Mozart KV466

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alibiphysiker
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Gestern durfte ich mit dem Sinfonieorchester des KIT das wunderbare 20. Klavierkonzert von Mozart aufführen. Als erstes Konzert nach der langen Corona-Zwangspause war das eine wunderbare Erfahrung! Wenn es euch interessiert findet ihr die Aunfahme hier ab 57:40 . Die verwendeten Kadenzen habe ich selbst geschrieben. Leider war ich am Anfang noch etwas unkonzentriert, und ich brauchte fast die gesamte Exposition und Durchführung um auf der Bühne anzukommen. Aber dann habe ich mich wirklich wohlgefühlt und es hat superviel Spaß gemacht :-).
 
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Stilblüte
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Da geht einem doch das Herz auf! Wunderbar gespielt, lieber Daniel! Umso beachtlicher, wenn man bedenkt, dass Corona eine monate- bis jahrelange Konzertpause erzwungen hat, dies dein erstes Klavierkonzert war (und dann gleich so ein herausforderndes!) und du die Kadenzen selbst geschrieben hast.

Ich denke zurück an unser Würzburg-Treffen 2014, wo ich dich mit der bereits mit beachtlicher Schönheit vorgetragenen Sonatine von Ravel gehört habe, dann an den Quantensprung zum Spontan-Skrjabin bei @Marlene fünf Jahre später im Jahr 2019, und nun diese Sternstunde. Wo es noch hingehen mag bei dir? ;-)

Besonders gefallen mir dein durchsichtiges, musikalisch kluges und verständiges Spiel, deine feinen gestalterischen Nuancen in Phrasierung und Klanggestaltung und das feinsinnige Zusammenspiel mit Dirigent und Orchester. Auch die Kadenzen sind sehr überzeugend und absolut erfrischend, wo doch die meisten immer dieselbe spielen.
 
Marlene
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Ich denke zurück an unser Würzburg-Treffen 2014, wo ich dich mit der bereits mit beachtlicher Schönheit vorgetragenen Sonatine von Ravel gehört habe, dann an den Quantensprung zum Spontan-Skrjabin bei @Marlene fünf Jahre später im Jahr 2019, und nun diese Sternstunde.

An die Sonatine in Würzburg denke ich auch immer wieder, wenn Daniel spielt. Wie schön hat sie damals schon geklungen!
:-) :super:

Die anlässlich meines Geburtstagstreffens von Daniel gespielte "Schwarze Messe" hat mir übrigens besser gefallen als die Interpretation des Profis.


In die richtige Richtung - in eine gute!
:super:
 
.marcus.
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Glückwunsch zu dem schönen Konzert! Deine pianistische Entwicklung ist wirklich beeindruckend.
"Scientists in Concert" ist ein cooles Konzept :) Mir kam schon der "KIT"-Schriftzug so vertraut vor. Ich benutze beruflich häufig den Karlsruher Virtuellen Katalog (KVK), der ja dort beheimatet ist.

lg marcus
 
Rheinkultur
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Gratulation zur sehr gut gelungenen Interpretation, die ein überzeugendes Mozart-Klangbild erkennen lässt. Große Präsenz, transparent und klangschön musiziert. Gut so, dass man das Gebotene dank der verlinkten Aufnahme auch mehrmals genießen kann. Es lohnt sich wirklich.

...mehr als nur interessant - machte Freude beim Zuhören! Sehr schön.

Die verwendeten Kadenzen habe ich selbst geschrieben.
Die kamen noch überzeugender herüber als erwartet und befinden sich in bester Gesellschaft etwa mit denen von J.N. Hummel. Eine erfrischende Alternative zu den tiefgründigen und praktisch nicht zu übertreffenden Beethoven-Kadenzen, die meist gespielt werden. Prima!

Leider war ich am Anfang noch etwas unkonzentriert, und ich brauchte fast die gesamte Exposition und Durchführung um auf der Bühne anzukommen.
Das empfand ich eigentlich nicht so, Du warst von Anfang an fokussiert und mittendrin im Stück - und das bei dem Mozart-Konzert, bei dem man möglicherweise den längsten Atem benötigt und bei dem der Spannungsbogen besonders schwierig durchzuhalten ist.

Der war durchgängig zu spüren - der Funke sprang über, ohne irgendwann zu erlöschen.

Musikalisch und künstlerisch ist alles da, um seinen Weg zu machen. Es stellt sich nur eventuell mal die Frage, ob es bei einer Doppelexistenz als Naturwissenschaftler und Musiker bleibt oder nicht eine fundamentale Weichenstellung erfolgt. Sicherlich schwierig bei Menschen, die auf gleich mehr als einem Gebiet herausragende Leistungen bringen und gute Karrierechancen haben. Da erinnern sich Insider an den Physiker Werner Heisenberg, der auch ein sehr guter Pianist war und genau dieses Mozart-Konzert ebenfalls spielte. Es existiert sogar eine Aufnahme aus seinem Hause anno 1966 mit einem Liebhaberorchester, die ich allerdings nie gehört habe. Mein Klavierprofessor in der Jugendzeit kannte ihn noch persönlich, wie ich erfahren habe.

Beim Lesen der Namen auf dem Programm stellte sich heraus, dass der Dirigent in Karlsruhe aus NRW stammt und es familiäre Verbindungen über den Tonkünstlerverband gibt. Die Welt ist klein...!

In diesem Sinne weiter so.

LG von Rheinkultur
 
pianochris66
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Danke für die Veröffentlichung:super:. Um welches Stück handelt es sich bei der vierhändigen Zugabe?
 
alibiphysiker
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So, jetzt versuche ich hier mal auf alles zu antworten. Danke für die überwältigende Resonanz! Bitte entschuldigt, wenn ich nicht auf alles eingehe, aber ich möchte meinen Beitrag nun nicht zu lang werden lassen! Auf jeden Fall habe ich mich über jede einzelne Antwort sehr gefreut!

Ich fange mal von hinten an... .:

Danke für die Veröffentlichung:super:. Um welches Stück handelt es sich bei der vierhändigen Zugabe?
Es ist die Nummer 4 aus "Bilder aus Osten" op. 66 von Robert Schumann! Der ganze Zyklus ist ganz wunderbar und hörens- sowie spielenswert!

Leider nein... .

Gratulation zur sehr gut gelungenen Interpretation, die ein überzeugendes Mozart-Klangbild erkennen lässt. Große Präsenz, transparent und klangschön musiziert. Gut so, dass man das Gebotene dank der verlinkten Aufnahme auch mehrmals genießen kann. Es lohnt sich wirklich.

...mehr als nur interessant - machte Freude beim Zuhören! Sehr schön.
Danke sehr für die Blumen! Wie gewöhnlich ist der Pianist – also in dem Fall ich – nicht völlig zufrieden. Vieles ist schön geworden, vieles ärgert mich aber auch ziemlich. Aber schön, dass das Gesamtbild überzeugend rüberkommt! :-).
Die kamen noch überzeugender herüber als erwartet und befinden sich in bester Gesellschaft etwa mit denen von J.N. Hummel. Eine erfrischende Alternative zu den tiefgründigen und praktisch nicht zu übertreffenden Beethoven-Kadenzen, die meist gespielt werden. Prima!
Ja, das freut mich auch. Ich war am Ende auch positiv davon überrascht, wie gut die Kadenzen dann doch funktionierten. Zu den Beethoven-Kadenzen: Ja, die sind grandios, aber ich glaube man muss sich die Frage stellen, was man "bezwecken" möchte, wenn man eine Kadenz spielt. Früher – also zur Zeit Mozarts – glichen die Konzerte ja noch viel mehr einem Spektakel als heute
Bei der Uraufführung von Beethovens Violinkonzert fand sich unter anderem dieser Programmpunkt (siehe hier ) auf dem Plakat:
... Wird Herr Clement auf der Violine phantasiren und auch eine Sonate auf einer einzigen Saite mit umgekehrter Violin spielen.
und gerade bei der Aufführung klassischer Instrumentalkonzerte, sollte man – finde ich – versuchen, ein bisschen eine mögliche "Stimmung" damaliger Konzerte wiederaufleben zu lassen. Wenn ich mir die hervorragenden Aufnahmen von Robert Levin mit improvisierten Kadenzenen anhöre, bilde ich mir ein, dass das gesamte Stück irgendwie viel frischer, lebendiger, luftiger und "aus dem Moment heraus" erklingt. Aber leider ist es so, dass ich nicht überzeugend in diesem Stil improvisieren kann. Aber dementsprechend sollten die Kadenzen – in diesem Sinne – wenigstens selbst geschrieben sein! Bezwecke ich allerdings (und das meine ich nun völlig wertungsfrei) ein eher "museales" Konzerterlebnis, dann würde ich auch die Beethoven-Kadenzen bevorzugen.
Musikalisch und künstlerisch ist alles da, um seinen Weg zu machen. Es stellt sich nur eventuell mal die Frage, ob es bei einer Doppelexistenz als Naturwissenschaftler und Musiker bleibt oder nicht eine fundamentale Weichenstellung erfolgt.
Ja, mal schauen. Es ist schon wahnsinnig anstrengend, beides gleichermaßen fokussiert zu verfolgen. Ich persönlich hoffe auch, dass ich in nicht allzu ferner Zukunft guten Gewissens eine Entscheidung treffen kann.
Ich denke zurück an unser Würzburg-Treffen 2014, wo ich dich mit der bereits mit beachtlicher Schönheit vorgetragenen Sonatine von Ravel gehört habe
An die Sonatine in Würzburg denke ich auch immer wieder, wenn Daniel spielt. Wie schön hat sie damals schon geklungen!
Im Nachhinein kommt es mir ein bisschen wie eine Kamikaze-Aktion vor, dass ich damals die Sonatine gespielt habe :-D. Kann mir kaum erklären, dass es mit meinem damaligen Wissen über das Klavierspiel und meiner damaligen Erfahrung klappen konnte. Aber glücklicherweise hat es geklappt :-D.

Auf die vielen weiteren Blumen in euren Beiträgen (@Stilblüte @Marlene) gehe ich nun nicht ein, weil ich sonst noch rot werde. Aber auf jeden Fall Danke, hat mich sehr gefreut! Besonders gefreut hat es mich übrigens auch, dass zwei Forenuser die lange Anreise nicht gescheut haben, und sogar persönlich im Konzert waren! Mehr verrate ich aber nicht :kuscheln::geheim:.
 
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Tastatula
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Aus technischen Gründen konnte ich es noch nicht ganz hören. Ich finde, Du hast ein wunderbares Zeitgefühl und ein sehr schönes Piano. Gleichwohl fand ich das Orchester, oder sagen wir mal die ganze Konzeption des Dirigenten - zumindest im ersten Satz, die anderen habe ich noch nicht gehört - seltsam uninspiriert.
Da saßen jede Menge junge, dynamische Menschen und die Energie habe ich nicht so gespürt. Es klang mir eher nach einer schüchternen Verbeugung vor Herrn Mozart. Für mich hätte z.B. das Tempo ein µ straffer sein können, das hätte der Leuchtkraft gedient...
Aber das ist meine persönliche Meinung, ich mag es gerne, wenn man mal andere Pfade geht als die gängigen.
Ich hoffe, die anderen Sätze erbarmen sich meiner noch.
Jedenfalls: Gratulation zu Deinem feinsinnigen Spiel!
 
alibiphysiker
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Aus technischen Gründen konnte ich es noch nicht ganz hören. Ich finde, Du hast ein wunderbares Zeitgefühl und ein sehr schönes Piano. Gleichwohl fand ich das Orchester, oder sagen wir mal die ganze Konzeption des Dirigenten - zumindest im ersten Satz, die anderen habe ich noch nicht gehört - seltsam uninspiriert.
Da saßen jede Menge junge, dynamische Menschen und die Energie habe ich nicht so gespürt. Es klang mir eher nach einer schüchternen Verbeugung vor Herrn Mozart. Für mich hätte z.B. das Tempo ein µ straffer sein können, das hätte der Leuchtkraft gedient...
Aber das ist meine persönliche Meinung, ich mag es gerne, wenn man mal andere Pfade geht als die gängigen.
Ich hoffe, die anderen Sätze erbarmen sich meiner noch.
Jedenfalls: Gratulation zu Deinem feinsinnigen Spiel!
Zunächsteinmal: Danke an die Blumen für mich! Und zum Orchester: Tatsächlich gibt es mit der Aufnahme zwei große Probleme:
- Die Aufnahmequalität des Orchesters ist nicht sehr gut
- Der Raumklang ist der Aufnahme nicht beigemischt (und das kann auch nicht nachträglich behoben werden, da es wohl zu technischen Problemen mit den Saalmikros kam).

Der Saal war EXTREM hallig, was man leider auf der Aufnahme nicht hört. Aus diesem Grund musste das Orchester so "definiert und zurückhaltend" spielen, damit man überhaupt etwas versteht. Davon abgesehen bin ich mit dem Dirigat und der Gestaltung des Orchesterparts sehr zufrieden: Ich finde es ist sehr feinsinnig und tiefgründig gestaltet und dirigiert (was ich natürlich auch durch die Probenarbeit mitbekommen habe). Vielleicht wirkt es dadurch etwas schüchtern, aber ich hab es zu keinem Zeitpunkt so empfunden.
 

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Hast du dich auch mit dem Flügel ärgern müssen, der wahrlich bessere Tage gesehen hat?
Mh... naja. So sehr hat mich der Flügel nicht gestört, alles was wichtig war hat funktioniert. Nur das eine im Konzert verstimmte es fand ich etwas schade (das muss unmittelbar vorher durch den Umbau passiert sein). Im Grunde muss man als Pianist ja immer und überall schön und gut spielen müssen, und die meisten Hochschulflügel sind wesentlich schlechter in Schuss.
 
 

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