Frage zur enharmonischen Modulation

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weber18

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Hallo!

Ich beschäftige mich momentan mit Modulationstheorien und sammle Beispiele für verschiedenartige Modulationen. Habe dazu eine Verständnisfrage:

Handelt es sich bei folgender Modulation (hier ein Beispiel aus einer Beethoven-Sinfonie) um eine enharmonische Modulation oder um eine direkt erweiterte, diatonische Modulation?

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Das Beispiel erscheint bei mir in einem Lehrbuch unter dem Kapitel "enharmonische Modulation". Aber eine enharmonische Verwechslung eines Bestandteils des Modulationsakkords findet doch gar nicht statt?!?

Normalerweise habe ich es so gelernt, dass es folgende Systematisierung gibt:

-Diatonische Modulation
--direkt eng: mithilfe der leitereigenen Dreiklänge
--direkt erweitert: mithilfe weiterer, nicht-leitereigener Klänge

-Enharmonische Modulation
--durch enharmonische Verwechslung einzelner Töne des Modulationsakkords

Würde mich über eine kurze Hilfestellung freuen.

Liebe Grüße,
weber18
 
hasenbein

hasenbein

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Der verminderte Septakkord wäre in der Ausgangstonart beispielsweise zu deuten als D7b9, also Doppeldominante mit tiefalterierter None. Dieser wird jedoch umgedeutet in einen F7b9, der dann als Doppeldominante zu Es-Dur fungiert.

Genauso könnte man über den gleichen Verminderten also auch zu Ges-Dur oder A-Dur statt zu Es-Dur modulieren. Nu gescheggt, wo die Enharmonik liegt?
 
T

tilo

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Aber eine enharmonische Verwechslung eines Bestandteils des Modulationsakkords findet doch gar nicht statt?!?
Das korrekte Wort in diesem Zusammenhang heißt hier "enharmonische Umdeutung" und nicht "enharmonische Verwechslung".
Letztere wird aus lesetechnischen Gründen vorgenommen: Wenn z.B. im Verlauf eines Stückes die Tonart Cb Dur erreicht worden ist, wird in H Dur weiter notiert um das Notenlesen zu erleichtern.
 
 

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