meine erste Komposition :)

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32und1meins
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hi liebe Leute,

nach langem überlegen ob es euch gefallen wird oder nicht,
habe ich mich doch entschieden euch meine erste Komposition
vorzustellen. :)

ich möchte nur zu gerne wissen, was ihr davon haltet :)
viel Spaß beim zuhören.


erstes komp. stück.mp3
 
Latur
Latur
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Echt klasse!!
Dein Stück hat mir sehr gefallen, irgendwie war von allem was dabei :.)
Hörte sich nach Yann Tiersen an, Chopin, Liszt und vielleicht noch ein paar andere, die ich nicht heraushören konnte. Man merkt, dass Du sehr viel Klaviermusik zu hören scheinst...

Viele Grüße,

Latur
 
hasenbein
hasenbein
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Hallo 32und1meins,

Du hast ein gefühlvolles Stück geschrieben und spielst es auch ganz gut, mit angemessener Emotionalität.

Du und so manch andere Kollegen, die hier ihre Stücke reinstellen, müssen aber noch vieles über Form lernen.

Sehr oft höre ich Stücke, die die Form ABCDEFGHIJKL.... haben, wobei meist auch noch jeder der Teile kurz ist und sofort der nächste Abschnitt kommt.

Ist ja auch erklärbar, wenn man sich vor Augen hält, wie die Komposition aller Wahrscheinlichkeit zustande gekommen ist: Man hat eine 4- bis 8-taktige Idee, die hält man fest, weil sie einem gefällt. Dann denkt man: Für ein richtiges Stück noch viel zu wenig! Also muß ich einen nächsten Teil anhängen!
Dann wird ein 2. Teil ausgedacht, dann ein 3. usw., bis die 2-3 Minuten voll sind. :D :cool:
Günstigstenfalls wird bedacht, daß die Teile irgendwas miteinander zu tun haben sollen (z.B. gleiche Akkordfolge, ähnliche Melodie etc.).

Dies ist aber nicht wirkliche Komposition, sondern Amateur-Klein-Fritzchen-Komposition. :cool: (Nicht schlimm, jeder fängt ja mal an, hättest mal meine ersten Versuche erleben sollen, dagegen ist Dein Stück phänomenal!)

Folgende Formen sind beispielsweise gängig:

- ABA-Form (Liedform, erweitert in der Sonate; B-Teil entweder als Kontrast oder als Durchführung)

- Rondoform

- Variationenform

- Intro-Vers-Refrain-Bridge-etc. - Form wie in Popsongs

Ich würde an Deiner Stelle mich mal schlaumachen über diese Dinge (steht ja alles im Internet), mal bekannte Stücke daraufhin studieren und analysieren, und dann ein neues Stück schreiben, bei dem Du es vermeidest, einfach Teile aneinanderzuhängen, sondern erstmal ein gängiges Formschema verwendest.

Als zweites möchte ich auf etwas hinweisen, was auch sehr viele Anfängerkomponisten fälschlicherweise tun:

Sie nehmen eine Akkordfolge, die ihnen gefällt, als Ausgangspunkt.

Eine Akkordfolge, die man entdeckt hat, kann ja durchaus mal "Initialzündung" für eine Komposition sein. Aber erstens hast Du hier eine ganz abgeschmackte Akkordfolge genommen, die jeder Hans und Franz früh im Klavierunterricht dudelt, und zweitens ist sie ein Gefängnis für Deine Kreativität - im Grunde umspielst und begleitest Du nur die Akkordfolge, statt wirkliches thematisches / motivisches Material vorzustellen, das das Stück charakterisiert.

Im Normalfall sind Akkorde ja nicht die Hauptsache eines Stücks, sondern entweder die Begleitung einer Hauptsache, nämlich der Melodie (und diese Begleitung kann häufig verschiedenartig gestaltet werden - unterschiedliche Harmonisierung kann eine Melodie unterschiedlich "beleuchten"), oder aber Akkorde entstehen durch das Zusammentreffen verschiedener Stimmen (wie z.B. in der polyphonen Musik etwa J.S. Bachs).

LG,
Hasenbein
 
Latur
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Sag mal Hasenbein, nachdem Du hier einige doch recht professionelle Ratschläge gegeben hast, würde es mich interessieren, wie das umgesetzt klingt. Ich meine, grau ist alle Theorie, lade doch mal eine Komposition von Dir hoch. Als Inspiration sozusagen ;.)
 
Ragtimer
Ragtimer
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Servus,

also für die erste eigene Komposition wirklich nicht schlecht!

Was Hasenbein meint, stimmt meiner Ansicht nach nur teilweise. Sicher ist die Akkordfolge, die wohl als "Intialzündung" gedient hat nicht die aller kreativste, aber man erkennt deutlich, dass Du Dich darauf nicht nur beschränken wolltest. Du hast das Ganze variiert und umspielt (auch wenns vielleicht immer noch rauszuhören ist...), was mir sehr sehr gut gefallen hat.

Also, mach auf jeden Fall weiter so!
 
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32und1meins
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vielen vielen dank
ich freue mich sehr, dass es euch gefallen hat :)
danke auch dir hasenbein für die lange und ausführliche beschreibung und tipps :)
 
rolf
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Als zweites möchte ich auf etwas hinweisen, was auch sehr viele Anfängerkomponisten fälschlicherweise tun:

Sie nehmen eine Akkordfolge, die ihnen gefällt, als Ausgangspunkt.

Richard Wagner: Siegfried, Schmiedelieder - da taucht dieselbe "spanisch" anmutende Akkordfolge mit großem Aplomb auf :) ((aber ich wette, dass dieses "Vorbild" hier ausscheidet))
 
rolf
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was sich ständig wiederholende Akkordfolgen angeht, oute ich mich hiermit als La Foglia Geschädigter

http://www.youtube.com/watch?v=eIOeEeMMGj0

Nichts gegen La Foglia!!! Man denke nur an Rachmaninovs Corelli-Variationen!! Aber die absteigende Folge a la c-Moll, B-Dur, As-Dur, G-Dur a la Wagners Siegfried und der hier vorgestellten Komposition kommt so direkt da nicht vor.

Ergänzung:
diese Fassung von La Foglia ist wundervoll gespielt: http://www.youtube.com/watch?v=pGET78mPMCA&feature=related
 
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klavigen
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Nichts gegen La Foglia!!! Man denke nur an Rachmaninovs Corelli-Variationen!! Aber die absteigende Folge a la c-Moll, B-Dur, As-Dur, G-Dur a la Wagners Siegfried und der hier vorgestellten Komposition kommt so direkt da nicht vor.

Ergänzung:
diese Fassung von La Foglia ist wundervoll gespielt: http://www.youtube.com/watch?v=pGET78mPMCA&feature=related

Ja Milstein ist einfach so überwältigend , dass hier der Eindruck entsteht, dass eine Interpretation bisweilen ein Stück adeln kann.

Danke für diesen Hörtip:

Ich hoffe inständig, dass diese Art des Geigentons nicht ausstirbt.
 
 

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