Klavierstimmen mit Tunelab

Dieses Thema im Forum "Sonstiges" wurde erstellt von Krischu, 3. März 2007.

  1. Krischu
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    Krischu

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    Ich bin neu in diesem Forum und habe mich angemeldet, weil ich Erfahrungen austauschen möchte über das Klavierstimmen mit dem Programm Tunelab.

    Arbeitet hier jemand mit dem Programm? Ich weiß auch nicht, ob das hier überhaupt das richtige Forum ist. Die Suchfunktion ist jedenfalls nicht sehr hilfreich. Google-Suche kann auch auch selber machen.

    Wenn also jemand hier mitliest, der Erfahrung im Umgang mit dem Programm hat,
    wäre ich um Antwort dankbar.

    Grüße

    Krischu
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 3. März 2007
  2. Peter
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    Peter Bechsteinfan Mod

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  3. Wu Wei
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    Wu Wei

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    Oder einfach "Chieeeef!!!" schreien. ;)
     
  4. Krischu
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    Krischu

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  5. clavio
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    clavio

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    Einfach mal über die Forum-Navigation drüberschauen ;-)

    Gruß
     
  6. chief
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    chief Guest

    Also folgendes:
    Ich war aus bestimmen Gründen "Out of Order", aber wenn es um TuneLab geht, bin ich der richtige Mann.
    Ich bin der TuneLab Guru.
    Was willst du wissen?

    Chief
     
  7. Krischu
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    Krischu

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    Frage 1: Muß ich TuneLab eichen von einer externen Quelle oder kann ich mich
    auf meinen Computer (Dell Inspiron 9400) hinsichtlich der Genauigkeit der Zeitbasis verlassen? Die NIST-Eichung (Tel. Nr. in USA anrufen und dort auf die Frequenznormale) ist ja nicht so ganz einfach. Alternativ dachte ich daran, eine Stimmgabel zu verwenden, aber die muß ja auch nicht genauer sein als der Quarz in meinem Computer.


    Frage 2:

    Einmessen auf den Probanden, also den Flügel, den ich jetzt stimmen will:
    Muß ich jeden Ton einmessen? Das Einmessen dient doch nur dazu, daß TuneLab mein Instrument "kennenlernt" und die Inharmonizität der einzelnen Saiten speichert, oder?

    Frage 3:

    Ich habe die Wahl zwischen der Verwendung meines Pocket PC (MDA-1) oder dem Notebook (Dell). Welche Version ist zu bevorzugen? Beim Notebook - es hat kein eingebautes Mikro - ich benutze ein externes Mikro, das ich in den Innenraum des Flügels hänge -, beim PDA ist das Mikro ja eingebaut und es ist handlicher.

    Ich habe noch keinen Schritt mit dem Programm unternommen, außer es einmal zu starten. Ich suche also jetzt auch noch eine vernünftige Anleitung in Ergänzung zu dem, was ich auf Ebay erstanden habe.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 4. März 2007
  8. chief
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    chief Guest

    Na, da will ich mal loslegen.
    Welches Programm benutzt du, TuneLab 97 oder TuneLab Pro?
    1. Eine Stimmgabel reicht zum Eichen völlig aus, das mit dem Telefon ist echt kompliziert, kannst dich aber auch auf das programm verlassen ist genau genug.
    2. Du brauchst nur maximal 6 Töne einmessen, die aber über die ganze Tastatur verteilt sein sollten, beginnend mit C3 und dann vom Bass zum Diskant. Wichtig, das du nur eine Saite bei 3 Choren einmisst und die anderen Saiten abdämpfst. Nach dem Einmessen hast du eine Stimmkurve für das Instrument erstellst, die du erstmal unter deinem Instrumentennahme abspeicherst. Diese Kurve kann man nun noch bearbeiten, aber das lassen wir erst mal.
    Nun müssen wir fesstellen, wo das Klavier steht, d.h ist es auf Kammerton oder zu tief.
    Wenn du das Programm startest ist es auf Kammerton A4 440 Hz eingestellt.
    Die Tonhöhe kannst du mit den Tasten H,J,K verändern(Offset -10) bis es zu deinem Klavier passt.
    Dann beginnt die Stimmererei , besten beginnst du mit A3, aber immer nur eine Saite bis die Quadrate zu Ruhe kommen oder die Frequenzanzeige auf der Mittellinie ist.
    Die Chore werden dann rein nach Gehör gestimmt.
    3. Ich würde ein Notebook mit externem Mikro vorschlagen dann hast du auch gleich sowas wie eine Maus und brauchst dich nicht mit den Tastaturbefehlen rumschlagen. Ein ganz einfaches Mikro reicht völlig aus.

    Frohes Stimmen

    Chief
     
    clavio gefällt das.
  9. Krischu
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    Krischu

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    Ich benutze TuneLab Pro.

    Gut, ich habe es einigermaßen verstanden. Ich möchte eine gleichschwebende
    Stimmung verwenden, also keine besondere "Färbung" der Tonarten. C-Dur soll genauso klingen, wie H-Dur, sieht man von der Tonhöhe ab. Was nehme ich da für einen Templatefile und welche Spreizung?

    Ein paar Fragen zum Umgang mit dem Stimmschlüssel kommen noch.
     
  10. chief
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    chief Guest

    Also weiter geht es.
    Wenn du das Klavier eingemessen hast, bist du in der wohltemerierten Stimmung. Du kannst natürlich aber andere historische Stimmungen wählen, ist aber selten. Heute ist die wohltemperierte Stimmung üblich, die es erlaubt alle Tonarten zu spielen.
    Betrachte nur deine eingemessene Stimmkurve wenn die symetrisch durch den Nullpunkt verläuft ist das gut.
    Der untere Teil sollte eine symetrische Spreizung haben, wenn das so ist lassen wir das so und lassen TuneLab nach dieser Kurve stimmen und du erhälts die wohltemperierte Stimmung.
    Bein Einmessen der einzelnen Töne ist auch darauf zu achten, das du genug Obertöne mit einmisst. Im Bass ist das kein Problem aber im Diskant ist der Ton zu mickerig und du zupfst besser die Saite mit der Hand an.

    Chief
     
  11. Krischu
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    Krischu

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    Du sagst, ich sei in der wohltemperierten Stimmung. D.h. Tunelab ist voreingestellt auf temperierte Stimmung, richtig? Muß ich jetzt noch eine Spreizung wählen? Oder macht Tunelab die Spreizung automatisch?


    Ich verstehe nicht, wieso ich nach meiner eingemessenen Stimmkurve stimmen soll. Wie soll die eingemessene Stimmkurve bereits eine symmetrische Spreizung aufweisen, wenn das Piano vorher von mir - es war seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts nicht mehr gestimmt worden - laienhaft gestimmt und es zuvor fast einen Halbton abgesackt war? Ich habe es dann - bis dato in Unkenntnis des schönen Programms TuneLab - mit einem Korg Stimmgerät "brutal" auf 440 Hz
    hochgezogen, wohlwissend, daß es so etwas gibt wie Spreizung und habe einfach, je höher ich kam, ab der Mitteloktave ein paar ct zugegeben und nach unten ein paar nachgegeben. Das war aber absolutes Anfängertum, weshalb ich doch jetzt eine neue Spreizung einstellen muß, oder?

    Es ist ein Bechsteinflügel M aus dem Jahr 1902. Eckige Beine. Er wurde in den 60ern von Heinersdorff in Düsseldorf generalüberholt. Ich habe ihn jetzt aus meinem Elternhaus übernommen.

    Meinen Klavierstimmer, mit dem ich darüber gesprochen habe, hörte ich am Telefon förmlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und er meinte, diese alten Instrumente seien nur für A 435 gedacht. Nun ja, es ist nichts passiert. Die Stimmung ist zwar in den letzten Tagen geringfügig abgesackt. Außerdem muß der Flügel sich noch an die neuen Raumverhältnisse gewöhnen. Bei meinen Eltern war es immer staubtrocken, teils Fußboden, teils Wand-, teils Deckenheizung.

    Aber ich habe Hoffnung, daß ich ihn wieder hinkriege.

    Frage: Wenn man die erste Oktave reinstimmt (1 Saite), welche Saite nimmt man? Spielt es eine Rolle, in welcher Reihenfolge man die Chöre stimmt?

    Instinktiv würde ich sagen, man fängt mit der Mittelsaite an.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 5. März 2007
  12. chief
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    chief Guest

    Ich bin gerade nach Haus gekommen, ich antworte ASAP.

    Gruß Chief
     
  13. chief
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    chief Guest

    So, ich bin wieder empfangsbereit und es geht weiter.
    TuneLab ist auf die wohltemperierte Stimmung eingestellt, was anderes gibt es bei uns normalerweise nicht.
    Mach dier nicht so viel Gedanken über die eingemessene Stimmkurve, sieh nur zu das die Option auf automatik steht.
    Wenn du richtig eingemessen hast erkennt TuneLab die Inharmonizität deines Klaviers, das gilt aber nur für dieses Instrument.
    Mal was Anderes, was wir hier machen ist absolut Neuland, und wird von keinem konventionellen Klavierstimmer akzeptiert, der schlägt höchsten die Hände über dem Kopf zusammen. Wir lassen uns aber nicht beirren und fahren weiter fort.
    Versuche erstmal eine Oktave von A3 bis A4 wohltemperiert einzustimmen was TuneLab ja macht. Ein K. Klavierstimmer nennt das Temperatur legen und braucht dazu einige Kontroll Akkorde um das zu hören, wir haben dafür TuneLab. Stimme die erste Saite nach TuneLab und die andern nach Gehör(Geht schneller) immer aber mit Blick auf die optische Anzeige.
    Wenn die Quadrate nach links wandern bist du zu tief, und wenn die Quadrate nach rechts wandern bist du zu hoch. Versuch am Wirbel zu drehen bis die Quadrate zum stillstand kommen.
    Unter dem angewählten Ton z.b. A4 findest du einen Fein Indikator der auf gerinste Abweichungen reagiert kleiner als 3ct. Wenn die beiden Balken sich in der Mitte treffen ist der Ton sauber eingestimmt.
    Versuch nicht ein Klavier was zu tief stand mit einem Ruck auf Kammerton zu bringen, die Gefahr das Saiten reissen ist sehr groß.
    Ich bin Bechstein Spezialist und es freut mich das dein Instrument diese Vergewaltigung überstanden hat.
    Mach das mal mit der Oktave, die auch stehen muss, dann sehen wir weiter.

    Gruß Chief
     
  14. Krischu
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    Krischu

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    Danke, Chief,

    ich weiß nicht, ob ich es kurzfristig schaffe, da ich diese Woche bis Donnerstag beruflich viel zu tun habe und mein Notebook im Büro bleibt. Wenn ich dann abends nach Hause komme, bin ich ziemlich Panne. Vielleicht krieg ich's aber noch mit Tunelab auf meinem Pocket PC hin.

    Es kann also sein, daß bis Freitag in diesem Faden Funkstille herrscht. Aber trotzdem erst mal vielen Dank für die schnelle Reaktion und die Hilfsbereitschaft.
     
  15. chief
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    chief Guest

    Mach dich nicht verrückt, beim Klavierstimmen braucht man eine innere Ausgeglichenheit und kein Alkohol, und darf nicht in Panik verfallen.
    Ich habe dabei immer Atemübungen gemacht um die Saiten nicht zu überziehen und war ganz vorsichtig danach.
    Das ist aber meine Erfahrung.

    Weiterhin frohes Stimmen

    Gruß Chief
     
  16. Krischu
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    Krischu

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    Mal kurz Zwischenbericht. Habe die Oktave von A3-A4 reingestimmt. Dabei habe ich gemerkt, daß es doch wahrscheinlich am praktischsten ist, wenn man die mittlere Saite zum Einstimmen nimmt und dann die jeweils äußeren gegen die mittlere nach Gehör auf Schwebungsnull stimmt. So braucht man zuvor dann immer zwei Stimmkeile und nachher nur einen Stimmkeil.

    Wieviel Stimmkeile gehören eigentlich zum "Standardbesteck"? Und gibt es noch andere Dämpfungsmöglichkeiten? Jetzt nicht lachen, aber trägt man eigentlich weiße Handschuhe? Man sollte doch die Saiten nicht unbedingt mit den Fingern anfassen, oder? Wegen Rostgefahr, Schweiß usw.

    Empfiehlt es sich auch, die Saiten mal zu polieren oder zu putzen?
     
  17. chief
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    chief Guest

    Oh mein Gott,
    wenn du mit TuneLab arbeitest ist es völlig wurscht wo du anfängst zu stimmen, da du ja von keiner Stimmgabel abhängig bist.
    Du hast in Gockel den TuneLab Freak gelesen, der vorschlägt die mittlere Saite einzustimmen. Ich bin da anderer Meinung.
    Ich stimme die erste Saite nach TuneLab und die anderen nach Gehöhr.
    Die Saiten mit einem Handshuh anzufassen ist absoluter Quatsch, wer hat dir denn das erzählt?
    Stimmkeile brauchst dur nur einen, versuch den mal zu kaufen, und berichte mir was dir dabei passiert ist.

    Gruß Chief
     
  18. Moehre
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    Moehre

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    Wenn du allerdings erst die mittlere Saite stimmt, geht es zügiger...

    Du hast erst rechts und links vom Chor die zwei Keile stecken und stimmst die mittlere. Danach den einen Keil einen Zwischenraum der Chore weiter stecken und die Saite stimmen, die frei geworden ist. Anschließend den anderen Keil auch einen Zwischenraum weiter nachrücken und die zweite Saite stimmen. Ist auch nicht so ein gefummel, den Keil innerhalb eines Chores hineinzubekommen.
     
  19. Krischu
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    Krischu

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    Nein, ich haben keinen Gockel gelesen in TuneLab Freak. Wer oder was ist Gockel, wer oder was ist TuneLabFreak?

    Du hast doch selbst gesagt, ich solle erst mal die mittlere Oktave machen, dann sehen wir weiter. Wenn ich jetzt weitermache, so muß ich doch eine Spreizung einstellen. Ich habe mir alles bisherige in MeinBechstein.tun abgespeichert. Den lade ich auch immer vorher.

    Stimmkeile:
    Ich habe mir Stimmkeile selber aus einer 1cm dicken Gummiplatte geschnitten. Nur, wenn es an die hohen Saiten geht ist vor dem Hammer kein Platz mehr zum Dämpfen, da muß ich mein A.. hochnehmen und hinter die Gußtraverse greifen, genauer gesagt, man muß dazu aufstehen und den Keil an dir richtige Stelle stecken (Sichtkontakt). Das ist etwas hinderlich.

    Was meinst Du, auf was man beim bestellen der Stimmkeile gefaßt sein müsse?


    Das mit den Handschuhen war nicht so ganz ernst gemeint - meine Frau sagte das zu mir :).
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 9. März 2007
  20. Krischu
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    Krischu

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    Ich habe mir das mal genau angeguckt: Die Saiten sind ja z.T. mehrgängig, oder wie sagt man da? Eine Saite ist direkt aufgehängt, die anderen beiden sind als Schlaufe umgelenkt, so daß Spannung auf dem einen Ende das andere Ende beeinflussen könnte.