Modest Mussorgsky: Eine Träne

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Fenena

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Moin moin,
ich finde das Stück sehr schön, aber um es richtig interpretieren zu können fehlt mir die musiktheoretische Ausbildung.
Kann mir da jemand bitte helfen ?
mfG
Fenena
 
cwtoons

cwtoons

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Zunächst sollte man dazu Klavier spielen können. Sonst geht´s nicht. Anschließend spielt man die Töne entsprechend den musikalischen Handlungsanweisungen, den Noten. Damit ist die Arbeit zu 98 Prozent geschafft.
Die fehlenden 2 Prozent regeln sich dann auch oft durch Zufall.
CW
 
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Kulimanauke

Kulimanauke

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@ aber um es richtig interpretieren zu können fehlt mir die musiktheoretische Ausbildung.

Eine musiktheoretische Ausbildung brauchst Du nicht unbedingt, aber Notenkenntnisse wären schon mal von Vorteil und ein gescheiter Klavierlehrer. Der Rest ist Arbeit, Arbeit und noch mals Arbeit.

Scroll doch mal runter. Es haben schon etliche Tränen über die Träne vergossen. Vielleicht sind ein paar Tips für Dich dabei.

Kulimanauke
 
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Fenena

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Nabend,
das hab ich schon gemacht, die Tränen angehört. Ich kann auch das Stück ! KL ja, 1x die Woche 45 min. Es sagt mir was, nur was ??? Den Anfang und das Ende - das kenne ich, nur woher??? Kirche???
mfG Fenena
 
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Fenena

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Nein!!!!!!
Ich soll es interpretieren, nicht auf den Tasten, sondern verbal. Was hat er gemeint, warum hat er es so komponiert, dur moll dur moll dur? Was sagt der Anfang? Und warum sagt er das? Was macht die Träne? usw.
Ich tappe im Dunkeln. Anfang und Ende klingt für mich sehr kirchlich.
Vielleicht hat ja noch einer von Euch eine Idee.
MfG
Fenena
 
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Babette

Guest
Hallo Fenena,

ich habe das Stück gestern zufällig gehört und mich spontan verliebt, weil es mir etwas erzählt und das hat gar nichts mit Musiktheorie zu tun. Und zufällig habe ich es heute Morgen in Worte gefasst, weil sich ein Bekannter wunderte, dass ausgerechnet mir ein Stück mit einem so traurigen Titel gefällt. Aber es ist ja gar nicht nur traurig, für mich erzählt es von verschiedenen Tränen auch von Freudentränen.
Vielleicht hilft Dir die Überlegung ja weiter.

LG Babette
 
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chiarina

Guest
Ich soll es interpretieren, nicht auf den Tasten, sondern verbal. Was hat er gemeint, warum hat er es so komponiert, dur moll dur moll dur? Was sagt der Anfang? Und warum sagt er das? Was macht die Träne? usw.
Ich tappe im Dunkeln. Anfang und Ende klingt für mich sehr kirchlich.
Vielleicht hat ja noch einer von Euch eine Idee.


Liebe Fenena,

vielleicht hat dir dein KL diese Aufgabe gestellt, weil es dir schwer fällt, musikalische Entwicklungen, Klänge und Gefühle in Worte zu fassen. Vielleicht möchte er, dass du auf diesem Wege zu einer differenzierteren Wahrnehmung und daher auch Wiedergabe dieses Stücks kommst. Kann das sein?

Wenn es so ist, wäre es ja sehr verfehlt, dir meine persönliche Auffassung des Stücks wiederzugeben. :p Es kommt darauf an, was es dir sagt, was du wahrnimmst.

Gibt es da außer Anfang und Schluss, der tatsächlich choralartig geschrieben ist, nichts?

Wenn man ganz auf dem Schlauch steht, kann man versuchen, zu beschreiben, wie das Stück komponiert ist und entsprechende Stellen herausgreifen. Man schaut also, was alles in den Noten steht.

Schau dir doch mal die Begleitung des g-moll- und G-Dur-Teils an und stelle sie spielend gegenüber. Gibt es Unterschiede? Da stellst du doch dann fest, dass im moll-Teil ein Seufzermotiv in Achteln verarbeitet ist (Bogen) mit anschließendem Akkord (Viertelnote). Im Dur-Teil hingegen bewegt sich die Begleitung sanft in wiegenden Achteln. Wie wirkt das, wenn du mal beide Begleitungen gegenüberstellst? Schließ die Augen, wenn möglich, und hör dir einfach zu.

Dann steht über dem moll-Teil "legato e cantabile", "pp" und "senza sordino" - im Dur Teil "pp" und "con sordino", also mit 2. Pedal. Wie unterschiedlich klingt das? Was ist expressiver, was verhaltener)? Welchen Klang will Mussorgsky mit dem Gebrauch des 2. Pedals hören?

Beiden Teilen gemeinsam ist ein Quasi-Ostinato auf dem Ton "G" im Bass. Im Dur-Teil ist es im Gegensatz zum moll-Teil sogar durchgehend! Es bleibt! Was bedeutet das für die klangliche Entwicklung? Du kannst es erleben, indem du nur die Melodie und die Basstöne (also die "G"s bzw. im moll-Teil später die anderen Basstöne) spielst. So machst du dir bestimmte Aspekte des Notentextes klanglich erlebbar. Man muss nicht immer alle Stimmen spielen!

Im moll-Teil sind andere dynamische Zeichen (cresc., decresc.) als im Dur-Teil (lange gar nichts und erst am Schluss poco cresc. und ppp). Was bedeutet das für die einzelnen Phrasen? Wo passiert mehr?

Der Notentext sagt dir also eine ganze Menge, du musst nur genau hinschauen und ich habe nur einen Bruchteil hier angesprochen! Und nach dem Schauen klanglich erfahren und erleben, was das bedeutet, dir also die entsprechenden Stellen herausgreifen und gegenüberstellen.

Dann wird dir vielleicht klarer, was es bedeutet, dass nach einem moll-Teil ein Dur-Teil kommt, wie sie sich unterscheiden und was das für die musikalische Aussage bedeutet.

Letztendlich steht alles da. :p Man muss es sehen, evtl. beschreiben und klanglich wahrnehmen.

Eine schöne Entdeckungsreise! :)

chiarina
 
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Fenena

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Moin moin,
danke Babette, die Freudentränen suche ich mal ab 15.00 Uhr. Obwohl der Titel ist ja "eine Träne". Aber es ist wenigstens ein Denkanstoß.
Danke Chiarina, Du hast mit ja richtig viel geschrieben. Die Begriffe Ostinato und Seufzermotiv kannte ich beide nicht, aber da hilft ja Google.
"Con sordino" ist natürlich verhaltener, ich benutze das 2.Pedal bei diesem Stück erstmalig und bin gespannt, wie es beim Flägel meiner KL wirkt, beim Klavier macht das, wie ich gelesen habe, nicht so viel aus.
Ja, ich gebe zu, die Aufgabe kommt von KL. Aber wenn man mit ü50 noch anfängt zu spielen, darf man sich doch helfen lassen - oder?
Liebe Grüße
Fenena ( die sich nachher den Kopf zerbricht )
 
C

chiarina

Guest
"Con sordino" ist natürlich verhaltener, ich benutze das 2.Pedal bei diesem Stück erstmalig und bin gespannt, wie es beim Flägel meiner KL wirkt, beim Klavier macht das, wie ich gelesen habe, nicht so viel aus.
Ja, ich gebe zu, die Aufgabe kommt von KL. Aber wenn man mit ü50 noch anfängt zu spielen, darf man sich doch helfen lassen - oder?

Liebe Fenena,

aber unbedingt!!! :) So hatte ich das nicht gemeint! Ich habe nur deshalb nachgefragt, weil ich ggf. deinem KL nicht vorgreifen, sondern nur ein paar Denkanstöße geben wollte! :)

Liebe Grüße

chiarina
 
 

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