Reichen für Songwriting/Komposition Grundkenntnisse in Harmonielehre oder wie viel Wissen sollte man haben, um selbst Pop-Musik zu schreiben?

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tonkunst_9

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Reichen für Songwriting/Komposition Grundkenntnisse in Harmonielehre oder wie viel Wissen sollte man haben, um selbst Pop-Musik zu schreiben?
Immer wieder schreiben auch Leute gute Pop-Songs, die kein Musikstudium absolviert haben.
Also von daher, wie viel sollte man wissen, um "gute" Popmusik zu schreiben, die kommerziell erfolgreich werden könnte?
Oft entscheidet ja sowieso die Vermarktung und Hülle, ob ein Song erfolgreich wird oder nicht.
Oder eben, wie viel Reichweite vor allem das Produktionslabel hat, bei dem man den Song aufnimmt.
 
Kommerziell erfolgreiche Popsongs werden oft in kleinen Teams geschrieben.

Eine Person ist für Text und Melodie zuständig. Sie braucht viel Hör- und bestenfalls auch Singerfahrung sowie ein gutes Gespür für gelungene Texte und für eingängige Melodien, die genau auf den Text abgestimmt sind.
Eine andere Person erstellt die Begleitung. Da sind dann gute Kenntnisse der Harmonielehre und der Rhythmik gefragt, und eine weitere Person nimmt die professionelle technische Produktion in die Hand.

Das, was man bei der Agentur abliefert, sollte in diesen drei Bereichen bereits perfekt sein, auch wenn es nur eine Demo-Aufnahme ist, denn es gibt in dieser Branche erhebliche Konkurrenz. Je perfekter, desto besser sind die Chancen auf Veröffentlichung. Und man braucht natürlich auch Verbindungen zu erfolgreichen Personen aus der Branche.

Übrigens werden die Studenten an den Fachhochschulen für Popularmusik in ihrer Ausbildung u.a. genau darauf vorbereitet, Und dort finden sich auch die richtigen Connections.

Und dennoch schafft es auch dort nur ein kleiner Bruchteil, sich im hart umkämpften Markt zu etablieren.
 
Ein Freund und Kollege, der im Indie-Bereich unterwegs ist, würde sagen, dass "gut" und "kommerziell erfolgreich" nicht zwingend deckungsgleich sein muss. ;-)
Es gibt ja jede Menge Songs, die musikalisch ziemlich seicht sind und sich trotzdem extrem gut verkaufen.
 
"Zwei auch." (Ken Hensley)
 
Manchmal auch nur einer:



Dennoch sollte man auf ein großes Repertoire an Akkorden zurückgreifen können. Die Möglichkeiten selbst zu beschränken ist immer besser, als von vornherein im Wissen und Können eingeschränkt zu sein.

Billie Eilish schreibt gute Songs und ist kommerziell überaus erfolgreich. Sie verwendet vergleichsweise (!) komplexe Akkorde, z.B. im Song "Skinny".
 
Man muss genau den sehr schmalen Bereich zwischen Altem und Neuem erwischen. Alt ist quasi immer der Takt (4/4) und die Harmonien (I IV V I, selten auch mal eine vi oder III oder sowas), auch das Tempo ist sehr oft das gleiche, je nach Genre. Was man also braucht, sind interessante kurze Rhythmen bzw. Motive oder Themen / Melodien und einen mehr oder weniger sinnvollen, zumindest greifenden Text. Sehe ich das richtig?
 
Kommerziell erfolgreiche Popsongs werden oft in kleinen Teams geschrieben.

Eine Person ist für Text und Melodie zuständig. Sie braucht viel Hör- und bestenfalls auch Singerfahrung sowie ein gutes Gespür für gelungene Texte und für eingängige Melodien, die genau auf den Text abgestimmt sind.
Eine andere Person erstellt die Begleitung. Da sind dann gute Kenntnisse der Harmonielehre und der Rhythmik gefragt, und eine weitere Person nimmt die professionelle technische Produktion in die Hand.

Das, was man bei der Agentur abliefert, sollte in diesen drei Bereichen bereits perfekt sein, auch wenn es nur eine Demo-Aufnahme ist, denn es gibt in dieser Branche erhebliche Konkurrenz. Je perfekter, desto besser sind die Chancen auf Veröffentlichung. Und man braucht natürlich auch Verbindungen zu erfolgreichen Personen aus der Branche.

Übrigens werden die Studenten an den Fachhochschulen für Popularmusik in ihrer Ausbildung u.a. genau darauf vorbereitet, Und dort finden sich auch die richtigen Connections.

Und dennoch schafft es auch dort nur ein kleiner Bruchteil, sich im hart umkämpften Markt zu etablieren.

Ja, leider und es ist auch nicht einfach, in der Branche herauszustechen. Irgendwie muss man etwas erfinden, was es noch nicht gibt, was aber trotzdem vom Stil her im Mainstream ist. Bohemian Rhapsody wollten die Produzenten in einem großen Label für Queen damals zuerst auch nicht veröffentlichen, weil es ungefähr 6 Minuten lang war, also die "Radio-Länge" von ca. 3 bis 4 Minuten eines typischen Popsongs im Radio überschreitet, aber dann hat es Queen selbst unabhängig veröffentlicht und es wurde erfolgreich gegen vorherige Meinung des Labels.
Das ist mal wieder so ein typisches Beispiel, dass die Labels auch oft nur Einheitsbrei wollen.
Billie Eilish ist sowieso gut und trifft auch den Nerv der Zeit, also jedenfalls der jüngeren Generation und von den Themen in ihren Texten und auch von der Musik an sich. Natürlich hat sie auch eine gute Stimme. Und ihr dunkler Stil kommt an.
 
Und deutlich erkennbares Autotune!

Natürliche Stimmen will ja niemand mehr hören.

Naja, wenn du von Natur aus eine schöne Stimme hast, so wie zum Beispiel Alicia Keys, dann schon. Klar, wird für sie sicher auch Autotunes verwendet, aber wahrscheinlich wesentlich weniger wie bei anderen Künstlern. Und wenn man sie live singen hört, trifft sie trotzdem die Töne genau und ihre Stimmfarbe ist sowieso der Hammer.
 

Normale Optimierung. In vielen Dingen führe ich glücklich ein low Level Leben und habe viel Spaß dabei.
Wenn etwas rollt wie gewünscht, nehme ich die Energie raus.

Das ist allemal besser als in jeden Kram viel Energie zu stecken und raus kommt nix.

Allerdings würde ich als Low Level Hit Komponist auch nicht erwarten, dass irgendjemand das unentgeltlich hören möchte.😁
 
Ein Freund und Kollege, der im Indie-Bereich unterwegs ist, würde sagen, dass "gut" und "kommerziell erfolgreich" nicht zwingend deckungsgleich sein muss. ;-)
Es gibt ja jede Menge Songs, die musikalisch ziemlich seicht sind und sich trotzdem extrem gut verkaufen.

Es kommt drauf an, was du unter seicht verstehst.
Schöne Musik kann auch einfach sein und muss nicht immer komplex sein.
Das ist eigentlich auch immer Geschmackssache.
 
Normale Optimierung. In vielen Dingen führe ich glücklich ein low Level Leben und habe viel Spaß dabei.
Wenn etwas rollt wie gewünscht, nehme ich die Energie raus.

Das ist allemal besser als in jeden Kram viel Energie zu stecken und raus kommt nix.
So ist es - weniger frustrierend ist es sicher allemal ;-) . Aber ich wüsste auch nicht, dass die persönliche Lebensführung von irgendjemandem hier Thema wäre oder andere irgendetwas anginge.

Was muss ich wissen und können, um mit meiner Musik/meinen Songs "gut" oder gar "kommerziell erfolgreich" zu sein? Das streben sicher mehr oder weniger alle an, die auf professioneller Basis Musik machen, was manche Reaktion auf solche und ähnliche Fragestellungen vielleicht auch ein Stück weit erklärt. Letzteres dürfte aber auch nicht unbedingt an Ersteres geknüpft sein (oder was ist an Bierzelthymnen wie "Layla" eigentlich qualitativ so herausragend...?) Wenn es dagegen um Ersteres, also um Qualität (ob nun im Songwriting oder sonstwie) geht, lautet die Antwort wohl stets lapidar: sein Bestmögliches. -
 
Zuletzt bearbeitet:
Du scheinst nicht viel aktuelle Musik zu hören.

Es ist unglaublich, wie sehr die schönsten Stimmen mit Autotune verunstaltet werden.

Junge Sängerinnen trainieren sich sogar an die Effekte, die Autotune teilweise erzeugt, beim Singen mit ihrer Stimme nachzuformen.
Oh, doch, ich höre hauptsächlich moderne, aktuelle Popmusik, aber auch relativ viel Soul, Blues, Indie etc.
Eigentlich alles mögliche, aber eher Popularmusik.
Alte und klassische Musik höre ich eigentlich kaum, wenn dann wenige Lieder.
 
Du scheinst nicht viel aktuelle Musik zu hören.

Es ist unglaublich, wie sehr die schönsten Stimmen mit Autotune verunstaltet werden.

Junge Sängerinnen trainieren sich sogar an die Effekte, die Autotune teilweise erzeugt, beim Singen mit ihrer Stimme nachzuformen.

Ja, ich weiß, dass meistens vor allem bei den Popsongs ab den 2000ern, aber auch schon davor sehr viel Autotune verwendet wird, aber was soll man machen.
Teilweise sind es dann Sänger, die jetzt nicht sehr tief und sehr hoch singen können, aber halt gut aussehen und sich gut vermarkten lassen, also Schönlinge.
Aussehen ist halt teilweise in der Vermarktung wichtiger als die Stimme an sich, die sich ja mit Autotune "biegen" lässt.
 
So ist es - weniger frustrierend ist es sicher allemal ;-) . Aber ich wüsste auch nicht, dass die persönliche Lebensführung von irgendjemandem hier Thema wäre.

Was muss ich wissen und können, um mit meiner Musik/meinen Songs "gut" oder gar "kommerziell erfolgreich" zu sein? Das streben sicher mehr oder weniger alle an, die auf professioneller Basis Musik machen, was manche Reaktion auf solche und ähnliche Fragestellungen vielleicht auch ein Stück weit erklärt. Letzteres dürfte aber auch nicht unbedingt an Ersteres geknüpft sein (oder was ist an Bierzelthymnen wie "Layla" eigentlich qualitativ so herausragend...?) Wenn es dagegen um Ersteres, also um Qualität (ob nun im Songwriting oder sonstwie) geht, lautet die Antwort wohl stets lapidar: sein Bestmögliches. -

Ich mochte Schlager noch nie und solche Lieder wie Leyla sind das beste Beispiel für seichte Musik in meinen Augen.
Aber gut, es muss auch nicht immer Klassik sein.
Popularmusik ist halt auch oft unterhaltsamer und leichter zu hören.
Es kommt immer auch auf den Anlass an.
Aber ja, es stimmt, solche Lieder wie Layla sind unter dem Niveau.
 
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Teilweise sind es dann Sänger, die jetzt nicht sehr tief und sehr hoch singen können, aber halt gut aussehen und sich gut vermarkten lassen, also Schönlinge.
Aussehen ist halt teilweise in der Vermarktung wichtiger als die Stimme an sich, die sich ja mit Autotune "biegen" lässt.
Da muss man auch nochmal die Märkte differenziert betrachten. Jemand wie Ed Sheeran hätte in Deutschland keine so große Chance bekommen wie im britischen Raum. Der deutsche Popmarkt gilt als extrem konservativ: bloß kein Risiko eingehen aufgrund eines speziellen Äußeren.
 
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Normale Optimierung. In vielen Dingen führe ich glücklich ein low Level Leben und habe viel Spaß dabei.
Wenn etwas rollt wie gewünscht, nehme ich die Energie raus.

Das ist allemal besser als in jeden Kram viel Energie zu stecken und raus kommt nix.

Allerdings würde ich als Low Level Hit Komponist auch nicht erwarten, dass irgendjemand das unentgeltlich hören möchte.😁

Kennst du Tash Sultana?
Die ist wirklich cool, aber wohl auch sehr talentiert.
Aber sie beweist, es ist Einiges möglich, vom Straßenmusiker hat sie es geschafft mit Alternative-/Indie-Musik ganze Konzerthallen zu füllen.

Hier, das ist in meinen Augen gute Indie-Musik, ja, sagen wir mal Alternative-/Indie-/Popmusik:

 
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