Miniatur (kurzes Stück)


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Jan S
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Hallo

Ich hatte vor einiger Zeit eigene Stücke vorgestellt und bekam dazu Tips und Hinweise, wie es besser sein könnte. Vielen Dank nochmals! Ich fand das sehr hilfreich und damit zu einem neuen Kompositionsversuch inspiriert. Das Ergebnis, ein 1-minütiges Stück, eine „Miniatur“, möchte ich gern vorstellen. Ich habe mich jeden Tag damit beschäftigt und entsprechend meiner Fertigkeiten, das Beste gegeben, damit es meinen Ratgebern nicht peinlich sein muss.

Es gibt einiges, was nicht optimal ist, was ich selber bemerke. Aber es könnte Wichtigeres geben, was mir selber nicht auffällt. Darum, wer es sich anhören mag: Wie findet ihr es? Was könnte/müsste besser sein? Oder was auch immer. Also wer mir Eindrücke oder Hinweise mitteilen möchte, bitte, nur zu!

Ich hoffe, dass im Wesentlichen das Stück in den Noten wiedererkannt werden kann. Ich weiß, dass noch viele mögliche Angaben fehlen. Ich bin mir aber noch nicht sicher, ob das notierte überhaupt so richtig ist. An einigen Stellen sicher nicht! Wie ist es im Allgemeinen? Was wäre als nächstes wichtig?

Ich muss sagen, dass ich noch keinen KL gefunden habe. Und es sieht schwierig aus. Ich bin mir sehr bewusst, dass eine fundierte Entwicklung so kaum richtig möglich ist. Ich habe in der Zwischenzeit etwas herumgelesen (Wikipedia, auch dieses Forum) und gehört (YouTube), und abgesehen von den schon vorher angelesenen Notenkenntnissen, war es das schon, mit der Theorie.

Konkret die aufgenommenen und umgesetzten Hinweise:

Miniatur (DerOlf)

Kurzgefasst (StefanN)

Ohne Pedal (DerOlf u.a.)

„Fingerpedal“ (DerOlf) (Wie notiert man das Fingerpedal?)

Ich habe HbMuths Anregung, mit einer rhythmischen Struktur anzufangen, und darauf aufzubauen, aufgenommen.

Demians Hinweis zur Formenlehre: Wiederholung, Variation und Kontrast. Ist es zu erkennen, dass ich solche eingebaut habe, bzw. mir darüber Gedanken gemacht habe wie es ein „rundes“ Stück wird?

Klangdimensionen laut, leise, verschiedene Betonung mit einzubeziehen (wurde vorher alles wegpedalisiert, wie Antje, Dorforganistin u.a. gesagt haben).

Viele Grüße

Jan S
 

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  • 20220723 Miniatur 1 version 2b.mp3
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virtualcai
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Ich habe versucht das vom Blatt zu spielen, was recht schwierig war, da ich den musikalischen Sinn nicht wirklich erkennen konnte und die Notation auch nicht sehr lesefreundlich ist (Achtel willkürlich zusammengefasst). Also ist das nur ca. was da steht. Ich würde an Deiner Stelle die Noten Mal in musescore eingeben und anhören.
Den Anhang untitled.mp3 betrachten
Harmonisch denke ich mit zwei bis drei Akkorden bist Du derzeit ausgelastet, rhythmisch ist das, was Du willst, für Dich noch zu komplex.
 
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StefanN
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Auch schon ganz okay.

Bitte die Achtel bei den gebrochenen Oktaven modern bebalken, nicht so Z-artig. Das macht zwar Bach oft so, aber auch nur, wenn in seiner Polyphonie kein Platz ist.

In Takt 7 bekommt der D-Dur-Akkord noch sein Achtelfähnchen.

Die Staccato-Punkte gehören nicht zwischen Notenkopf und Notenhals eingeklemmt, sondern unterhalb (oberhalb) des Notenkopfs, wenn Notenhals sich oberhalb (unterhalb) befindet.

Notenköpfe, die unterhalb (oberhalb) der Mittellinie stehen, haben - falls einzelstehend -, ihren Notenhals nach oben (nach unten). So ist das a' in T. 10 falschherum behalst.

Ich halte das Notenbild für klar lesbar. Ich rate davon ab, Notensatzprogramme zu verwenden.

Diese Miniatur ist insgesamt etwas ziellos. Viele Motive kommen, aber keins wird mal ein paar Takte später zitiert.

Vorschlag: Zwei Miniaturen draus machen

Miniatur 1: die ersten acht Takte, dann Wiederholungszeichen, und als zweiten Takt 8 eine Schlusswendung nach g-Moll statt nach D-Dur.

Miniatur 2: Takt 9 bis Schluss.

Und weiter komponieren. Aber jetzt nicht zehn Motive hintereinander purzeln lassen, sondern nur 3 Motive und mit diesen Motiven mehr Motivarbeit.
 
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Tastatula
Tastatula
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Mir gefällt das Spiel mit den Pausen.
Aber das Stück hat keine Idee, es wirkt seltsam zufällig und uninspiriert. Ja, es ist eine Miniatur, aber das Schöne an einer Miniatur soll sein, dass sie zwar klein, aber doch kostbar ist und einen Duft hinterlässt.
Das ist bei Deinem Stück noch nicht der Fall.
Was kannst Du tun:
Weg von den Dreiklängen, improvisier mal Melodien, dann spürst Du mehr, dass eine Reise irgendwo hingeht. phrasen haben nicht nur eine Form, sondern auch Inhalt.
Spiele atonal, suche nicht nach harmonischen Zusammenhängen, sondern nach dem, was Du ausdrücken möchtest (düster, froh, melancholisch, aggressiv...).
Bilde Dich in Harmonielehre und Kontrapunkt, das kann man auch zeitweise ohne Lehrer.
 
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Jan S
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Ich würde an Deiner Stelle die Noten Mal in musescore eingeben und anhören.
Danke, dass du das schonmal gemacht hast. Sehr hilfreich sich das anhören zu können wie das notierte klingt. Ich kannte das Programm noch nicht. Es scheint open access zu sein. Ich probiere das ich demnächst aus.
Das mache ich, und probiere das vorher gesagte aus.
Habe ich gleich heute morgen aufgenommen. Tatsächlich lange nicht mehr gemacht.

Vielen Dank erstmal! Ich brauche etwas Zeit um mir das genauer anzusehen und dann besser antworten zu können.
 
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Felix Hack
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Mir gefällt's !* Ich meine auch ein recht originelles Konzept hinter diesem Stück zu erkennen: Anfangs Motive, die rhythmisch wie zufälllig aber beständig dahingetropft oder dahingetupft wirken (vermutlich auch deshalb nicht ganz 100% im Takt sind), danach ab 0:30 eher gleichförmige Tonfolgen, die dann sich (dabei ihre Gleichförmigkeit nach und nach auflösend) mit den Anfangsmotiven überlagern, wodurch in der sich ergebenden Verdichtung etwas entsteht, was einen fragen lässt, ob das Ergebnis so ganz zufällig sein kann oder nicht. Reizvoll fände ich, wenn Du das Spiel, dass Du ab 0:45 treibst noch irgendwie weiter treiben könntest. Falls ich das Ganze jetzt nicht überinterpretiert haben sollte?

* rein vom Höreindruck her gesehen...
 
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StefanN
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ach, das ist immer mit diesem ominösen Fingerpedal gemeint gewesen? umgotteswillen...

Fingerlegato: ja. Töne/Tasten festhalten: ja. Aber Fingerpedal? Das Gegenstück von Fußmanual?

So ähnlich stumpfschräg wie Insektensonate für Beethovens op. 2 Nr. 1.

:dizzy:
 

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Jan S
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Jetzt eine ausführlichere Rückmeldung.
Ja, ich hatte auf die Pausen extra geachtet: es gab einen sehr treffenden Kommentar von Antje, dass bei mir „jedes Achtel“ ausgefüllt wird, und auch Hbmuth hatte gesagt, dass im rhythmischen Motiv einige Stellen auch "leer" sein sollten.
Mir gefällt mein Stück auch. Das ist einerseits, weil ich den Ehrgeiz oder das Bedürfnis habe, dass es „gut klingt“; andererseits, weil ich mich in der langen Entstehungszeit einfach daran gewöhne.
Ich meine auch ein recht originelles Konzept hinter diesem Stück zu erkennen:
Eine originelle Idee hatte ich nicht im Kopf. Es war so, dass ich ein altes Motiv aufgegriffen hatte und versuchte, es zu entwickeln, und dabei über die Takte 1-7(8) (g-Moll und d-Moll) nicht hinauskam. Dann las ich wieder einmal von der Subdominante, und schaute nach, ob die mir irgendwie helfen kann, und kam so auf c-Moll, was ich durchaus als „Rettung“ empfand. Den Übergang bereitete ich dann im Takt 8 vor (das erschien mir richtig "gewieft"), und ab Takt 9 wäre es dann auf immer anders weitergegangen, bis zur nächsten „Rettung“ usf., aber ich besann mich auf die „Wiederholung“ aus der Formenlehre und wiederholte das Anfangsmotiv, ergänzt mit der Subdominante, zum Abschluss. So erklärt sich mir der Eindruck des „Unzusammenhängenden“, „Zusammengesetzten“ und der „Leere“.
Ich rate davon ab, Notensatzprogramme zu verwenden.


Momentan bin ich beschäftigt, die Noten der Miniatur in MuseScore zu übertragen. Die liegen teils ziemlich daneben. MuseScore führt das sehr genau vor, ohne dabei irgendwie persönlich zu klingen. Ich finde das Programm sehr gut, ja, bin ganz aus dem Häuschen! Vielen Dank @virtualcai. Nie hätte ich sonst herauskriegen können, wie es richtig wäre. Es ist so ein weiteres Durcharbeiten möglich, komplementär zum Notenheft. Warum das grundsätzliche Abraten?
Vorschlag: Zwei Miniaturen draus machen

Miniatur 1: die ersten acht Takte, dann Wiederholungszeichen, und als zweiten Takt 8 eine Schlusswendung nach g-Moll statt nach D-Dur.

Miniatur 2: Takt 9 bis Schluss.

Weg von den Dreiklängen, improvisier mal Melodien, dann spürst Du mehr, dass eine Reise irgendwo hingeht.

Es gibt die Anregung, zwei Miniaturen daraus zu machen. Darauf kann ich mit einer guten Partitur später zurückkommen. Die andere Anregung, es mit (atonalen) Melodien zu versuchen, damit eine Stimmung aufzubauen, etwas auszudrücken, und wohin zu führen, die beschäftigt mich gerade sehr. Das ist dann ein völliges Ausbrechen aus meiner „Komfortzone“, auch ein Hinweis, den ich schon vorher bekommen hatte. Es leuchtet mir sehr ein, dass an einer Melodie es offensichtlicher ist, ob sie zusammenhängend ist oder zusammengewürfelt.

So steht es gerade. Es ist wieder an mir, mich bei Euch zu bedanken!

Jan S
 
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StefanN
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ad Fingerpedal: Ich streite die Absicht, ein bestimmtes Klangbild zu erzeugen, nicht ab, aber halte diese Wortbildung für stumpfschräg. Was spricht gegen Fingerlegato?

(...aaah, aus Fingerlegato und Legatopedal
wird Fingerpedal gematscht... und soll dennoch keine zeitgenössische Bedienung der drei Pedaltasten bedeuten. Naja, dieses Wort muss ich ja nicht benutzen.)

ad Abraten: weil die Eingabezeit nicht lohnt. Macht erst 1-3mal Spaß, danach ist es nur noch Zeitverschwendung, um Stunden totzuschlagen.
Selbst als Abspielsoftware ist es wenig hilfreich, nur um zu sehen, ob man seine Musik rhythmisch korrekt aufgeschrieben hat.
Den eigenen komponierten Rhythmus auszuzählen, ist immer schwieriger als die reinen Tonhöhen zu finden. Das sollte man baldmöglichst üben, als in einer Art Trial-and-Error-Schleife eine finale(?) Notenversion zu erzeugen... die dann aber von der ursprünglichen Imagination dann doch irgendwie unterschiedlich ist.
 
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DerOlf
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Macht erst 1-3mal Spaß, danach ist es nur noch Zeitverschwendung, um Stunden totzuschlagen.
Selbst als Abspielsoftware ist es wenig hilfreich, nur um zu sehen, ob man seine Musik rhythmisch korrekt aufgeschrieben hat. [...]
Dabei kann man aber unglaublich viel lernen, wenn man mit dem Komponieren anfängt .. zum Beispiel darüber, wie etwas, das man "aus dem Gefühl heraus" gespielt hat, auf dem Notenblatt aussehen könnte. Das ist das Notationsäquivalent zur Aufnahme beim Üben.

Für die Ergebniskontrolle (entspricht das Notenbild wirklich meinem Höreindruck?) sind Notationsprogramme Klasse.
Das Ziel sollte aber die Fähigkeit zur handschriftlichen Notation sein.
Zumindest bei mir geht das nämlich sehr viel schneller, als mit beispielsweise musescrore (ich habe das ohne Notationssoftware gelernt und einfach viel geübt).
Daher würde ich auch empfehlen, ein Notationsprogramm vor allem zur Kontrolle der eigenen Notation zu nutzen ... und das eigentlich auch nur, bis man sicherer geworden ist und bei der Kontrolle (per Software) immer weniger Fehler auftauchen.
Ganz allgemein sollte man Änderungen an einem Stück besser spielen können, als sie nur zu editieren und dann "cool" zu finden.

Aber vor allem sollte man nie vergessen: Die Noten allein sind noch nicht die Musik.
 
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Flieger
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Noch zwei Vorteile der Notationssoftware: Wenn man selber Stücke nur langsam lernt, kann man sich das Komponierte auch einmal im Tempo anhören, ohne eine Woche üben zu müssen.
Editieren, ausdrucken, speichern, archivieren, etc. geht damit einfach besser. Als pdf kann man sein gesamtes Lebenswerk immer in der Tasche dabeihaben.

MuseScore ist ein Werkzeug. Richtig eingesetzt kann es sehr hilfreich sein. Aber es ist kein Werkzeug für alle Aufgaben, wie bei Hammer und Schraube kommt man nur mit dem jeweils richtigen Werkzeug ans Ziel...
 
HbMuth
HbMuth
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Du meinst sicher open source. Das heißt, der Quelltext des Programms kann frei bezogen und weiterverteilt werden in originaler oder modifizierter Form.

Open Access gibt es nämlich auch, meint aber etwas. Wären Komponisten öffentlich finanziert wie Akademiker an Hochschulen u.a. staatlichen Einrichtungen, entkämen sie so, ähnlich wie letztere, der dreifachen Überfinanzierung der Veröffentlichung ihres künstlerischen Schaffens. Mangels öffentlicher Finanzierung sind Komponisten und Rechteinhaber gerne etwas eigen, was die Herausgabe ihrer Œuvres betrifft.

Ist doch ein Start. Viel Erfolg bei der weiteren Arbeit daran.
 
 

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