"Leben" eigene Klavierkomposition

Ich frage mich, ob diese Akzeptanz auch für TEY gilt? Wenn ja, dann habe ich davon noch nicht viel gespürt.:-D

:idee::geheim:

Warum sollte sie nicht gelten? Wenn hier jemand den Erzherzog Johann Jodler in Begleitung durch Alphorn zum Besten geben würde, dann wäre die Frage nach der Berechtigung in einem Klavier-Forum wohl erlaubt:-D. Aber TEY ist doch Klaviermusik, oder? Und nur, weil sich immer wieder die gleichen Mitglieder abwertend dazu äußern, muss man dem ja nicht folgen. Es gibt hier doch keine Diktatur der intellektuellen und musikalischen Elite, dieses Forum repräsentiert hoffentlich die Gesamtheit der Klavierspieler.
 
Selbstverständlich gibt es hier absolut gleichberechtigten Raum für die Liebhaber langweiliger, einfältiger oder mittelmäßig gemachter Musik.

Es gilt das Diktum Friedrich des Großen, dass jeder nach seiner Fasson selig werden möge.

Dies bedeutet aber nicht, dass sich andere nicht äußern dürfen, bloß weil dadurch die Seligkeit gestört werden könnte.
 
Ist, wenn man so was äußert wie "das Stück ist meines Erachtens sehr langweilig und einfallslos sowie nicht gut gespielt", das eine Frage des "Tons"?

Ganz klar nein.

Da wird einfach und direkt ein Urteil aus fachlicher Sicht gefällt. Eine ehrliche und offene Rückmeldung gegeben.

Über "Ton" müsste man sich nur unterhalten, wenn die Rückmeldung Invektiven enthielte oder die Persönlichkeit oder die grundsätzliche Befähigung des anderen abfällig kommentierte.
 
Ist, wenn man so was äußert wie "das Stück ist meines Erachtens sehr langweilig und einfallslos sowie nicht gut gespielt", das eine Frage des "Tons"?

Ganz klar nein.

Da wird einfach und direkt ein Urteil aus fachlicher Sicht gefällt. Eine ehrliche und offene Rückmeldung gegeben.

Über "Ton" müsste man sich nur unterhalten, wenn die Rückmeldung Invektiven enthielte oder die Persönlichkeit oder die grundsätzliche Befähigung des anderen abfällig kommentierte.

Da stimme ich Dir vollkommen zu. Aber wie sieht es denn z.B. mit dem Satz "Ist Dir klar, dass Dein Pianomusik-Geschmack somit der abgeschmackteste und klischeehafteste ist, der zurzeit überhaupt denkbar ist ?" aus? Der Urheber dieses Satzes dürfte Dir bekannt sein;-).
 
Selbstverständlich gibt es hier absolut gleichberechtigten Raum für die Liebhaber langweiliger, einfältiger oder mittelmäßig gemachter Musik.

Mich interessiert einmal, ob du die Grenzen fließend setzt oder es eine harte Grenze gibt. Zum beispiel kommt der TO hier mit einem Stück, was offensichtlich einfache Musik ist, das sehen alle (oder die meisten). Da kann man legitim sagen, ok, dieses Stück ist (mit Absicht womöglich) langweilig/einfach gehalten und ist somit einfache/mittelmäßige Musik.

Aber wo setzt du die Grenze? Sagst auch weiterhin, dass es einen qualitativen Unterschied zwischen einer Beethovensonate und Chopinsonate gibt? Oder ist das hier inzwischen tatsächlich Geschmacksfrage. Also ab wo beginnt der Punkt, dass du sagst "das ist alles gleichberechtigt gute Musik (oder wie man es nennen mag) und der Geschmack ist entscheident".

Ich teile deine Meinung zu der Musik des TO. Ab einen gewissen Punkt sage ich aber, sind sämtliche Werke gleichwertig. Ich maße mir z.B. nicht an zu sagen, dass diese oder jene Sonate von Beethoven besser/schlechter ist, als diese oder jene von Mozart. Hier aber liegt es auf der Hand.
 
Da stimme ich Dir vollkommen zu. Aber wie sieht es denn z.B. mit dem Satz "Ist Dir klar, dass Dein Pianomusik-Geschmack somit der abgeschmackteste und klischeehafteste ist, der zurzeit überhaupt denkbar ist ?" aus? Der Urheber dieses Satzes dürfte Dir bekannt sein;-).
Auch diese Äußerung von mir ist eine sehr einfach belegbare Tatsachenbehauptung.
 
Klar, Curby, wenn Werke oder Darbietungen auf einem vergleichbaren Level liegen, dann ist es schwierig und oft auch überhaupt gar nicht sinnvoll, zu sagen, was davon "besser" ist.

Aber die Existenz von, sagen wir, Amigos oder Micky Krause auf der einen Seite und z. B. Hammerklaviersonate oder Tannhäuser auf der anderen Seite zeigt völlig unabweisbar und objektiv, dass es gute und schlechte Musik gibt, peng, aus. Da darf man sich nicht von solchen Pseudoargumenten, die einem letztlich ja den Mund verbieten wollen, verunsichern lassen.
 
Aber die Existenz von, sagen wir, Amigos oder Micky Krause auf der einen Seite und z. B. Hammerklaviersonate oder Tannhäuser auf der anderen Seite zeigt völlig unabweisbar und objektiv, dass es gute und schlechte Musik gibt, peng, aus.

Und was ist z.B. mit einem Vergleich zwischen der Hammerklaviersonate und der Sonate Facile von Mozart? Es ist ja offensichtlich, dass in der Hammerklavier mehr Arbeit drin steckt, diese komplexer ist. Aber besser oder schlechter? Ist die Sonate Facile mittelmäßig im Gegensatz zur Hammerklavier? Vom Umfang/Komplexität gewiss, aber qualitativ?
 

Qualität hat nichts mit Komplexität zu tun. Ich hätte statt Hammerklaviersonate & Tannhäuser auch meinetwegen einen Blues von B.B. King oder einen Song von Nick Drake nennen können.
 
Ist, wenn man so was äußert wie "das Stück ist meines Erachtens sehr langweilig und einfallslos sowie nicht gut gespielt", das eine Frage des "Tons"?

Ganz klar nein.

Ganz klar doch! :D Überlege nur mal, wie du im eigenen Unterricht so eine Kritik äußern würdest. Du würdest selbstverständlich klar sagen, was Sache ist, du würdest das Ganze aber mit Humor o.ä. begleiten. Mit einem passenden Gesichtsausdruck, Augenzwinkern oder was gerade für dich passend ist. Mit einem sehr strengen Gesichtsausdruck und entsprechendem Tonfall würdest du nur agieren, wenn das Stück zum wievielten Mal hintereinander nicht gut gespielt ist, der Schüler nicht geübt hat, seine Ideen trotz Unterricht nicht weiter entwickelt o.ä..

Man kann also den obigen Satz in sehr vielen verschiedenen Tonfällen ausdrücken und jedes Mal damit eine andere Botschaft senden. Der Sachinhalt ist klar, "langweilig, einfallslos etc.", aber daneben werden im realen Unterricht mit der Körpersprache noch viele andere Botschaften gesendet, z.B. "streng dich mehr an", "ich trau dir das zu", "ich bin sauer" .... .

Hier im virtuellen Raum fehlt das Element der Körpersprache, was zu vielen Missverständnissen führen kann. Da kommt dann schnell der gestrenge Gouvernantenhasenbein rüber! :heilig:

Deswegen bin ich der Meinung, dass man als Klavierpädagagoge im Netz lieber etwas zurückhaltender agieren sollte *flöt*.... . Ich bin für Einladung statt Ausladung.

Auf der anderen Seite hat der Fadenersteller ausdrücklich um Feedback gebeten: wer das als Forumsneuling tut, muss auch mit solchen Kritiken rechnen. Wenn man dann nachfragt und das aushält, bekommt man in der Regel auch hilfreiche Hinweise. Und ehrlich - wenn ich wie Tiersen komponieren wollte, könnte mir doch die High-End-Klassik-Jazz-Meute den Buckel runterrutschen! :-D
Lasst euch nicht unterkriegen! :drink::-D

Liebe Grüße

chiarina
 
Ich wünsche dir einen starken Zuwachs an Kritikfähigkeit!
Allein dass jemand so weichliche Musik gerne hört und spielt, zeigt, dass er einen mehr oder weniger starken "Pamperungs-Bedarf" besitzt. Vielleicht, "um sich von den Härten meines sonstigen Lebens mal zu erholen" oder so ähnlich. Da ist klar, dass seine Lust auf schmucklose Konfrontation mit Realitäten in dem Bereich gegen Null geht. ("Das habe ich in meinem Job - oder mit meiner Frau - schon genug.") Denn die Musik dient ihm letztlich als Realitätsflucht.
 
Der Küchenpsychologe hat gesprochen, Peng! :lol:
Ich höre und spiele TEY-ähnlichen Kram, weil ich Die Ravels und Stockhausens nicht verstehe. Klingt doch alles schief! :-D

Wie sagte mal @mick über so ein Stück zu mir: Das ist doch was für 12jährige Mädchen. Genau mein Ding! ...muss los, einkaufen. Meine Windeln sind alle. :lol:
 
Es geht doch nicht um Ravel, Stockhausen oder modernen Jazz.

Es geht darum, dass TEY-Musik absolut nur süßlich ist und keine Kontraste bietet, keine "tension and release". Die ist halt das Äquivalent zu irgend so einer flachen Familienkomödie oder "romantic comedy", wo alles Scharfe, Freche ausgeblendet wird und alles nur nett und leicht verdaulich sein soll. Alles was für Leute, die denken: "So, jetzt brauche ich etwas ganz Entspannendes, bei dem ich gänzlich abschalten kann und das mich gewissermaßen 'streichelt'".

Und es hat ja immer irgendeinen Grund, warum jemand so etwas bevorzugt statt etwas Interessanterem, Spannungs- und Abwechslungsreicherem.

Nach dem Krieg (unbedingt übrigens die tolle Doku "Kulenkampffs Schuhe" gucken!) war ja z.B. die deutsche Unterhaltungs-Landschaft in Film, Fernsehen und Musik so flach, "putzig" und kantenlos, weil eigentlich das Ungeheuerliche im Raum stand und so viele Leute traumatisiert waren, so dass das ein Verdrängungsversuch war. Erst in den 70ern gelang es allmählich, sich aufrichtiger dem, was geschehen war, zu stellen.
 
Nein, wahre Kunstwerke sind niemals Realitätsflucht.

Sondern außergewöhnliche Art der Wahrnehmung der Realität (es fallen Details und Zusammenhänge auf, die den meisten nicht auffallen) und "Weiterverarbeitung/Sublimierung" derselben sind für diese erforderlich.

Insofern nimmt der Künstler sogar MEHR Realität wahr in ihrer ganzen Vielschichtigkeit.
 

Zurück
Top Bottom