Klavier stimmen für Dummies

Dieses Thema im Forum "Forum für Anfängerfragen" wurde erstellt von pppfff, 17. Mai 2016.

  1. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Beim Neubezug ist es das sinnvollste chromatisch hochzuziehen. Ich hab des früher immer nach Gehör gemacht - ne grobe Temperatur gelegt, und die Oktaven häßlich gespreizt - geht natürlich auch, aber da brauchst sehr viel mehr Zeit auch dann zum stimmen. Ziehst Du es hingegen chromatisch mit maximaler Spreizung nach Stimmgerät oder Stimmsoftware hoch, hast Du zumindest schon mal eine brauchbare Grundstimmung welche Dir die Stimmung dann erleichtert. Jedoch denke daran den Blankbezug nach dem ersten Hochziehen gescheit auszustreichen und den Baß erst einmal ein wenig höher zu ziehen - anderweitig stimmst Dich sonst dumm und dämlich.

    LG
    Henry
     
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  2. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    8.991
    und da ist jedes Instrument anderweitig zickig :-D

    LG
    Henry
     
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  3. Bernhard Hiller
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    Bernhard Hiller

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    Schön daß die Teiltonverstimmung und die reinen Quinten die gleiche Richtung erfordern.
    In welchem Maße liegt denn die Teiltonverstimmung für den ersten Oberton typischerweise, für tiefe / mittlere / hohe Töne?
     
  4. GSTLP
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    GSTLP

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    Das ist von Instrument zu Instrument ziemlich verschieden... in der Mittellage gibt es nur ganz geringe Differenzen, die sich so zwischen 0,5 und 2,5 ct bewegen.... bei den Bässen ist es extrem abhängig von der Länge der Saiten. Manchmal genügen -10ct, manchmal braucht man -25ct bei den allerletzten Tönchen unten. Aber auch im Diskant differiert es je nach Mensur... da ist von +20ct bis +50ct fast alles drin bei den letzten "Eierschneidertönchen"... aber ganz nebenbei... nachgemessen habe ich das noch nie... ich hab immer nur "nachgehört". Die angegebenen Werte habe ich aus meinem Stimmprogramm nach gemessenenen Inharmonizitätswerten.
    LG Georg
     
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  5. Axel
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    Axel

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    Könntest Du das mit der Spreizung bei Klavieren mal erklären?
    Danke und Grüße
    Axel
     
  6. Henry
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    Henry ehemals Alb/Styx

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    Schwierig, des mußt schon hören. Einen Orchesterflügel spreißt man weniger als ein Kleinklavier.

    LG
    Henry
     
  7. GSTLP
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    GSTLP

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    Beispiel zur Erklärung:
    Stell dir eine Saite vor, die exakt 100 Hz schwingt... darüber die nächste Oktave schwingt mit exakt 200 Hz...
    Der erste Oberton der tiefen Saite ist rein rechnerisch auch 200 Hz... aber leider nur theoretisch, denn je dicker eine Saite im Verhältnis zur Länge wird, desto mehr verschieben sich die Obertöne nach oben...
    Unsere Tiefe Saite produziert z.B einen ersten Oberton von 202 Hz... spielt man nun die tiefe und die hohe Saite zusammen, entsteht durch den ersten Oberton schon eine Schwebung von zwei Hz... das eiert schon deutlich ;)
    Also stimmt man den unteren Ton etwas tiefer... z.B. auf 99 Hz mit einem ersten Oberton von z.B. 201 Hz... spielt man nun die Oktave zusammen, entsteht nur noch eine Schwebung von 1Hz, die man sehr viel weniger hört.
    Diese Abweichungen verstärken sich im tiefen Bass und im Diskant... deshalb sind dort die Abweichungen auch viel größer....
    Und warum baut man nun lange Flügel? Weil da lange und somit dünnere Saiten eingebaut sind, die weniger Inharmonizität besitzen (Saiten werden eher nach Gewicht gesponnen) und somit das ganze Instrument harmonischer wirken lassen...
    Aus diesem Grund klingen Kleinstklaviere mit kurzen fingerdicken Saiten auch fast immer ein wenig "schräg"

    Ich hoffe, dass war einigermaßen verständlich... und die Zahlen oben waren natürlich nur Beispiele...

    LG Georg


    Der Ton macht die Musik...
     
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