Klavierstimmen für Anfänger: Literatur und Utensilien

Dieses Thema im Forum "Das Klavier: allgemeine Infos, Kauf, Reparatur" wurde erstellt von Rena, 12. Juni 2018.

  1. Rena
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    Rena

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    Hallo zusammen,

    ich würde mir gerne über Bücher selber das Klavierstimmen beibringen und bin noch völlig unerfahren. Kennt jemand geeignete Literatur für Laien ohne Vorkenntnisse?

    Mein Ziel ist es, in Notzeiten in Sachen Klavierstimmen autark zu sein, und mir dann das nötige Wissen über Literatur, die ich mir jetzt schon kaufe, selber anzueignen. Das setzt stromfreies Klavierstimmen ohne elektr. Stimmgeräte voraus.

    Dazu müßte ich mir auch jetzt schon die nötigen Utensilien anschaffen. Reicht ein solches Set, wie nachfolgend verlinkt, dazu aus oder braucht es noch mehr?

    https://www.ebay.de/itm/6x-Klavier-...YiOjMsInNvIjoxNTAwLCJjIjoxODIxNDh9&rmvSB=true

    Danke für Eure Hilfe!
    Rena
     
  2. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Spielzeug...
     
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  3. altermann
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    altermann

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    Mit dem Spielzeug würde ich mir trotzdem zutrauen, eine befriedigende Stimmung hinzubekommen.
    Neben gutem Werkzeug braucht es zum Klavierstimmen geschulte Ohren und entsprechendes Feingefühl. Ohne jegliche Zuhilfenahme von Stimmsoftware und Kenntnisse über den Aufbau einer Stimmung wird man als Anfänger scheitern. Bücher lesen ist gut, aber das Gelesene anwenden wird schwierig.

    Grüße altermann
     
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  4. agraffentoni
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    agraffentoni

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    Ein erfahrener Spezialist kommt notfalls auch mit miserablem Werkzeug zurecht...
     
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  5. Rheinkultur
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    Rheinkultur

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    Am vergangenen Wochenende ergab sich ganz plötzlich die Situation, als Musiker in dieser Eigenschaft tätig werden zu müssen. Mit einem befreundeten Chorleiterkollegen (Kirchenmusiker) stand das Frühjahrskonzert einer Chorgemeinschaft in einer Schulaula an, in der auf dem Podium ein Flügel zur Verfügung stand, um darauf im Wechsel die Chöre zu begleiten. Das Instrument erwies sich als stark verstimmt und es stellte sich heraus, dass Schüler mit einer Zange im Flügelinnern tätig geworden sind und etliche Saiten stark beschädigt hatten. Vandalismus also - Strafanzeige wegen Sachbeschädigung wurde zwischenzeitlich bereits erstattet. Einen Klavierstimmer mal schnell herbitten ging nicht mehr. Mein Dirigentenkollege versprach spontan, einen Stimmhammer zu organisieren - und erledigte kurz vor dem Ansingen die Aufgabe eigenhändig, eine wenigstens einigermaßen konzerttaugliche Stimmung zu bewerkstelligen. Einen Sonderapplaus nach Ansage hatte er sich redlich verdient. Sonst hätten wir auf einem schuleigenen Digitalpiano oder auf dem Stagepiano der dazu engagierten Bigband spielen müssen.

    LG von Rheinkultur
     
  6. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Wennst ned den passenden Aufsatz hast, machst auch als erfahrener Spezialist die Wirbel mit kaputt.

    LG
    Henry
     
  7. Leberwurst
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    Leberwurst Guest

    Ein Prepper ;-)

    Die Antworten sind leider typisch für Stimmer, die um ihr Geschäft fürchten. "Geheimwissenschaft" und so...

    Allerdings kann man wohl schon sagen, daß "gelegentliches" Stimmen im Notfall etwa so viel bringt, wie gelegentliches Klavierüben. Ich habe einen Stimmhamer, um verstimmte Einzeltöne nachzuziehen und weiß, wie schwierig allein das schon ist - rein mechanisch. Im Diskant dreht man schnell am Ton vorbei. Das ist, wie die Geigen E-Saite am Wirbel statt am Feinstimmer zu stimmen. Und dann erst das Temperieren... Mein Klavierstimmer sagt, daß er schon allein nach dem Urlaub wieder etwas üben muss. Wenn man also nicht vorhat, das regelmäßig zu machen, kann man es wohl besser lassen.

    Ich fange aber demnächst mit Hilfsarbeiten in seiner Werkstatt an und hoffe, daß ich in Zukunft auch das Stimmen lernen werde. Dann berichte ich hier.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13. Juni 2018
  8. Tastenscherge
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    Tastenscherge

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    Nein, die Antworten sind realistisch und Expertenwissen.

    Außerdem bescheren uns Stimmversuche von Laien auch ganz guten Umsatz. Denn meistens kommen die über kurz oder lang eh wieder zu uns, damit wir das angerichtete Chaos wieder beheben. Da reicht eine Stimmung durch uns meist nicht aus.
     
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  9. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Ein Anfängerset sieht in etwa so aus:
     

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  10. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Für Fortgeschrittene wird es dann schon ein wenig umfangreicher:
     

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  11. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Es gibt von Otto Funke ein Buch "Pflege des Klavieres" darin beschreibt er seine Stimmpraxis. Die Theorie ist ansich garnicht so kompliziert wie man meinen könnte - wichtig ist den Ton zu setzen. Man zieht die Saite ein wenig höher und bringt sie dann mittels starken Anschlag auf die richtige Höhe. Jetzt geht es auch um die Temperaturlegung (hab ich aber scho mal wo geschrieben) Wir fangen mit dem a`an, stimmen diesen auf den gewünschten Kammerton. Dann stimmen wir der Reihenfolge nach a´-a -e´-h- fis´-des´ -as´- es´-b- f´-c´- g´- d´ des muß denn wieder mit dem a´zusammen passen. Die Intervalle sollen nicht rein gestimmt werden, sondern die Quinten etwas weniger als rein, die Quarten etwas mehr als rein.....sie sollen also noch erträgliche Schwebungen aufweisen. Anschließend stimmt man die Oktaven, auch die sollten ned rein sein, sondern nach oben ein wenig mehr und nach unten etwas weniger haben, allerdings auch nur so viel daß es für des Ohr nicht merklich ist.

    Du siehst also, die Theorie ist simpel - die Praxis sieht da allerdings schon anders aus, die größte Schwierigkeit ist eine gleichschwebende Temperatur zu legen....hier braucht es einfach mal jahrelange Erfahrung.

    LG
    Henry
     
  12. Rena
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    Rena

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    Danke für Eure Antworten.

    Daß das Ganze kein einfaches Unternehmen wird, ist mir klar. Ein gutes Gehör habe ich, da traue ich mir einiges zu, allerdings fehlt mir die Erfahrung in der Stimmpraxis, von daher weiß ich nicht, wie das Experiment ausgeht. Ein richtiger Klavierstimmer wäre mir allemal lieber, aber was tun, wenn in Notzeiten wirklich nichts mehr geht? Das Klavier jahrelang seinem Schicksal überlassen?


    An Dich, Henry, einige Fragen:

    - Ich habe von Deinem Anfängerset soviel verstanden, daß es für den Stimmhammer wohl verschiedene Aufsätze gibt. Braucht man für jedes einzelne Klavier soviele Aufsätze, oder braucht es unterschiedliche Aufsätze, weil es von Klavier zu Klavier Unterschiede gibt? Also eine Notwendigkeit für einen Klavierstimmer, der es mit unterschiedlichen Klavieren zu tun hat? (Habe ein YAMAHA-Klavier).
    - Wie heißen die zwei länglichen Werkzeuge in weiß und blau, die sich an den Enden gabeln? Finde ich im Netz bis jetzt nicht....
    - Ist das doppel gewinkelte Metall ein Imbus-Schlüssel? - Die hätte ich zuhauf im Haus in allen Größen

    Eine Stimmgabel fehlt natürlich auch noch.

    Das Buch besorge ich mehr, lese es vielleicht doch besser gleich. Vielen Dank für den Tip!

    LG Rena
     
  13. Rena
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    Rena

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  14. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Ja, eine Stimmgabel ist jetzt auch ned so zu verachten, da hast Du Recht. Ich selbst messe den Kammerton digital.

    Jedes Klavier braucht andere Aufsätze - sie dürfen weder wackeln noch zu eng sein. Ich hab zig Einsätze, und da ist keiner darunter welchen ich nie gebraucht hätte.

    LG
    Henry
     
  15. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Wenn Du ausschließlich Dein Yamaha stimmen willst, sollte der Aufsatz Y2 oder Hale2 reichen, der paßt allerdings nur auf Yamaha oder Hale Stimmhammer.
    Ein Imbisschlüssel ist das doppelt gewinkelte Metall nicht, sondern ein Vierkant um die Aufsätze auf und abzuschrauben.
    Das länglich gegabelte in weiß oder blau, ist ein Nylondiskantstimmkeil.

    Einen brauchbare Stimmhammer findest Du hier:

    https://b2c.meyne.com/W-E-R-K-Z-E-U...ets/Super-Stimmhammer-Garnitur-Holzgriff.html

    LG
    Henry
     
  16. TastenläuferNRW
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    TastenläuferNRW

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    [emoji23]so viele Aufsätze??? Mir reichen 3 Stück.




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  17. meierzwo
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    meierzwo

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    Ich hatte auch schon mit dem Gedanken gespielt, mal selber in Sachen Stimmung tätig zu werden.
    Allerdings hält mein Klavier die Stimmung hervorragend, so dass es eigentlich kaum notwendig ist.
    Zusätzlich habe ich das Vergnügen, das 3-Chörige Hackbrett meiner Tochter regelmäßig zu stimmen.
    Selbst auf diesem Gerät merkt man, dass das Setzen der Wirbel nicht ganz so trivial ist. Sonst ist das Teil nach zwei Wochen gleich wieder verstimmt.
     
  18. Tastenscherge
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    Tastenscherge

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    Ich brauche 5 für meinen Carbon Stimmhammer: Größe 1,2 und 3 in kurz für Klaviere, Größe 2 und 3 in lang für Flügel und Größe 2 in mittellang für Klaviere, bei denen der Stimmstock zu weit hinten ist und man ansonsten mit dem Stimmhammer am Deckel anschlagen würde. Aber Größe 3 für Klaviere brauche ich super selten, ebenso Größe 3 für Flügel. Und noch seltener Größe 2 in mittellang. Aber schön zu wissen, dass man sie im Fall der Fälle dabei hat.
     
  19. Leberwurst
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    Leberwurst Guest

    Und wie genau machst du das?
     
  20. Rena
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    Rena

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    Wenn ich für mein Yahama-Klavier nur den Stimmhammer Y2 brauche, dann könnte dieser Hammer hier doch genügen?
    http://ftppianoforti.com/de/attrezzistica/2476-952-0.html

    oder dieser:
    https://b2c.meyne.com/YAMAHA-Origin...ml?force_sid=3c648291923812293911ae11884998a6

    Warum sind die denn so teuer? Andere Stimmhammer kosten doch viel weniger (?)

    Diskantdämpfer gibt es in unterschiedlichen Größen: 43/36 oder 55/42. Welchen brauche ich da?

    Danke für Eure Hilfe!