Linke Hand Sanft Spielen

rolf

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solche Dialoge kann man auch nichtöffentlich führen ...
mag sein - öffentlich aber wäre eine kundige Antwort auf die Frage nach dem praktischen Nutzen von Hirnhälftenblabla erfreulich ;-)

vielleicht magst du für @Tastatula in die Bresche springen, denn von ihr kommt ja seit geraumer Zeit nichts, was einer ernst zu nehmenden Antwort darauf auch nur entfernt ähnlich wäre?
 
Peter

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Bechsteinfan
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denn von ihr kommt ja seit geraumer Zeit nichts, was einer ernst zu nehmenden Antwort darauf auch nur entfernt ähnlich wäre?
Dann haste ihren Vierzeiler wohl nur mit ner halben Gehirnhälfte gelesen.

Sie gibt mit dem Hinweis auf die Schlapperhälften eine Antwort auf potentiell aufkommende Fragen* (warum? wozu? wie funktioniert das?). Ich gehe davon aus, dass das pädagogischer Alltag ist.

*) z.B. von den neugierigen Schülern, die eben auch wissen wollen, was sie da tuen und warum sie es tuen
 
rolf

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:lol::lol::lol: na klar @Peter die lieben neugierig-fleißigen Kindlein fragen immer als erstes, wenn sie was neues lernen wollen oder sollen: "mimimi Frau Lehrerin, was machen meine Hirnhälften und Synapsen, wenn ich die Vokabeln / die riverflow-Lieder / die napoleonischen Kriege lernen soll? Wie funktioniert denn das im Hirn?" und alle Lehrkräfte/innen/*/divers packen dann die neueste neurologische Forschung (ggf auch aus "brain-academies") aus :lol::lol::lol:
 
Tastatula

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@rolf , es gibt echt auch andere...:001:
 
chiarina

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Es ist grundsätzlich nicht verkehrt, als Pianist, Schüler oder Lehrer über die Funktionsweise des Gehirns beim Musizieren Bescheid zu wissen. Ganz besonders kann man beim Üben von solchem Wissen profitieren. Altenmüller hat nicht umsonst zahlreiche, sehr interessante Vorträge an Musikhochschulen darüber gehalten, die hier im Forum oft verlinkt wurden.

Man MUSS nicht unbedingt darüber Bescheid wissen, denn wenn man sinnvoll und gut übt und unterrichtet, kann man auch durch Empirie (Erfahrungswissen) auf diese Dinge kommen. Deshalb, etwas ketzerisch formuliert, hinkt aus meiner Sicht die Erklärung der Neurophysiologen etc. des Öfteren der Erfahrung hinterher. :003: In den letzten Jahrhunderten kamen hervorragende Pianisten und Klavierlehrer auch ohne dieses Wissen zurecht. Trotzdem finde ich die Ergebnisse aus der Musik- und Neurophysiologie sehr hilfreich. Die Neurophysiologie ist noch nicht alt und wer weiß, wohin uns ihre Erkenntnisse noch führen.

Wenn man nun eine Hand leiser und eine lauter spielen will, kann man dieses auch ohne neurophysiologisches Wissen lernen. Man kann aber auch darauf zurückgreifen, um dem Schüler bestimmte Sachverhalte deutlicher zu machen. Viele wissen gar nicht, dass die linke Gehirnhälfte die rechte Körperseite und damit auch die rechte Hand steuert und umgekehrt. Dass bei professionellen Musikern der Balken zwischen den Hälften, das Corpus callosum, besonders dick ist, weil es viele Vernetzungen zwischen den beiden Hälften gibt. Musizieren und Musikhören beansprucht sehr viele Teile des Gehirns und gehört laut Altenmüller zu den anspruchsvollsten Aktivitäten für das Gehirn: https://www.immm.hmtm-hannover.de/de/forschung/musik-und-gehirn/ .

Dieses Wissen kann auch in eine Methodik einfließen, indem man mit dem Schüler, der sich mit motorischen Anforderungen beim Klavierspiel schwer tut, Übungen macht. Dazu zählen beispielsweise die Übungen des Brain Gym. Solche Übungen wie diese hier können ebenso hilfreich sein: https://www.diefuehrungsakademie.de...99af2-6957-4916-a427-c9ac5e6b036a?version=1.0 . Inge Rosar, Musikhochschule Würzburg, hat auch solche Übungen mit uns gemacht in ihrem Kurs. Natürlich wird man dann auch dem Schüler erklären, wozu sowas Merkwürdiges gut sein soll und dass er damit womöglich das gewünschte Ziel "eine Hand lauter, eine leise" besser erreicht.

Das Ganze ist also ein methodischer Baustein, den man nutzen kann, aber nicht nutzen muss.

Liebe Grüße und einen schönen gehirnfüllenden Sonntag! :drink::004:

chiarina
 
rolf

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Wenn man nun eine Hand leiser und eine lauter spielen will, kann man dieses auch ohne neurophysiologisches Wissen lernen.
Du gestattest den "Kehrsatz": wenn man nun eine Hand leiser und eine lauter spielen will, so wird man das allein mittels neurophysiologischem Spezialwissen nicht hinkriegen.
(auch das teilt Altenmüller mit - sicher erinnerst du dich, dass das vor ein paar Jahren ausführlich hier "diskutiert" wurde (sehr zum Leidwesen der Hirnfans))
 
mick

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Viele wissen gar nicht, dass die linke Gehirnhälfte die rechte Körperseite und damit auch die rechte Hand steuert und umgekehrt.
Wenn das so ist, hilft es vielleicht, sich einen Eisbeutel auf die rechte Rübenhälfte zu legen. Das sollte doch die linke Hand träger, vulgo leiser machen... :lol:

Spaß beiseite: Die Forschungen über die Funktionsweise des Hirns sind zweifellos interessant - aber beim Üben habe ich noch nie einen Gedanken daran verschwendet.
 
chiarina

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Wenn das so ist, hilft es vielleicht, sich einen Eisbeutel auf die rechte Rübenhälfte zu legen. Das sollte doch die linke Hand träger, vulgo leiser machen... :lol:

Spaß beiseite: Die Forschungen über die Funktionsweise des Hirns sind zweifellos interessant - aber beim Üben habe ich noch nie einen Gedanken daran verschwendet.
Ich auch nicht, aber beim Unterrichten bisweilen schon. Mir hat sich z.B. in einem Vortrag Altenmüllers sehr eingeprägt, dass irgendein Teil des Gehirns (Name vergessen) beim Lernen wie ein Gummiband funktioniert: alte Gewohnheiten ziehen den von den Neuerungen des Unterrichts geplagten Schüler, oft Wiedereinsteiger, immer wieder vom gerade Erlernten in die alten Gewässer. Das hilft, Verständnis dafür zu haben, dass es nicht leicht ist, alte Gewohnheiten abzulegen. :chr03::musik018:

In naher Zukunft wirst auch du, geliebter mick, vom Altersverfall bedroht (ab 25 - 30 nimmt die Zellteilung und Zellerneuerung ab). :025: Damit dein Übeerfolg nicht äquivalent vom Trauerflor umkränzt wird, hier ein wenig Lesestoff für die grauen Zellen:

a) https://www.immm.hmtm-hannover.de/f...kationen/Altenmueller_Handbuch_UEben_2005.pdf

b )https://www.buecher.de/shop/musikps...rt/products_products/detail/prod_id/05275770/

c)

d) https://www.hfmdk-frankfurt.info/fi...he_Bewegungslehre/DiplomarbeitStephanBerg.pdf , ab Seite 71

@rolf: ja genau, daran hatte ich beim Schreiben auch gedacht! :004:

Liebe Grüße

chiarina
 

Rheinkultur

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Tastatula

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Noch ein hirniger Hinweis, dass es gut ist, als Lehrer um die Dinge zu wissen:
Positive Informationen machen es dem Lernenden leichter, da das Hirn positiv abspeichert.
Wir kennen es alle. Da beschreibt uns jemand , wie wir von A nach B kommen und sagt: "Also, nach 30m siehst du links einen Baum und eine Sparkasse. Da fährst du nicht rein! Du bleibst noch 20 m und dann erst biegst du links ab."
Was macht der Wegesaufgeklärte? Er biegt an der Sparkasse links ab, zumindest möchte er das gerne, weil das Gehirn sich gemerkt hat: Sparkasse! Baum!
Darum sagt man Kindern, die gerade mit einer wertvollen Glasvase in den Armen herumrennen: "Halt gut fest!" und nicht: "Lass nicht fallen!"
Im Musikunterricht sollte es genau so gehen. Der Satz: "Spiel nicht so laut" - der ist sowieso dämlich -wird nicht so zielführend sein wie: "Spiel leiser".
 
 

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