Modulation durch Doppelwendung?

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PeterGiffon

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In einem Buch steht drin, dass eine Modulation vorliegt, wenn einem "Dur- oder Molldreiklang, der nicht die Tonika ist, eine Doppelwendung vorrausgeht". Könnte mir das jemand erklären? Ich kann das nicht nachvollziehen.

Gruß
 
Pianeer137

Pianeer137

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Bei einer Modulation wird eine andere Tonart als die Tonika als mehr oder weniger provisorische neue Tonika verwendet.
Woher jedoch soll der Hörer wissen, dass diese Tonart zur vorläufig neuen Tonika gekürt wurde?
Wenn du z. B. ein Stück zur bisherigen Dominante modulieren möchtest, also z. B. von C Dur nach G Dur, dann muss ja etwas passieren, damit auch jeder weiß, dass G Dur nun nicht einfach nur die Dominante, sondern die neue Tonika ist.
Des Rätsels Lösung ist in diesem Falle die Verwendung der Dominante der Dominante - also z. B. D Dur - im melodischen und harmonischen Geschehen.
Wenn du hingegen die Subdominante zur neuen Tonika küren möchtest, ist die Verwendung der Subdominante der Subdominante angesagt.
Somit besteht die Doppelwendung aus denjenigen Tönen, die dem Hörer "erklären", dass es sich bei der darauffolgenden Tonart zumindest vorübergehend um die neue Tonika handelt. Wenn sie leiterfremd sind (z. B. ein F# in der C-Dur-Tonleiter), ist das für den Hörer ganz hilfreich. :-)
 
aths

aths

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In diesem Zusammenhang hätte ich auch gleich eine Frage. Ist es üblich, die neue Dominante mit ihrer Dominante einzuführen, oder kann man auch vor der Dominante der neuen Tonika dessen Subdominante spielen? Mit IV-V-I (bezogen auf die neue Tonika) wäre die komplette neue Tonleiter gespielt.

Wenn man stattdessen ii spielt (Doppeldominante zur I), spielt man den Akkord lieber in Dur um die dominantische Wirkung zu verstärken oder behält man den Moll bei, um mit leitereigenen Tönen auszukommen? (ii-V-I enthält auch die komplette Tonleiter.)
 
rolf

rolf

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Wenn man stattdessen ii spielt (Doppeldominante zur I), spielt man den Akkord lieber in Dur um die dominantische Wirkung zu verstärken oder behält man den Moll bei, um mit leitereigenen Tönen auszukommen? (ii-V-I enthält auch die komplette Tonleiter.)
probier mal "kling, Glöckchen, klingelingeling" in C-Dur aus, aber ohne fis - dann wirst du bemerken, dass eine Doppeldominante als Mollakkord (hier d-Moll anstelle von D-Dur) so richtig schön falsch klingt, jedenfalls wenn man in die Dominante modulieren will :)
(dieses naive Weihnachtslied ist das denkbar einachste Beispiel für eine modulierende Wendung in die Dominante)
 
aths

aths

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Habe Kling Glöckchen ausprobiert, hier klingt die erhöhte vierte Stufe gut. Das Lied funktioniert auch ohne Kreuze bei "_die_ Türen" und "_er_frieren", es klingt dann natürlich dort deutlich anders. Es klingt mit Kreuz trotz der Chromatik irgendwie rechtwinkliger, gerader.

Die Akkorde für Auld Lang Syne die ich gefunden habe, (für F-Dur), schlägt folgende Akkorde vor:

[A] and [Dm] days of [Gm7] old [C7] lang [F] syne

Das Gm interpretiere doppeldominantisch mit F als Ziel. Oder kann man hier den Moll nehmen, da die kleine Septime den dominantischen Charakter ohnehin noch mal unterstreicht? Auf der andern Seite funktioniert die kleine Septime im Dominantsepkt doch eigentlich mit dessen Terz, indem Terz-Septime einen Tritonus bilden.
 
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