Merken von Vorzeichen für Stücke?

Gerd

Gerd

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Ich habe große Schwierigkeiten beim Merken von Vorzeichen bei ganzen Stücken!!

z.B. Tonart G-Dur, Vorzeichen fis (#) gilt ja für das ganze Stück und für alle Oktavbereiche.

Wenn ich nun an die einzelnen Noten im Stück ankomme, und sehe, daß z.b.
an f kein # angehängt ist, drücke ich spontan die weiße Taste f und nicht die schwarze fis.

Welche "Übungen" kann ich da einbauen, damit das besser bei mir im Gedächtnis hängen bleibt?

Eventuell spielen der Tonleitern durch alle Tonarten in Reihenfolge des Quintenzirkels??

Da ich meine Stücke mit dem Notationsprogramm "PrintMusik" schreibe, setze daher an die entsprecheden Noten das Vorzeichen noch mal dazu! (?)

So mache ich beim Einüben des Stückes zwar keine "Tasten-Fehler" mehr,
aber ich weiß auch, daß diese Vorgehensweise eine "Krücke" ist, die ich mir langfristig abgewöhnen möchte! ("Fahrrad fahren mit Stützräder!)

PS: Hat noch jemand wie ich damit Schwierigkeiten??
 
Guendola

Guendola

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Mir hat es früher geholfen, die Noten mit Bleistift zu markieren aber man lernt dadurch vermutlich langsamer, weil man von dieser Hilfestellung abhängig ist.

Du fängst ja vermutlich mit einem allgemeinen Vorzeichen an, da lohnt es sich, auch gleich die Tonleiter zu lernen - mit dem richtigen Fingersatz!

Das Stück notfalls Takt für Takt zu üben: Immer vorher alle Noten lesen und merken, wo das Vorzeichen ist, dann spielen. Mit der Zeit gewöhnen sich die Finger daran, statt F F# zu spielen.

Zur Abwechslung auch mal wieder etwas ohne Vorzeichen spielen, damit du flexibel bleibst.

Die Klavierlehrer hier mögen mich korrigieren, ich bin ja nur Musikerin.
 
S

Siri

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Hi,

ich kenne das Problem. Die elenden Vorzeichen. Mir hilft in diesem Fall, wenn ich mir vor dem Spielen das Stück wirklich ganz genau angucke und mir bei den betroffenen Noten wirklich bewusst sage: "Das ist fis, kein f". Dann beim Spielen selbst, gucke ich bei jedem Zeilensprung bewusst darauf, was hinter dem Notenschlüssel steht. So werde ich quasi jede Zeile nochmal an die Vorzeichen erinnert.

LG

Siri
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Es ist immer interessant, wenn man Schüler mitten im Stück unterbricht, das Heft zuklappt, und dann fragt: "welche Vorzeichen hat das Stück?" oder "in welcher Tonart steht das Stück?"

Oft wissen sie es nicht.

Das wichtigste wäre also erstmal, die Tonart des Stücks bewußt zur Kenntnis zu nehmen, bevor man anfängt zu spielen.

Daß man sich ein, zwei oder drei Vorzeichen angeblich nicht merken kann, übersteigt mein Vorstellungsvermögen.
 
thomasz

thomasz

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Hallo Gerd,

was mir geholfen hat:

bevor ich ein bestimmtes Stück angefangen habe,
1. die Tonleiter der betreffenden Tonart ein paar mal rauf und runter mit rechts und links spielen;
2. ein paar Kadenzen in der betreffenden Tonart spielen, also z.B. die Wendung: Tonika - Subdominante - Dominante - Tonika. Noten für solche einfachen Kadenzen sollten sich in vielen Lehrbüchern (z.B. Harmonielehre) finden.

Beides zusammen hilft, die Vorzeichen quasi "in die Finger" zu kriegen, so dass man (in G-Dur) eben spontan das fis statt des f spielt.
 
Haydnspaß

Haydnspaß

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Zitat von Haydnspaß
Daß man sich ein, zwei oder drei Vorzeichen angeblich nicht merken kann, übersteigt mein Vorstellungsvermögen.
Doch, das geht den meisten zu Anfang so. Die Finger sind gerade so weit, daß sie auf F eben mit der weißen Taste reagieren, jetzt müssen sie lernen, daß für ganze Stücke aus F Fis werden kann - und so weiter.

In dem Moment, wo ich weiß, daß ich ein f (ich bleibe bei Kleinschreibung, deutsche Notennamen werden kleingeschrieben) spiele, weiß ich doch auch gleichzeitig, daß es falsch ist, wenn das Stück in einer Kreuztonart steht. Nein, das Problem ist nicht das Merken der Vorzeichen, sondern das Wissen, welche Note spiele ich überhaupt. Viele Klavierschüler wissen eben nicht den Notennamen des nächsten zu spielenden Tons. Und daher wissen sie auch nicht, ob es eine weiße oder schwarze Note ist.
 
Guendola

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In dem Moment, wo ich weiß, daß ich ein f (ich bleibe bei Kleinschreibung, deutsche Notennamen werden kleingeschrieben) spiele, weiß ich doch auch gleichzeitig, daß es falsch ist, wenn das Stück in einer Kreuztonart steht. Nein, das Problem ist nicht das Merken der Vorzeichen, sondern das Wissen, welche Note spiele ich überhaupt. Viele Klavierschüler wissen eben nicht den Notennamen des nächsten zu spielenden Tons. Und daher wissen sie auch nicht, ob es eine weiße oder schwarze Note ist.
Das hast du dir doch sehr gut vorgestellt :)

Du kannst nicht über Schüler lästern, bloß weil sie es noch nicht können. Jeder fängt mal an.
 
R

rappy

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Also ich finde, man muss sich immer bewusst sein, was man spielt. Wenn man spielt, sollte man sich denken "aha, ich spiele gerade in G-Dur", merken oder bereits erblicken, dass die Dominante D-Dur folgt, und nicht die Molldominante oder doppelte Subdominante (sehr unwahrscheinlich) und entsprechend D-Dur spielen.

Ich spiele meistens gar nicht das, was da steht, sondern was ich denke, dass es kommen wird. Wenn dann ein Stück den Anschein erweckte, es stehe in G-Dur, ist aber in Wirklichkeit mixolydisch, würde ich wahrscheinlich versehentlich trotzdem ein Fis spielen.

Ich finde, das zeigt mal wieder, wie wichtig Theorie&Gehörbildung für das Spielen ist. Im Idealfall denkst du dir schon, bevor das F/Fis kommt "ein F würde scheiße klingen, also muss es ein Fis sein" oder andersrum.

Aber das braucht natürlich seine Zeit und Übung.
 
P

Pianissimo

Guest
@Rappy

Hi, das, was du schreibst, in entsprechenden Tonarten zu denken, habe ich auch mal versucht, aber mir ist das viel zu umständlich. Ich bekomme es schneller hin, wenn ich alle Noten direkt lese (ja, irgendwie komisch).
Vielleicht bin ich einfach in Theorie nicht fit genug, könnte natürlich auch sein.
 
killmymatrix

killmymatrix

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Ich finde, das zeigt mal wieder, wie wichtig Theorie&Gehörbildung für das Spielen ist. Im Idealfall denkst du dir schon, bevor das F/Fis kommt "ein F würde scheiße klingen, also muss es ein Fis sein" oder andersrum.
Sehe ich auch so. Abgesehen davon, dass du nach einiger Zeit wesentlich weniger Probleme damit haben wirst, beim Vom-Blatt-Spiel die Tonart und damit die Vorzeichen zu übersehen, ist es auch immer wieder erstaunlich, wenn man "fühlt", dass jetzt z.B. ein fis kommen müsste. Man fühlt, dass man in G-Dur, D-Dur oder so ist und merkt mit der Zeit, welcher Ton harmonisch passend ist.

Mit der Zeit kommt das, keine Sorge! ;)
 

Haydnspaß

Haydnspaß

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Das hast du dir doch sehr gut vorgestellt :)
Nein, das hab ich mir nicht vorgestellt, das ist jahrzehntelange bittere Erfahrung :floet:

Und bei den Leuten, die es betrifft, wird es auch nicht im Lauf der Zeit besser - es wird schlimmer... So ist das halt, wenn die Leute sich weigern, beim Klavierspielen das Gehirn einzuschalten :-x
 
C

chief

Guest
Na, na, na Gehirn einschalten beim Klavierspiel? Verstehe ich nicht.
Wird das Spiel dadurch besser? Ach Herrjeh, du meine Güte, Zwei Bonbons in einer Tüte! Hatten wir schon mal!

Gruß Chief
 
Guendola

Guendola

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Nein, das hab ich mir nicht vorgestellt, das ist jahrzehntelange bittere Erfahrung :floet:
Du hast geschrieben, du könntest dir nicht vorstellen...

Genau darauf war es bezogen :)

Laß doch die Stümper Stümper sein, die werden es eh nicht lernen. Wenn die ihr Gehirn nicht einschalten wollen, mußt du sie eben aus deinem Gehirn ausschalten.
 
Haydnspaß

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Du hast geschrieben, du könntest dir nicht vorstellen...

Genau darauf war es bezogen :)
Ach so. Bin manchmal auch schwer von Begriff.
Ich bleib aber bei meiner Aussage, daß nicht das Merken der Vorzeichen das Problem ist.

Laß doch die Stümper Stümper sein, die werden es eh nicht lernen. Wenn die ihr Gehirn nicht einschalten wollen, mußt du sie eben aus deinem Gehirn ausschalten.
Wenn man unangenehme Dinge so einfach aus dem Gehirn ausschalten könnte - das wär toll! :p
 
Mindenblues

Mindenblues

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Abgesehen davon, dass du nach einiger Zeit wesentlich weniger Probleme damit haben wirst, beim Vom-Blatt-Spiel die Tonart und damit die Vorzeichen zu übersehen, ist es auch immer wieder erstaunlich, wenn man "fühlt", dass jetzt z.B. ein fis kommen müsste. Man fühlt, dass man in G-Dur, D-Dur oder so ist und merkt mit der Zeit, welcher Ton harmonisch passend ist.
Geht mir auch so; bin eigentlich ein ziemlich lausiger Vom-Blatt-Spieler, und gehe oft nach dem Gefühl, welcher Ton harmonisch passt. Leider, manchmal erliege ich der Gefahr, dass mein Gefühl täuscht, weil der Komponist die harmonisch raffiniertere Variante gewählt hatte...

Will damit sagen, man sollte sich nicht allzusehr hierbei auf das Gefühl verlassen.
Und - kann mich auch daran erinnern (Klavigen erwähnte es schon), dass manchmal meine Klavierlehrerin die Noten zugeklappt hatte und mich nach der Tonart des Stückes gefragt hatte - und ich konnte es nicht sagen :?
 
Guendola

Guendola

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Es ist übrigens interessant, wenn man mal schnell durch Noten blättert und die Stücke nur kurz anspielt. Gelegentlich passiert mir dabei, daß ich vergesse, auf die Vorzeichen zu achten und erst nach ein paar Takten merke, daß etwas nicht stimmt. Meistens ist es dann Dur statt Moll oder umgekehrt.
 
J

jette

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das Problem ist nicht das Merken der Vorzeichen[, sondern das Wissen, welche Note spiele ich überhaupt. Viele Klavierschüler wissen eben nicht den Notennamen des nächsten zu spielenden Tons. Und daher wissen sie auch nicht, ob es eine weiße oder schwarze Note ist.
Das ist auch ein Problem des absoluten und relativen Notenlesens. Ich lese immer relativ, und auch wenn ich WEISS, dass das f eigentlich ein fis ist, greife ich gerne mal daneben, weil ich eben nicht das f sehe, sondern eine Note, die einen Ton tiefer ist als die vorhergehende.
 
S

StephanFingerknoten

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Mixolydisch?

Was, bitte schön, ist denn mixolydisch? (ich lerne auch gerne musiktheoretsich dazu)

Danke





Also ich finde, man muss sich immer bewusst sein, was man spielt. Wenn man spielt, sollte man sich denken "aha, ich spiele gerade in G-Dur", merken oder bereits erblicken, dass die Dominante D-Dur folgt, und nicht die Molldominante oder doppelte Subdominante (sehr unwahrscheinlich) und entsprechend D-Dur spielen.

Ich spiele meistens gar nicht das, was da steht, sondern was ich denke, dass es kommen wird. Wenn dann ein Stück den Anschein erweckte, es stehe in G-Dur, ist aber in Wirklichkeit mixolydisch, würde ich wahrscheinlich versehentlich trotzdem ein Fis spielen.

Ich finde, das zeigt mal wieder, wie wichtig Theorie&Gehörbildung für das Spielen ist. Im Idealfall denkst du dir schon, bevor das F/Fis kommt "ein F würde scheiße klingen, also muss es ein Fis sein" oder andersrum.

Aber das braucht natürlich seine Zeit und Übung.
 
 

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