Musik aus Noten hören

Könnt ihr Musik aus Noten hören?


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Hacon

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Mich würde es interessieren, wer von euch Noten hören kann.
Wenn ihr also Klaviernoten seht, das Stück aber nicht kennt, könnt ihr euch dann die Musik vorstellen?

Desweiteren würde es mich -wenn ihr Musik aus Noten hören könnt- auch interessieren, wie lange ihr euch aktiv mit Musik beschäftigt habt, bis ihr es konntet, und was ihr gegebenfalls dafür getan habt.

Nur ums vorwegzunehmen: Ich kanns überhaupt nicht, versuche aber so langsam daran zu arbeiten.

Gruß Hacon
 
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Peter

Peter

Bechsteinfan
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Ich kann es bei relativ einfachen Stücken. Ab wann ich das konnte, weiß ich gar nicht, aber ich glaube, wir haben das bereits als Kinder in Musiktheorie gelernt (Singen nach ganz einfachen Noten).
Bei komplexen Stücken kann ich es eher nicht, vor allem bei komplizierten Rhythmen.
 
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Wiedereinsteigerin

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Da ich als Kind in der Musikschule auch Musiktheorie und Gesangsunterricht nach Noten hatte, kann ich das jeweilige Stück im groben "hören". Bei komplexen Stücken kann ich das nur sehr begrenzt. Da brauch ich schon das Klavier oder sonst ein Instrument, um das zu hören.

Während der Schulzeit war ich in einem Chor, da haben wir nach Noten gesungen. Ich glaube, dass das neben dem Gesangsunterricht und der Musiktheorie schon auch einiges gebracht hat.

Wirklich aktiv habe ich mich seit meinem 6. Lebensjahr bis zum 15. Lebensjahr mit Musik beschäftigt, dann über 40 Jahre fast nur passiv und seit ca. 2 Jahren bin ich aktiver denn je :D.
 
Dimo

Dimo

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Ich kann es bei relativ einfachen Stücken. Ab wann ich das konnte, weiß ich gar nicht, aber ich glaube, wir haben das bereits als Kinder in Musiktheorie gelernt (Singen nach ganz einfachen Noten).
Bei komplexen Stücken kann ich es eher nicht, vor allem bei komplizierten Rhythmen.
So ähnlich ist es bei mir auch. Bei komplexen Rhythmen finde ich es schwieriger.
Insgesamt halte ich es für gut trainierbar (mit leichten Stücken anfangen, dann allmählich steigern). Für jemanden, der Singen nach Noten gelernt hat, ist es einfacher.

Dirigenten lernen dieses Vorstellungsvermögen während ihrer Ausbildung (falls sie es nicht schon vorher können;)

(Vielleicht kann man sich von Dirigierschülern noch ein paar Tipps holen - Gibt es eigentlich ein Dirigenten-Forum ? :D )

Viele Grüße, Dimo
 
Steffen D.

Steffen D.

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Noten lesehören

Diese Fähigkeit erlaubt mir schon lange, in Noten herumzustöbern um eventuelle Stücke für mich auszuwählen. Ich dachte bisher immer, das ginge anderen Musikern auch so, weil das lesehören oder hörlesen der Partitur ja irgendwie mit dem aktiven Spiel eine grenzenlose Verbindung eingeht. Oder lasst ihr euch vom Notensatz überraschen? :rolleyes:
 
H

Hacon

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Schonmal danke für eure Antworten!

Um noch genauer nachzufragen: Kommt die Musik sofort von alleine, wenn ihr die Noten seht,also so als ob ihr ein Buch lesen würdet, oder müsst ihr schon versuchen, sie euch vorzustellen?
( Vielleicht liegts bei mir ja auch daran, dass ich die Noten immer nur anstarre und mir nichts vorzustellen versuche;))

Und habt ihr eigentlich ein gut ausgebildetes relatives Gehör? Wahrscheinlich braucht man schon ein gutes relatives Gehör um das zu können, oder?
 
ubik

ubik

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Und habt ihr eigentlich ein gut ausgebildetes relatives Gehör? Wahrscheinlich braucht man schon ein gutes relatives Gehör um das zu können, oder?
Ja. Intervall erkennen und singen wäre nicht schlecht. Aber viel wichtiger ist das Singen. Und zwar vom Blatt. Du kannst ja schon mal damit anfangen, indem du beim Klavierspielen mitsingst. Das bringt viel. Aber ansonsten kannst du auch einfache Gesangsmelodien singen und auf dem Klavier prüfen, ob du sie dir richtig vorgestellt hast.

Der umgekehrte Weg ist meiner Meinung nach viel schwieriger, also ein Melodiediktat. Dir spielt jemand eine achttaktige Melodie vor, der erste Ton ist vorgegeben und du sollst sie aufschreiben. Das habe ich im Unterricht geübt. Setzt natürlich voraus, dass man alle Intervalle hören kann. Gleichzeitig muss man noch den Notenwert beachten und in seinem Kurzzeitgedächtnis quasi mehr als 40 Informationen abspeichern. Ist eine schwierige Sache, aber erlernbar.

Wenn man das kann, dann denke ich auch, dass man Noten aus einem Klavierstück innerlich hören kann.
 
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rappy

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Bei mir geht es bis in die Moderne, bei einer Schostakowitschsinfonie z.b. kann ich mir sehr schräge Passagen nur grob vorstellen. Aber als wir z. B. in einer Musikkursarbeit eine Mozartsonate analysieren sollten, wollte ich sie nicht einmal hören.
 
T

Tilliwilli

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Mir persönlich fällt es einigermaßen leicht aus Noten die Melodien herauszuhören.
Wie oben glaube ich schon erwähnt ist es ja im Grunde nur eine Übungssache:
man hat vielleicht kein absolutes Gehör, aber ein relatives kann man sich ja antrainieren und ich bin davon überzeugt, dass z.B. das "Raushören" von Intervallen recht fördernd ist für die Vorstellung eines Liedes ohne Musik dabei zu hören. Wenn man die Intervalle beherrscht, geht's weiter mit der nächsten Übung: bestimmte Akkorde raushören können, z.B. Quartsext-Akkord mit einer 7 usw.
 
A

Amfortas

Guest
Ich kann es zwar selber noch nicht perfekt, zumindest nicht bei mehrstimmigen Werken. Aber einstimmig geht eigentlich immer.
Um das einstimmige zu lernen, kann ich dir Gehörbildungsübungen, wie Tilliwilli schon sagte, empfehlen.
Wenn du schon ein paar Wochen Gehörbildungsübungen machst, kannst dir dir mal dieses Buch vielleicht zu legen: http://www.schott-musik.de/shop/1/show,37838.html
Es ist nicht teuer, aber meiner Meinung nach, eine extrem gute Anleitung zum erlernen vom Blatt-Singen. Man muss auch keine gute Stimme dazu haben.
Ich weiß nicht, ob es dir hilft, aber mir hat es sehr geholfen. Als ich dann vom Blatt gut singen konnte, konnte ich es auch "hören" ohne die noten zu singen.

Vielleicht hilft es dir ja.

oli
 

H

Hacon

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Vielen Dank für eure Tips:D

Also ich habe vor kurzes mit Gehörbildungsprogramm angefangen zu üben, bei dem man immer einen Ton vorgespielt bekommt und ihn dann auf einer Klaviatur anspielen muss. Auch wenn es nicht der richtige Ton war, kann man dann über das relative Gehör den nächsten Ton bestimmen. Ist zwar noch kein Intervalltraining, aber es trainiert das relative Gehör.

Parallel dazu habe ich begonnen, aus einer alten Blöckflötenschule wo die Melodien ganz leicht sind, zu versuchen, immer eine kurzes Abschnitt vom Blatt zu singen ( oder besser zu brummen;)) und dann an der Klaviatur nachzuprüfen, ob es so richtig war.

@Amfortas: Danke für die Buchempfehlung:p Ich werde es mir mal zulegen ( Ist echt erstaunlich, was du alles für musikfachliche Bücher kennst)

Wenn man die Intervalle beherrscht, geht's weiter mit der nächsten Übung: bestimmte Akkorde raushören können, z.B. Quartsext-Akkord mit einer 7 usw.
Ja, so in der Art hab ichs mir auch vorgestellt:p
 
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rappy

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Das mit dem "...ja aber ich habe auch..." hört sich so an, als wäre so etwas mit absolutem Gehör selbstverständlich und viel einfacherer. Ich weiß es ja nicht, da ich nicht weiß, wie es anders ist. Aber es heißt immer, ein absolutes Gehör wäre für Musiker nicht von so großer Bedeutung, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass es viel ausmacht.
 
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Hacon

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Das mit dem "...ja aber ich habe auch..." hört sich so an, als wäre so etwas mit absolutem Gehör selbstverständlich und viel einfacherer. Ich weiß es ja nicht, da ich nicht weiß, wie es anders ist. Aber es heißt immer, ein absolutes Gehör wäre für Musiker nicht von so großer Bedeutung, daher kann ich mir nicht vorstellen, dass es viel ausmacht.
Also meine Klavierlehrerin hat ein absolutes Gehör, und sie sagt, für sie sei es selbstverständlich Musik vom Blatt zu hören. Sie meint, sie kann es sich gar nicht vorstellen, wie es möglich ist, dass jemand nicht in der Lage ist, Noten vom Blatt zu hören.

Sie hätte das nie geübt, sondern als sie als Kind die Noten auf dem Klavier spielen konnte, hat sie sie auch direkt gehört.
Und dass sie ein absolutes Gehör hat, sei erst später am Konservatorium einer Professorin aufgefallen, die mit ihr ein Notendikatat gemacht hat.
 
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rappy

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Also meine Klavierlehrerin hat ein absolutes Gehör, und sie sagt, für sie sei es selbstverständlich Musik vom Blatt zu hören. Sie meint, sie kann es sich gar nicht vorstellen, wie es möglich ist, dass jemand nicht in der Lage ist, Noten vom Blatt zu hören.
Geht mir eigentlich ähnlich, es ist als hätten sich alle Klänge die ich schon einmal gehört habe im Gedächtnis abgespeichert und wenn ich dann einen Akkord sehe, kann ich ihn abrufen und er erklingt in mir (sofern es kein aus 10 Tönen bestehender atonaler Cluster ist...).
Aber ich kann mir wie gesagt auch gar nicht vorstellen, wie es ist, mit relativem Gehör sich Musik klanglich vorzustellen.
 
H

Hacon

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Geht mir eigentlich ähnlich, es ist als hätten sich alle Klänge die ich schon einmal gehört habe im Gedächtnis abgespeichert und wenn ich dann einen Akkord sehe, kann ich ihn abrufen und er erklingt in mir (sofern es kein aus 10 Tönen bestehender atonaler Cluster ist...).
Aber ich kann mir wie gesagt auch gar nicht vorstellen, wie es ist, mit relativem Gehör sich Musik klanglich vorzustellen.
Das ist es eben. Ich bin mir so ziemlich sicher, dass bei Absolut-Hörern die Töne bereits in der Kindheit abgespeichert worden sind. Irgendwie ist das Gehirn von Relativhörern einfach nicht in der Lage, diese Frequenzen abzuspeichern.

Ich meine, wenn ich als Reltativhörer mir 3 Töne ganz genau anhöre, dann merke ich ja auch einen deutlichen Unterschied zwischen diesen, auch wenn sie nur je eine kleine Sekunde voneinander enfernt liegen. Ich könnte diese Töne dann vielleicht auch von der Klangfarbe her beschreiben ( wenn ich die richtigen Worte dazu finden würde) aber ich kann sie mir einfach nicht merken, weil halt im Gehirn -aus welchem Grund auch immer- keine neuen Nervenverbindungen mehr entstehen.

Zu den Intervallen gibt es dann eben einen entscheidenden Unterschied:
Ich höre als Relativhörer wie bei den Tönen eine bestimmte Klangfarbe, nur kann ich mir diese merken ( was bei mir halt noch nicht geschehen ist).

Und das wird ganz einfach daran liegen, dass das Gehirn sich Klangeindrücke ( ne große Terz hört sich toll an, ne große Septime gräßlich) merken kann ( vermutlich, weil es da eben mit Assoziationen arbeitet), aber eben keine Frequenzen.

Das heißt, dass Absoluthörer warscheinlich einfach einen Bereich im Gehirn haben, welcher sich Freqeunzen merken kann.
 
 

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