Welche Musik soll ich hören?

pianogirli

pianogirli

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Ich hab da eine Frage, vielleicht ist die dämlich aber ich denke immer darüber nach...ich will später mich für die Musik befassen, nämlich Pianistin. Ich hab schon in vielen Beiträgen (:D) gelesen, dass es schwierig wäre, das zu erreichen, doch ich will es probieren, wenn es dann nicht gelingt, will ich Klavierlehrerin sein, doch wie ihr seht, muss das Klavier irgendwo vorkommen :D

Ich will mich mit klassische Musik befassen, denn ich spiel sie sehr gern, ich mag das interpretieren und so...doch ich höre sie nicht wirklich, was heisst, ich kenn nur die Stücke, die ich gerade spiele...ich weiss nicht ob ich vielleicht anfangen sollte andere zu hören, doch um ehrlich zu sein hör ich lieber popmusik...ich find das jedoch schade.........ich weiss deshalb nicht ob ich vielleicht die popmusik eher beiseite stellen sollte und dafür mehr klassiche hören....??!!!

hoff das ihr draus kommt und ihr mir vielleicht helft :?....:D
lg pg
 
K

kristian

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Hallo Pianogirli,

ich kann nur empfehlen, viel und besonders auch klavierfremdes (Oper, Orchesterwerke, Kammermusik, Oratorien und Lieder) aus vielen verschiedenen Epochen zu hören, um so gute und gut interpretierte Musik kennenzulernen.

Viele Grüße,
Kristian
 
.marcus.

.marcus.

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Interessierst du dich denn für klassische Musik?

Es kann natürlich sein, dass man bei dem riesigen Berg an unterschiedlichsten Sachen nicht weiß, wo man anfangen soll, aber da muss man einfach viel querhören.
Hier gibts verschiedene Fäden wie "Videos", "Was ihr gerade hört" und andere, die Anregungen geben können.

lg marcus
 
J

Janik

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Hi,

wenn du bereits klassische Stücke gespielt/interpretiert hast, dann hast du ja schon mal einen Anfang gefunden!

Sicher gibt es von dem Komponisten auch weitere Stücke! Vielleicht interessiert dich ein Komponist besonders? Da kann man doch anknüpfen!

Kristian hat recht, man sollte auch Opern, arien etc. hören (das mach ich auch zu wenig :D)..

Lg und viel Spaß beim Hören!
 
Guendola

Guendola

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Hör dir möglichst viel Musik an, auch Musik, die dir nicht gefällt. Letztere solltest du etwas genauer anhören um herauszufinden, was dir daran mißfällt oder ob es dir vielleicht doch gefällt. Laut Horowitz hat Skrjabin seiner Mutter (der von Horowitz) geraten, ihn mit jeder Form von Kunst ausführlich bekannt zu machen. Skrjabin galt zwar als verrückt, aber in diesem Punkt hatte er sicherlich recht.

Bei deinem Wunsch, Konzertpianistin zu werden, sollte man vermuten, daß du gerne Klaviermusik hörst, anders herum wird kein Schuh daraus. Man kann seinen Geschmack zwar schulen aber nicht umerziehen. Das heißt allerdings nicht, daß Geschmack unveränderlich ist und wenn man ihm nur genug anbietet, wird er sich schon alle vorhandenen Rosinen herauspicken. Sollte da keine Klaviermusik bei sein, mußt du ein anderes Instrument lernen, aber irgendwie bist du ja schon auf Klavier gekommen ;)

Ganz wichtig ist natürlich das Studium von Klaviermusik, ich hoffe, das bedarf keiner weiteren Erklärung.

PS: Manche behaupten, daß ein Zuviel an "schlechter" Musik schädlich ist, einige sogar, daß man sowas überhaupt nicht hören dürfe. Ich glaube aber eher, daß ein Zuwenig an guter Musik Probleme bereitet. Und wenn man sich speziell mit einer Richtung beschäftigt, hört man ja automatisch mehr davon. Zwang ist auf jeden Fall Unsinn und wenn man "schlechte" Musik hört, kann man auch viel besser den Unterschied zu "guter" Musik sehen.
 
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violapiano

violapiano

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Hallo,
pianogirli,

ich meine herausgehört zu haben, dass es dir darum geht, deinen eigenen Geschmack zu finden, aber auch für deinen Berufswunsch zu tun, was notwendig zu sein scheint.

Um Klavier zu studieren, musst Du natürlich eine Affinität zur klassischen Klaviermusik haben, das ist unabdingbar.

Ich meine, es kann nicht schaden sich breitflächig zu informieren. Es wird deinen Geschmack schulen. Vielseitigkeit ist sicher nicht schädlich. Du wirst dich vermutlich irgendwann auf eine Musikart mehr konzentrieren, aber solange du unsicher bist, solltest Du dich keinesfalls auf eine Richtung fixieren.

LG
violapiano
 
D

Debbie digitalis

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Hallo pianogirl,

du hast ja große Ziele, wenn du eine pianistische Karriere anstrebst!

Zitat von pianogirl:
ich will später mich für die Musik befassen, nämlich Pianistin. Ich hab schon in vielen Beiträgen () gelesen, dass es schwierig wäre, das zu erreichen, doch ich will es probieren, wenn es dann nicht gelingt, will ich Klavierlehrerin sein, doch wie ihr seht, muss das Klavier irgendwo vorkommen
Was heisst das denn, "das Klavier muss irgendwo vorkommen???" Spielst du klassische Musik, und wenn ja auf dem Klavier???

Und warum ist "Klavierlehrerin" die Ersatzlösung, der Notnagel also?? Müssen nicht Klavierlehrer (mindestens) genauso gut über das Klavierspielen Bescheid wissen, wie (irgendwelche egozentrischen) Pianisten???

Ich nehme mal an, dass du noch sehr jung bist und deine Zukunftspläne daher einfach nicht so klar vor Augen haben kannst .....

Allerdings...
Zitat von pianogirl:
ich kenn nur die Stücke, die ich gerade spiele...ich weiss nicht ob ich vielleicht anfangen sollte andere zu hören, doch um ehrlich zu sein hör ich lieber popmusik...ich find das jedoch schade.........ich weiss deshalb nicht ob ich vielleicht die popmusik eher beiseite stellen sollte und dafür mehr klassiche hören....??!!!
ist diese Aussage für mich gar nicht verständlich! Wenn du wirklich lieber Popmusik hörst, warum kommst du dann auf die Idee, den Berufswunsch Pianistin im Fach klassische Musik zu hegen???

LG

Debbie digitalis

 
hasenbein

hasenbein

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Wenn Du nicht scharf drauf bist, Klassik zu hören, dann vergiß das mit der klassischen Pianistinnenkarriere.

"Ich möchte gerne Koch werden, aber leider schmeckt mir außer Fischstäbchen und Pommes nichts so richtig!"

"Ich möchte gerne Mathelehrer werden - leider stehe ich mit Zahlen eher auf Kriegsfuß, und trockene Formeln langweilen mich!"

Nicht lachen - so bist Du momentan!

Behalte das Klavierspielen als Hobby, oder werde Popmusikerin - aber das mit der Klassik ist nichts für Dich.

LG,
Hasenbein
 
Guendola

Guendola

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Behalte das Klavierspielen als Hobby, oder werde Popmusikerin - aber das mit der Klassik ist nichts für Dich.
Das kann ich so nicht unterschreiben! Den eigenen Geschmack muß man erst entdecken um ihn hegen und pflegen zu können. In der Schule kommt erschwerend dazu, daß man in erster Linie mit "Mainstream-Musik" konfrontiert wird, also eher nicht mit Klassik. Wer also nicht mit klassischer Musik im Elternhaus aufgewachsen ist, muß diese erstmal für sich selbst entdecken. Wenn man davon ausgeht, daß das Zeitfenster zum Start einer Pianistenkarriere begrenzt ist, ist das natürlich ein Problem aber keine unüberwindliche Hürde. Natürlich ist die Liebe zur klassischen Klaviermusik absolute Voraussetzung, um ein guter klassischer Konzertpianist zu werden und wie bei jedem anderen Beruf auch, muß man prüfen, ob mal alle Voraussetzungen erfüllt. Ich glaube aber, daß es reicht, diese Liebe zu entdecken und zu fördern, wenn man mit dem Klavierunterricht beginnt. Spätestens während des Studiums sollte die Liebe schon deutlich ausgeprägt sein, sonst hält man vermutlich nicht durch.

Aber laß dir erstmal nicht den Spaß am Klavierlernen nehmen und beschäftige dich noch mehr damit, was es bedeutet Konzertpianistin zu werden und zu sein. Und laß deiner Neugier freien Lauf, soweit das keine üblen Folgen hat, nicht nur in bezug auf Musik. Hasenbein hat allgemein gesehen schon recht, aber was dich persönlich betrifft, kannst du nur selbst wissen. Alles muß irgendwann das erste Mal passiert sein, und daß jemand Konzertpianist geworden ist, der sich erst spät für klassische Musik interessiert hat, ist bestimmt schon passiert. Daß man sein Leben an den Meinungen anderer ausrichtet, passiert viel häufiger und das ist definitiv nicht gut! (nur meine Meinung)
 
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kristian

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@kristian:

So wie ich das in deinem Beitrag verstanden habe, kann Klaviermusik nicht gut interpretiert sein!?
Hallo Ubik,

da bin ich mal wieder sprachlich auf's Glatteis gelangt. Du hast natürlich recht, dass auch Klaviermusik gut interpretiert werden kann. Mir geht es dabei eher darum, dass vor lauter Klaviermusik nicht der Rest der Musik übersehen wird, denn dort gibt es ja auch viel zu entdecken, und es lassen sich Anregungen auch für das Klavierspielen finden.

Viele Grüße,
Kristian
 

pianogirli

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Und warum ist "Klavierlehrerin" die Ersatzlösung...?

ist diese Aussage für mich gar nicht verständlich! Wenn du wirklich lieber Popmusik hörst, warum kommst du dann auf die Idee, den Berufswunsch Pianistin im Fach klassische Musik zu hegen???

LG

Debbie digitalis


Behalte das Klavierspielen als Hobby, oder werde Popmusikerin - aber das mit der Klassik ist nichts für Dich.
naja....wie schon gesagt hab ich schon in vielen Beiträgen gelesen, dass Konzertpianistin sehr schwer sei, das man das sogar nicht wirklich schafft, sondern das man als Klavierlehrerin bessere Möglichkeiten hätte, den Beruf zu erlernen...

das mit der popmusik...ich hör nicht viel davon, denn die meiste Zeit spiel ich am Klavier :D...doch ich kann Popmusik nicht spielen....hab gelernt mit klassischer zu interpretieren, merk schon bei einigen Stellen selber, was es ausdrücken will und so, doch in der Popmusik gelingt mir das nicht...also popmusik zu spielen kommt nicht in frage.....da ist klassische doch "einfacher"...



In der Schule kommt erschwerend dazu, daß man in erster Linie mit "Mainstream-Musik" konfrontiert wird, also eher nicht mit Klassik. Wer also nicht mit klassischer Musik im Elternhaus aufgewachsen ist, muß diese erstmal für sich selbst entdecken. Wenn man davon ausgeht, daß das Zeitfenster zum Start einer Pianistenkarriere begrenzt ist, ist das natürlich ein Problem aber....
das ist der Schwachpunkt...in der Schule hört absolut niemand klassische Musik, was dann heisst, die ganze Zeit hör ich Popmusik, in der Pause, auf dem Heimweg, usw....na klar ist es dann schwierig sich auf die klassische zu befassen....ich kann niemandem die Freude die ich dabei habe zeigen, wenn mir plötzlich ein schwieriger Lauf gelingt, nur meinen Eltern, doch sie merken es auch selber da sie mir beim üben zuhören und so ;)....oder wenn ich ein neues Stück bekomme, das für mich unerreichbar hört und ich es doch schaffe (zum Beispiel jetzt die Fantasie Impromptu von Chopin) ......ich kann das nur meinen Eltern und meiner Klavierlehrerin sagen..............
 
silversliv3r

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Was du auf keinen Fall machen solltest, ist dich selber zu zwingen bestimmte Musikrichtungen zu hören. Ich stimme meinen Vorrednern zu, klassische Musik ist oft aufgrund der Komplexität und, ich sag mal, der oberflächlichen Nüchternheit vielleicht weniger zugänglich und eingängig als heutige Mainstream-Musik und es ist richtig, wenn man mal versucht einen Zugang zu finden, wenn man ihn noch nicht hat. Wenn du aber merkst, dass sie dir nach einiger Zeit einfach nicht zusagt, dann sollest du dich auch nicht zwingen, sie unbedingt zu hören, damit tust du dir nichts Gutes.

Ich glaube sowieso, das wird sich nach einer Weile noch legen. Ich weiß jetzt nicht, wie alt du bist, aber vor nicht all zu langer Zeit, als ich um die 15-16 war, da hab ich auch noch so gut wie keine klassische Musik gehört, ich hab sie nur gespielt. Aber irgendwann folgte dann auch mehr und mehr das Interesse, weil ich auch mehr und mehr neue Stücke gelernt hab. Bei mir war's zwar schon immer so, dass ich nie Popmusik gehört hab, sondern eher Popularmusik abseits des Mainstreams, aber du wirst auch noch den Zugang finden. :)
 
hasenbein

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Liebes Pianogirli,

sowohl der Beruf der Pianistin als auch der der Klavierlehrerin sind sehr anspruchsvoll.

Und, fast noch wichtiger: Es gibt heute zu viele Musiker, die auf den Konzert- und Unterrichtsmarkt drängen, gerade Klassikpianisten gibt es eigentlich viel zu viele im Vergleich zum Bedarf!!

Musikschulen bauen allerorten Klavier-Kapazitäten eher ab.

Und die Situation von Musikschulen wird immer schlechter, immer mehr wird privatisiert und auf lausig bezahlte (und abgesicherte) Honorarkräfte umgestellt.

Wenn man das also als Beruf ergreifen will, ist das eine ganz harte Sache, und man muß zu den BESTEN gehören, um bestehen zu können (oder aber man vegetiert irgendwie so dahin).

Guendola ermutigt Dich ja eher - ich halte das für ein sehr falsches Signal, Guendola!

Pianogirli, aus dem, was Du hier sonst schon gepostet hast, geht hervor, daß Du offenbar schon mal kein Naturtalent bist, sondern viel Anleitung und harte Arbeit brauchst, bis Du die Stücke einigermaßen gut spielen kannst.

Das hebt Dich also schon mal nicht aus der Masse der etwas fortgeschritteneren Klavierschüler hervor, sorry.

Und dann kommt noch dazu, daß Du der Materie zu wenig wirkliches Interesse entgegenbringst, denn Du bist einfach so wie die meisten Klavierschüler: Du spielst einfach ein paar Stücke, die Dir gefallen und Dir Spaß bringen, mehr nicht. Sie regen Dich nicht dazu an, weiter zu forschen und z.B. andere Stücke des Komponisten zu hören oder sich berühmte Interpretationen des gerade behandelten Stücks anzuhören.

Das ist einfach deutlich zu wenig, als daß hier eine Ermutigung zum Klavierstudium angebracht wäre!

Und daß alle anderen Popmusik hören, ist doch nur eine total lahme Ausrede. Es ist nicht, weil "die anderen immer nur Popmusik hören", sondern Du hörst Popmusik, weil Du sie gerne hörst! Wenn Du irgendwas anderes lieber hörtest, würdest Du das hören und nicht die Popmusik!

Bitte mach Dir und uns also nichts vor!

Und wenn man das beruflich machen will, dann muß man auch ein Künstlertyp sein, und Künstlertyp heißt, daß man schon ganz früh seinen eigenen Neigungen folgt und eben nicht der Masse folgt!

LG,
Hasenbein
 
hasenbein

hasenbein

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Leute, es geht hier nicht darum, wieviel "Arbeit" Pianogirli investiert.

Sondern darum, wieviel grundsätzliches Interesse, wieviel Begeisterung, wieviel "Talent" bei ihr erkennbar ist.

Diese Punkte bilden nämlich die unverzichtbare Grundlage, auf der dann hart gearbeitet werden muß, um in der Klassikwelt was zu erreichen.

Und in diesen Punkten ist bei ihr einfach deutlich zu wenig zu erkennen. Sie ist einfach eine ganz durchschnittliche Klavierschülerin, die ausnahmsweise mal ein bißchen mehr übt und daher ein paar über die Comptine oder Ludovico Einaudi hinausgehende Stücke beherrscht.

Leider ist es heutzutage bei den jungen Leuten "in", von irgendwelchen künstlerischen Berufen zu träumen (Sängerin, Musiker, Model, Designer, all so'n Kram). Weil ihnen die normale Berufswelt (verständlicherweise) zu hart und zu langweilig erscheint. Und weil sie ihr Ego füttern wollen.

Und es gibt leider zu viele Lehrer, die ihre Schüler zur Aufnahmeprüfung etc. ermutigen, obwohl sie dafür zu schlecht sind. Gründe vermutlich: Ego des Lehrers ("Ich will auch sagen können, daß ich welche aufs Studium vorbereitet habe" etc.) oder zu geringe Kompetenz / Weltfremdheit des Lehrers (z.B. in der Provinz).

Ich ermutige nur diejenigen Schüler, die erkennbar "geborene Musiker" sind. (Und die erkennt man schnell.) Allen anderen rate ich vom Studium grundsätzlich erstmal ab.

LG,
Hasenbein
 
C

chiarina

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Hallo Pianogirli,

mal ganz unabhängig mal davon, ob du später beruflich etwas mit Musik machen willst oder nicht, scheint es so, als würde dich das Klavierspielen und klassische Musik sehr interessieren. Würdest du eine intensive Beschäftigung damit auch unabhängig von einem Berufswunsch im Moment als absolute Bereicherung empfinden?

Wenn ja, dann mach's doch einfach. Genieße den Augenblick, weil du Klassik und Klavierspielen liebst. Du wirst ja sehen, was sich daraus ergibt. An deiner Stelle würde ich soviel Musik machen wie nur möglich. Bist du an einer Musikschule? Dort gibt es viele Möglichkeiten der Kammermusik. Du kannst andere Pianisten, andere Instrumentalisten kennen lernen. Singe im Chor mit, auch davon kannst du viel lernen. Wenn du nicht an einer Musikschule bist, kannst du deine Lehrerin/deinen Lehrer fragen, ob sie/er dir Kontakte vermitteln kann.

Höre dir Aufnahmen (meine Lieblingsaufnahmen) von Bach's Klavierwerken mit Murray Perahia an, die Mätthäuspassion, das Weihnachtsoratorium etc.. Höre dir Opern von Mozart, seine Sinfonien an - da kannst du auch viel für deine Interpretationen Mozartscher Klavierwerke lernen. Wenn möglich, nimm Zusatzausbildungen wie Harmonielehre und Gehörbildung ........... Viele gute Vorschläge sind ja hier schon gemacht worden.

Das alles solltest du wirklich nur dann machen, wenn es dir im Moment sehr viel bedeutet und du wirkliches Interesse daran hast. Nicht als Vorbereitung für irgendetwas.
Ich freue mich über dein Interesse am Klavierspielen und wünsche dir viel Spaß!

chiarina
 
A

annettschn

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so, Pianogirli:
Aus deinen Posts lese ich, das du so ca. 14-15 Jahre alt bist, also hast du vorraussichtlich noch ca. 3-5 Jahre Zeit, bis du überhaupt an´s Studieren denken kannst. Das ist einerseits viel Zeit zum Üben, andererseits Zeit, um älter zu werden und anders über deinen Berufswunsch zu denken (ich schreib das aus eigener Erfahrung).

Mit 14 wollte ich auch unbedingt Musik studieren und jetzt, 4 Jahre später denk ich mir, mach was "gescheites" aber was anderes als Musik (ich bin zwar nicht ganz schlecht, aber halt auch nicht der absolute Grösus. So bleibt mir und meiner Umwelt auch einiges erspart :D)!

Du wirst sicher auch glücklich, wenn das Klavierspielen für dich ein schönes Hobby bleibt. Dann kannst du dich den ganzen (Arbeits-)Tag darauf freuen, den Gedanken find ich sehr schön und mir hilft er z.B: durch einen langen (und meist langeweiligen) Praktikumstag.

also lass mal ein wenig Gras drüber wachsen (wenn du noch Zeit hast), denk später nochmal drüber nach und schau dich auch nach anderen Berufen um (hast bei uns sicher genug Auswahl) es gibt auch noch andere intersannte!!!
 
hasenbein

hasenbein

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Ich möchte noch anfügen, daß meine Äußerungen auch auf Folgendem beruhen:

Ich habe einfach die Schnauze voll von diesen Schülern, die mir ungefähr so angekündigt werden: "Du, Hasenbein, da kommt ein Schüler von einem anderen Lehrer, der ist echt talentiert und will wahrscheinlich Musik studieren, den mußt Du unbedingt mit Unterricht versorgen!"

Und dann kommt der Schüler, und ich frage ihn, was er zuletzt gespielt hat. Antwort:

"Och, mal überlegen... das eine Stück war, glaube ich, von Bach... und dann noch so eins... Moment..." (holt zerknitterte Noten raus, auf denen Ex-Klavierlehrer ganz viel Anweisungen draufgekrickelt hat) "...ja, hier so'n mehr modernes Stück, das hat mir mein Lehrer gegeben..."

Dies ist keinesfalls ein seltenes Beispiel, sondern eher typisch.

Nein, solche Schüler soll man nicht zum Studium ermutigen. Das ist unverantwortlich.

Es gibt schließlich immer wieder die wirklich Talentierten, Begeisterten, bei denen man die "Musikernatur" sehr schnell erkennt. Und wenn die Musik studieren, reicht das völlig bei der heutigen (ebenfalls von den Hochschulen unverantwortlichen!) Musikerschwemme.

LG,
Hasenbein
 
rolf

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die Frage musste ich wohl besser auf "Welche klassische Musik soll ich kennen?" wechseln ;).....
wenn es Dir ernst ist, musst Du Musik in Dich aufsagen - und das muss von Dir kommen. Irgendeinen Kanon a la "das muss ich wissen" gibt es nicht.

Wenn Dir z.B. "romantische Klaviermusik" - sagen wir mal: Chopin - sehr gefällt, dann hör Dir alles von ihm an, informier Dich (was hat er wann und warum gemacht), dann erweiterst Du Deinen Kreis (was gab es außer Chopin für Romantiker - u.v.a. Schumann, Mendelssohn, Liszt) und hörst Dir da möglichst viel an, danach fragst Du Dich: woher kommen die bzw. woran knüpfen die an (Beethoven und dann weiter zurück, Mozrt, Bach), was folgt nach ihnen (Brahms, Ravel, Debussy usw.) - - und das alles hörst Du Dir an. Zudem kannst Du Dich informieren, was "Romantik in der Musik" ist und andere Gattungen (Kammermusik, Orchestermusik, Opern) auch noch hören.

Aber das muss von Dir kommen und Du selber musst den Anfang machen - wenn es nichts gibt, woran Du Feuer fängst, wäre das alles freilich nur ein distanziertes passives Vielhören (dafür wäre die Zeit vielleicht zu schade - es gibt ja auch Schwimmbäder, Mofafahren und Herzensangelegenheiten).

Also: wenn Dir irgendein Musikstück ganz besonders gefällt, dann nimm dieses als Ansatz und dann so wie oben.

Wäre eine Möglichkeit - muss man aber nicht.

Gruß, Rolf
 
pppetc

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Ich hab bestimmt schon mehr als 10000 Stunden am Klavier herumgelümmelt -
aus mir is nix geworden.
Das kammer ja so nu irgendwie auch nich sagen, Du.


Ansonsten - wie ist das: Reicht ein Gegenbeispiel aus,
um die von Fabian zitierte Studie à la Popper zu falsifizieren?
Es geht weniger ums Falsifizieren, als vielmehr ums Ergänzen.
Auch insofern, als ich an die von Fabian genannten Zahlen eher
noch ein paar Nullen dranhängen würde.


@pianogirli

Auf die Frage, welche klassische Musik Du kennen solltest, gibts
bloß eine Antwort: Na - alle selbstverständlich!

Wie Du nun damit beginnst, bleibt Dir überlassen: Vielleicht zunächst
Lautenmusik der Renaissance, dazwischen ne Schubert-Messe, ein bissel
Händel und dann auch wieder ne Nono-Oper, dann ein wenig Brahms (wenn
Du ihn liebst), und nochen Schwupps Gesualdo-Madrigale.
Am nächsten Tag beginnst Du mit leichter Kost, sagen wir mal: ein
Stückchen von Zappas Spätwerk, eine Portion Boulez, und dann läßt
Dus mal zu richtig krachen und nimmst ne Beethoven-Sonate und/oder
eins seiner Streichquartette.

Wenn Du munter weiter so verfährst, bekommst Du ne spannende und
angefüllte Woche - und wenn Du das ne Zeitlang machst, kriegst Du auch
bald die 10.000 Stunden voll....(tatsächlich kein Witz)


Viele Grüße

stephan
 
 

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