohl kein langweiliges Leben und haben sicherlich viel durchlebt, wie soll man da bei völliger Engstirnigkeit mit Tunnelblick ein Lebenswerk annähernd würdig interpretieren können.
Ich bin ja jetzt nu auch noch nicht so extrem alt und weise, aber wenn ich mir vorstelle, ich wüsste noch weniger, wäre das wohl schon ein bisschen wenig.

Natürlich kann man auch ausschließlich aus der Musik heraus interpretieren, ohne beachtung sonstiger "Medien". Auch das ist wohl legitim und schön und fruchtbar. Aber ein Maler wird wohl auch nicht so extrem weit kommen, wenn er sich immer nur in seinen Vorgarten setzt... :p


Übrigens die Pädagogikausbildung in Würzburg umschließt Allgemeine Musikpädagogik und instrumentenspezifische (vermutlich instrumentenklassische) Didaktik, ein zweiwöchiges Musikschulpraktikum und Klavierunterricht, den man halten und Lehrproben machen muss (ich glaube einmal monatlich).
Ich habe bisher nur AMP absolviert, das war vor allem analytisch (Anselm Ernst etc.), zwar interessant, weil man vieles mal aufgeschlüsselt hat, aber nicht wirklich weltbewegend. Mal abwarten.


EDIT:

Rolf, ich dachte auch immer "es tut mir weh dass das für andere verschlossen bleibt", aber ich finde mich langsam damit ab bzw. ahne, dass nicht für alle die Musik solche Zustände auslöst wie bei mir und anderen leidenschaftlichen Klavierspielern bzw. Musikern.
Das war mir lange nicht klar, aber ich glaube, so ist es.
 
rolf

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Allerdings muss ich gestehen - ich kenne kein Theorema von Pifagor :p . Vielleicht sollte ich meine mathematische Bildung etwas auffrischen .... .

sorell kommt aus Russland, wo man den Pythagoras etwas anders ausspricht - woran wir sehen können, dass etwas Bildung selten schadet ;) :D - - - an dieser Stelle muss ich sorell loben: in so kurzer Zeit wäre ich nie und nimmer in der Lage gewesen, mich schriftlich in einer anderen Sprache so differenziert ausdrücken zu können!!

(Chiarina wird mir meinen Bildungsscherz nicht übel nehmen, sondern lachen)
 
sorell

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Liebe sorell,

du musst eine musische Schule aufmachen. Deine Begeisterung wird viele anstecken! Und du hast natürlich in allem recht!!! Vor allem in dem, dass Musik so viel mit Leben zu tun hat. Leider ist aber in unserem Land Musik in seinem Ruf elitär, schwierig und nur was für bestimmte/begabte/gebildete? Leute. Klassische Musik hat wenig Tradition (im Gegenteil wahrscheinlich zu Russland?), und das im Land der großen deutschen Komponisten.

Wenn man deinem Beispiel folgen würde, müssten alle Lehrer egal welchen Fachs musisch gebildet sein, zumindest im Grundsatz. Weil Musik ein unverzichtbarer Bestandteil von Bildung ist. Aber da haperts ja schon, frag mal einen Mathelehrer, ob er singen kann (wahrscheinlich ist Walter hier im Forum einer der wenigen :D ). Allerdings muss ich gestehen - ich kenne kein Theorema von Pifagor :p . Vielleicht sollte ich meine mathematische Bildung etwas auffrischen .... .

Viele Grüße

chiarina

Liebe Chiarina,

Bitte, halt... ich will nicht Deutschland und Russland gegenüber stellen.... Ich kann nicht behaupten, dass es in Russland besser ist. Der Musikunterricht in der Schule ist auch furchbar und unwichtig, die Kinder nehmen den nicht ernst... ich habe 1 Jahr die Musik in der Gesamtschule (in Moskau) unterrichtet.... habe gesagt - nie wieder und für kein Geld. Vielleicht, war ich noch zu jung, und diese 11-12 Jährige haben mich total ausgelacht.

In meinem privaten Klavierunterricht versuche ich alle Bereiche mindestens kurz anfassen.
 

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